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Freikirchliche Pampelmuse ?!
Verfasst: Mittwoch 24. Juni 2009, 14:49
von Lioba
Vor allem an die Freikirchler hier:
Die Herrnhuter und die Anskars sind ja inzwischen Gastmitglieder der VEF, wie kommt ihr denn mit denen so zurecht?

Re: Freikirchliche Pampelmuse ?!
Verfasst: Mittwoch 24. Juni 2009, 22:16
von Miserere Nobis Domine
Sind die Herrnhuter nicht liberaler als die meisten Freikirchen?
Re: Freikirchliche Pampelmuse ?!
Verfasst: Mittwoch 24. Juni 2009, 22:36
von asderrix
Miserere Nobis Domine hat geschrieben:Sind die Herrnhuter nicht liberaler als die meisten Freikirchen?
Herrnhuter = EMK = Evluth, in der Lehre
Re: Freikirchliche Pampelmuse ?!
Verfasst: Mittwoch 24. Juni 2009, 22:50
von Lioba
Die Anskars kommen ebenfalls aus der lutherischen Tradition, Kopfermanns Äusserungen zu Abendmahl und Taufe ( obwohl Grosstaufe) zeigen noch stark Reste eines ursprgl sakramentalen Denkens.
http://www.anskar.de/cms/index.php?page=akd_taufe
http://www.anskar.de/cms/index.php?page=akd_taufe
Lutherische Freikichen sind in Deutschland die Ausnahme, die meisten sind eher calvinistisch bzw. zwinglianisch geprägt.
Re: Freikirchliche Pampelmuse ?!
Verfasst: Donnerstag 25. Juni 2009, 06:37
von TillSchilling
asderrix hat geschrieben:Miserere Nobis Domine hat geschrieben:Sind die Herrnhuter nicht liberaler als die meisten Freikirchen?
Herrnhuter = EMK = Evluth, in der Lehre
Ich nehme an du meinst mit EMK die Evangelisch-mehtodistische Kirche. Die ist nicht lutherisch in der Lehre. Herrenhut schon mehr aber was hat das mit MNDs leider berechtigtem Einwand zu tun? Bedeutet evangelisch-lutherisch für dich liberal?
Ich nehme an der zweite Link sollte
http://www.anskar.de/cms/index.php?page=akd_abendmahl sein. Ja, da klingt noch einiges von der lutherischen Lehre nach. Ich prophezeie mal, dass das nach der Pensionierung Kopfermanns bald nicht mehr zu finden sein wird und sie auch nur eine unter vielen non-denominational Charismakirchen sein werden. Vor ein paar Jahren stand auf der Webpage
http://anskar.de/cms/index.php?page=akd_wurzeln noch, dass das Luthertum eine ihrer Wurzeln ist. Das haben sie dann irgendwann gelöscht.

Irgenwelche schwachsinnigen Kreisch-"Erweckungen" zu embracen ist ja auch wichtiger.
Re: Freikirchliche Pampelmuse ?!
Verfasst: Donnerstag 25. Juni 2009, 10:33
von Lioba
Tja, Till, was soll ich sagen, mich stört weniger, dass es charismatische Elemente in der Anskar gibt und dass sie etwa mit Vinyard zusammenarbeiten. Vinyard gehört unter den Thirdwave Charismatikern noch zu den Besten.Mich stört, dass sie scheint´s immer mehr ihr lutherisches und überhaupt das alte kirchliche Erbe aufgeben. Dabei war Kopfermann vor 25-30 Jahren noch einer der wenigen Pfarrer, bei dem es eine ordentliche Deutsche Messe gab. Und seine Gemeinde war durchaus lebendig und aktiv und hatte eine positive Ausstrahlung auf andere.
Re: Freikirchliche Pampelmuse ?!
Verfasst: Donnerstag 25. Juni 2009, 10:38
von ottaviani
Jedem seine Piusbruderschaft das ist doch lieb
Re: Freikirchliche Pampelmuse ?!
Verfasst: Donnerstag 25. Juni 2009, 10:44
von Lioba
Gelle, vielleicht treten die echten

Ansgars mit G auch aus der Kirche aus und gründen eine Freikirche, dann wird es ind der VEF endlich mal richtig spannend.
