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Was ist Tugend, was Untugend? Grad der Tugend?
Verfasst: Dienstag 7. Oktober 2008, 23:30
von pierre10
Immer wieder wird in den Foren über Tugend, Tugendhaftigkeit gesprochen.
Aber was ist Tugend? Bei Wiki eine ausführliche Abhandlung.
http://de.wikipedia.org/wiki/Tugend
So stellt sich die Frage, ob Tugend angeboren, anerzogen, angelernt, aufgezwungen und/oder als Mittel zum Zweck gelebt wird.
Wobei sich bei diesem Thema auch die Frage der Ethik stellt.
Eure Meinung ist gefragt, seid Ihr tugendhaft?
Pierre mit einem Lächeln
Verfasst: Mittwoch 8. Oktober 2008, 23:06
von Raimund J.
Es gibt schon ein paar Eigenschaften für das menschliche Zusammenleben, die ich als "Grundtugenden" bezeichnen würde. Die wichtigste ist wohl die Zuverlässigkeit ohne die kein Vertrauen entstehen kann. Davon ableiten kann man dann (im jeweiligen Kontext) so Sachen wie Ehrlichkeit, Pünktlichkeit und Gründlichkeit. Ein JA soll ein JA sein und ein NEIN ein NEIN.
Verfasst: Donnerstag 9. Oktober 2008, 07:51
von Gerhard
Tugenden sollten mit ehrlichem Herzen gelebt werden. Dann ergibt sich die Zuverlässigkeit ganz von selbst.
Die christlichen Tugenden sind ja Glaube, Liebe, Hoffnung. Aber das weißt du ja.
Verfasst: Donnerstag 9. Oktober 2008, 07:53
von Linus
Gerhard hat geschrieben:Tugenden sollten mit ehrlichem Herzen gelebt werden. Dann ergibt sich die Zuverlässigkeit ganz von selbst.
Die christlichen Tugenden sind ja Glaube, Liebe, Hoffnung. Aber das weißt du ja.
das sind die göttlichen Tugenden.
Die Grundtugenden bleiben Klugheit (die Mutter aller andren Tugenden) Gerechtigkeit Maß und Tapferkeit
Verfasst: Donnerstag 9. Oktober 2008, 07:55
von Gerhard
Guten Morgen Linus. Was ist Klugheit? Weisheit? Intelligenz? Wissen?
Verfasst: Donnerstag 9. Oktober 2008, 08:01
von Linus
Gerhard hat geschrieben:Guten Morgen Linus. Was ist Klugheit? Weisheit? Intelligenz? Wissen?
Wozu was hier ausbreiten wo andere sich Klug ausgelassen haben: Josef Pieper: Das Viergespann. Kösel
http://www.amazon.de/Das-Viergespann-Jo ... 3466401712
Verfasst: Donnerstag 9. Oktober 2008, 08:02
von Gerhard
Linus, da machst du es dir aber einfache. Ich hätte gerne deine eigenen Worte gehört, da ich deine Meinung schätze. Schade.
Es gibt bestimmt auch noch woanders kluge Gedanken dazu. Zum Beispiel hier:
http://www.flegel-g.de/klug.html
Verfasst: Sonntag 12. Oktober 2008, 14:29
von overkott
Tugend ist, wenn man in Hessen den Weg für Neuwahlen frei macht.
Verfasst: Sonntag 12. Oktober 2008, 15:14
von Gerhard
Jemand, der nach den Regeln der Kirche lebt, müsste doch besonders tugendhaft sein.
Verfasst: Sonntag 12. Oktober 2008, 15:16
von overkott
Ich denk mal, die Grünen votieren für Untugend.
Dabei sind nicht alle Grünen so.
Verfasst: Sonntag 12. Oktober 2008, 15:20
von Gerhard
Cem Özdemir hat da auch so seine Kenntnisse.
Verfasst: Sonntag 12. Oktober 2008, 16:23
von overkott
Reich-Ranicki hat bewiesen, dass er den Fernsehpreis wirklich verdient hat. Endlich mal keine Gala, wo sich die Macher selber lieb haben dürfen, zum Wegschnarchen.
