Das glauben vorwiegend diejenigen, die die Zeit vor dem Konzil nicht erlebt haben. In der Strasse, in der ich in einer bayerischen Kleinstadt aufwuchs gab es 10 Häuser. Die Großelterngeneration ging in den fünfziger Jahren noch geschlossen zum Sonntagsottesdienst, die Männer oft nur zur Wandlung und ins Wirtshaus. Die Eltern schon nicht mehr; es gab noch etliche Altnazis. Und wir Jugendlichen seilten uns in den sechziger Jahren nach der Firmung auch langam ab. Und als dann das Konzil kam, interessierten uns Rolling Stones und Beatles mehr als dieses "Altmännertreffen in Rom". Dank des Konzils haben aber doch einige wieder Anschluss an die Kirche gefunden.Florianklaus hat geschrieben:Daß der Messbesuch durch Vat. II flächendeckend zusammengebrochen ist, wage ich zu bezweifeln.lifestylekatholik hat geschrieben: Wo ist durch Trient der Messbesuch flächendeckend zusammengebrochen?
50jähriges Jubiläum „des Konzils“
Re: 50jähriges Jubiläum „des Konzils“
Was für ein Glück für uns, dass wir wissen können, dass die Barmherzigkeit Gottes unendlich ist.
Johannes Maria Vianney
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- cantus planus
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Re: 50jähriges Jubiläum „des Konzils“
Und die jüngeren, heute unter 40jährigen wenden sich deshalb ab: die einen hin zu esoterischen Spinnereien wie der Charismatischen Erneuerung, Medjugorje etc. zu, die anderen zu den Traditionalisten. Dazwischen ist gähnende Leere.
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Tradition ist das Leben des Heiligen Geistes in der Kirche. — Vladimir Lossky
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- lifestylekatholik
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Re: 50jähriges Jubiläum „des Konzils“
Kommt das noch?lifestylekatholik hat geschrieben:Ich bin ganz Ohr – bzw. Auge.taddeo hat geschrieben:Für Altbayern gibt es solche Zeugnisse zuhauf.
»Was muß man denn in der Kirche ›machen‹? In den Gottesdienſt gehen und beten reicht doch.«
Re: 50jähriges Jubiläum „des Konzils“
So auf die Schnelle leider nicht, ich muß ein bißchen suchen. Das Zeug ist nicht online.
- martin v. tours
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Re: 50jähriges Jubiläum „des Konzils“
So ist es !cantus planus hat geschrieben:Und die jüngeren, heute unter 40jährigen wenden sich deshalb ab: die einen hin zu esoterischen Spinnereien wie der Charismatischen Erneuerung, Medjugorje etc. zu, die anderen zu den Traditionalisten. Dazwischen ist gähnende Leere.
Aber die Konzils-Generation betoniert sich unbeirrt ein in ihrer Denkweise a´la Honecker :
"Das Konzil in seinem Lauf, hält weder Ochs noch Esel auf."
Gerade Nicht-Traditionalisten bilden sich viel darauf ein "kritische" und "mündige" Christen oder Bürger zu sein. Was ich nicht sehe, ist Ihre Bereitschaft die Ursachen der momentanen Kirchenkrise ohne Scheuklappen zu diskutieren.
Das Auto der Modernisten ist wegen überhöhter Geschwindigkeit von der Fahrbahn abgekommen. Auf den Hinweis, man hätte vielleicht vorausschauender fahren oder mal bremsen sollen, heisst es nur: Undenkbar, wir hätten mehr Gas geben sollen.
Schliesslich kann ja nicht sein, was nicht sein darf.
martin v. tours
p.s. Wenn ich mal wieder, wie gestern bei der Konzils-Dokumentation auf arte, Leute wie Küng sehe - ein bisschen wie das Hoffen auf die Armee Wenck im Bunker 1945.
Nach dem sie nicht erreicht hat, daß die Menschen praktizieren, was sie lehrt, hat die gegenwärtige Kirche beschlossen, zu lehren, was sie praktizieren.
Nicolás Gómez Dávila
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Re: 50jähriges Jubiläum „des Konzils“
>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>civilisation hat geschrieben:Seltsam ...
der Vatikan gedenkt diesem Ereignis mit keiner Briefmarke.
Darf ich mal dazwischen funken?
es muss natürlich heißen: der Vatikan gedenkt dieses Ereignisses mit keiner Briefmarke
Genitiv!
als Eselsbrücke nochmals: des Bieres kundig, eingedenk, teilhaftig mächtig voll!
(auf gut deutsch: begierig, kundig, eingedenk, teilhaftig, mächtig, voll. regieren immer den Genitiv!)
+L.
Christus mein Leben, Maria meine Hoffnung, Don Bosco mein Ideal!
Re: 50jähriges Jubiläum „des Konzils“
Diese ganze Diskussion hier krankt ein bißchen daran, daß offenbar im Kreuzgang als unwiderlegbare Grundvoraussetzung zu gelten hat "der kirchliche Niedergang erfolgte WEGEN des Konzils". Ich persönlich neige je länger desto mehr der Auffassung zu, daß der kirchliche Niedergang TROTZ des Konzils erfolgte - in beiden Fällen zur maßlosen Enttäuschung der damaligen Teilnehmer und Befürworter (wobei die echten "Gegner" des Konzils heute sicher zahlreicher sind als damals).