Re: Freikirchliche Pampelmuse ?!
Verfasst: Donnerstag 25. Juni 2009, 12:52
von TillSchilling
Lioba hat geschrieben:
Tja, Till, was soll ich sagen, mich stört weniger, dass es charismatische Elemente in der Anskar gibt und dass sie etwa mit Vinyard zusammenarbeiten. Vinyard gehört unter den Thirdwave Charismatikern noch zu den Besten.Mich stört, dass sie scheint´s immer mehr ihr lutherisches und überhaupt das alte kirchliche Erbe aufgeben. Dabei war Kopfermann vor 25-30 Jahren noch einer der wenigen Pfarrer, bei dem es eine ordentliche Deutsche Messe gab. Und seine Gemeinde war durchaus lebendig und aktiv und hatte eine positive Ausstrahlung auf andere.
Ich habe doch mit Kreisch-Erweckung nicht die harmlose Vineyard gemeint. Kopfermann hat öffentlich Todd Bentley und was dort ablief, gelobt. Gegen charismatische Element habe ich nichts, zumindest nicht prinzipiell. Und glaube auch nicht - und damit bin ich wohl einer der wenigen unter den konfessionsgebundenen Lutheranern - dass die mit einer liturgischen, sakramentalen Frömmigkeit oder unseren Bekenntnisschriften unvereinbar sind.
Aber die Praxis scheint dann eben leider doch immer so aus wie bei Kopfermann: Je mehr Charismatik, desto weniger Tradition und Orthodoxie.
Re: Freikirchliche Pampelmuse ?!
Verfasst: Donnerstag 25. Juni 2009, 14:47
von Lioba
Todd Bentley ist natürlich noch ein ganz anderes Kaliber als Wimber, Letzterer ist als Person glaubwürdig und offensichtlich im Besitz eines funktionierenden Gehirns, was nicht automatisch auf alle Erweckungsprediger zutrifft.Dazu ist meine Erfahrung mit Vineyard, dass sie bei ihren Evangelisationen wirklich gezielt kirchenfremde Menschen ansprechen und nicht Proselytenmacherei vulgo Umschichtung der Frommen betreiben.
Das Problem bei charismatischen Gruppen ist, dass sie meist nicht aus den klassischen Pfingstgemeinden vor Ort stammen sondern aus den Staaten. Dieses Statement ist nicht Anti- Ami, es ist nur so, dass im Bewusstsein des Durchschnittsamerikaners die europäische und orientalische Kirchengeschichte und ihre Verflechtung mit der Gesamtgesellschaft keine Rolle spielt, diese Leute also praktisch in das religiöse Ökosystem eingreifen ohne zu wissen, was sie tatsächlich auslösen oder bewirken.
Re: Freikirchliche Pampelmuse ?!
Verfasst: Donnerstag 25. Juni 2009, 15:12
von TillSchilling
Lioba hat geschrieben: Dieses Statement ist nicht Anti- Ami, es ist nur so, dass im Bewusstsein des Durchschnittsamerikaners die europäische und orientalische Kirchengeschichte und ihre Verflechtung mit der Gesamtgesellschaft keine Rolle spielt, diese Leute also praktisch in das religiöse Ökosystem eingreifen ohne zu wissen, was sie tatsächlich auslösen oder bewirken.
Wenn du evangelikale oder charismatische Missionare mir Kurzbibelschulausbildung meinst, wird das wohl stimmen. Aber das Niveau theologischer Ausbildung und Wissen unter konservativen Protestanten (Lutheraner, Reformierte, Anglikaner) in Nordamerika ist hervorragend. Da es dort eben noch bibeltreue, universitäte Ausbildung ohne historisch-kritische Methoden der Exegese gibt, kann man von denen sehr viel lernen.
Auch was die Allgemeinbildung anbelangt wirst du unter konservativen Protestanten in USA ein höheres Niveau finden als das deutsche Vorurteil erwartet. Nicht zuletzt dank dem Trend zum Home schooling bzw. Schooling in Verantwortung der Eltern. Nicht wenige Christen in USA schulen ihre Kinder nach dem Trivium. Schau dir mal
http://en.wikipedia.org/wiki/Logos_School an.
