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Freikirchler, Brüdergemeinden u. Anderes

Verfasst: Freitag 19. Januar 2007, 13:48
von Ralf B.
Das Thema wurde nicht von Ralf eröffnet.
Es ist Hilfreich da
viewtopic.php?p=149771#149771
zu schaun. asder


Also wenn Sie wirklich glauben, dass Freikirchen "alles andere als christlich sind", dann ist das eine sehr schlechte Motivation, um katholisch zu werden. Die katholische Kirche bekennt sich nämlich durchaus dazu, dass es auch außerhalb ihrer selbst Christen gibt und christliche Vollzüge, und sie pflegt ökumenische Kontakte, wo immer es ihr möglich ist.

Sollten Sie zu dem Ergebnis kommen, dass die katholische Kirche diejenige ist, in der Sie sich "subjektiv" am meisten wiederfinden können und die nach Prüfung aller Argumente auch "objektiv" den christlichen Glauben sozusagen "am besten" oder "am klarsten" lebt, dann sollten Sie einen Eintritt in die kath. Kirche erwägen.

Aber aus Ablehnung, ja einer sogar bei Ihnen spürbaren Aggression gegen gelebtes Christentum außerhalb der kath. Kirche nun katholisch werden zu wollen, das wäre ganz und gar "un-katholisch"!

Verfasst: Freitag 19. Januar 2007, 15:19
von Morgenrot
Eldar hat geschrieben:
und dass man im Prinzip eigtl. alle Sakramente nicht feiert und empfängt.
Ganz besonders die Hl. Beichte. Das Sakrament das dem Teufel die Seele entreißt. Übrigens dürfte der Glaube an die Sakramente der r.k. Kirche und deren Wichtigkeit, Grund genug für einen Eintritt geben. Völlig normal das der Mensch dann alle freikirchlichen Bewegungen für eher "schädlich" und Unvollkommen ansieht.

mfg Eldar
Jajajajaja, der Glaube an die Sakramente :shock: ....

Ich kann nur für mich sprechen: Aber ICH habe die Möglichkeit, täglich, sogar stündlich beichten zu können .... :ja: :ja: :ja:

Verfasst: Freitag 19. Januar 2007, 15:24
von Eldar
Morgenrot hat geschrieben:
Eldar hat geschrieben:
und dass man im Prinzip eigtl. alle Sakramente nicht feiert und empfängt.
Ganz besonders die Hl. Beichte. Das Sakrament das dem Teufel die Seele entreißt. Übrigens dürfte der Glaube an die Sakramente der r.k. Kirche und deren Wichtigkeit, Grund genug für einen Eintritt geben. Völlig normal das der Mensch dann alle freikirchlichen Bewegungen für eher "schädlich" und Unvollkommen ansieht.

mfg Eldar
Jajajajaja, der Glaube an die Sakramente :shock: ....

Ich kann nur für mich sprechen: Aber ICH habe die Möglichkeit, täglich, sogar stündlich beichten zu können .... :ja: :ja: :ja:
"Wenn ihr jemandem die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben, wenn ihr sie jemandem behaltet, sind sie <ihm> behalten."

Wort des Lebendigen Gottes.

Verfasst: Freitag 19. Januar 2007, 15:30
von Morgenrot
Ja, eben, und an wen sind diese Worte gerichtet?
An seine Apostel und an die, durch deren Wort sie an Jesus glauben werden. Das zum einen. Da steht nicht, dass eine privilegierte Priesterkaste Sünden vergeben/behalten darf.

Und zum anderen:
Lies doch mal 1. Joh. 1,9 und 2, 1b.2

Jesus ist doch immer noch der beste Beichtvater. :jump:

Verfasst: Freitag 19. Januar 2007, 15:33
von Eldar
Morgenrot hat geschrieben:Ja, eben, und an wen sind diese Worte gerichtet?
An seine Apostel und an die, durch deren Wort sie an Jesus glauben werden. Das zum einen. Da steht nicht, dass eine priviligierte Priesterkaste Sünden vergeben/behalten darf.

