Bei der einzigen Segnung einer Fahne, die ich mitgemacht habe (vor Beginn einer Wallfahrt nach Lourdes) hat der Dompropst ein paar freundliche Worte gesagt, den Segen gesprochen und die Fahne mit Weihwasser besprengt (die paar Wassertropfen sollte eine Fahne aushalten können), dann hat die Gemeinde ein Marienlied gesungen.
Möglicherweise bin ich jetzt überempfindlich, aber mir erscheint die Idee "Vexilla regis" singen zu wollen, als ungehörig bis ungeheuerlich. Dieser Hymnus gehört in die Passionszeit und ist für mich untrennbar mit dem Palmsonntag verbunden. Es geht dabei ja nun auch nicht um irgendein Banner, das da emporsteigt, sondern um das des Königs - "... im Glanze geht das Kreuz hervor". Der gesamte Text ist wunderbar und lädt zur Meditation geradezu ein. Das mal eben irgendwo und irgendwann anders zu singen ist m. E. liturgisch verfehlt.
Gruß
Seraph
Wie funktioniert eine Fahnenweihe?
- Robert Ketelhohn
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Re: Wie funktioniert eine Fahnenweihe?
Irenaeus hat geschrieben:Wie funktioniert eine Fahnenweihe?
Bei einer Meßweinfahne hängt die Weihebedürftigkeit davon ab,
ob der Meßwein konsekriert war. Falls ja, ist keine weitere Weihe
nötig.
Propter Sion non tacebo, | ſed ruinas Romę flebo, | quouſque juſtitia
rurſus nobis oriatur | et ut lampas accendatur | juſtus in eccleſia.
rurſus nobis oriatur | et ut lampas accendatur | juſtus in eccleſia.
Re: Wie funktioniert eine Fahnenweihe?
wir sind doch nicht orthodoxRobert Ketelhohn hat geschrieben:Irenaeus hat geschrieben:Wie funktioniert eine Fahnenweihe?
Bei einer Meßweinfahne hängt die Weihebedürftigkeit davon ab,
ob der Meßwein konsekriert war. Falls ja, ist keine weitere Weihe
nötig.
Deswegen habe ich Euch ja gefragt. Mir kam es auch etwas zu viel vor...Seraph hat geschrieben:
...
Möglicherweise bin ich jetzt überempfindlich, aber mir erscheint die Idee "Vexilla regis" singen zu wollen, als ungehörig bis ungeheuerlich. Dieser Hymnus gehört in die Passionszeit und ist für mich untrennbar mit dem Palmsonntag verbunden. Es geht dabei ja nun auch nicht um irgendein Banner, das da emporsteigt, sondern um das des Königs - "... im Glanze geht das Kreuz hervor". Der gesamte Text ist wunderbar und lädt zur Meditation geradezu ein. Das mal eben irgendwo und irgendwann anders zu singen ist m. E. liturgisch verfehlt.
Gruß
Seraph
Das haben wir alles schon erlebt! Ihr glaubt ja gar nicht, was auf solchen Veranstaltungen so alles rumläuft! Karnevalskutte in braun, natürlich endet die knapp unterhalb des Knies, wo dann stachelige nackte Beine oder wahlweise ne Jeans rausgucken, dazu ungepflegte Füße in Birkenstocks... Strickgürtel (frag die mal, was die drei Knoten bedeuten!), Bierhumpen XXL in der Hand....regina 32 hat geschrieben: ....
würden sie dann nicht einfach evtl. jemand anderen nehmen ihn in eine selbstgestrickte Mönchskutte stecken und ein bisschen Sprudelwasser auf die Fahne sprühen??? ...
Positives Beispiel war aber mal ein evangelischer Pfarrer, der als Dominikanermönch Ablaßbriefe verkauft hat und Sonntags eine Morgenandacht angeboten hat.
Aber Regina hat recht, wir müssen diesmal ausdrücklich darauf hinweisen, daß dem WoGo ein Diakon vorsteht.
Der Flyer ist schon entworfen!
Was mich tierisch gefreut hat, ist die Tatsache, daß ein Ritterhaufen, dem man solche Bedürfnisse gar nicht zutrauen würde, sich eine christliche Zeremonie ausdrücklich gewünscht hat.
Es ging mir auch nicht darum, Dir einen Vorwurf zu machen. Du hattest wiederholt nach unserer Einschätzung dazu gefragt - die meine hatte ich zum Ausdruck gebracht. Gibts kein anderes "schönes Lied", das man singen könnte? "Mir nach, spricht Christus unser Held" ist vielleicht nicht mittelalterlich genug.Irenaeus hat geschrieben: Deswegen habe ich Euch ja gefragt. Mir kam es auch etwas zu viel vor...
