Grüß Gott mitsammen,
in D/A/CH gibt es ja eine jahrhundertealte Gesangstradition in der Katholischen Kirche mit vielen hunderten/tausenden Kirchenliedern. Wie sieht es diesbezüglich aber in anderen Ländern aus - speziell in Italien, Frankreich, GB und den USA? Aus den USA sind mir "Hymnals" bekannt. Aber wurden/werden diese Lieder auch während der Hl. Messe gesungen (speziell vor V2), oder nur zu anderen Anlässen? Danke für Wissenswertes zum Thema!
R.
Volksgesang außerhalb D/A/CH
Re: Volksgesang außerhalb D/A/CH
in den letzten 20 Jahren haben mir meine ehemaligen Mitarbeiter aus Polen polnische Weihnachtslieder empfohlen und behaupteten, diese seinen die schönsten der Welt - schon kalr -, das behaupten Katholiken auf den Seychellen, in Lateinamerika oder in Südafrika auch.Ruddel hat geschrieben: ↑Freitag 23. Oktober 2026, 18:52Grüß Gott mitsammen,
in D/A/CH gibt es ja eine jahrhundertealte Gesangstradition in der Katholischen Kirche mit vielen hunderten/tausenden Kirchenliedern. Wie sieht es diesbezüglich aber in anderen Ländern aus - speziell in Italien, Frankreich, GB und den USA? Aus den USA sind mir "Hymnals" bekannt. Aber wurden/werden diese Lieder auch während der Hl. Messe gesungen (speziell vor V2), oder nur zu anderen Anlässen? Danke für Wissenswertes zum Thema!
R.
Als ich dann im Internet nach Weihnachtslieder mit Noten und Texten suchte habe ich mehrere Seiten entdeckt, wo auch polnische Weihnachtslieder zu finden waren. Die Katholiken in Polen singen zu Weihnachtszeit Kolędy (klassische Weihnachtslieder) und Pastorałki (Hirtenlieder):
- *Kolędy* (Weihnachtslieder) sind offizielle, sakrale religiöse Lieder mit tiefgründigem theologischem Inhalt, die sich auf das Dogma der Geburt Jesu Christi als Erlöser konzentrieren. Solche Lieder werden unter anderem während der Liturgie in der Kirche gesungen. Sie haben meist einen erhabenen und feierlichen Charakter – z.B.: „Wśród nocnej ciszy“ („In der Stille der Nacht“), „Bóg się rodzi“ („Gott wird geboren“) - (google Übersetzung).
- *Pastorałki* (Hirtenlieder) hingegen sind volkstümliche oder weltliche Lieder (abgeleitet vom lateinischen „pastor“ – Schäfer), das auf idyllische, oft scherzhafte oder umgangssprachliche Weise die Szenerie der Geburt Jesu, das Leben der Hirten und die ländliche Umgebung schildert. *Pastorałki* werden vorwiegend im häuslichen Kreis oder in der Frühmesse (Hirtenmesse) gesungen - z.B.: „Do szopy hej pasterze“ ("Zum Schuppen, ihr Hirten") oder „A wczora z wieczora“ ("Und gestern Abend") - (google Übersetzung).
*Pastorałki* unterscheiden sich von klassischen *Kolędy* dadurch, dass sie oft fröhlicher, folkloristischer und persönlicher sind und traditionell eher beim häuslichen Beisammensein als während der Mess-Liturgie gesungen werden.
Hier 2 Beispiele:
- Kolęda: „Wśród nocnej ciszy“ („In der Stille der Nacht“)
https://www.franzdorfer.com/Noten/W%C5% ... iszy-C.pdf
(Quelle)
- Pastorałka: „Do szopy hej pasterze“ („Zum Schuppen, ihr Hirten“)
https://www.franzdorfer.com/Noten/Do%20 ... Bass-F.pdf
(Quelle)
Der Vorteil der PDF-Dateien ist, dass man den Text kopieren und vom Google-Übersetzer übersetzen lassen kann - leider lässt sich die direkte Übersetzung nicht zu der vorgegebenen Melodie (Noten) singen, aber für den privaten Gebrauch kann man den Text ändern und anpassen.