Und zum anderen:
Lies doch mal 1. Joh. 1,9 und 2, 1b.2

Jesus ist doch immer noch der beste Beichtvater. :jump:
Gott hat nicht nur seine Apostel dazu ausersehen Sünden zu vergeben, er hat auch deren Nachfolger, die Priester dazu ausersehen Sünden zu vergeben. Ansonsten hätte es überhaupt keinen Sinn gemacht den Aposteln diese Bevollmächtigung zu erteilen.

mfg Eldar

Re: Interesse an der kath. Kirche

Verfasst: Freitag 19. Januar 2007, 19:38
von Uwe Schmidt
Ansgar hat geschrieben:Hallo an alle im Kreuzgang
Ich bin sehr an der kath. Religion interessiert und überlege evtl. in die kath. Kirche einzutreten.
Ich komme aus Schleswig-Holstein, also einen stark evangelisch geprägten Bundesland. Ich wurde als Kind aber nicht getauft weil meine Eltern bereit aus der Kirche ausgetreten waren. Irgendwie muss ich auch sagen das ich eine negative Einstellung der EKD gegenüber hege: Der Segen für Homoehen, Frauenordination, homosexuelle Pastoren, das Verwerfen des lutheranischen Sakramentes der Beichte usw. usf. sind weder mit den Prinzipien der Bibel noch mit der Theologie Martin Luthers vereinbar.
Vor 2 Jahren oder länger habe ich dann über Freunde zu Jesus Christus gefunden. Ich ging in eine Freikirche und lebte dort meinen Glauben (ohne mich allerdings taufen zu lassen). Aber mit der Zeit merke ich das die evangelisch-freikirchlichen Gemeinden einfach nicht das richtige sind. Mich stört die Ablehnung der Kindestaufe, der politische Mißbrauch des Evangeliums, die Jugendgottesdienste und dass man im Prinzip eigtl. alle Sakramente nicht feiert und empfängt. Beim Weihnachtsgottesdienst wurde mir endgültig klar das diese Gemeinde alles andere als christlich ist.Um so mehr ich mich mit der Geschichte und der Dogmatik des kath. Glaubens beschäftige um so klarer wird mir das es sich dabei um die wahre Kirche Jesu Christi handeln muss.
Wir haben in unseren Ort eine kleine kath. Gemeinde mit einen etwas älteren SJC-Priester. Ich überlege mal aan einer Messe teilzunehmen. Das würde wahrscheinlich schnell auffallen wenn da jemand neues ist da es ja wenig Katholiken bei uns in der Stadt gibt. Kann man einfach so an der heiligen Messe teilnehmen? Wäre es gut sich vorher telefonisch “anzumelden”? Was muss man bei der Messe bedenken? (Ich kenne mich da kaum aus).
Ich wäre durchaus interessiert daran Katholik zu werden. Aber wie geht dieser Prozeß vor sich? Vllt kann mal ein Konvertit seinen Weg beschreiben den er im Katechumenat gemacht hat und wie es sich bei ganz und gar Ungetauften Menschen verhält. Wäre sehr nett wenn ich mehr darüber erfahren könnte.
Ansgar


Feiert man eigentlich in Freikirchen auch Abendmahl? Und wie oft?

Re: Interesse an der kath. Kirche

Verfasst: Freitag 19. Januar 2007, 19:40
von Stephen Dedalus
Uwe Schmidt hat geschrieben: Feiert man eigentlich in Freikirchen auch Abendmahl? Und wie oft?
In den meisten Freikirchen einmal im Monat. Bei den Brüdergemeinden jeden Sonntag.

Verfasst: Freitag 19. Januar 2007, 19:53
von Linus
Morgenrot hat geschrieben: Jajajajaja, der Glaube an die Sakramente :shock: ....
Si tacuisses....
Ich kann nur für mich sprechen: Aber ICH habe die Möglichkeit, täglich, sogar stündlich beichten zu können .... :ja: :ja: :ja:
Tja, beichten kann auch der Durschnittskatholik bei jedermann, bloß ist damit nicht die sakramentale Vergebung der Sünden verbunden.

Linus, auch die Laienbeichte praktizierend

Re: Interesse an der kath. Kirche

Verfasst: Freitag 19. Januar 2007, 20:02
von Edi
Stephen Dedalus hat geschrieben:
Uwe Schmidt hat geschrieben: Feiert man eigentlich in Freikirchen auch Abendmahl? Und wie oft?
In den meisten Freikirchen einmal im Monat. Bei den Brüdergemeinden jeden Sonntag.
Längst nicht bei allen Brüdergemeinden jeden Sonntag, sondern weniger oft.

