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Beurteilung der Vierne-Messe
Verfasst: Donnerstag 30. Dezember 2010, 21:15
von Ivo Matthäus
An die Kirchenmusiker hier im Forum hätte ich zu Viernes Messe Solemnelle in cis op.16 ein paar Fragen.
Diese Komposition ist ursprünglich für das Fest Maria Empfängnis an der S. Sulpice (damaliger Sitz des Pariser Priesterseminars) entstanden, so dass der Komponist damit auf personellen Reserven des Priesterseminar und des Vorseminars für den Gesang zurückgreifen konnte. Wie ist der Schwierigkeitsgrad generell zu beurteilen? (
Klangbeispiel für das Kyrie mit Noten)
Wie muss die personelle Mindestausstattung pro Stimme aussehen, wenn man eine Fassung für eine Orgel (z. B. Butz-Verlag) zu Grunde legt.
(
Noch ein Klangbeispiel)
Einen schönen Abend
P. S. Form etwas verbessert...
Re: Beurteilung der Vierne Messe
Verfasst: Donnerstag 30. Dezember 2010, 21:21
von cantus planus
St-Sulpice ist nicht Sitz des Pariser Priesterseminars (es gibt und gab in Paris immer mehrere Seminare), sondern das Priesterseminar der Sulpizinianer war direkt neben der Kirche, seinerzeit das angesehenste französische Seminar.
Ich kenne nur die Originalpartitur der Vierne-Messe, nicht die Bearbeitung für eine Orgel. Der Chorpart ist für einen guten Chor ohne allzuviel Aufwand machbar. Für den krähenden Flachlandkirchenchor dürften einige Stellen zu hoch sein. Außerdem muss der Chor große Klangbögen aufbauen und halten können. Sonst ist die Wirkung hinüber.
Der Orgelpart ist eigentlich auch nicht allzu dramatisch. Der Organist sollte eben sein Instrument kennen, und gut registrieren. Es gibt wunderbar farbige Stellen in dieser Messe. Mir fällt da eine Passage im Gloria ein.
Was die Besetzung angeht würde ich sagen: je mehr Sänger, desto besser. Dazu braucht es eine Orgel mit symphonischem Charakter (oder zumindest eine Orgel, mit der dieser simuliert werden kann). Will sagen: da muss es auch schonmal krachen, v. a. am Ende des Kyries.
Je nachdem, wie laut oder kraftvoll die Orgel ist, müsste eben der Chor besetzt sein. Es soll ja kein Geschrei werden. Ich würde 10 Sänger pro Stimme für ausreichend halten. Weniger kaum. Da geht der Charakter der Messe schon wieder verloren.
Re: Beurteilung der Vierne-Messe
Verfasst: Freitag 31. Dezember 2010, 08:30
von Ivo Matthäus
Mille Grazie für die Ausführungen an Herrn C. p.
MfG
I. M.
Re: Beurteilung der Vierne-Messe
Verfasst: Freitag 31. Dezember 2010, 12:30
von cantus planus
Ach so: die Ausführungen zum Orgelpart bezogen sich auf die Version mit zwei Orgeln. Wie das nun auf eine Orgel übertragen wurde, weiss ich nicht*. Da müsste der Organist eben mal schauen, ob es komplizierter geworden, und was für ihn leistbar ist.
*) Da der Butz-Verlag immer sehr auf Ausführbarkeit der verlegten Werke auch für bescheidenere Verhältnisse achtet, vermute ich, dass es nicht wesentlich komplizierter ist. Ohnehin haben sich die beiden Orgel ja meistens abgewechselt, oder Einwürfe gemacht, die man tatsächlich auch für ein Instrument komprimieren könnte.
Re: Beurteilung der Vierne-Messe
Verfasst: Samstag 8. Januar 2011, 19:30
von Ivo Matthäus
Ein verspätetes Dankeschön und ein gesegnetes gutes neues Jahr,
wie ich jetzt feststellen durfte, hat der Butz Verlag eine
Kostprobe auf seiner Homepage, macht einen guten Eindruck...
I. M.