Auf dieser Seite kann man sich die Melodien vorspielen lassen - es sind einfache Noten mit Akkorden z.B. für Keyboard:
- Kolęda: „Wśród nocnej ciszy“ („In der Stille der Nacht“)
https://musescore.com/user/36193448/sco ... sdfgo0Ed17
- Pastorałka: „Do szopy hej pasterze“ („Zum Schuppen, ihr Hirten“)
https://musescore.com/user/41985138/scores/7310402
Re: Volksgesang außerhalb D/A/CH
Danke! Konkret geht es hier (auch) um die Frage, was denn vorkonziliar und aktuell "bei Tradis" international Usus war/ist. Aufhänger ist die Denke einiger aus GB und USA stammender Priester einer hier nicht näher zu benennenden Ex-Ecclesia-Dei-Gemeinschaft, der Gemeindegesang während der Hl. Messe in D/A/CH sei etwas "spezifisch Deutsches" (womöglich auch noch auf Luther zurückgehend), und das sei anderswo nicht üblich. Der Wunsch der Gläubigen, außer einem bereits etablierten Schlußlied auch eines zu Eröffnung und Offertorium zu singen, wird als "unliturgisch" und als Postulat zur Einführung einer Betsingmesse (!) gedeutet - darum geht es aber nicht, Ordinarium und Proprium sind und sollen auch weiterhin "rein Gregorianisch" bleiben. Für mich ist das einfach a) Unkenntnis der hiesigen Bräuche und b) keine Verwurzelung im eigenen früheren Brauchtum.
Re: Volksgesang außerhalb D/A/CH
@ Ruddel, wenn Du vorhast, aus diesem Thema auch wieder ein "Tradi/FSSPX" Thema zu machen, dann ohne mich. Es gibt genug "Tradi-Themen", die von Blendern, Ignoranten und Mitläufer der FSSPX in dem heruntergekommen Forum eröffnet wurden.
Re: Volksgesang außerhalb D/A/CH
Nein, genau im Gegentum: Ich möchte "Tradis", die denken, die Kirchengeschichte habe mit der Gründung ihrer Gemeinschaft begonnen, den Irrglauben ausreden, jedes Gemeindelied sei entweder ein Erbe Luthers oder führe geradewegs zur verpönten Betsingmesse und sei insgesamt in der Hl. Messe fehl am Platz. Daß es in D/A/CH auch jenseits der Betsingmessen einen reichlichen Liederschatz gab, ist mir klar - nur kenne ich eben die diesbezügliche Situation in anderen Ländern nicht.
Re: Volksgesang außerhalb D/A/CH
Hallo Ruddel und herzlich Willkommen im Forum,
ich habe zu Deiner Frage ein paar Randnotizen zu vermelden und einiges, was ich vor Jahren durch eigene Initiative aber auch u. A. auch hier im Forum erfahren durfte. Es mag in den zitierten Nationen wohlmöglich teils auch anders gewesen sein als ich es darstellen kann. Es besteht leider keine garantierte Repräsentativität. Es ist vielmehr als grobe Richtung zu verstehen.
*in Italien war es Mitte des 19. Jahrhunderts üblich, für die Messe bekannte Opernmelodien zu verwenden. Wenn ich richtig informiert bin, mit dem Text des Ordinariums, will das aber nicht all zu fest behaupten.
*Die Iren beteten während der Messe den Rosenkranz.
*USA vor V2 m. W. total Gregorianik geprägt.
*Die Bet- Sing-Messe ist tatsächlich ein per Indult geduldeter Brauch in D/A(/CH?). In diesem Zusammenhang sei auch das "Drübersingen" deutschsprachiger geistlicher Lieder während der lateinischen Messe z. B. traditionell im Erzbistum Paderborn erwähnt.