Re: Interesse an der kath. Kirche

Verfasst: Freitag 19. Januar 2007, 20:06
von Stephen Dedalus
Edi hat geschrieben:
Stephen Dedalus hat geschrieben:
Uwe Schmidt hat geschrieben: Feiert man eigentlich in Freikirchen auch Abendmahl? Und wie oft?
In den meisten Freikirchen einmal im Monat. Bei den Brüdergemeinden jeden Sonntag.
Längst nicht bei allen Brüdergemeinden jeden Sonntag, sondern weniger oft.
Bei den Brüdergemeinden darbystischer Tradition m. W. schon (die sog. "Erste Stunde"). Bei den Brüdergemeinden anderer Tradition (Herrnhuter etwa) nicht unbedingt.

Re: Interesse an der kath. Kirche

Verfasst: Freitag 19. Januar 2007, 20:14
von Edi
Stephen Dedalus hat geschrieben:
Edi hat geschrieben:
Stephen Dedalus hat geschrieben:
Uwe Schmidt hat geschrieben: Feiert man eigentlich in Freikirchen auch Abendmahl? Und wie oft?
In den meisten Freikirchen einmal im Monat. Bei den Brüdergemeinden jeden Sonntag.
Längst nicht bei allen Brüdergemeinden jeden Sonntag, sondern weniger oft.
Bei den Brüdergemeinden darbystischer Tradition m. W. schon (die sog. "Erste Stunde"). Bei den Brüdergemeinden anderer Tradition (Herrnhuter etwa) nicht unbedingt.
Sag mal, kennst du dich aus? Zu welcher Tradition gehören denn die Brüdergemeinden, deren Mitglieder aus Rußland etwa um 1990 nach Deutschland übergesiedelt sind? Diese feiern das Abendmahl soweit ich weiss, nicht mal alle 4 Wochen, sondern weniger oft und bezeichnen sich teilweise als ev. Freikirche und taufen auch Säuglinge, was die meisten Freikirchen ja nicht tun.

Verfasst: Samstag 20. Januar 2007, 05:24
von asderrix
Eldar hat geschrieben:Gott hat nicht nur seine Apostel dazu ausersehen Sünden zu vergeben, er hat auch deren Nachfolger, die Priester dazu ausersehen Sünden zu vergeben. Ansonsten hätte es überhaupt keinen Sinn gemacht den Aposteln diese Bevollmächtigung zu erteilen. mfg Eldar
Warum hätte das keinen Sinn Eldar?

Wenn wir uns gegenseitig unsere Sünden bekennen sollen, dann hat Christus nach meinem Verständnis auch uns als den Nachfolgern der ersten Christen zugesagt, dass wir einander die Sünden vergeben können. Dieser Gedanke nun geht darüber hinaus, dass wir also auch Nichtchristen ihre Sünden vergeben können, bzw. ihnen die Vergebung im Namen Gottes zusprechen dürfen.
Dort wo keine Bereitschaft zu einer verbindlichen Nachfolge vorhanden ist, werden wir diesen Menschen die Sündenvergebung nicht zusprechen, sie ihnen also behalten.

lg
asder

Re: Interesse an der kath. Kirche

Verfasst: Samstag 20. Januar 2007, 05:27
von asderrix
Edi hat geschrieben:
Stephen Dedalus hat geschrieben:
Uwe Schmidt hat geschrieben: Feiert man eigentlich in Freikirchen auch Abendmahl? Und wie oft?
In den meisten Freikirchen einmal im Monat. Bei den Brüdergemeinden jeden Sonntag.
Längst nicht bei allen Brüdergemeinden jeden Sonntag, sondern weniger oft.
Alle Brüdergemeinden die ich kenne, und ich kenn mehr wie du ;)

Re: Interesse an der kath. Kirche

Verfasst: Samstag 20. Januar 2007, 05:29
von asderrix
Stephen Dedalus hat geschrieben:
Edi hat geschrieben:
Stephen Dedalus hat geschrieben:
Uwe Schmidt hat geschrieben: Feiert man eigentlich in Freikirchen auch Abendmahl? Und wie oft?
In den meisten Freikirchen einmal im Monat. Bei den Brüdergemeinden jeden Sonntag.
Längst nicht bei allen Brüdergemeinden jeden Sonntag, sondern weniger oft.
Bei den Brüdergemeinden darbystischer Tradition m. W. schon (die sog. "Erste Stunde"). Bei den Brüdergemeinden anderer Tradition (Herrnhuter etwa) nicht unbedingt.
Stephen, Brüdergemeinde und Brüdergemeine muss auseinandergehalten werden.
Die Herrnhuter Brüdergemeine ist ev. luth. sehr ähnlich

