Konrad Zdarsa, Bischof von Augsburg

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Ecce Homo
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Re: Achtung, Religionsunterricht!

Beitrag von Ecce Homo »

Robert Ketelhohn hat geschrieben:In Sachen Pressearbeit schaffen sie auch gerade Fakten, bevor Konrad kommt.
Kann mal einer schnell die Canonen anführen, die das an sich verbieten?
Meinst Du c. 428?
c.428
§1 Während der Sedisvakanz darf nichts verändert werden.
§2 Denjenigen, die zwischenzeitlich die Verantwortung für die Leitung der Diözese haben, ist es untersagt, irgend etwas zu tun, was eine Beeinträchtigung der Diözese oder der bischöflichen Rechte mit sich bringen könnte; vor allem ist es ihnen und zudem allen anderen verboten, selbst oder durch einen anderen irgendwelche Dokumente der Diözesankurie heimlich zu entfernen, zu vernichten oder etwas in ihnen zu verändern.
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Ihr seid im Gebet ... mal schauen, ob/wann ich hier wieder reinsehe ...

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Robert Ketelhohn
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Re: Achtung, Religionsunterricht!

Beitrag von Robert Ketelhohn »

Danke schön.
can. 428
§ 1 Sede vacante nihil innovetur.
§ 2 Illi qui ad interim dioecesis regimen curant, vetantur quidpiam
agere quod vel dioecesi vel episcopalibus iuribus praeiudicium
aliquod afferre possit; speciatim prohibentur ipsi, ac proinde alii
quincumque, quominus sive per se sive per alium curiae dioecesa-
nae documenta qualibet subtrahant vel destruant, aut in iis quid-
quam immutent.
Wie sehen die Canonisten das? Darf ein Diözesanadministrator per-
sonell aufräumen?
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cantus planus
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Re: Achtung, Religionsunterricht!

Beitrag von cantus planus »

Sofern es sich um Funktionsträger handelt, deren Ernennung gewöhnlich dem Bischof zusteht: nein!
(Aber ich bin kein Kanonist.)
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Gamaliel
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Re: Achtung, Religionsunterricht!

Beitrag von Gamaliel »

Robert Ketelhohn hat geschrieben:Wie sehen die Canonisten das? Darf ein Diözesanadministrator personell aufräumen?
Also die Kommentare sind - ebenso wie die kirchliche Grundregel - vollkommen klar, "aufzuräumen" ist ihm untersagt.

Ich zitiere exemplarisch aus dem Münsterischen Kommentar zu c. 428:
Der Diözesanadministrator ist gleichsam "Treuhänder" des zukünftigen Diözesanbischofs. [...] Sein Wirken hat der Bewahrung des status quo, nicht dessen Veränderung zu gelten.
[...]
...so ist der Diözesanadministrator derjenige, der zwischenzeitlich für die Beibehaltung des eingeschlagenen Weges sorgt und Abweichungen vom Kurs zu verhindern sucht; er ist aber nicht befugt, selbst Richtungsänderungen vorzunehmen.
Dieselbe Norm und dieselbe Kommentierung findet man auch im bzw. zum CIC 1917. Bei Zuwiderhandlung ist auch eine Strafe möglich: 2404 CIC/1917 bzw. 1389 CIC/1983.

Bemerkungen wie "das sei mit dem Nachfolger" abgestimmt, halte ich für fadenscheinige Ausreden, denn es gibt im Kirchenrecht keine Ausnahmeklausel für erlaubte Eingriffe nach Abstimmung mit dem Nachfolger. Außerdem wäre zu bedenken, daß Umstände eintreten könnten, die den Amtsantritt des designierten Nachfolgers vereiteln, womit diese Änderungen dann ohne Zustimmung des tatsächlichen Nachfolgers getroffen worden wären.
Schließlich ist der designierte Nachfolger eben noch nicht Diözesanbischof und darf daher gar keine Regelungen treffen bzw. absegnen (c. 382 §1). Wenn er aber regelnd eingreifen will, dann soll er in seine künftige Diözese marschieren, sein Ernennungsschreiben dort vorzeigen und sein Amt gefälligst ohne Verzug antreten.