In dieser Auffassung bestärkt mich eben gerade der Blick in die Geschichte meiner Heimat, also Altbayerns. Das Bistum Regensburg ist da, denke ich, ein guter Spiegel der Verhältnisse. An und für sich stockkatholisches Gebiet, konnten weder Trient noch Gegenreformatoren verhindern, daß weite Teile der Oberpfalz dem Protestantismus anheimfielen - und zwar deshalb, weil dies keine Entscheidung des Volkes und des Glaubens war, sondern ein Diktat der jeweiligen politischen Mächte. Es gibt einzelne Berichte, daß sich die Menschen eines Dorfes mal gewehrt haben gegen neuerliche Konversionen; es gibt vor allem auch Berichte, daß Protestanten lieber Vertreibung und Exil in Kauf nahmen, als wieder katholisch zu werden. Das einfache katholische Landvolk aber nahm diese Dinge mit stoischer Einfalt hin, wie sie kamen, man konnte ja eh nix ändern. Kirchgang war Pflicht, man machte, was der Pfarrer anschaffte, ob der nun katholisch, calvinisch oder lutherisch oder reformiert war.
Dann gab es um 1800 herum wieder solche Zeiten, in denen das kirchliche Leben de facto im Arsch war. Im Hochbarock, am Vorabend der Säkularisation, da blühte noch ein letztesmal das Klosterwesen auf, wenn auch nur noch äußerlich: die Äbte verewigten sich in tollen Barockkirchen und barockisierten auch noch das letzte Kapellchen, aber in den Konventen war es zum Grausen: die Mönche wurden immer weniger, die Kandidaten immer unbrauchbarer, die Klosterdisziplin stand oft nur noch auf dem Papier; Anzeigen gegen Klostermitglieder wegen Trunksucht, Geldverschwendung und dergleichen finden sich bis heute in den Beständen, die ich zB aus dem Regensburger Archiv kenne. Die Aufklärung tat ein übriges; und so waren etliche der Klöster, die dann unter Montgelas säkularisiert wurden, schon Jahre und Jahrzehnte vorher praktisch zum Aussterben verurteilt und nur noch ein Schatten früherer Herrlichkeit.
Als König Ludwig I. dann bald daranging, die ärgsten Schäden der Säkularisation wieder etwas zu beheben (etwa durch die Erlaubnis zur Wiederbesiedelung aufgelassener Klöster, Beispiel Metten), blieb doch eine aus heutiger Sicht unfaßbar strenge Kuratel des Staates über alle Bereiche des kirchlichen Lebens bestehen. Dem Episkopat war es praktisch unmöglich, das kirchliche Leben nach kirchlichen Bedürfnissen zu ordnen. Auf der ersten Bayerischen Bischofskonferenz 1850 in Freising kamen all diese jahrzehntealten Mißstände überdeutlich zur Sprache: Die Verrohung und Sittenlosigkeit des Volkes (zB sichtbar an den enorm hohen Zahlen unehelicher Kinder, teilweise bis zu 50% in manchen Dörfern!), der Überschuß an ungeeigneten (weil intellektuell unfähigen) Klerikerkandidaten, das Nachlassen des Sakramentenempfanges (mit verursacht durch eben die unfähigen Priester) waren die pastorale Seite der Probleme, neben den kirchenpolitischen. Wie schon nach der Reformation nahm das Volk aus sozialem Druck am kirchlichen Leben teil, aber es blieb damals schon den Bischöfen nicht verborgen, daß das weithin eine äußerliche Beteiligung war, hinter der die Überzeugung weithin geschwunden war, was vor allem in den Städten unübersehbar war.
Und auf dieser Bischofskonferenz wurde auch ausgiebig beraten, was man dagegen unternehmen könne. Richtschnur waren dabei zuvorderst die Beschlüsse des Trienter Konzils (das ja immerhin schon 200 Jahre her war!), als seien sie gerade neu erfunden worden. Vor allem in der Klerikerausbildung sah man ein Allheilmittel, durch die Einrichtung von "tridentinischen Seminaren". Das führte zwar dann in der zweiten Hälfte des 19. Jh.s zu einer gewissen Verbesserung der Zustände, die aber nicht von langer Dauer war. Aber es bezeugt gleichzeitig, daß Trient eben 200 Jahre lang fast ohne Einfluß auf das real existierende kirchliche Leben war, wenn man mal von den reinen Formalitäten (wie den eherechtlichen Neuerungen) absieht.