Re: Interesse an der kath. Kirche

Verfasst: Samstag 20. Januar 2007, 09:55
von Stephen Dedalus
Edi hat geschrieben: Sag mal, kennst du dich aus? Zu welcher Tradition gehören denn die Brüdergemeinden, deren Mitglieder aus Rußland etwa um 1990 nach Deutschland übergesiedelt sind? Diese feiern das Abendmahl soweit ich weiss, nicht mal alle 4 Wochen, sondern weniger oft und bezeichnen sich teilweise als ev. Freikirche und taufen auch Säuglinge, was die meisten Freikirchen ja nicht tun.
Ich denke, ein großer Teil der russischen Einwanderer kommt aus der baptistischen oder mennonitischen Tradition. Ein Teil der Mennoniten bezeichnet sich auch als "Brüdergemeinden". Allerdings paßt dazu nicht, daß sie Kinder taufen. Ich kann mir sonst nur vorstellen, daß sie auf einen Zweig des Pietismus zurückgehen wie etwa auch die Evangelische Brüdergemeinde Korntal bei Stuttgart.

Neben diesen pietistischen und mennonitischen Brüdergemeinden kenne ich sonst nur die Darbysten, die sich in Deutschland in einen "offenen" und einen "exklusiven" Zweig aufteilen. Die offenen Brüder sind zum Teil mit den Baptisten im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden organisiert, zum Teil im lockeren "freien Brüderkreis". Die Exklusiven sind die Brüder strenger Provinienz und lehnen jegliche Organisation ab. Das Ganze ist ein wenig unübersichtlich.

Eine gute Übersicht gibt es hier: http://www.bruederbewegung.de/gruppen.html

Gruß
SD

Verfasst: Samstag 20. Januar 2007, 10:22
von Eldar
asderrix hat geschrieben:
Eldar hat geschrieben:Gott hat nicht nur seine Apostel dazu ausersehen Sünden zu vergeben, er hat auch deren Nachfolger, die Priester dazu ausersehen Sünden zu vergeben. Ansonsten hätte es überhaupt keinen Sinn gemacht den Aposteln diese Bevollmächtigung zu erteilen. mfg Eldar
Warum hätte das keinen Sinn Eldar?

Wenn wir uns gegenseitig unsere Sünden bekennen sollen, dann hat Christus nach meinem Verständnis auch uns als den Nachfolgern der ersten Christen zugesagt, dass wir einander die Sünden vergeben können. Dieser Gedanke nun geht darüber hinaus, dass wir also auch Nichtchristen ihre Sünden vergeben können, bzw. ihnen die Vergebung im Namen Gottes zusprechen dürfen.
Dort wo keine Bereitschaft zu einer verbindlichen Nachfolge vorhanden ist, werden wir diesen Menschen die Sündenvergebung nicht zusprechen, sie ihnen also behalten.

lg
asder
Der Punkt ist ganz einfach der, dass Jesus dies allein zu seinen Jüngern sagte. Die Jünger Christie betrachtet die katholische Kirche schon immer als die ersten Priester. Aus den ersten Aposteln entwickelten sich die Priester. Denkst du tatsächlich die Freikirchen hätten Recht, wenn sie aus heutiger Sicht eigenhändig versuchen die Texte der Bibel zu begreifen ? Die katholische Kirche kann auf eine Tradition zurückgreifen die bis hin zu den ersten Generationen der Kirche Christie reicht. Ihr aber, ihr ließt die Bibel wie als ob ihr ein Gedicht lesen würdet und bildet euch darauf hin auch noch ein dieses "schwierige Gedicht" begreifen zu können. Die Überlieferungen der katholischen Kirche werden ganz außer Acht gelassen und ihr kreiert euren eigenen Glauben. Ihr gleicht einem Ast der abgefallen zwar neben dem Baum des Lebens liegt, welcher allerdings keinerlei Verbindung zur Wurzel pflegt.

Genau so tut ihr es mit der Muttergottes, mit der Eucharistie und und und... Ihr Interpretiert Texte die schon zig Jahre alt sind ohne auf die Tradition der Kirche zu achten. Wie Anmaßend. Woher kommt überhaupt eure Ablehnung von allem katholischen ?

mfg Eldar

Verfasst: Samstag 20. Januar 2007, 10:39
von Robert Ketelhohn
Morgenrot hat geschrieben:Ja, eben, und an wen sind diese Worte gerichtet?
An seine Apostel und an die, durch deren Wort sie an Jesus glauben werden. Das zum einen. Da steht nicht, dass eine privilegierte Priesterkaste Sünden vergeben/behalten darf.