Edit: Kanon ergänzt
Zuletzt geändert von Gamaliel am Mittwoch 14. Juli 2010, 20:18, insgesamt 1-mal geändert.

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Gamaliel
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Re: Achtung, Religionsunterricht!

Beitrag von Gamaliel »

Robert Ketelhohn hat geschrieben:In Sachen Pressearbeit schaffen sie auch gerade Fakten, bevor Konrad kommt.
Kann mal einer schnell die Canonen anführen, die das an sich verbieten?
Es scheint, sie rudern zurück:

Bistum Augsburg: Gerhard Eberts wird nur übergangsweise tätig sein

Daraus:
"Gerhard Eberts wird nur übergangsweise die Koordination und Organisation des Bereiches Öffentlichkeitsarbeit und Medien in der Diözese Augsburg übernehmen." Dies teilte Prälat Karlheinz Knebel, der ständige Vertreter des Diözesanadministrators im Bistum Augsburg, am Dienstag auf kath.net-Anfrage mit. Knebel erklärte dazu auch, dass die Leitung der Bischöflichen Pressestelle weiter bei Frau Kathi Marie Ulrich verbleibt und diese Entscheidung mit Bischof Konrad Zdarsa abgesprochen sei.
Ist das gestern also eine unüberlegte Maßnahme gewesen, die infolge der Hitzewelle passiert ist, oder wollte man einfach mal testen, wie weit man gehen kann bzw. ob irgendjemand merkt, was da Unerlaubtes geschieht? :hmm:

Benedikt

Re: Achtung, Religionsunterricht!

Beitrag von Benedikt »

Gamaliel hat geschrieben:Ist das gestern also eine unüberlegte Maßnahme gewesen, die infolge der Hitzewelle passiert ist, oder wollte man einfach mal testen, wie weit man gehen kann bzw. ob irgendjemand merkt, was da Unerlaubtes geschieht? :hmm:
Ich tippe auf zweiteres. Mit der Ernennung von Eberts bleibt dem neuen Bischof nichts anderes übrig, als sich zu positionieren. Entweder er entlässt ihn (auch wenn das rechtlich anders aussieht - die Presse wird es als Entlassung darzustellen wissen) oder er belässt ihn im Amt.

Der Dumme ist immer der neue Bischof.

Das ist - mit Verlaub gesagt - eine Sauerei, was die Augsburger Bürokratie da verbrochen hat.

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Robert Ketelhohn
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Re: Konrad Zdarsa, der neue Bischof von Augsburg

Beitrag von Robert Ketelhohn »

katholisch1.tv:

http://www.youtube.com/v/gBKZoeI78Zo&hl ... 6&border=1


katholisch1.tv wird realisiert und produziert von der Mediengruppe Sankt Ulrich
Verlag GmbH, Augsburg, in Zusammenarbeit mit CTV (Vatikan-Fernsehen).
Gesellschafter: Diözese Augsburg (100 %) • Geschäftsführer: Dr. Dirk Hermann Voß
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Peti
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Re: Konrad Zdarsa, der neue Bischof von Augsburg

Beitrag von Peti »

»Ich werde mir die Dinge eine Weile anschauen, sie teilweise auch ertragen und dann Entscheidungen treffen«
http://www.zeit.de/21/29/S-Zdarsa
Was für ein Glück für uns, dass wir wissen können, dass die Barmherzigkeit Gottes unendlich ist.
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taddeo
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Re: Konrad Zdarsa, der neue Bischof von Augsburg

Beitrag von taddeo »

Peti hat geschrieben:»Ich werde mir die Dinge eine Weile anschauen, sie teilweise auch ertragen und dann Entscheidungen treffen«
http://www.zeit.de/21/29/S-Zdarsa
Na, das hört sich doch gut an.
Er scheint schon zu ahnen (oder wissen), daß nicht nur Zuschauen, sondern auch Handeln gefragt ist.