Und genau denselben Status scheint die Kirche um das II. Vaticanum herum gehabt zu haben, wenn ich die Schilderungen der Generation meiner Eltern anschaue. Man ging noch weithin in die Kirche, aber selbst bei den Pfarrern schien die Äußerlichkeit des "Messelesens" die Identifikation mit Form und Inhalt zunehmend zu erschweren. Und sogar solche Pfarrer, die den neuen Ritus niemals mitmachten (ein solcher wirkte in einer unserer Nachbarpfarreien bis in die 1990er Jahre!), konnten den alten Ritus nicht als Anziehungspunkt aufrechterhalten: alle Schilderungen dieses Pfarrers aus den letzten 20, 30 Jahren seines Wirkens bezeugen einhellig, daß er die Messe ziemlich "runtergehauen" hat, das war sein unverständliches Privatgemurmel vorn am Hochaltar, und was die Leute hinten gemacht haben, das war im Grund egal. Wer konnte (dank Auto, oder weil er in der Gemeinde nicht wichtig war) floh schon damals in andere Kirchen der Umgebung oder ging einfach nicht in die Kirche.
Ich bitte um Verzeihung, daß ich für diese Schilderungen hier jetzt nicht groß mit Belegen aufwarte; online gibt es die einschlägigen Sachen nicht, ich weiß das meiste davon zB aus den Visitationsberichten des Bistums Regensburg seit dem 16. Jh., die in den letzten Jahren wissenschaftlich publiziert wurden, und die ich alle gelesen habe; dazu eine Vielzahl an Pfarrakten etc., die ich in den letzten 20 Jahren beruflich oder aus Interesse in Händen hatte, und andere einschlägige Fachliteratur - insgesamt abertausende von Seiten.
Alles zusammengenommen ergibt dies für mich den Eindruck, daß der größte Teil des katholischen Kirchenvolkes seit jeher vor allem aufgrund äußerer Zwänge - herrschaftlicher, sozialer, moralischer Natur - seinen Verpflichtungen nachgekommen ist, und daß es damals wie heute einen kleinen Anteil an Gläubigen gab, die mit einem derart leidenschaftlichen Interesse an Glaubenslehre, Moral und/oder persönlicher Gottesbeziehung katholisch waren, wie es hier im Forum viele leuchtende Beispiele gibt (zu denen ich zB unbedingt Lifestyle rechnen würde). Alle anderen schienen das Katholischsein mehr oder weniger über sich ergehen zu lassen und nahmen halt die angenehmen Seiten gerne mit (Brauchtum, Kirchweihfeste und sowas).
Das II. Vaticanum nun hatte halt ausgerechnet das Pech, daß während seiner Epoche sich auch gesellschaftlich das jahrhundertelang bewährte "Zwangssystem" in nichts auflöste. Man tat einfach nicht mehr, was man nicht wollte, weil man sich nicht mehr dazu zwingen ließ - ob im Alltag oder in der Kirche. Das Konzil konnte darauf schon nicht mehr reagieren, und genau darin besteht sein Manko: Es war schon bei seiner Abhaltung veraltet, und konnte daher keine dauerhaft positiven Effekte auf das kirchliche Leben mehr entfalten. Man befaßte sich mit der "Kirche in der Welt von heute", anstatt mit der Kirche von morgen. Das rächt sich bis heute.
In dieser Auffassung bestärkt mich eben gerade der Blick in die Geschichte meiner Heimat, also Altbayerns. Das Bistum Regensburg ist da, denke ich, ein guter Spiegel der Verhältnisse. An und für sich stockkatholisches Gebiet, konnten weder Trient noch Gegenreformatoren verhindern, daß weite Teile der Oberpfalz dem Protestantismus anheimfielen - und zwar deshalb, weil dies keine Entscheidung des Volkes und des Glaubens war, sondern ein Diktat der jeweiligen politischen Mächte. Es gibt einzelne Berichte, daß sich die Menschen eines Dorfes mal gewehrt haben gegen neuerliche Konversionen; es gibt vor allem auch Berichte, daß Protestanten lieber Vertreibung und Exil in Kauf nahmen, als wieder katholisch zu werden. Das einfache katholische Landvolk aber nahm diese Dinge mit stoischer Einfalt hin, wie sie kamen, man konnte ja eh nix ändern. Kirchgang war Pflicht, man machte, was der Pfarrer anschaffte, ob der nun katholisch, calvinisch oder lutherisch oder reformiert war.
Dann gab es um 1800 herum wieder solche Zeiten, in denen das kirchliche Leben de facto im Arsch war. Im Hochbarock, am Vorabend der Säkularisation, da blühte noch ein letztesmal das Klosterwesen auf, wenn auch nur noch äußerlich: die Äbte verewigten sich in tollen Barockkirchen und barockisierten auch noch das letzte Kapellchen, aber in den Konventen war es zum Grausen: die Mönche wurden immer weniger, die Kandidaten immer unbrauchbarer, die Klosterdisziplin stand oft nur noch auf dem Papier; Anzeigen gegen Klostermitglieder wegen Trunksucht, Geldverschwendung und dergleichen finden sich bis heute in den Beständen, die ich zB aus dem Regensburger Archiv kenne. Die Aufklärung tat ein übriges; und so waren etliche der Klöster, die dann unter Montgelas säkularisiert wurden, schon Jahre und Jahrzehnte vorher praktisch zum Aussterben verurteilt und nur noch ein Schatten früherer Herrlichkeit.