Und zum anderen:
Lies doch mal 1. Joh. 1,9 und 2, 1b.2

Jesus ist doch immer noch der beste Beichtvater. :jump:
Nicht »und an die«. Es geht um eine besondere Bevollmächtigung der Zwölfe (und keine Privilegierung! wo soll da das Privileg sein? der Vergebung bedürfen die Apostel ebenso) zum Dienst an uns in Vertretung Christi.

Selbstverständlich ist dabei der eigentlich Vergebende immer Jesus Christus. Der Priester ist sozusagen nur das Hörrohr Christi.

Völlig daneben ist auch der Begriff der „Priesterkaste“. Die Priester kommen immer aus dem Volk. Es gibt kein Abstammungspriestertum in der Kirche. Das gab es bei den Juden.

Verfasst: Samstag 20. Januar 2007, 11:02
von Edi
Es ist ja auch nicht pauschal so, dass die Freikirchen keine Beichte kennen würden. Sie ist dort nur nicht sakramental und läuft meist unter dem Stichwort Seelsorge. Auch die ev. Kirche kennt eine Beichte, wenn heute auch sehr selten praktiziert.

Die Glaubenspraxis zeigt allein schon, dass nicht jeder seine Sünden direkt mit Gott abmachen kann, da nicht jeder zu IHM ohne Weiteres durchdringt. Wenn der Kanal ziemlich verstopft ist, braucht man einen Helfer.

Verfasst: Samstag 20. Januar 2007, 11:39
von Robert Ketelhohn

Königsfeld

Verfasst: Samstag 20. Januar 2007, 11:40
von sofaklecks
Vor einigen Jahren bin ich auf dem Weg vom Hochrhein zurück in den Nordschwarzwald am Sonntagvormittag an Königsfeld vorbeigefahren. Der Ort war mir bis dahin unbekannt, er liegt genau zwischen Basel und Stuttgart in der Mitte des Schwazwaldes. Ich bin von der Umgehungsstrasse abgebogen und in den Ort hineingefahren. In der Mitte des Ortes ein grosser freier Platz, an der einen Längsseite ein grösseres Gebäude, aus dem Menschen harauskamen, also wohl eine Kirche. Neugierig geworden habe ich mir das Gebäude näher angesehen: Ein Versammlungsgebäude mit einem Kirchensaal, schmucklos, aber in seiner Beschränkung gerade beeindruckend:

http://www.evik.de/html/kirchensaal.html

Neben dem Gemeidesaal ein kleines Museum zur Geschichte. Ich habe nach der Bedeutung eines alten Stiches gefragt, der Johann Huss auf dem Konstanzer Konzil zeigt und mir erklären lassen, dass die Wurzeln der Herrnhuter auf diesen böhmischen Reformator zurückgehen.

Das Abendmahl wird dort nicht jeden Sonntag gefeiert. Aber ihm kommt ein hoher Stellenwert zu, wie die Hinweise auf die besonderen Liturgiegegenstände zeigen, die dabei verwendet werden.

Wen es interessiert:

http://www.evik.de/html/startseite.html

Der Ort hat (nicht nur) mich beeindruckt.

sofaklecks

Re: Königsfeld

Verfasst: Samstag 20. Januar 2007, 19:45
von Stephen Dedalus
sofaklecks hat geschrieben:Vor einigen Jahren bin ich auf dem Weg vom Hochrhein zurück in den Nordschwarzwald am Sonntagvormittag an Königsfeld vorbeigefahren.
Neben dem Gemeidesaal ein kleines Museum zur Geschichte. Ich habe nach der Bedeutung eines alten Stiches gefragt, der Johann Huss auf dem Konstanzer Konzil zeigt und mir erklären lassen, dass die Wurzeln der Herrnhuter auf diesen böhmischen Reformator zurückgehen.
Königsfeld ist eine Gemeinde der sog. Herrnhuter (Brüdergemeine). Diese gehen auf die von Nikolaus Graf von Zinzendorf in Herrnhut in der Oberlausitz im Jahr 1723 gegründete pietistische Brüdergemeinde zurück. Es gibt in Deutschland ein paar solcher Gemeinden, neben Herrnhut und Königsfeld auch in Norddeutschland oder auf dem Herrnhag in der Nähe von Frankfurt. Auch in Bad Boll gibt es eine Herrnhutergemeinde.