Re: Freikirchliche Pampelmuse ?!
Verfasst: Donnerstag 25. Juni 2009, 15:16
von Lioba
Jaja, aber die kommen eben nicht nach Europa zum missionieren und sind auch nicht die Mehrheit beim hier stationierten Militär.
Re: Freikirchliche Pampelmuse ?!
Verfasst: Sonntag 28. Juni 2009, 00:32
von SpaceRat
Lioba hat geschrieben:Vor allem an die Freikirchler hier:
Die Herrnhuter und die Anskars sind ja inzwischen Gastmitglieder der VEF, wie kommt ihr denn mit denen so zurecht?

Die Herrnhuter schon lange...
Neu sind Anskar und FEGW.
Re: Freikirchliche Pampelmuse ?!
Verfasst: Mittwoch 1. Juli 2009, 06:32
von tanatos
Lioba hat geschrieben:Dabei war Kopfermann vor 25-30 Jahren noch einer der wenigen Pfarrer, bei dem es eine ordentliche Deutsche Messe gab. Und seine Gemeinde war durchaus lebendig und aktiv und hatte eine positive Ausstrahlung auf andere.
...das war aber wohl kaum der von Kopfermann "versorgte" charismatische Gemeindeteil der Hauptkirche St. Petri zu Hamburg, sondern der Gemeindeteil, der sich zum Hauptgottesdienst um 10 Uhr versammelte.
Kopfermann war einst sicher ein lutherischer Theologe - war er nicht sogar einst Assi von Künneth an der Uni Erlangen?- aber das ist schon sehr, sehr lange Geschichte!
Re: Freikirchliche Pampelmuse ?!
Verfasst: Mittwoch 1. Juli 2009, 06:43
von tanatos
TillSchilling hat geschrieben:Lioba hat geschrieben: Dieses Statement ist nicht Anti- Ami, es ist nur so, dass im Bewusstsein des Durchschnittsamerikaners die europäische und orientalische Kirchengeschichte und ihre Verflechtung mit der Gesamtgesellschaft keine Rolle spielt, diese Leute also praktisch in das religiöse Ökosystem eingreifen ohne zu wissen, was sie tatsächlich auslösen oder bewirken.
Wenn du evangelikale oder charismatische Missionare mir Kurzbibelschulausbildung meinst, wird das wohl stimmen. Aber das Niveau theologischer Ausbildung und Wissen unter konservativen Protestanten (Lutheraner, Reformierte, Anglikaner) in Nordamerika ist hervorragend. Da es dort eben noch bibeltreue, universitäte Ausbildung ohne historisch-kritische Methoden der Exegese gibt, kann man von denen sehr viel lernen.
Auch was die Allgemeinbildung anbelangt wirst du unter konservativen Protestanten in USA ein höheres Niveau finden als das deutsche Vorurteil erwartet. Nicht zuletzt dank dem Trend zum Home schooling bzw. Schooling in Verantwortung der Eltern. Nicht wenige Christen in USA schulen ihre Kinder nach dem Trivium. Schau dir mal
http://en.wikipedia.org/wiki/Logos_School an.
Deine Hochachtung des Homeschooling in allen Ehren, aber meine Erfahrungen sind völlig andere.
Wenn ich mit Verfechtern des Homeschooling gesprochen habe, geben sie v.a. einen Grund hierfür an: Nur so entgehen ihre Kinder der atheistischen Evolutionstheorie.
Die protestantischen Gruppen (früher sagte man Sekten...), die auf Homeschooling wert legen, bstehen nur zu geringen Teilen aus bildungsnahen Schichten. Und wenn nicht viel gelehrt werden muß...