Als König Ludwig I. dann bald daranging, die ärgsten Schäden der Säkularisation wieder etwas zu beheben (etwa durch die Erlaubnis zur Wiederbesiedelung aufgelassener Klöster, Beispiel Metten), blieb doch eine aus heutiger Sicht unfaßbar strenge Kuratel des Staates über alle Bereiche des kirchlichen Lebens bestehen. Dem Episkopat war es praktisch unmöglich, das kirchliche Leben nach kirchlichen Bedürfnissen zu ordnen. Auf der ersten Bayerischen Bischofskonferenz 1850 in Freising kamen all diese jahrzehntealten Mißstände überdeutlich zur Sprache: Die Verrohung und Sittenlosigkeit des Volkes (zB sichtbar an den enorm hohen Zahlen unehelicher Kinder, teilweise bis zu 50% in manchen Dörfern!), der Überschuß an ungeeigneten (weil intellektuell unfähigen) Klerikerkandidaten, das Nachlassen des Sakramentenempfanges (mit verursacht durch eben die unfähigen Priester) waren die pastorale Seite der Probleme, neben den kirchenpolitischen. Wie schon nach der Reformation nahm das Volk aus sozialem Druck am kirchlichen Leben teil, aber es blieb damals schon den Bischöfen nicht verborgen, daß das weithin eine äußerliche Beteiligung war, hinter der die Überzeugung weithin geschwunden war, was vor allem in den Städten unübersehbar war.
Und auf dieser Bischofskonferenz wurde auch ausgiebig beraten, was man dagegen unternehmen könne. Richtschnur waren dabei zuvorderst die Beschlüsse des Trienter Konzils (das ja immerhin schon 200 Jahre her war!), als seien sie gerade neu erfunden worden. Vor allem in der Klerikerausbildung sah man ein Allheilmittel, durch die Einrichtung von "tridentinischen Seminaren". Das führte zwar dann in der zweiten Hälfte des 19. Jh.s zu einer gewissen Verbesserung der Zustände, die aber nicht von langer Dauer war. Aber es bezeugt gleichzeitig, daß Trient eben 200 Jahre lang fast ohne Einfluß auf das real existierende kirchliche Leben war, wenn man mal von den reinen Formalitäten (wie den eherechtlichen Neuerungen) absieht.
Und genau denselben Status scheint die Kirche um das II. Vaticanum herum gehabt zu haben, wenn ich die Schilderungen der Generation meiner Eltern anschaue. Man ging noch weithin in die Kirche, aber selbst bei den Pfarrern schien die Äußerlichkeit des "Messelesens" die Identifikation mit Form und Inhalt zunehmend zu erschweren. Und sogar solche Pfarrer, die den neuen Ritus niemals mitmachten (ein solcher wirkte in einer unserer Nachbarpfarreien bis in die 1990er Jahre!), konnten den alten Ritus nicht als Anziehungspunkt aufrechterhalten: alle Schilderungen dieses Pfarrers aus den letzten 20, 30 Jahren seines Wirkens bezeugen einhellig, daß er die Messe ziemlich "runtergehauen" hat, das war sein unverständliches Privatgemurmel vorn am Hochaltar, und was die Leute hinten gemacht haben, das war im Grund egal. Wer konnte (dank Auto, oder weil er in der Gemeinde nicht wichtig war) floh schon damals in andere Kirchen der Umgebung oder ging einfach nicht in die Kirche.
Ich bitte um Verzeihung, daß ich für diese Schilderungen hier jetzt nicht groß mit Belegen aufwarte; online gibt es die einschlägigen Sachen nicht, ich weiß das meiste davon zB aus den Visitationsberichten des Bistums Regensburg seit dem 16. Jh., die in den letzten Jahren wissenschaftlich publiziert wurden, und die ich alle gelesen habe; dazu eine Vielzahl an Pfarrakten etc., die ich in den letzten 20 Jahren beruflich oder aus Interesse in Händen hatte, und andere einschlägige Fachliteratur - insgesamt abertausende von Seiten.
Alles zusammengenommen ergibt dies für mich den Eindruck, daß der größte Teil des katholischen Kirchenvolkes seit jeher vor allem aufgrund äußerer Zwänge - herrschaftlicher, sozialer, moralischer Natur - seinen Verpflichtungen nachgekommen ist, und daß es damals wie heute einen kleinen Anteil an Gläubigen gab, die mit einem derart leidenschaftlichen Interesse an Glaubenslehre, Moral und/oder persönlicher Gottesbeziehung katholisch waren, wie es hier im Forum viele leuchtende Beispiele gibt (zu denen ich zB unbedingt Lifestyle rechnen würde). Alle anderen schienen das Katholischsein mehr oder weniger über sich ergehen zu lassen und nahmen halt die angenehmen Seiten gerne mit (Brauchtum, Kirchweihfeste und sowas).
Das II. Vaticanum nun hatte halt ausgerechnet das Pech, daß während seiner Epoche sich auch gesellschaftlich das jahrhundertelang bewährte "Zwangssystem" in nichts auflöste. Man tat einfach nicht mehr, was man nicht wollte, weil man sich nicht mehr dazu zwingen ließ - ob im Alltag oder in der Kirche. Das Konzil konnte darauf schon nicht mehr reagieren, und genau darin besteht sein Manko: Es war schon bei seiner Abhaltung veraltet, und konnte daher keine dauerhaft positiven Effekte auf das kirchliche Leben mehr entfalten. Man befaßte sich mit der "Kirche in der Welt von heute", anstatt mit der Kirche von morgen. Das rächt sich bis heute.
