Wie lebendig ist die Kirche?

Allgemein Katholisches.
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Angelika
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Beitrag von Angelika »

spectator hat geschrieben:im Grunde genommen, will ich nicht dich testen, sonder deine Aussage analysieren, weil ich vermute, dass sie nicht deine eigene Aussage ist (schade), sonder die Standard-Aussage der Kirche.
Und wie kommst du auf diese Vermutung ?
Mache ich etwa den Eindruck, besonders kirchentreu zu sein und alles unreflektiert von der Kirche zu übernehmen ? :roll:

Dann müsste ich wohl mal an meinem Image arbeiten. ;D

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prim_ass
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Beitrag von prim_ass »

Angelika hat geschrieben:
spectator hat geschrieben:im Grunde genommen, will ich nicht dich testen, sonder deine Aussage analysieren, weil ich vermute, dass sie nicht deine eigene Aussage ist (schade), sonder die Standard-Aussage der Kirche.
Und wie kommst du auf diese Vermutung ?
Mache ich etwa den Eindruck, besonders kirchentreu zu sein und alles unreflektiert von der Kirche zu übernehmen ? :roll:

Dann müsste ich wohl mal an meinem Image arbeiten. ;D
Ist es denn ein Makel als kirchentreu zu gelten?

Ist die Kirche nicht Säule und Fundament der Wahrheit?
Falls ich aber länger ausbleibe, sollst du wissen, wie man sich im Hauswesen Gottes verhalten muss, das heißt in der Kirche des lebendigen Gottes, die die Säule und das Fundament der Wahrheit ist.

1.Tim 3:15

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Angelika
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Beitrag von Angelika »

prim_ass hat geschrieben:Ist es denn ein Makel als kirchentreu zu gelten?
Nö ... aber ich denke, dass ich gerade nicht als kirchentreu eingeschätzt werde. So jedenfalls mein Eindruck. Hab sogar schon gesagt bekommen, ich wäre gar nicht katholisch. :D

Vielleicht ist spectator aber auch erstaunt darüber, dass jemand wie ich kirchentreue Ansichten haben kann. Sowas passt doch nicht ins Bild. ;)

Gruß
Angelika

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spectator
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Beitrag von spectator »

Angelika hat geschrieben:
spectator hat geschrieben:im Grunde genommen, will ich nicht dich testen, sonder deine Aussage analysieren, weil ich vermute, dass sie nicht deine eigene Aussage ist (schade), sonder die Standard-Aussage der Kirche.
Und wie kommst du auf diese Vermutung ?
weil man ähnliche Aussagen/Formulierungen von den Amtsträger unser Kirche oft hört.
Angelika hat geschrieben:Mache ich etwa den Eindruck, besonders kirchentreu zu sein und alles unreflektiert von der Kirche zu übernehmen ? :roll:
(...)
Vielleicht ist spectator aber auch erstaunt darüber, dass jemand wie ich kirchentreue Ansichten haben kann. Sowas passt doch nicht ins Bild. ;)
für unsere Betrachtung des Weges (Kreuzestod-Auferstehung-Sieg über den Tod) spielt das keine Rolle. ;) mir geht es hier mehr um die Formulierungen, die das „Projekt“ Gottes (wenn ich das so ausdrücken darf) – das Heil aller Menschen - umschreiben.
Legen wir einfach los:
Angelika hat geschrieben:Schuld und Sünde führt zum Tod. Ewiges Heil ist nur bei völliger Reinheit und Sündlosigkeit möglich. Zur Tilgung von Schuld und Sünde ist ein Opfer notwendig ist. Im AT waren es die Opfertiere, die punktuell die fällige Strafe abwendeten. Da aber kein Mensch mit Opfern alle Schuld und Sünde tilgen lassen kann, ist Gott Mensch geworden und hat durch seinen Tod das notwendige Opfer selbst auf sich genommen.
Genau, darum ging es mir. Um den Begriff: “das notwendige Opfer“ - ich bevorzuge jedoch den Begriff: „das notwendige Übel“, das Gott verschmerzen musste (im wahrsten Sinne des Wortes), um auch den Tätern, das von ihnen verlangte Zeichen zu geben (Mt 12:39-40 / Lk 11:29-30).
Warum bevorzuge ich diesen Begriff? – Angelika schreibt:
Er leidet also für alle Sünden, mit seinem Leiden werden alle Strafen generell abgegolten. Er schenkt uns damit die Erlösung.
Musste Jesus Christus tatsächlich auf diese grausame Weise getötet werden? Gäbe es keine Erlösung, wenn Er nicht am Kreuz gestorben wäre? Doch, Jesus Christus - als Sohn Gottes - konnte, nachdem Er sein Evangelium verkündete, wie Henoch (Gen 5:24) oder Elija (2Kön 2:11) in den Himmel aufgenommen werden ohne sterben zu müssen.
Nun spricht die Kirche von der Neuevangelisierung oder sogar Missionierung Deutschlands. Nach der Wiedervereinigung wurde die Amtskirche mit Menschen aus der ehemaligen DDR konfrontiert, die - nichtgetauft - keine religiöse Erziehung hatten und auch keine Katechese/Religionsunterricht besuchten. Auch ich hatte beruflich mit ihnen zu tun und, obwohl sie auch gerne Glaubensgespräche führen, sagen ihnen solche Begriffe wie „das notwendige Opfer“ nichts. Im Gegenteil, in ihrem zweckmäßigen Denken erklären sie sich den Tod Jesu als Hinrichtung, die er selbst nach damaligem Gerichtsverfahren verdiente, oder, diese Erklärung, dass dieses „Opfer“ notwendig war, betrachten sie tatsächlich als die von Paulus im 1Kor 1:23 erwähnte Torheit.
Meine atheisierten Mitarbeiter stellten mir oft zwei Fragen:
- warum musste Jesus Christus sterben?
und
- wie kann einer auferstehen?
Ihrer Meinung nach, hat Jesus Christus seinen Tod entweder selbst verschuldet, oder, wenn man ihnen vom „notwendigen Opfer“ spricht, dann halten sie das für Torheit (wie schon oben erwähnt). Für die zweite Frage kann einem Atheisten/Außenstehenden weder die Wissenschaft noch der Glaube eine rationelle Erklärung liefern. Was bleibt dann also?
In der Zeit der Neuevangelisierung muss die Kirche ihre Ausdruckweise dem zweckmäßigen Denken des Atheismus anpassen. Formulierungen, wie: „Opfertod“, sagen dem Atheismus nichts. Die einzige Möglichkeit, die ins Gespräch mit Atheisten gebracht werden muss, ist die Historizität Jesu. Macht man dem Atheismus glaubhaft, dass es, aufgrund eines solch unverschuldeten Todes und der Auferstehung, einen Gott gibt (geben kann), bewegt man sie nicht automatisch zum Kirchgang, man gibt ihnen jedoch zu denken, ob es logisch, vernünftig und nützlich ist, nicht (an Gott) zu glauben.