Raphaela
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Re: Konrad Zdarsa, der neue Bischof von Augsburg

Beitrag von Raphaela »

Habe Gestern mit einem Priester-Onkel telefoniert, der seit einigen Jahren im Bistum Görlitz ist und ihn nach Bischof Konrad Zdarsa gefragt.
Als erstes kam, das dieser so mehr oder weniger praktisch sein Pfarrkind sei (lebte anscheinend früher dort) und dann noch eine interessante Info:
Dadurch, dass er auch die österreichische Staatbürgerschaft hat, ist er der einizige von den Bischöfen, die zu DDR-Zeiten studiert haben, der in Rom studierten durfte. Die anderen durften alle nicht ausreisen.
Ich bin gerne katholisch, mit Leib und Seele!

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Gamaliel
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Re: Konrad Zdarsa, der neue Bischof von Augsburg

Beitrag von Gamaliel »

Neuer Augsburger Bischof besucht im September erstmals seine Diözese

Daraus:
Der ernannte Augsburger Bischof Konrad Zdarsa kommt am 13. September zu einem ersten Besuch in seine neue Diözese. Das bestätigte der neue Leiter der Augsburger Diözesanpressestelle, P. Gerhard Eberts, am Mittwoch. Zdarsa, bisher Bischof von Görlitz, werde zunächst den Augsburger Dom in Augenschein nehmen und dann in der Basilika St. Ulrich und Afra an den Gräbern der Diözesanpatrone beten. Bis 15. September stünden unter anderem Kennenlerngespräche mit seinen künftigen Mitarbeitern im Ordinariat sowie mit Vertretern diözesaner Gruppen auf dem Programm. Zdarsas Amtseinführung ist am 23. Oktober.
Warum er (spätestens) bei dieser Gelegenheit nicht auch das Ernennungsdekret zum neuen Diözesanbischof mitbringen kann, bleibt für mich ein Rätsel.

Sein Vorgänger, Bischof Walter Mixa, hat unterdessen das Augsburger Bischofspalais verlassen. In den vergangenen Tagen hätten mehrere Möbelwagen Mixas Habe abtransportiert, so P. Eberts. Der zurückgetretene Bischof lässt sich in Fünfstetten in der Diözese Eichstätt in einem Kloster der Franziskanerinnen von Maria Stern nieder, deren Mutterhaus in Augsburg ist. Ob und in welchem Umfang er dort wieder seelsorglich tätig sein wird, ist noch unklar.

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Niels
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Re: Konrad Zdarsa, der neue Bischof von Augsburg

Beitrag von Niels »

Das Ganze ist umso unverständlicher, da es ja auch einen "offiziellen" Besuch im Dom gibt:
Quelle hat geschrieben:Am Montag, 13. September, steht als erste Station um 16.30 Uhr der Besuch des Hohen Doms zu Augsburg auf dem Programm des Bischofs. Gläubige sind dazu willkommen. Im Dom wird Bischof Zdarsa ein Gebet im Hochchor sprechen und ein Grußwort an die Gemeinde richten. Musikalisch gestaltet wird der Besuch in der Kathedrale durch die Augsburger Domsingknaben.
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Hubertus
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Re: Konrad Zdarsa, der neue Bischof von Augsburg

Beitrag von Hubertus »

Dazu hat civi oben (am 8. Juli d.J.) schon auf eine entsprechende Quelle verwiesen:
civilisation hat geschrieben:Was soll das denn? :auweia: :glubsch:
Doch müssen die rund 1,3 Millionen Katholiken in der Diözese Augsburg auf den 66-jährigen Zdarsa offiziell noch bis zum 23. Oktober warten. Ein früherer Termin für die Bischofsweihe sei nicht möglich gewesen, erklärte Grünwald. Dies habe der Terminkalender des Münchner Erzbischofs Marx, der als Metropolit an der Amtshandlung teilnehmen muss, so vorgegeben. An diesem Tag aber, so sagte ein sichtlich gelöster Grünwald, werde ihm "ein Stein vom Herzen fallen".
Quelle: http://www.sueddeutsche.de/bayern/bistu ... t-1.9725 ; Fettdruck von mir.
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