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Re: 50jähriges Jubiläum „des Konzils“
Ich dagegen bin überzeugt, dass kaum jemand im Kreuzgang diese Auffassung vertritt. Ich zumindest vertrete sie nicht.taddeo hat geschrieben:Diese ganze Diskussion hier krankt ein bißchen daran, daß offenbar im Kreuzgang als unwiderlegbare Grundvoraussetzung zu gelten hat "der kirchliche Niedergang erfolgte WEGEN des Konzils".
Auch diese Auffassung halte ich für nicht zutreffend.taddeo hat geschrieben:Ich persönlich neige je länger desto mehr der Auffassung zu, daß der kirchliche Niedergang TROTZ des Konzils erfolgte
Gerade das bezeugt zumindest das, was du anführst, nicht. Dass man sich nach 200 Jahren wieder auf frühere Tugend rückbesinnt, geschieht in der Kirche häufig. Das heißt aber nicht, dass es diese Tugend nie gegeben hätte.taddeo hat geschrieben:Aber es bezeugt gleichzeitig, daß Trient eben 200 Jahre lang fast ohne Einfluß auf das real existierende kirchliche Leben war
Das bestreitet ja kaum jemand.taddeo hat geschrieben:Und genau denselben Status scheint die Kirche um das II. Vaticanum herum gehabt zu haben, wenn ich die Schilderungen der Generation meiner Eltern anschaue. Man ging noch weithin in die Kirche, aber
Es gibt dazu Gegenbeispiele aus anderen Landstrichen, beispielsweise aus dem Emsland. Als die Grafschaft Lingen offiziell protestantisch wurde und die Katholiken alle Kirchen geraubt wurden, setzte jeden Sonntag eine Massenwanderung über die Grenze auf das benachbarte katholische Gebiet ein, und danach wieder zurück. Es wanderten tatsächlich ganze Dörfer. (Natürlich hat auch hierbei der soziale Druck mit eine Rolle gespielt, keine Frage.)taddeo hat geschrieben:Alles zusammengenommen ergibt dies für mich den Eindruck, daß der größte Teil des katholischen Kirchenvolkes seit jeher vor allem aufgrund äußerer Zwänge - herrschaftlicher, sozialer, moralischer Natur - seinen Verpflichtungen nachgekommen ist, und daß es damals wie heute einen kleinen Anteil an Gläubigen gab, die mit einem derart leidenschaftlichen Interesse an Glaubenslehre, Moral und/oder persönlicher Gottesbeziehung katholisch waren
Das sehe ich ebenso.taddeo hat geschrieben:Das Konzil konnte darauf schon nicht mehr reagieren, und genau darin besteht sein Manko: Es war schon bei seiner Abhaltung veraltet
Das »daher« stört mich. Das Konzil konnte, jedenfalls nachdem es von den Modernisten gekapert war, sowieso keine positiven Effekte mehr entfalten. Ein Konzil kann schwerlich eine positive Wirkung entfalten, wenn es selber verwirrt ist. Es war in dieser Zeit ein Wahnsinn, ein allgemeines Konzil abzuhalten.taddeo hat geschrieben:und konnte daher keine dauerhaft positiven Effekte auf das kirchliche Leben mehr entfalten.
»Was muß man denn in der Kirche ›machen‹? In den Gottesdienſt gehen und beten reicht doch.«
Re: 50jähriges Jubiläum „des Konzils“
Ich kann und will meine Ansicht nicht absolut setzen, das ist klar.
Ich wollte nur erklären, worauf sie beruht. Ich bin mir aber ziemlich sicher, daß man vielleicht erst nach weiteren 50 Jahren ein einigermaßen gerechtes Urteil wird fällen können.
Ich wollte nur erklären, worauf sie beruht. Ich bin mir aber ziemlich sicher, daß man vielleicht erst nach weiteren 50 Jahren ein einigermaßen gerechtes Urteil wird fällen können.
- martin v. tours
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Re: 50jähriges Jubiläum „des Konzils“
Hallo taddeo
Ich kann Dir nur zustimmen, auch ich würde niemals dem Konzil die Alleinschuld geben.Ebenso verurteile ich nicht das Konzil als solches.
Was mich stört:
Wenn über die momentane Kirchenkrise diskutiert wird, ist für viele ´DAS Konzil ´tabu.
Gerade bei vielen ach so kritischen Bürgern, die oft so tun als hätte es vor dem 2. Vaticanum nichts Gutes gegeben, fehlt die Bereitschaft sich auch kritisch damit auseinander zu setzen.
Bei Papst Benedikt sehe ich diese Fähigkeit schon, sich mit den Auswüchsen des Konzils kritisch zu beschäftigen, kaum (nicht) aber bei den deutschsprachigen Bischöfen.
Vielleicht ist dies erst möglich, wenn die Generation die das Konzil bewusst erlebt hat, verstorben ist ?
martin v. tours
Ich kann Dir nur zustimmen, auch ich würde niemals dem Konzil die Alleinschuld geben.Ebenso verurteile ich nicht das Konzil als solches.