josef
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Beitrag von josef »

Hallo Spectator,
spectator hat geschrieben:
Angelika hat geschrieben:Er leidet also für alle Sünden, mit seinem Leiden werden alle Strafen generell abgegolten. Er schenkt uns damit die Erlösung.
Musste Jesus Christus tatsächlich auf diese grausame Weise getötet werden? Gäbe es keine Erlösung, wenn Er nicht am Kreuz gestorben wäre?
...
Nun spricht die Kirche von der Neuevangelisierung oder sogar Missionierung Deutschlands. Nach der Wiedervereinigung wurde die Amtskirche mit Menschen aus der ehemaligen DDR konfrontiert, die - nichtgetauft - keine religiöse Erziehung hatten und auch keine Katechese/Religionsunterricht besuchten...
Meine atheisierten Mitarbeiter stellten mir oft zwei Fragen:
- warum musste Jesus Christus sterben?
und
- wie kann einer auferstehen?
1. Die verfremdete Insider-Sprache der Theologen verstehen nicht nur Atheisten und Neuheiden nicht, sondern auch viele Christen nicht.
Die Sachverhalte sind bekannt und bleiben unverändert - man entledige sich der alten verbrauchten Worte und suche sich Neue die dem GOTTfernen Menschen die Sachverhalte verständlich machen können.
Sicher kein triviale Aufgabe.

2. Am einfachsten ist es mit der Frage:
"Wie kann einer auferstehen?"

Unter der Prämisse, daß GOTT der ALLMÄCHTIGE ist, der Schöpfer des Himmels und der Erde, ist es logisch nur konsequent daß ER auferstehen kann.
GOTT hat JESUS nicht wiederbelebt sondern mit der Macht ausgestattet SICH eine Neuen Leib zu schaffen. SEINEN Neuen Leib hat JESUS, um von SEINEN Jüngern erkannt zu werden SEINEM Alten Leib mit den Wundmalen gleichgemacht.

3. Warum musste JESUS CHRISTUS grausam am Kreuz sterben?

- Der Ablauf...der Prozess der zum Kreuzestode JESU geführt hat, ist für das Verständnis irrelevant.
- Daß JESUS den Hohenpriestern und den Pharisäern ein Irrlehrer war den sie nach SEINEN Erfolgen beim Volk ausschalten wollten, ist ebenfalls irrelevant.
- Daß JESUS dem Pilatus, wie er sicher von seinen Spitzeln wußte, nur ein harmloser Wanderprediger war, ist ebenfalls ohne Bedeutung.

