cantus planus hat geschrieben:Von der Orgelbank bin ich schon gestiegen. Und mit einem Kleriker als Dienstvorgesetztem will ich nie wieder etwas zu tun haben.
Kirchenmusiker haben wenig zu lachen (vgl. Playavsky, Gerettet vom Stefansdom), viele Pfarrer aber noch weniger (vgl. Morsbach, Gottesdiener). Und das weiß ich auch aus eigener Anschauung im Umfeld...
cantus planus hat geschrieben:Daher werde ich auch aus Prinzip nicht Religionslehrer. Wie sollte man da überhaupt irgendetwas an der Misere ändern? Das Problem fängt ja ganz woanders an. Ein einzelner Religionslehrer kann überhaupt nichts mehr bewegen..
Ein fragwürdiger Satz, ich persönlich habe da zwar auch die ganze Bandbreite erleben dürfen, aber einer dieser Religionslehrer ist mir ein wahrhafter Glaubenslehrer geworden. An ihn erinnere mich gerne zurück. Nichts kann so prägend sein wie ein guter Lehrer und nichts so verschreckend wie ein schlechter (das Musterexemplar dieser Kategorie schrieb passenderweise Didaktik- und Liturgiebücher, über seine Predigten als Pfarrvikar wollen wir besser den Mantel der schweigenden Liebe breiten). Gerade das Wirken im nahen Umfeld ist für jeden möglich. Und ein guter Religionslehrer kann auch heute ein großartiger Katechet sein und das müssen sie auch an sich in einen solchen Umfeld und Zeiten sein. Um die durchschnittliche Leere des Lehrkörpers weiß ich wohl.
cantus planus hat geschrieben:Solange die Kirche selbst nicht weiss, was sie eigentlich will, ist Hopfen und Malz verloren. Warten wir in Ruhe den Zusammenbruch der Strukturen ab. Dann erledigt sich das alles von selbst. Wenn es Zeit zum Wiederaufbau ist, werde ich mein Scherflein beitragen.
Ach mai, der Apostel Paulus hat auch keine Begeisterungsstürme auf der Agora geerntet, aber dafür den Grundstein des Christentums in Europa gelegt. Und dass in der Urkirche die Richtung oft auch unklar war, erzählt die Apostelgeschichte zu genüge. Im übrigen darf ich an die törichten Jungfrauen erinnern.
Ich hoffe, dass Künstlerseelen nicht zu zart besaitet sind für den kleinen Anflug an Kritik.
Mit vorzüglichen Grüßen aus den tief verschneiten Bayern
I. M.