Hallo in die Expertenrunde,
hie und da wird gerade tagesaktuell kolportiert, die Asche für den Aschermittwoch bestünde aus den verbrannten Palmzweigen des Vorjahres.
Einspruch, oder nicht? Das ist meine Frage.
Irgendwann in vergangenen Kindertagen erzählte man mir, der Küster bewahre einen Teil der Asche des liturgischen Osterfeuers der Osternacht für den Aschermittwoch des Folgejahres auf. Darauf befanden sich die Palmzweige, die am Sonntag zuvor durch frisch geweihte ersetzt worden waren.
chronologisch sortiert:
Palmweihe 2022: die Zweige von 2021 werden ersetzt und landen auf dem Osterfeuer 2022. Davon wird die Asche für den Aschermittwoch 2023 gewonnen. Man wird also 2023 mit Asche von 2022 aus Palmzweigen von 2021 bestreut.
Subtil kolportiert wird: Die Palmzweige von 2021 werden zum Aschermittwoch 2022 verbrannt und als Asche 2022 verwendet. Folglich sind die Kreuze von Aschermittwoch bis Palmsonntag ohne Zweig. Äh, nein die Beobachtung lässt anderes erkennen. Palmsonntag alter Zweig vom letzten Jahr ab und neuer drauf. dann ab damit am nächsten Samstag auf das lit. Osterfeuer. Oder?
Mag sein dass so manche moderne Pfarrei so wie kolportiert verfährt, aber wie ist es traditionell?
Danke für alle Hints!
Frage: Aschenkreuz aus Palmzweigen Vorjahr oder Osterfeuer Vorjahr , hiesse Palmzweige vom Vor-Vorjahr?
Re: Frage: Aschenkreuz aus Palmzweigen Vorjahr oder Osterfeuer Vorjahr , hiesse Palmzweige vom Vor-Vorjahr?
Kein Einspruch. Sowohl im alten Missale von 1962, wie auch im neuen Missale ist die entsprechende Vorschrift inhaltlich ident: Die Asche wird aus den (Oliv-)Zweigen des Vorjahres gewonnen.
Missale 1962 hat geschrieben:Ante Missam benedicuntur cineres facti de ramis olivarum, sive aliarum arborum, pracedenti anno benedictis,…
Missale 2002 hat geschrieben:In Missa huius diei benedicuntur et imponuntur cineres, facti de ramis olivarum, sive aliarum arborum, anno præcedenti benedictis.