Gruß
Seraph
Ein düsterer Seraph möchte wohl selbst den dreieinigen Gott erschrecken.
(Mother Mary Francis)
(Mother Mary Francis)
Ich hab es auch nicht als Vorwurf gesehen - keine Sorge....Seraph hat geschrieben:Es ging mir auch nicht darum, Dir einen Vorwurf zu machen. Du hattest wiederholt nach unserer Einschätzung dazu gefragt - die meine hatte ich zum Ausdruck gebracht. Gibts kein anderes "schönes Lied", das man singen könnte? "Mir nach, spricht Christus unser Held" ist vielleicht nicht mittelalterlich genug.Irenaeus hat geschrieben: Deswegen habe ich Euch ja gefragt. Mir kam es auch etwas zu viel vor...
Gruß
Seraph
"Mir nach" finde ich auch sehr schön, aber ist tatsächlich nicht mittelalterlich genug. Mir ist noch kein anderes eingefallen, aber ich guck mal das Graduale durch, da wird sich was finden.
Es sollte ein Hymnus oder eine Sequenz sein, der eingängigen Melodie wegen.... oder ich guck eingach mal in profaner lateinischer Literatur nach.
-
Raimund J.
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Kyrie
Wenn ihr auf grösstmögliche "historische Originalität" Wert legt, würde ich Kyrie-Rufe vorschlagen.
Link:
Link:
Kyrie
Literatur: Margaretha Landwehr-Melnicki, Das einstimmige Kyrie des lateinischen Mittelalters (= Forschungsbeiträge zur
Musikwissenschaft, Bd. 1), Regensburg 1955. David Hiley, Western Plainchant. A Handbook, Oxford 1993, S. 150 – 156.
Die griechischen Worte Kyrie eleison / Herr erbarme dich sind ursprünglich ein Huldigungsruf an den Herrscher, der auch in die christliche Liturgie als litaneiartig gesungener Ruf zu Christus Eingang gefunden hat. In der Liturgie der Ostkirche findet er in den sogenannten "Ektenien" heute noch breite Verwendung. In der mittelalterlichen Liturgie wurde daraus ein neunfacher Ruf, wobei auf dreimal "Kyrie eleison" dreimal "Christe eleison" und wieder dreimal "Kyrie eleison" folgen. Mehr als 200 verschiedene Melodien sind überliefert. Die Struktur der Gesänge kann ganz einfach sein – alle Rufe haben die gleiche Melodie – , Kyrie- und Christerufe können verschieden sein, oder alle Rufe haben eine eigene Melodie. Dazwischen gibt es zahlreiche Variationsformen.
Der letzte, neunte, Ruf ist oft besonders ausgestaltet.
Der Herr ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln.
Nec laudibus, nec timore
Nec laudibus, nec timore
Re: Kyrie
Das mit der mittelaterlichen Authentizität ist bei einem Wortgottesdienst ja ohnehin so ne SacheRaimund Josef H. hat geschrieben:Wenn ihr auf grösstmögliche "historische Originalität" Wert legt, würde ich Kyrie-Rufe vorschlagen.
Link:Kyrie
Literatur: Margaretha Landwehr-Melnicki, Das einstimmige Kyrie des lateinischen Mittelalters (= Forschungsbeiträge zur
Musikwissenschaft, Bd. 1), Regensburg 1955. David Hiley, Western Plainchant. A Handbook, Oxford 1993, S. 150 – 156.
Die griechischen Worte Kyrie eleison / Herr erbarme dich sind ursprünglich ein Huldigungsruf an den Herrscher, der auch in die christliche Liturgie als litaneiartig gesungener Ruf zu Christus Eingang gefunden hat. In der Liturgie der Ostkirche findet er in den sogenannten "Ektenien" heute noch breite Verwendung. In der mittelalterlichen Liturgie wurde daraus ein neunfacher Ruf, wobei auf dreimal "Kyrie eleison" dreimal "Christe eleison" und wieder dreimal "Kyrie eleison" folgen. Mehr als 200 verschiedene Melodien sind überliefert. Die Struktur der Gesänge kann ganz einfach sein – alle Rufe haben die gleiche Melodie – , Kyrie- und Christerufe können verschieden sein, oder alle Rufe haben eine eigene Melodie. Dazwischen gibt es zahlreiche Variationsformen.
Der letzte, neunte, Ruf ist oft besonders ausgestaltet.
Der Kyrieruf an sich kommt ja schon im Wortgottesdienst vor, und das wollten wir sowieso singen bzw. mit dem Diakon alternieren - für den Fall, daß er singen kann - ich wollte das "Kyrie altissimi" nehmen... das ist schon was besonderes, weil man es so gut wie nie mehr in der Liturgie hört (Aus diesem Grunde werde ich es mit meiner MitKantorin wahrscheinlich auch alleine singen können.....