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Hubertus
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Re: Konrad Zdarsa, der neue Bischof von Augsburg

Beitrag von Hubertus »

Ich möchte noch ergänzen, daß die Behauptung, der zuständige Metropolit müsse bei der Besitzergreifung anwesend sein, soweit ich weiß nicht durch das Kirchenrecht gedeckt ist. In den einschlägigen Kanones heißt es:
Can. 382 §2, 3, 4 hat geschrieben:§ 2. Wenn er nicht rechtmäßig daran gehindert ist, muß der in das Amt des Diözesanbischofs Berufene in kanonischer Form von seiner Diözese Besitz ergreifen, und zwar, wenn er noch nicht zum Bischof geweiht worden ist, innerhalb von vier Monaten nach Empfang des apostolischen Schreibens, wenn er bereits geweiht ist, innerhalb von zwei Monaten nach dessen Empfang.

§ 3. Der Bischof ergreift dadurch in kanonischer Form Besitz von der Diözese, daß er in der Diözese selbst in eigener Person oder durch einen Vertreter dem Konsultorenkollegium das apostolische Schreiben vorzeigt in Gegenwart des Kanzlers der Kurie, der hierüber ein Protokoll anzufertigen hat, bei neu errichteten Diözesen tut er es dadurch, daß er zugleich dem Klerus und dem Volk, die in der Kathedralkirche anwesend sind, dieses Schreiben bekanntgeben läßt, wobei der älteste der anwesenden Priester hierüber ein Protokoll anfertigt.

§ 4. Es wird sehr empfohlen, daß die kanonische Besitzergreifung mit einem liturgischen Akt in der Kathedralkirche geschieht, bei dem Klerus und Volk anwesend sind.
(Hervorhebungen von mir.)

Natürlich ist es ein begrüßenswertes Zeichen, wenn der zuständige Metropolit anwesend ist. Dafür aber eine verbindliche Rechtsvorschrift, sagen wir mal, 'kreativ auszulegen', halte ich für absolut nicht gerechtfertigt. Wie will man rechtskonformes Verhalten bei den Gläubigen und beim Klerus einfordern, wenn die Bischöfe selbst hier mit so schlechtem Beispiel vorangehen?
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Gamaliel
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Re: Konrad Zdarsa, der neue Bischof von Augsburg

Beitrag von Gamaliel »

Hubertus hat geschrieben:Ich möchte noch ergänzen, daß die Behauptung, der zuständige Metropolit müsse bei der Besitzergreifung anwesend sein, soweit ich weiß nicht durch das Kirchenrecht gedeckt ist. In den einschlägigen Kanones heißt es:
Nur zur Info: Das hatten wir schon im Thread besprochen, gleich etwas unterhalb des von Dir zuvor zitierten Beitrags von "civilisation" (siehe da + Folgebeiträge). ;)

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Berolinensis
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Re: Konrad Zdarsa, der neue Bischof von Augsburg

Beitrag von Berolinensis »

Die antiklerikale Presse jubelt Zdarsa jetzt zum Anti-Mixa hoch (die Belege im Artikel sind allerdings lachhaft). Mal sehen wie lange es noch Hosannah heißt, bevor auch hier das Crucifige kommt.

new
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Re: Konrad Zdarsa, der neue Bischof von Augsburg

Beitrag von new »

Einschliesslich Radio Vatikan versteht sich. Aber die gehören ja auch zur antiklerikalen Presse

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Robert Ketelhohn
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Re: Konrad Zdarsa, der neue Bischof von Augsburg

Beitrag von Robert Ketelhohn »

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Berolinensis
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Re: Konrad Zdarsa, der neue Bischof von Augsburg

Beitrag von Berolinensis »

Bischof Zdarsa war heute in Castel Gandolfo beim Hl. Vater: http://press.catholica.va/news_services ... 62&lang=ge

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Gamaliel
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Re: Konrad Zdarsa, der neue Bischof von Augsburg

Beitrag von Gamaliel »

Eine überaus befremdliche Predigt, die der scheidende Görlitzer Bischof am vergangenen Sonntag gehalten hat.