Inwieweit die wirklich auf die alten böhmischen Brüder bzw. Hussiten zurückgehen, ist zu diskutieren. Bei der Gemeindegründung 1723 siedelte Zinzendorf tatsächlich einige böhmische Glaubensflüchtlinge in Herrnhut an, die sich auf die alten Böhmischen Brüder beriefen. Die Herrnhuter Gründung selbst war allerdings stark vom Geist des Pietismus geprägt. Die böhmischen Flüchtlinge wurden in die neue Gemeinschaft integriert, sogar ihre bischöfliche Sukzession übernommen. Damit ist die Herrnhuter Brüdergemeinde heute die einzige prot. Freikirche, die mit Recht beanspruchen kann, in der apostolischen bischöflichen Sukzession zu stehen. Wegen des Bezugs zur alten böhmischen Brüderkirche werden die Herrnhuter im englischsprachigen Bereich als "Moravian Church" bezeichnet. In Deutschland sind sie mit der EKD assoziiert.

Verfasst: Samstag 20. Januar 2007, 19:56
von Stephen Dedalus
Eldar hat geschrieben:Der Punkt ist ganz einfach der, dass Jesus dies allein zu seinen Jüngern sagte. Die Jünger Christie betrachtet die katholische Kirche schon immer als die ersten Priester. Aus den ersten Aposteln entwickelten sich die Priester.
Bitte nicht Jünger, Apostel, Bischöfe und Priester alle durcheinanderwerfen. Die alte Kirche wußte dies sehr wohl zu differenzieren. Nicht alle Jünger waren Apostel. Als Apostel kann man nur den Zwölferkreis bezeichnen, wir finden im NT aber Sendungsberichte an eine größere Zahl von Jüngern. Die Apostel setzten die ersten Bischöfe ein.

Denkst du tatsächlich die Freikirchen hätten Recht, wenn sie aus heutiger Sicht eigenhändig versuchen die Texte der Bibel zu begreifen ? Die katholische Kirche kann auf eine Tradition zurückgreifen die bis hin zu den ersten Generationen der Kirche Christie reicht.
Richtig. Trotzdem hat auch sie sich gelegentlich geirrt.
Ihr aber, ihr ließt die Bibel wie als ob ihr ein Gedicht lesen würdet und bildet euch darauf hin auch noch ein dieses "schwierige Gedicht" begreifen zu können. Die Überlieferungen der katholischen Kirche werden ganz außer Acht gelassen und ihr kreiert euren eigenen Glauben.
Ich habe schon schlimmen evangelikalen Unsinn gehört. Aber ehrlich gesagt selten so schlimme Dinge, wie sie hier teilweise im Forum unter dem Label "katholisch" zum Thema Maria-Miterlöserin usw. verkauft werden. Während freikirchliche Christen sich manchmal in ihrem Verständnis der Bibel verrennen, können diese Irrlehren noch nicht einmal in Anspruch nehmen, irgendwie mit der Bibel in Verbindung zu stehen.
Ihr gleicht einem Ast der abgefallen zwar neben dem Baum des Lebens liegt, welcher allerdings keinerlei Verbindung zur Wurzel pflegt.
Daß der Geist Gottes auch in den Freikirchen zu finden ist, hat die katholische Kirche dankbar anerkannt.

Vielleicht sollten wir einmal daran denken, daß auch die freikirchlichen Christen durch die Taufe dem Leib Christi eingegliedert sind.

Verfasst: Sonntag 21. Januar 2007, 10:42
von Linus
Stephen Dedalus hat geschrieben: Vielleicht sollten wir einmal daran denken, daß auch die freikirchlichen Christen durch die Taufe dem Leib Christi eingegliedert sind.
Natürlich, aber die Freikirchen sind leider der verkrüppelte Fuß oder die verdorrte Hand am Leib Christi. Auf jeden Fall ein schlecht funktionierendes Organ.

