Nihil obstat
- cantus planus
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Nihil obstat
Es gibt erstmals einheitliche Normen für die Erteilung des "Nihil obstat": http://www.kath.net/detail.php?id=26557
Dass dem zuständigen Bischof dabei eine große Rolle zukommt, ist in der Tradition der Kirche nicht zu beanstanden. In der derzeitigen Situation weiss ich allerdings nicht, ob ich mich darüber freuen soll. Ein Beispiel, wie gerade durch die Vetternwirtschaft zwischen Fakultät und Bistum ein Hochschulstudiengang heruntergewirtschaftet werden kann, sehen wir in Münster.
Der Lettmann-Vorgrimler-Augiasstall sollte uns ein mahnendes Zeichen sein!
Dass dem zuständigen Bischof dabei eine große Rolle zukommt, ist in der Tradition der Kirche nicht zu beanstanden. In der derzeitigen Situation weiss ich allerdings nicht, ob ich mich darüber freuen soll. Ein Beispiel, wie gerade durch die Vetternwirtschaft zwischen Fakultät und Bistum ein Hochschulstudiengang heruntergewirtschaftet werden kann, sehen wir in Münster.
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Tradition ist das Leben des Heiligen Geistes in der Kirche. — Vladimir Lossky
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- cantus planus
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Re: Nihil obstat
Pressemitteilung der Bischofskonferenz: http://www.dbk.de/252.html?&tx_ttnews[tt_news]=1577&tx_ttnews[backPid]=233&cHash=31ca32c6eb
Leider scheinen die neuen Normen noch nicht online verfügbar zu sein.
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Tradition ist das Leben des Heiligen Geistes in der Kirche. — Vladimir Lossky
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Re: Nihil obstat
Ich bin erstaunt über die Voraussetzung eines einjährigen Praktikums in der Pastoral. Aus der Perspektive der Forschung ist das etwa so, als ob ein Germanist erst mal ein Jahr im Buchladen gearbeitet oder ein Ingenieur vorher erst eine Lehre gemacht haben muss.
Re: Nihil obstat
Wobei zumindest der Ingenieur vor, oder spätestens während des Studiums einige Monate Praktikum auf der Baustelle zu absolvieren hat.
-
Raimund J.
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Re: Nihil obstat
Bei den Hochschulen für angewandte Wissenschaften sind zwei Praxissemester obligatorisch.overkott hat geschrieben:Ich bin erstaunt über die Voraussetzung eines einjährigen Praktikums in der Pastoral. Aus der Perspektive der Forschung ist das etwa so, als ob ein Germanist erst mal ein Jahr im Buchladen gearbeitet oder ein Ingenieur vorher erst eine Lehre gemacht haben muss.
Der Herr ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln.
Nec laudibus, nec timore
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Re: Nihil obstat
Ist Theologie denn nur ein Fachhochschulstudium?Raimund Josef H. hat geschrieben:Bei den Hochschulen für angewandte Wissenschaften sind zwei Praxissemester obligatorisch.overkott hat geschrieben:Ich bin erstaunt über die Voraussetzung eines einjährigen Praktikums in der Pastoral. Aus der Perspektive der Forschung ist das etwa so, als ob ein Germanist erst mal ein Jahr im Buchladen gearbeitet oder ein Ingenieur vorher erst eine Lehre gemacht haben muss.
- Robert Ketelhohn
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Re: Nihil obstat
Ein guter Vergleich. (Solche Praktika müssen ja nicht schädlich sein und können im Einzelfall sogar nützen, aber als allgemeine Voraussetzung befremden sie doch. Zumal im konkreten Fall eine beträchtliche Verschiebung des „Berufsbilds“ impliziert ist.)overkott hat geschrieben:Ich bin erstaunt über die Voraussetzung eines einjährigen Praktikums in der Pastoral. Aus der Perspektive der Forschung ist das etwa so, als ob ein Germanist erst mal ein Jahr im Buchladen gearbeitet oder ein Ingenieur vorher erst eine Lehre gemacht haben muß.