Daraus:
Heißt denn das Eingehen der Kirche auf die Lebenswelt der Menschen – das berühmte Aggiornamento, das wieder einmal in aller Munde ist – Aufgeben des Anspruchs, den der Schöpfer und Erlöser an uns richtet?

Kommt es denn etwa einzig und allein auf einen ganz bestimmten Ritus an, um den Lobpreis Gottes würdig zu begehen? Ist denn eine lateinische Gedankenlosigkeit weniger schlimm als eine deutsche? Darf andererseits das Heilige Spiel vor Gott, die Liturgie, als Spielwiese für vermeintlich kreative Zeitgenossen verstanden werden? Oder müssen etwa gar neue Feiern erfunden werden, wie kürzlich irgendwo von der „Kirche von unten“ gefordert wurde, um den Priester zu entsakralisieren?

Liebe Schwestern und Brüder, das Heil kommt nicht von unseren Vorstellungen und wird uns auch nicht nach unseren Vorstellungen zuteil. Es ist vielmehr schon da. Es ist schon mitten unter uns. Denen, die sie aufnehmen, wie denen, die sie ablehnen, lässt Jesus seine Jünger gleichermaßen sagen: Das Reich Gottes ist nahe.

Darauf kommt es an, dass wir Christus in seiner Kirche erkennen, und dass die, die ihm dienen, sein Antlitz nicht verdunkeln. Wenn wir Martin Luthers „Allein der Glaube“ so verstehen und in allem unserem Tun und Lassen beständig umsetzen, ist mir nicht bange um die Einheit der Kirche und die Reinheit ihrer Lehre.

„Dein Glaube hat dir geholfen“, beschied Jesus den Samariter. Der hat nicht bloß dankbar an Jesus zurückgedacht, sondern hat sich umgedreht, ist den Weg zurückgegangen und hat Jesus Dank gesagt.

Die Danksagung, liebe Schwestern und Brüder, die wir in der Eucharistie feiern, lohnt jeden Aufbruch. Darüber müssen wir in unseren Gremien und Räten nachdenken. Dazu müssen konkrete Erwartungen formuliert und gangbare Schritte unternommen werden. Wir müssen überlegen, ob wir bereit sind, Altvertrautes aufzugeben und Neues, Ungewohntes auf uns zu nehmen (und nicht immer nur die Priester und Hauptamtlichen), damit wir uns Sonntag für Sonntag versammeln, uns auf den Geber alles Guten besinnen, und ihm durch Jesus Christus im heiligen Geist danksagen können.

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cantus planus
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Re: Konrad Zdarsa, der neue Bischof von Augsburg

Beitrag von cantus planus »

Ich bin mir immer sicherer, dass seit einigen Monaten die Bischofskonferenz hinter den Kulissen etwas ausbrütet. Die Signale mehren sich. Wohin genau das führt, kann ich nicht sagen, und ich will auch nicht spekulieren. Sicher bin ich mir allerdings, dass die deutschen Bischöfe in den kommenden Jahren - und ich rede nicht von einem Jahrzehnt! - Fakten in Sachen Diakoninnen schaffen werden. Womöglich nutzen sie dazu die Sedisvakanz, wenn der Heilige Vater nicht mehr ist; womöglich schlagen sie aber auch eher los. Einer der Federführer scheint mir Bischfo Bode zu sein, der praktischerweise Vorsitzender der Pastoralkommission geworden ist, und in seinem Bistum längst den passenden Kurs eingeschlagen hat. Erstaunlicherweise gibt es überhaupt keinen Widerstand mehr. Selbst Kardinal Meisner, der Bode früher hinter verschlossenen Türen mehrfach scharf kritisert hat und sich gegen seine Ernennung zum Bischof aussprach, scheint nur noch auf seinen Ruhestand hinzusitzen.