Man erkläre den Neuheiden:
Nur wer erkannt hat daß GOTT für das Elend und das Leid des Menschen verantwortlich ist, weil ER für die Erschaffung des Menschen und dieses üblen Planeten verantwortlich ist, kann verstehen was da geschehen ist.

Man erkläre den Neuheiden:
  1. GOTT ist unser VATER, der Mensch ist SEIN geliebtes Kind.
  2. GOTT ist der Schöpfer aller Möglichkeiten - SEIN Kind, der Mensch, der Verwirklicher.
  3. Nur die Verwirklichung des Guten macht Sinn - die böse Tat zerstört und vernichtet.
  4. GOTT enthält SICH SEINER Willensäusserung damit Platz werde für den Freien Willen des Menschen.
  5. Der Mensch war nicht willens, sich das Tun des Bösen selbst zu verbieten.
  6. Also hat GOTT den Menschen auf diesen Planeten gesteckt auf dem gute und böse Taten möglich sind, und der Mensch erleben und erfahren kann wie wohltuend die Konsequenzen guter Taten und wie leidvoll die Folgen böser Taten sind damit der Mensch verstehe warum er sich das Tun des Bösen selbst verbieten soll.
  7. Der Mensch aber, hat GOTT mißverstanden und gemeint gott wolle ihn böswilligerweise bestrafen. Der Mensch - auch der Mensch guten Willens - hat sich von so einem gott abgewendet .
  8. Damit das Mißverständnis aufgeklärt werde, hat SICH GOTT SEINER Allmacht entledigt und ist in der machtlosen Person JESU CHRISTI Mensch geworden.
  9. Der Mensch hat GOTT ergriffen und in der Wut über sein verpfuschtes Dasein, am Kreuz grausam zu Tode gebracht.
  10. Den Menschen guten Willens hat der Tod GOTTES am Kreuz zu denken gegeben - sie bereuten was sie GOTT angetan haben.
  11. Auf diese Weise hat GOTT den Menschen mit SICH versöhnt und auf den Weg zur Befreiung vom Bösen gebracht.
Wir Christen preisen JESUS CHRISTUS daß ER uns durch den Einsatz SEINES Lebens vor der Vernichtung durch das Böse gerettet hat.



Gruß
josef

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spectator
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Beitrag von spectator »

josef hat geschrieben:2. Am einfachsten ist es mit der Frage:
"Wie kann einer auferstehen?"
Unter der Prämisse, daß Gott der ALLMÄCHTIGE ist, der Schöpfer des Himmels und der Erde, ist es logisch nur konsequent daß ER auferstehen kann.
josef, ein Atheist antwortet darauf: "Es gibt keinen Gott. Wovon redest du?"



P.S. somit ist der Rest deines Beitrages nutzlos. ;)

josef
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Beitrag von josef »

Hallo Spectator,
spectator hat geschrieben:
josef hat geschrieben:2. Am einfachsten ist es mit der Frage:
"Wie kann einer auferstehen?"
Unter der Prämisse, daß Gott der ALLMÄCHTIGE ist, der Schöpfer des Himmels und der Erde, ist es logisch nur konsequent daß ER auferstehen kann.
josef, ein Atheist antwortet darauf: "Es gibt keinen Gott. Wovon redest du?"
Wer so antwortet wird auch nicht fragen:
spectator hat geschrieben:Meine atheisierten Mitarbeiter stellten mir oft zwei Fragen:
- warum musste Jesus Christus sterben?
und
- wie kann einer auferstehen?
Weil dem GOTTlosen JESUS CHRISTUS gleichgültig ist. Höchstens eine Marginalie der Weltgeschichte.


Gruß
josef

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overkott
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Beitrag von overkott »

josef hat geschrieben:Weil dem GOTTlosen JESUS CHRISTUS gleichgültig ist. Höchstens eine Marginalie der Weltgeschichte.
Ich finde Gottlosigkeit sinnlos, kann man nicht beweisen, alles eine Definitionsfrage, alles Zirkelschlüsse, alles Projektionen.

Ich denke andersrum: Es gibt Gott, weil es die Welt gibt und weil es die Menschen gibt. Ich glaube, dass Jesus Christus die Wahrheit klar erkannt hat und dafür gestorben ist. Ich glaube, dass Christus in der Kirche lebt.

Einen schönen ersten Advent!

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incarnata
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Registriert: Mittwoch 8. November 2006, 01:11

Beitrag von incarnata »

Die Frage ist,ob die Frage nach dem Warum des Leidens und dem Wie der Auferstehung aus wirklichem Interesse gestellt wird oder nur ,um den Gläubigen zu provozieren,ohne dassman wirklich zuhören will auf die Antwort !
Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes wird uns besuchen das aufstrahlende
Licht aus der Höhe.......(Lk1,76)

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