Propter Sion non tacebo, | ſed ruinas Romę flebo, | quouſque juſtitia
rurſus nobis oriatur | et ut lampas accendatur | juſtus in eccleſia.
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- cantus planus
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Re: Nihil obstat
Ehrlich gesagt, kann ich das aus meinem Blickwinkel nur begrüßen. Immer mehr Theologen kommen heute aus Geistlichen Gemeinschaften, Movimenti oder ähnlichem, oder sind nicht in ihren Heimatpfarreien aktiv gewesen. Es ist nachgerade skandalös, was solche Leute dann für ein Bild von Kirche und Gläubigen haben.
Mal ein Jahr wirklich an der Basis zu sein, würde manche Sumpfblüte eingehen lassen, bevor sie richtig Wurzeln geschlagen hat. In meinen Dienstgemeinden waren immer mal auch Praktikanten und Seminaristen.
Man glaubt es nicht, mit was für Vorstellungen die von der Uni kamen.
Wenn sie einmal selbst erlebt hätten, wie mühsam der Gemeindedienst ist, kämen sie auch nicht auf die Idee, jedes Halbjahr eine neue Sau durchs Dorf zu treiben und die Gläubigen ständig mit irgendwelchen neuen Einfällen, Erkenntnissen und Papierbergen zu drangsalieren. (Gleiches gilt für die mit den Fakultäten verbandelten Generalvikariate.)
Mal ein Jahr wirklich an der Basis zu sein, würde manche Sumpfblüte eingehen lassen, bevor sie richtig Wurzeln geschlagen hat. In meinen Dienstgemeinden waren immer mal auch Praktikanten und Seminaristen.
Man glaubt es nicht, mit was für Vorstellungen die von der Uni kamen.
Wenn sie einmal selbst erlebt hätten, wie mühsam der Gemeindedienst ist, kämen sie auch nicht auf die Idee, jedes Halbjahr eine neue Sau durchs Dorf zu treiben und die Gläubigen ständig mit irgendwelchen neuen Einfällen, Erkenntnissen und Papierbergen zu drangsalieren. (Gleiches gilt für die mit den Fakultäten verbandelten Generalvikariate.)
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Tradition ist das Leben des Heiligen Geistes in der Kirche. — Vladimir Lossky
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Re: Nihil obstat
Ich denke, dass Theologen in erster Linie Forscher sind, nicht so sehr Verkünder in der Gemeinde. Natürlich können auch der Glaube oder die Probleme der Gemeinden Forschungsgegenstand sein. Das wäre wissenschaftlich wertvoller als ein Gemeindepraktikum.
- cantus planus
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Re: Nihil obstat
Das ist eben die vollkommen abwegige Auffassung moderner Theologen. Daher kommt ja der ganze Mist, über den wir uns tagein tagaus ärgern. Wo Theologie von Lehramt und Verkündigung getrennt wird, ist sie vollkommen wertlos.
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Re: Nihil obstat
Natürlich geht es um den Brückenschlag: Was ist die Theologie Jesu? Was ist die Theologie der Kirche? Was ist die Theologie der Gläubigen? Was glauben Menschen außerhalb der Kirche? Wo sind die Gemeinsamkeiten? Wo die Unterschiede? Gibt es da Sprachprobleme? Wie ist die Theologie Jesu und seiner Kirche heute adäquat zu übersetzen und vor ideologischem Missbrauch zu schützen?
- cantus planus
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Re: Nihil obstat
1.) Die Theologie Jesu und der Kirche sind voneinander so wenig zu trennen, wie das Haupt vom Leibe.
2.) Die Gläubigen können keine andere Theologie haben, als die Kirche. Das gebietet die Logik.
3.) Was Menschen außerhalb der Kirche glauben, kann der Theologie vollkommen wurscht sein. Das ist eine Frage für die Missionswisenschaft. Sie muss das Wort Gottes glaubwürdig verkündigen, damit alle, die außerhalb der Kirche stehen, Christus erkennen und sich in die Gemeinschaft der Heiligen retten können.
2.) Die Gläubigen können keine andere Theologie haben, als die Kirche. Das gebietet die Logik.