Was mich stört:
Wenn über die momentane Kirchenkrise diskutiert wird, ist für viele ´DAS Konzil ´tabu.
Gerade bei vielen ach so kritischen Bürgern, die oft so tun als hätte es vor dem 2. Vaticanum nichts Gutes gegeben, fehlt die Bereitschaft sich auch kritisch damit auseinander zu setzen.
Bei Papst Benedikt sehe ich diese Fähigkeit schon, sich mit den Auswüchsen des Konzils kritisch zu beschäftigen, kaum (nicht) aber bei den deutschsprachigen Bischöfen.
Vielleicht ist dies erst möglich, wenn die Generation die das Konzil bewusst erlebt hat, verstorben ist ?
martin v. tours
Nach dem sie nicht erreicht hat, daß die Menschen praktizieren, was sie lehrt, hat die gegenwärtige Kirche beschlossen, zu lehren, was sie praktizieren.
Nicolás Gómez Dávila
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Re: 50jähriges Jubiläum „des Konzils“
Statt Jubelfeiern brauchen wir heute eine konstruktive Auseinandersetzung mit dem Konzil. Es ging dort ja nicht um den Abriss der Tradition, sondern um das Bewahren des Wesentlichen. Gerade bei Bischöfen sehe ich in der Bonaventura-Renaissance schon Ansätze zu dieser konstruktiven Auseinandersetzung.
Re: 50jähriges Jubiläum „des Konzils“
Der Hl. Bonaventura war ja selbst Konzilsvater und ist allein von daher schon prädestiniert.overkott hat geschrieben:Statt Jubelfeiern brauchen wir heute eine konstruktive Auseinandersetzung mit dem Konzil. Es ging dort ja nicht um den Abriss der Tradition, sondern um das Bewahren des Wesentlichen. Gerade bei Bischöfen sehe ich in der Bonaventura-Renaissance schon Ansätze zu dieser konstruktiven Auseinandersetzung.
Iúdica me, Deus, et discérne causam meam de gente non sancta
Re: 50jähriges Jubiläum „des Konzils“
In der Tat.Niels hat geschrieben:Der Hl. Bonaventura war ja selbst Konzilsvater und ist allein von daher schon prädestiniert.overkott hat geschrieben:Statt Jubelfeiern brauchen wir heute eine konstruktive Auseinandersetzung mit dem Konzil. Es ging dort ja nicht um den Abriss der Tradition, sondern um das Bewahren des Wesentlichen. Gerade bei Bischöfen sehe ich in der Bonaventura-Renaissance schon Ansätze zu dieser konstruktiven Auseinandersetzung.
Re: 50jähriges Jubiläum „des Konzils“
Tja, da sagst Du wohl genau das, was man nicht sagen darf.martin v. tours hat geschrieben:Was mich stört:
Wenn über die momentane Kirchenkrise diskutiert wird, ist für viele ´DAS Konzil ´tabu.
Gerade bei vielen ach so kritischen Bürgern, die oft so tun als hätte es vor dem 2. Vaticanum nichts Gutes gegeben, fehlt die Bereitschaft sich auch kritisch damit auseinander zu setzen.
Bei Papst Benedikt sehe ich diese Fähigkeit schon, sich mit den Auswüchsen des Konzils kritisch zu beschäftigen, kaum (nicht) aber bei den deutschsprachigen Bischöfen.
Vielleicht ist dies erst möglich, wenn die Generation die das Konzil bewusst erlebt hat, verstorben ist ?
martin v. tours
Für die einen ist "DAS Konzil" tabu, für die anderen alles außer dem Konzil. Eins ist so ungut wie das andere.
Der zeitliche Abstand wird diese Auseinandersetzung freilich erleichtern. Ob man unbedingt auf die biologische Lösung warten muß, sei dahingestellt, lang dauert das eh nicht mehr. Das Problem momentan ist, daß jeder mit Verweis auf "DAS Konzil" versucht, seine erworbenen Pfründe um jeden Preis zu retten. Die DBK ihre Kirchensteuer, die Piusbrüder ihre disziplinäre Unabhängigkeit, die Reformhiasln ihre freischwebende Jesus-Esoterik mit praktischem Ritus-Spender.
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Re: 50jähriges Jubiläum „des Konzils“
Kisslers Konter: Was das Konzil wirklich wollte
Einige Punkte würde ich differenzierter betrachten wollen, aber wenn alle das wüssten, was Kissler da schreibt, wären wir schon einen grossen Schritt weiter...
Einige Punkte würde ich differenzierter betrachten wollen, aber wenn alle das wüssten, was Kissler da schreibt, wären wir schon einen grossen Schritt weiter...
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Re: 50jähriges Jubiläum „des Konzils“
Im übrigen trifft Taddeos ausführliche Beschreibung der kirchlichen Zustände durch die Jahrhundert cum grano salis auch ziemlich genau auf die meisten protestantischen Territorien und Milieus zu. => Nicht das Konzil ist schuld am Niedergang des religiösen Lebens, sondern das Konzil fand statt in einer Zeit des tiefgreifenden geistig-moralischen Umbruchs.