Ich hoffe jeden Tag, dass die Kirche in Deutschland gesundet. Aber ich befüchte ebenso, dass ein Schisma naht. Und ich betone nochmals: mir schwant, dass Vorbereitungen längst am laufen sind. Wir sollten die Signale sorgfältig im Auge behalten!

Nota bene: Ich hoffe sehr, dass ich mich irre!
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Florianklaus
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Re: Konrad Zdarsa, der neue Bischof von Augsburg

Beitrag von Florianklaus »

Jetzt sieh mal nicht zu schwarz! Du glaubst doch nicht im Ernst, daß in dieser Frage ein Konsens in der DBK zu erzielen ist? Und den Bischof möchte ich sehen, der in dieser Frage einen Alleingang riskiert.
Zuletzt geändert von Florianklaus am Dienstag 12. Oktober 2010, 20:36, insgesamt 1-mal geändert.

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cantus planus
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Re: Konrad Zdarsa, der neue Bischof von Augsburg

Beitrag von cantus planus »

Es reichen drei oder vier Bischöfe, die unter dem gesellschaftlichen und medialen Druck kapitulieren, und der Dammbruch ist da. Ich hoffe, dass es nicht geschieht. Für unmöglich halte ich derzeit allerdings nichts. Ich verweiese darauf, dass im Bistum Osnabrück in den Ordenshäusern der Frauenkongregationen ganz offen dafür geworben wird. Das Feld wird bereits beackert, es muss nur noch gesät werden.
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ottaviani
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Re: Konrad Zdarsa, der neue Bischof von Augsburg

Beitrag von ottaviani »

So glaube ich das nicht die deutschen Bischöfe sind ja nicht dumm was Du beschrreibst ist der Beginn eines Schismas und da spielen Bischöfe wie Hanke und Müller nie mit die hier zitierte Predigt zeit nur für die deutschen Bischöfe ist immer noch 1980

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cantus planus
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Re: Konrad Zdarsa, der neue Bischof von Augsburg

Beitrag von cantus planus »

ottaviani hat geschrieben:die deutschen Bischöfe sind ja nicht dumm
Nein, bestimmt nicht. Eben das ist ja das Gefährliche.

Aber, wie gesagt, ich hoffe selbst, dass ich mich irre. Dennoch sollte man die Augen offenhalten!
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Robert Ketelhohn
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Re: Konrad Zdarsa, der neue Bischof von Augsburg

Beitrag von Robert Ketelhohn »

Ich kann an Bischof Konrads Predigt nichts Schlimmes erkennen. (Man kann
natürlich was hineininterpretieren. Aber daß das dem vom Bischof Gemeinten
entspricht, muß man dann auch schon beweisen. Das Zitat tut das nicht.)
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Niels
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Re: Konrad Zdarsa, der neue Bischof von Augsburg

Beitrag von Niels »

Robert Ketelhohn hat geschrieben:Ich kann an Bischof Konrads Predigt nichts Schlimmes erkennen. (Man kann
natürlich was hineininterpretieren. Aber daß das dem vom Bischof Gemeinten
entspricht, muß man dann auch schon beweisen. Das Zitat tut das nicht.)
Warten wir also ab. Alles weitere wird die Zukunft zeigen.
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Robert Ketelhohn
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Re: Konrad Zdarsa, der neue Bischof von Augsburg

Beitrag von Robert Ketelhohn »

Niels hat geschrieben:Warten wir also ab.
Genau.
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taddeo
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Re: Konrad Zdarsa, der neue Bischof von Augsburg

Beitrag von taddeo »

Robert Ketelhohn hat geschrieben:Ich kann an Bischof Konrads Predigt nichts Schlimmes erkennen. (Man kann
natürlich was hineininterpretieren. Aber daß das dem vom Bischof Gemeinten
entspricht, muß man dann auch schon beweisen. Das Zitat tut das nicht.)
Sehr richtig. Man nehme nur etwa den oben inkriminierten Satz "Wir müssen überlegen, ob wir bereit sind, Altvertrautes aufzugeben und Neues, Ungewohntes auf uns zu nehmen (und nicht immer nur die Priester und Hauptamtlichen) ..." und betone ihn "Wir müssen überlegen, ob WIR bereit sind, Altvertrautes aufzugeben und Neues, Ungewohntes auf uns zu nehmen (und nicht immer nur die Priester und Hauptamtlichen)" - dann ist er an die Gläubigen gerichtet, und dann ist dem sehr wohl zuzustimmen.