Anders liegt es zum Beispiel bei der Missouri Synode (ähnliches gilt auch für die Römer), die sicherlich auch konservativ ist. Hier legt man ganz auf die lutherische Tradition fußend wert auf ein sehr gutes und großes Schulwesen. Diese kirchlichen Schulen sind stark vom klassischen deutschen Gymnasialsystem beeinflußt, klassisch wurden hier Latein, Griechisch und Hebräisch unterrichtet, da dies ja auf das eigentlische Ziel dieser Schulen vorbereitete: das Pfarramt. Auch wenn dieses Ziel und die alten Sprachen oft etwas ins Hintertreffen gekommen sind, haben diese Schulen immer noch einen hervorragenden Ruf. Hintergrund ist hier sicherlich, daß Lutheraner -im gegensatz zu diesen Protestanten- stets wert auf eine gute Schulbildung und -ausbildung gelegt haben.
Re: Freikirchliche Pampelmuse ?!
Verfasst: Donnerstag 2. Juli 2009, 16:28
von TillSchilling
tanatos hat geschrieben:
Die protestantischen Gruppen (früher sagte man Sekten...)
Was, bitte, ist eine Sekte? Welche Merkmale hat sie. Was aus deutscher, landeskirchlicher Sicht alles als Sekte angesehen wird ist ein Unding und oft auch beleidigend.
Wen ich meinte, habe ich ja geschrieben:
TillSchilling hat geschrieben: konservativen Protestanten (Lutheraner, Reformierte, Anglikaner)
siehe auch
Aber ich wehre mich dagegen, wenn unsere evangelischen Geschwister in baptistischen, freikirchlich-charismatischen oder pfingstlichen Kirchen als Sektenmitglieder defamiert werden. Es gibt im Protestantismus durchaus Gruppen die Sektenmerkmale aufweisen. Aber nicht nur dort.
tanatos hat geschrieben:
Die protestantischen Gruppen (früher sagte man Sekten...), die auf Homeschooling wert legen, bestehen nur zu geringen Teilen aus bildungsnahen Schichten. Und wenn nicht viel gelehrt werden muß...
Bildungsnahe Schichten ist auch so ein typisch deutscher Ausdruck. Dem Land, in dem über Kinder und ihre Lernfähigkeit im Alter von 1 Jahren ein Urteil gefällt wird und die Kinder in drei Gruppen aufgeteilt werden. Weil die deutschen Hauptschüler ja dümmer sind als die schwedischen oder finnischen Kinder. In USA gibt es für an Homeschooling interessierte Eltern Lateinlehrbücher zu kaufen für Eltern, die selber nie Latein gelernt haben. Wenn das kein Zeichen von Interesse seitens der Eltern ist ihren Kindern etwas wichtiges, wertvolles mitzugeben, weiss ich nicht was es wäre.
Ausserdem, wer definiert den eigentlich was Bildung ist? Aufgeklärte, dem christlichen Glauben entfremdete, neuheidnische studierte Pädagogen? Warum sollten die besser als ich wissen was für meine Kinder gut ist?
tanatos hat geschrieben:
Wenn ich mit Verfechtern des Homeschooling gesprochen habe, geben sie v.a. einen Grund hierfür an: Nur so entgehen ihre Kinder der atheistischen Evolutionstheorie.
Na und?
Ich beschäftige mich mit diesem Thema nicht sehr, da mir das naturwissenschaftliche Verständnis dazu fehlt. Aber eines ist mir aus meiner Lektüre der Schrift klargeworden: der Gedanke, dass der erste Mensch von Gott geschaffen ist und dass durch den Ungehorsam dieses Menschen der Tod in die Welt kam, ist einer der zentralen Gedanken der Schrift. Wenn es in der Welt Tod schon vor Adam gab, oder wenn es überhaupt keinen Adam und keine Ursünde gab, dann machen die Arguemente des Apostels Paulus in Römer 5 keinen Sinn und die christliche Hoffnung auf die leibliche Auferstehung von den Toten ist sinnlos. Dann wäre das neue Testament nicht eine Gotteskraft zum Heil sondern nur menschliche Gedanken unaufgeklärter, primitiver Menschen. Inklusive der Gedanken Christi.
Deswegen halte ich daran fest, dass Gott die Welt geschaffen hat mit allen Pflanzen und Tieren und zuletzt den Menschen: Adam und von ihm Eva. Und ich glaube, dass der Tod erst mit dem Ungehorsam dieser beiden in die Welt kam und dass er, der Tod, wieder hinweggenommen werden wird. Und so sage ich es auch meinen Kindern.