Auch in meinem protestantischen Dorf trauern manche Alten der Zeit nach, als noch aus jedem Haus jemand zum Gottesdienst ging und bejammern der Zeiten Verderbnis.
Auch in meinem protestantischen Dorf trauern manche Alten der Zeit nach, als noch aus jedem Haus jemand zum Gottesdienst ging und bejammern der Zeiten Verderbnis.
Re: 50jähriges Jubiläum „des Konzils“
Das Zitat des Tages... aus einem Interview mit WB em. Helmut Krätzl: http://diepresse.com/home/panorama/reli ... n/index.do
In 5 Jahren hat sich der Wandel weiter dramatisch beschleunigt. Wäre es nicht längst an der Zeit, die Rolle der Kirche neu zu definieren?
Ich bin keineswegs dafür, ein drittes Vatikanum abzuhalten, das nach der momentanen Großwetterlage das Zweite Vatikanum korrigieren würde.
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Re: 50jähriges Jubiläum „des Konzils“
Na sowas, der Hr. Weihbischof wir sich doch nicht in erstarrtem Konservativismus den "Zeichen der Zeit" verweigern:Niels hat geschrieben:Msgr. Krätzl hat geschrieben:Ich bin keineswegs dafür, ein drittes Vatikanum abzuhalten, das nach der momentanen Großwetterlage das Zweite Vatikanum korrigieren würde.
[url=http://www.vatican.va/archive/hist_councils/ii_vatican_council/documents/vat-ii_const_19651207_gaudium-et-spes_ge.html]Gaudi und Spaß[/url], Nr. 4 hat geschrieben:Zur Erfüllung dieses ihres Auftrags obliegt der Kirche allzeit die Pflicht, nach den Zeichen der Zeit zu forschen und sie im Licht des Evangeliums zu deuten. So kann sie dann in einer jeweils einer Generation angemessenen Weise auf die bleibenden Fragen der Menschen nach dem Sinn des gegenwärtigen und des zukünftigen Lebens und nach dem Verhältnis beider zueinander Antwort geben.
Re: 50jähriges Jubiläum „des Konzils“
Gamaliel hat geschrieben:Na sowas, der Hr. Weihbischof wir sich doch nicht in erstarrtem Konservativismus den "Zeichen der Zeit" verweigern:Niels hat geschrieben:Msgr. Krätzl hat geschrieben:Ich bin keineswegs dafür, ein drittes Vatikanum abzuhalten, das nach der momentanen Großwetterlage das Zweite Vatikanum korrigieren würde.
[url=http://www.vatican.va/archive/hist_councils/ii_vatican_council/documents/vat-ii_const_19651207_gaudium-et-spes_ge.html]Gaudi und Spaß[/url], Nr. 4 hat geschrieben:Zur Erfüllung dieses ihres Auftrags obliegt der Kirche allzeit die Pflicht, nach den Zeichen der Zeit zu forschen und sie im Licht des Evangeliums zu deuten. So kann sie dann in einer jeweils einer Generation angemessenen Weise auf die bleibenden Fragen der Menschen nach dem Sinn des gegenwärtigen und des zukünftigen Lebens und nach dem Verhältnis beider zueinander Antwort geben.
„Was den Gegenstand des Glaubens betrifft, hat sich das Konzil nichts Neues ausgedacht, noch hat es Altes ersetzen wollen." (Papst Benedikt XVI.)
Re: 50jähriges Jubiläum „des Konzils“
Dein Humor war auch schon mal geistreicher, Gamaliel.Gamaliel hat geschrieben:
Was würdest Du sagen, wenn zB ich einem Konzilsdokument von Trient so einen liebevollen Titel gäbe?
So schnell könnt ich das Posting nicht abschicken, wie Du es beanstanden würdest.
Re: 50jähriges Jubiläum „des Konzils“
Ich habe darüber geschmunzelt.
Ich bin der Kaiser und ich will Knödel.
Re: 50jähriges Jubiläum „des Konzils“
Da sieht man, wat Du ne fiese Charakter has'.Peregrin hat geschrieben:Ich habe darüber geschmunzelt.
Gruß Jürgen
Dieser Beitrag kann unter Umständen Spuren von Satire, Ironie und ähnlich schwer Verdaulichem enthalten. Er ist nicht für jedermann geeignet, insbesondere nicht für Humorallergiker. Das Lesen erfolgt auf eigene Gefahr.
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Re: 50jähriges Jubiläum „des Konzils“
Tja, hier stehe ich, ich kann nicht anders.Juergen hat geschrieben:Da sieht man, wat Du ne fiese Charakter has'.Peregrin hat geschrieben:Ich habe darüber geschmunzelt.
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Re: 50jähriges Jubiläum „des Konzils“
So viel Humor habe ich Gamaliel nicht zugetraut, muß ich gestehen.Peregrin hat geschrieben:Ich habe darüber geschmunzelt.
Re: 50jähriges Jubiläum „des Konzils“
Heute nacht lief auf phönix ein Film über das V2. Kommentiert hatten Krätzl , Lehmann, ein ehemaliger ZDK Parteisekretär... Konsens dr Aussagen: "Wir sind froh, daß die Texte so schwammig (dieses Wort viel tatsächlich) abgefasst worden sind, man muß den Geist des Konzils immer neu mitinterpretieren"
Großer Manitu des Konzils- komm!