Raimund J.
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Re: Konrad Zdarsa, der neue Bischof von Augsburg

Beitrag von Raimund J. »

Wenn nicht konkretisiert wird, was mit Altvertrautem, Neuem und Ungewohntem gemeint ist, wirkt das ziemlich nichtssagend und viele meinen rauszuhören, was sie hören wollen oder auch das Gegenteil.
Der Herr ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln.
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ar26
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Re: Konrad Zdarsa, der neue Bischof von Augsburg

Beitrag von ar26 »

Robert und seine Sympathie für den ostdeutschen Gemeindekatholizismus :breitgrins: . Mir klingts ebenfalls eher nichtsagend.

Persönlich neige ich dazu Bischof Konrad kritisch zu beurteilen und kenne ihn ein wenig persönlich(!). Er gehört sicher zu denen, die temporibus illis nicht Widerstand geleistet haben, obwohl sie die rechte Einsicht hätten haben können. Burgfrieden war ihnen aber wichtiger. Im Bistum Görlitz gibt es bspw. eine stabile Gruppe von altrituellen Katholiken, vor allem Familien mit Kindern und auch Gläubigen aus Polen. Ein Priester (von außen FSSP o.ä.) ist dieser Gruppe bislang vom Bistum Görlitz verwehrt worden, so daß bestenfalls einmal im Monat Hl. Messe stattfinden kann.
...bis nach allem Kampf und Streit wir dich schaun in Ewigkeit!

maliems
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Re: Konrad Zdarsa, der neue Bischof von Augsburg

Beitrag von maliems »

cantus planus hat geschrieben:Ich bin mir immer sicherer, dass seit einigen Monaten die Bischofskonferenz hinter den Kulissen etwas ausbrütet. Die Signale mehren sich. Wohin genau das führt, kann ich nicht sagen, und ich will auch nicht spekulieren. Sicher bin ich mir allerdings, dass die deutschen Bischöfe in den kommenden Jahren - und ich rede nicht von einem Jahrzehnt! - Fakten in Sachen Diakoninnen schaffen werden. Womöglich nutzen sie dazu die Sedisvakanz, wenn der Heilige Vater nicht mehr ist; womöglich schlagen sie aber auch eher los. Einer der Federführer scheint mir Bischfo Bode zu sein, der praktischerweise Vorsitzender der Pastoralkommission geworden ist, und in seinem Bistum längst den passenden Kurs eingeschlagen hat. Erstaunlicherweise gibt es überhaupt keinen Widerstand mehr. Selbst Kardinal Meisner, der Bode früher hinter verschlossenen Türen mehrfach scharf kritisert hat und sich gegen seine Ernennung zum Bischof aussprach, scheint nur noch auf seinen Ruhestand hinzusitzen.

Ich hoffe jeden Tag, dass die Kirche in Deutschland gesundet. Aber ich befüchte ebenso, dass ein Schisma naht. Und ich betone nochmals: mir schwant, dass Vorbereitungen längst am laufen sind. Wir sollten die Signale sorgfältig im Auge behalten!

Nota bene: Ich hoffe sehr, dass ich mich irre!
sehr beunruhigend.

billig gesagt: ich glaubs nicht.
aber: OK, Meisner Stillhalten stört mich auch.

aaaaber: da sind neue wie der Eichstätter.

nix tolles an Infos, ich weiß.
aber wenn der Hl. Vater bereit wäre, Farbe zu bekennen (was ich leider nicht glaube), wäre der Eichstätter demnächst Kardinal. (Wegen mir in pectore, um den Münchener nicht bloßzustellen)

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