3.) Was Menschen außerhalb der Kirche glauben, kann der Theologie vollkommen wurscht sein. Das ist eine Frage für die Missionswisenschaft. Sie muss das Wort Gottes glaubwürdig verkündigen, damit alle, die außerhalb der Kirche stehen, Christus erkennen und sich in die Gemeinschaft der Heiligen retten können.
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Tradition ist das Leben des Heiligen Geistes in der Kirche. — Vladimir Lossky
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Re: Nihil obstat
Die Theologie Jesu ist im Doppelgebot zusammengefasst. Aus dem Vaterunser ergibt sich seine Liturgie, Ethik, Ekklesiologie und Soziallehre. Liturgie ist die Verehrung des väterlichen Namens (1. Gebot). Ethik ist die Befolgung seines Willens (2. Gebot): Kirche ist als Gottes Familie Mahlgemeinschaft der Vergebenden und Erlösten. Damit ist sie Modell und Gleichnis einer Gesellschaft, die auf Gemeinwohl, ausgleichender Gerechtigkeit und individueller Freiheit beruht.
Re: Nihil obstat
Was mir ein wenig fehlt, ist der gedankliche Brückenschlag zum Threadthema "nihil obstat".overkott hat geschrieben:Die Theologie Jesu ist im Doppelgebot zusammengefasst. Aus dem Vaterunser ergibt sich seine Liturgie, Ethik, Ekklesiologie und Soziallehre. Liturgie ist die Verehrung des väterlichen Namens (1. Gebot). Ethik ist die Befolgung seines Willens (2. Gebot): Kirche ist als Gottes Familie Mahlgemeinschaft der Vergebenden und Erlösten. Damit ist sie Modell und Gleichnis einer Gesellschaft, die auf Gemeinwohl, ausgleichender Gerechtigkeit und individueller Freiheit beruht.
Iúdica me, Deus, et discérne causam meam de gente non sancta
Re: Nihil obstat
Meiner bescheidenen Meinung nach könnte ein Gemeindepraktikum erlassen werden, wenn der Theologe empirisch in den Gemeinden forscht:Niels hat geschrieben:Was mir ein wenig fehlt, ist der gedankliche Brückenschlag zum Threadthema "nihil obstat".overkott hat geschrieben:Die Theologie Jesu ist im Doppelgebot zusammengefasst. Aus dem Vaterunser ergibt sich seine Liturgie, Ethik, Ekklesiologie und Soziallehre. Liturgie ist die Verehrung des väterlichen Namens (1. Gebot). Ethik ist die Befolgung seines Willens (2. Gebot): Kirche ist als Gottes Familie Mahlgemeinschaft der Vergebenden und Erlösten. Damit ist sie Modell und Gleichnis einer Gesellschaft, die auf Gemeinwohl, ausgleichender Gerechtigkeit und individueller Freiheit beruht.
Leitfragen könnten dabei sein: Wird Jesus als Theologe in den Gemeinden verstanden und ernst genommen oder gibt es dort eher ein mythologisches Offenbarungsverständnis? Verstehen die Priester und Gläubigen vom Vaterunser her, was mit Gottessohnschaft und Gotteskindschaft theoretisch und ethisch gemeint ist? Wird die dreifaltige Beziehung von Vater und Sohn im Geist aus dem Vaterunser verstanden? Inwieweit wird diese Beziehung als Nächstenliebe wahrgenommen?
Gut wäre natürlich, wenn das nicht nur per Telefoninterviews oder Fragebögen geschehen würde, sondern auch durch anschließende Glaubensgespräche in der Gemeinde ergänzt werden könnte.
Wichtig dabei ist für den Theologen vor allem das Hinhören und Ernstnehmen des Glaubens der Gläubigen.
Re: Nihil obstat
Ist das Nachtkasterl bisweilen schwanger, Overkott? 
"Katholizismus ist ein dickes Steak, ein kühles Dunkles und eine gute Zigarre." G. K. Chesterton
"Black holes are where God divided by zero. - Einstein
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