Hmmm, Nietenolaf, wenn Franziskus falsch dargestellt wird, bin ich natürlich gleich zur Stelle!
Es ist übrigens auch problemlos möglich, die wichtigsten Quellen über sein Leben selbst zu lesen, nämlich die erste und zweite Lebensbeschreibung des Thoma von Celano - auch auf deutsch in Buchform erhältlich und in anständigen Uni- oder Stadtbibliotheken auszuleihen. Celano kam aus der ersten bis zweiten Generation der Minderbrüder.
Dann muss man sich nicht auf andere verlassen.
Da ich natürlich gerade diese Vita hier habe schau ich gleich mal nach über die Stigmatisation....
Aaaaaaaaaaalso, Celano I (die erste Lebensbeschreibung) berichtet, dass Franziskus eine Vision eines Seraphs hatte, er (Franz) eine große Freude fühlte, sich wunderte, was das wohl solle, und plötzlich die Male an sich sah - die er Zeit seines Lebens verdeckte und, wenn nur irgendmöglich, vor seinen Brüdern verbarg.
Alle anderen Visionen, die Du beschreibst, sind solche, die seine Brüder von ihm haben, nicht er selbst.
Zur Askese: Franz hat nach seiner Bekehrung mehrere Jahre als Einsiedler gelebt - nicht zuletzt aus Flucht vor seinem Vater. Stimmt, er hatte keinen Lehrer, zumindest keinen menschlichen. Christus war sein Lehrer, und da Franziskus' Lebensform ganz neu innerhalb der Kirche war - es gab ja schon viele Büßer-Bewegungen damals, konnte er auch schlecht einen Lehrer haben.
Und wenn Du tatsächlich glauben solltest, Franz hätte keine Reue zeitlebends artikuliert, dann schmeiß Deine tendenzielle Quelle weg! Das ist absoluter Stumpfsinn! Franz' Meinung von sich selbst war die des allergrößten Sünders, besonders, wenn er von sich als Sohn des Pietro Bernadone spricht. Da müsste ich etwas mehr nachlesen, aber auch da findet man in den Primärquellen eine Menge....