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"Black holes are where God divided by zero. - Einstein
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Re: 50jähriges Jubiläum „des Konzils“
Dauerkonflikt statt Aufbruch
http://www.welt.de/print/die_welt/polit ... bruch.html
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Re: 50jähriges Jubiläum „des Konzils“
Kritik am Konzil kommt mittlerweile auch von progressiver Seite. Die Beschlüsse des Konzils seien ein Hindernis auf den Weg zu einem "ökumenischen Katholizismus".
Es wird u.a. kritisiert, dass innerhalb des ökumenischen Dialogs der katholischen Kirche eine Art Initiativrolle zugeschrieben würde.
Im Übrigen wäre das Konzil eine reine Männerveranstaltung gewesen, welche die Rolle der Frau in der Kirche nicht nennenswert verbessert habe.
Die Liturgiereform sei nur eine halbe Sache gewesen, weil viele Texte aus dem lateinischen einfach übersetzt wurden, statt eine zeitgemäße Ausdrucksform zu finden.
Es wird u.a. kritisiert, dass innerhalb des ökumenischen Dialogs der katholischen Kirche eine Art Initiativrolle zugeschrieben würde.
Im Übrigen wäre das Konzil eine reine Männerveranstaltung gewesen, welche die Rolle der Frau in der Kirche nicht nennenswert verbessert habe.
Die Liturgiereform sei nur eine halbe Sache gewesen, weil viele Texte aus dem lateinischen einfach übersetzt wurden, statt eine zeitgemäße Ausdrucksform zu finden.
Re: 50jähriges Jubiläum „des Konzils“
Eine Chiffre für totale Banalisierung, wie sie ja in den nichtgeschriebenen Teilen zuhauf praktiziert wird. Schlimm, wie man sich so gegen jedweden Anspruch stellen will.marcus-cgn hat geschrieben: Die Liturgiereform sei nur eine halbe Sache gewesen, weil viele Texte aus dem lateinischen einfach übersetzt wurden, statt eine zeitgemäße Ausdrucksform zu finden.
Re: 50jähriges Jubiläum „des Konzils“
Noch mehr Ermutigendes:cantus planus hat geschrieben:Kisslers Konter: Was das Konzil wirklich wollte
Einige Punkte würde ich differenzierter betrachten wollen, aber wenn alle das wüssten, was Kissler da schreibt, wären wir schon einen grossen Schritt weiter...
http://www.theeuropean.de/alexander-kis ... chenreform
http://www.kath.net/detail.php?id=3848
Beginnt endlich eine gescheite Konzilsrezeption, bei der die Deutungshoheit der Irrlehrer gebrochen wird?
„Was den Gegenstand des Glaubens betrifft, hat sich das Konzil nichts Neues ausgedacht, noch hat es Altes ersetzen wollen." (Papst Benedikt XVI.)
Re: 50jähriges Jubiläum „des Konzils“
Das kann man schon seit geraumer Zeit beobachten, so man denn nicht aus Prinzip blind für positive Entwicklungen in der "Konzilskirche" (© Sempre) sein will. Die Konzilsgeist-lichen Laien und Kleriker geraten immer öfter unter einen Rechtfertigungszwang, der noch zu meiner Studienzeit völlig undenkbar war. Und mit jedem Priesterbegräbnis steigt die Quote derer, die die Konzilstexte ohne zweifelhafte "Geisteinwirkung" gelesen und studiert haben.iustus hat geschrieben:Beginnt endlich eine gescheite Konzilsrezeption, bei der die Deutungshoheit der Irrlehrer gebrochen wird?
Re: 50jähriges Jubiläum „des Konzils“
Gleichzeitig ist aber gerade in den letzten Tagen ein Aufbäumen der antikirchlichen Reform-Pressure-Groups zu beobachten. Im "Heute Journal" lief heute ein kurzer Bericht, da wurde mir schon wieder schlecht angesichts des Grundtenors. Das könnte man als Geheul der Medien abtun, wenn nicht Leute wie Zollitsch immer dabei mitmischen würden. 
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Re: 50jähriges Jubiläum „des Konzils“
Der Begriff stammt nicht von mir, sondern von der Konzilskirche. Bereits Papst Paul VI. hat ihn verwendet und seither alle Konzilspäpste sowie viele Prälaten. Inklusive Papst Johannes Paul II. und Papst Benedikt XVI.:taddeo hat geschrieben:"Konzilskirche" (© Sempre)
Johannes Paul II. hat geschrieben:Nos nossos dias, a Igreja do Concílio Vaticano II [...]
Der Strangtitel könnte genausogut, wenn nicht besser, lauten "50jähriges Jubiläum der Konzilskirche". Dabei braucht Konzilskirche nicht in Anführungszeichen zu stehen. Die Konzilspäpste setzen auch keine.Benedikt XVI. hat geschrieben:»Euch allen«, erklärte er feierlich, »verkündet die Kirche des Konzils durch unsere Stimme: wenn ihr Freunde echter Kunst seid, seid ihr auch unsere Freunde«