*Herleitend möchte ich berichten, dass z. B. die Fronleichnamsprozession der FSSPX in Frankreich, was ich mal per Youtube-Video stippvisitieren konnte, nichts gesangstraditionelles zu bieten hatte als das Lauda Jerusalem (https://www.youtube.com/watch?v=lLrXPtH ... rt_radio=1 min1 sec 15). Habe ich nichts dagegen, heisst aber eine Kirchenliedtradition wie in D scheint nicht gegeben zu sein. Das gilt auch für Belgien und WIMRE auch die Niederlande.
*Es gibt aber in den Niederlanden das "Wunderschön prächtige" via Niederländerwallfahrt Kevelaer als "wonder van gloriepracht" und das "Oh Christ hier merk" als "knielt christenschaar vor´t rustaltaar/zoenaltaar"
*Ein paar katholische Gassenhauer aus D hat der Anglokatholizismus bzw haben Konvertiten im 19. Jahdt. mit englischsprachigem Text in die Angelsächsische kath. Kirchenliedtradition einfliessen lassen. Z. B. "Jesus my Lord my God my all" aka "Fest soll mein Taufbund" und ein weiteres geradezu charakteristisches will mir jetzt partout nicht einfallen....
**Da wäre das "Gegrüßet seist du Königin" aka "Hail holy Queen enthroned above" in Sister Act. Hönnte von deutschen Auswanderern übernommen worden sein?
ich habe zu Deiner Frage ein paar Randnotizen zu vermelden und einiges, was ich vor Jahren durch eigene Initiative aber auch u. A. auch hier im Forum erfahren durfte. Es mag in den zitierten Nationen wohlmöglich teils auch anders gewesen sein als ich es darstellen kann. Es besteht leider keine garantierte Repräsentativität. Es ist vielmehr als grobe Richtung zu verstehen.
*in Italien war es Mitte des 19. Jahrhunderts üblich, für die Messe bekannte Opernmelodien zu verwenden. Wenn ich richtig informiert bin, mit dem Text des Ordinariums, will das aber nicht all zu fest behaupten.
*Die Iren beteten während der Messe den Rosenkranz.
*USA vor V2 m. W. total Gregorianik geprägt.
*Die Bet- Sing-Messe ist tatsächlich ein per Indult geduldeter Brauch in D/A(/CH?). In diesem Zusammenhang sei auch das "Drübersingen" deutschsprachiger geistlicher Lieder während der lateinischen Messe z. B. traditionell im Erzbistum Paderborn erwähnt.
*Herleitend möchte ich berichten, dass z. B. die Fronleichnamsprozession der FSSPX in Frankreich, was ich mal per Youtube-Video stippvisitieren konnte, nichts gesangstraditionelles zu bieten hatte als das Lauda Jerusalem (https://www.youtube.com/watch?v=lLrXPtH ... rt_radio=1 min1 sec 15). Habe ich nichts dagegen, heisst aber eine Kirchenliedtradition wie in D scheint nicht gegeben zu sein. Das gilt auch für Belgien und WIMRE auch die Niederlande.
*Es gibt aber in den Niederlanden das "Wunderschön prächtige" via Niederländerwallfahrt Kevelaer als "wonder van gloriepracht" und das "Oh Christ hier merk" als "knielt christenschaar vor´t rustaltaar/zoenaltaar"
*Ein paar katholische Gassenhauer aus D hat der Anglokatholizismus bzw haben Konvertiten im 19. Jahdt. mit englischsprachigem Text in die Angelsächsische kath. Kirchenliedtradition einfliessen lassen. Z. B. "Jesus my Lord my God my all" aka "Fest soll mein Taufbund" und ein weiteres geradezu charakteristisches will mir jetzt partout nicht einfallen....
**Da wäre das "Gegrüßet seist du Königin" aka "Hail holy Queen enthroned above" in Sister Act. Hönnte von deutschen Auswanderern übernommen worden sein?