Dazu möchte ich doch einiges sagen
1.1. Jesus verstand das AT als inspiriertes, autoritatives und völlig zuverlässiges Gotteswort.
Da stellt sich wieder mal die Frage welche Teile des AT, die griechischen, die hebräischen, die armaäischen ... Weiters das er eben nicht von der wortwörtlichen Überzeugung war wie sie es hier hinstellen, wurde zwar schon gesagt aber wird deutlich wenn er oft genug vom "Gesetz des Mose" spricht, und dann z.B. bei der Ehescheidung was ganz was anderes sagt, oder bei den Reinheitsgeboten. Diese Wortwörtliche Sichtweise wäre wohl nur dann relevant, wenn Mose mit seinem Gesetz höher wäre als Christus. Wenn aber das Gesetz des Mose direkt von Gott käme mit Punkt und Koma warum nennt er es dann "Gesetz des Mose"?????
1.2. Jesus versteht die messianischen Weissagungen des AT im Gegensatz zum Kritizismus als echte, geistgewirkte Prophetie in Bezug auf seine Person.
Logisch, aber was ist eine geistgewirkte Prophetie anderes als eine inspirierte????
1.3. Jesus steht für den Offenbarungscharakter aller drei Teile des alttestamentlichen Kanons ein.
Welchen Kanons, griechisch, aramäisch nur hebräisch .....? Der existierte zu der Zeit noch gar nicht. Aber halt sie schreiben weiter
Mit der Erwähnung der beiden Sachverhalte um Abel und Zacharias spielt Jesus sowohl an das erste wie an das letzte Buch des hebräischen Kanons an (Genesis und 2. Chronik).
Naja Zacharia kommt auch im 2. Teil des hebräischen Kanons vor. Meines erachtens ein bischen weit hergeholt. Ich sehe das wenn mehr als Zeitlichen Abblauf von ... bis und wenn nach dieser Logik vorgegangen worden wäre dürfte wohl ein Daniel, Chronik, Nehmia, Psalmen .... gar nicht drinnen sein.
Gelegentlich nennt er auch die drei Teile des Kanons, z.B. in Lk 24,27.44: Gesetz, Propheten und Schriften. Selbstverständlich ist nicht nur die Anerkennung, sondern auch der Gebrauch aller drei Teile des Kanons vielfach zu belegen (z.B.: Mt 4,4/Dt 8,3; Mk 7,6/Jes 29,13; Mk 4,6/Ps 91,11).
Das ist schon interesanter obwohls eher "Wortklauberei" ist
Also Vers 27
Und er begann mit Mose und allen anderen Propheten und legte ihnen aus, was in allen Schriften sich auf ihn bezieht.
Ich erkenne da keine einschränkung auf die Schriften im Sinne letzter Teil eines damals "imaginären" jüdischen Kanons. Im Gegenteil. Demnach dürfte scih nach dieser scharfen reinen SChriftlogik sich auch kein anderer Bezug zu Jesus finden lassen auser in den Büchern des letzten Teil des Kanons. Wie wir wissen ist das in den Evangelien gegenteilig.
Vers 44
Er sagte zu ihnen: "Das sind meine Worte, die ich zu euch gesprochen habe, als ich noch bei euch weilte, daß nämlich alles, was im Gesetz des Mose, bei den Propheten und in den Psalmen über mich geschrieben steht, erfüllt wird.
Wo sind jetz die Schriften??? Wurde aus 2 Teilen nur mehr einer und einige Bücher die sie vorher zu den Schirften zählten gehören jetzt wieder zu den Propheten und der letzte Teil ist nur mehr die Psalmen ????? Kanonumstellung in einem Kapitel.
Aber ein weiteres Problem wieso bezieht sich dann Johannes und Paulus auf die Sepugintia und nicht auf den hebräischen Kanon der ja laut aussagen dieser Seite existierte. Sind jetzt in der Unfeglbaren Bibel nun mit Johannes und Paulus fehlbare Schriften drinnen?
1.4 Jesus tritt für die völlige Geschichtlichkeit alttestamentlicher Personen und Ereignisse ein, deren Historizität vom Kritizismus geleugnet wird....
Mit Notwendigkeit erhebt sich daher die Frage: Wie kann man eigentlich beides miteinander zusammenbekommen, Jesus einerseits seinen Herrn nennen - und zwar in chalcedonensischer Bekenntnistreue: wahrer Gott und wahrer Mensch! - und gleichzeitig die Geschichtlichkeit so vieler alttestamentlicher Texte in Zweifel zu ziehen bzw. gänzlich zu leugnen?
Die erhebt scih nicht. Selbst wenn die Evangelisten, neben Jesus gessesen wären, hätten sie wohl ein Vortrag über Physik, Bilogie, Historie und Literaturgeschichte wohl kaum verstanden, geschweige den der Rest der Menschen also, wird wohl Gott-Jesus in Menschenwort geredet haben und nicht im Menschenwort des 21. Jhdts. Aber selbst wenn dann ist uns das nicht überliefert, da die Evangelisten ja nicht mit Feder und Papier neben ihm gessessen Auserdem sowas Abstruses (damals) wie der Urknall eine Darwintheorie oder sonstiges hätten die Menschen wohl eher als "komisch" vergessen und nur das erzählt was sie verstanden haben.
1.5. Jesus vertritt die traditionelle Autorschaft alttestamentlicher Schriften, die vom Kritizismus ebenfalls geleugnet wird.
Gleicher Einwand wie oben - soll er anfangen Exegese zu betreiben, die Leute verwirren, das ihre Tora aus Jerusalmer Geschichtswerk und Priesterschrift besteht, das König David mehr Scheich war denn ein glorreicher König und das er gerade mal ein Dörflein eingenommen hat und nicht ein Riesenstadt, das Jericho zu der Zeit schon eine Ruine war und das einzige was die erobern hätten können vielleicht ein paar Steine waren ... wieder gilt Gotteswort in Menschenwort, die Aussage ist wichtig und nicht die wissenschaftliche historische Qualität. Sowas hätte wohl damals zum Verwerfen der AT-Bücher ala Marcion und den Gnostikern geführt. Und natürlich wollte er die göttliche Warhheit die hinter dem offenkundigen steht nicht einfach verworfen wissen. Meines erachtens völlig abstrus daraus ein Muß für die Wissenschaftliche exaktheit der Bibel herzuleiten.
LG
Fiore