Verfasst: Sonntag 21. Januar 2007, 11:00
von Eldar
Die Apostel setzten die ersten Bischöfe ein.
Stimmt natürlich. Nicht Jünger, sondern Apostel. Danke.

mfg Eldar

Verfasst: Sonntag 21. Januar 2007, 11:47
von FranzSales
Natürlich, aber die Freikirchen sind leider der verkrüppelte Fuß oder die verdorrte Hand am Leib Christi. Auf jeden Fall ein schlecht funktionierendes Organ.
Also ich kenne viele freikirchliche Christen, die wesentlich "saftiger" als manche Katholiken sind. Diesem "schlecht funktionierende Organ" gelingt es mancherorts viel besser Menschen zu Nachfolgern Christi zu machen, als der Kirche. Von der Evangelisation ganz zu schweigen.
Wie viele Freikirchen kennst Du denn aus eigener, innerer Anschauung?

Verfasst: Sonntag 21. Januar 2007, 11:56
von FranzSales
Aber ehrlich gesagt selten so schlimme Dinge, wie sie hier teilweise im Forum unter dem Label "katholisch" zum Thema Maria-Miterlöserin usw. verkauft werden.
So gerne ich Dir widersprechen würde. Das ist leider sehr wahr. Was da vertreten wurde ist in meinen Augen keine Irrlehre mehr, sondern eine komplett andere Religion.

:cry:

Verfasst: Sonntag 21. Januar 2007, 21:25
von Linus
FranzSales hat geschrieben: Wie viele Freikirchen kennst Du denn aus eigener, innerer Anschauung?
4. im übrigen bezieht sich mein Statement nicht nur auf Freikirchen sondern auf jegliche protestantische Gemeinschaft

Re: Freikirchler, Brüdergemeinden u. Anderes

Verfasst: Sonntag 3. März 2013, 22:19
von Pilgerer
In welcher Weise glauben die Freikirchen an "die Eine heilige apostolische und katholische Kirche"?

Re: Freikirchler, Brüdergemeinden u. Anderes

Verfasst: Sonntag 3. März 2013, 22:53
von Reinhard
Pilgerer hat geschrieben:In welcher Weise glauben die Freikirchen an "die Eine heilige apostolische und katholische Kirche"?
1. "Die Freikirchen" sind kein homogener Block, sondern ein buntes Spektrum, von den "Jesus Freaks" bis zu den Altlutheranern. Dementsprechend breit ist auch das Spektrum von Lehrauffassungen.
2. Bei den meisten freikirchlichen Gruppen, insbesondere im evangelikalen Bereich, gehört das Apostolicum nicht zum Bekenntnisinventar. Von daher ist die "Heilige apostolische und katholische Kirche" idR kein Thema und wird nicht reflektiert oder betrachtet.
3. Inhaltlich wird "die Gemeinschaft aller Gläubigen" dann idR als die virtuelle Gemeinschaft all derer gesehen, die "sich zu Christus bekehrt" haben und dadurch "wiedergeboren" sind, im Sinne einer persönlichen Lebensübergabe.

Re: Freikirchler, Brüdergemeinden u. Anderes

Verfasst: Montag 4. März 2013, 12:43
von asderrix
Pilgerer hat geschrieben:In welcher Weise glauben die Freikirchen an "die Eine heilige apostolische und katholische Kirche"?
Obwohl es "die Freikirchen" nicht gibt, wie Reinhard schrieb, ist es meines Wissens und auch ganz besonders in meinem Umfeld 3. von Reinhard, was für Freikirchen gilt.

Re: Freikirchler, Brüdergemeinden u. Anderes

Verfasst: Montag 4. März 2013, 18:59
von Pit
Ja, es ist auch bei vielen freikirchlichen Gemeinden - besonders stark bei Evangelikalen - so, dass sie zu "überkonfessionellen" Werken gehören, aber diese Netzwerke usw. (z.B. die Evangelische Allianz) verstehen überkonfessionell nicht in Sinne von ökumenisch,sondern so,dass auf die Weise alle Christen, die Jesus als Lebensmittelpunkt haben und an die Unfehlbarkeit der Bibel glauben - zu einer geistigen Gemeinschaft gehören.
Reinhard hat geschrieben: ...
3. Inhaltlich wird "die Gemeinschaft aller Gläubigen" dann idR als die virtuelle Gemeinschaft all derer gesehen, die "sich zu Christus bekehrt" haben und dadurch "wiedergeboren" sind, im Sinne einer persönlichen Lebensübergabe.

Re: Freikirchler, Brüdergemeinden u. Anderes

Verfasst: Montag 4. März 2013, 19:00
von Pit
assderix, allein schon bei den Brüdergemeinden gibt es Unterschiede.