Soviel Rückgrat erwarte ich eigentlich von Politikern.
Verfasst: Sonntag 12. Oktober 2008, 18:03
von Gerhard
Warum wollte er nicht? Das hab ich nicht verstanden.
Verfasst: Sonntag 12. Oktober 2008, 18:09
von overkott
Weil ein Kritiker kritisch sein muss.
Verfasst: Sonntag 12. Oktober 2008, 18:14
von Gerhard
Was wollte er denn kritisieren?
Verfasst: Sonntag 12. Oktober 2008, 18:44
von overkott
Er wollte sagen:
Das ist eine öde Gala,
ach, kein Maler,
würzte sie mit seinen Witzen,
ich jedoch,
muss hier schwitzen,
ein wenig Wimmern
in der Stimme...
Verfasst: Sonntag 12. Oktober 2008, 18:48
von Gerhard
Aha.
Und wirklich?
Verfasst: Sonntag 12. Oktober 2008, 21:41
von overkott
Eigentlich ist Konflikt das Futter der Quote. Deshalb kann es auch ganz Quoten wirksam sein, wenn das Quotenfernsehen von einem Freund der Nische mal eine Ehrung ausschlägt und sich beschimpfen lässt. Da sollte man unbedingt eine Sendung nachschieben.
Verfasst: Sonntag 12. Oktober 2008, 21:59
von Gerhard
Ah ja. Da ist das bestimmt alles abgesprochen. Schlitzohren sind das doch alle ...
Verfasst: Montag 13. Oktober 2008, 14:47
von overkott
Der Zusammenschnitt des Statements war jedenfalls sehr behutsam.
Was sind eigentlich Tugenden?
Verfasst: Mittwoch 19. November 2008, 20:22
von overkott
Was sind eigentlich für euch Tugenden? Welche Eigenschaften sollte eurer Meinung ein Christ besitzen? Ich denke die beiden Hauptgebote sind schon sehr wichtig. Wie entfalten sich diese?
Verfasst: Donnerstag 20. November 2008, 08:02
von overkott
Wie soll man sich euch gegenüber verhalten?
Was ist euch da besonders wichtig?
Verfasst: Donnerstag 20. November 2008, 09:25
von Gerhard
Lieber overkott,
diese Frage kommt mir irgendwie bekannt vor.
Ich war heute morgen in einer Hl. Messe, die für Schüler veranstaltet wurde. Dort wurde an Hand des Confiteor auch der Begriff "Lust" ins Spiel gebracht ("Ich habe keine Lust").
Eine Tugend wäre für mich die Erfüllung der Pflichten. Ein gesundes Maßhalten im Wechselspiel von "Lust" (= Rechte) und Pflichten ist auf jeden Fall ein tugendhaftes Verhalten. Doch wer legt hier Maß an?
Für uns katholische Christen sicherlich die Kirche. Leider scheint auch dort Uneinigkeit zu herrschen. Die Hauptgebote der Gottes- und Nächstenliebe (in dieser Reihenfolge) entfalten sich nur im Wechselspiel mit der moralischen Autorität, welche die Kirche darstellt.
Die Orientierung an andere Wertemaßstäben kann schnell ins Chaos führen.
Gruß
Gerhard
Verfasst: Donnerstag 20. November 2008, 11:12
von pierre10
Tugend, ganz spannend bei Wiki:
Unter Tugend (Herk.: taugen im Sinne einer allgemeinen Tauglichkeit, lat. virtus, griech. ἀρετή, arete) versteht man eine Fähigkeit und innere Haltung, das Gute mit innerer Neigung (d. h. leicht und mit Freude) zu tun. Im allgemeineren Kontext bezeichnet man mit Tugend den Besitz einer positiven Eigenschaft.
Die christlichen Tugenden
Julius Schnorr von Carolsfeld: Glaube, Liebe, Hoffnung
Die christlichen Tugenden gehen auf die Zehn Gebote des Alten Testamentes zurück. Im Neuen Testament ergänzt Jesus diese Moralvorstellungen in der Bergpredigt in seinen Seligpreisungen mit den Tugenden der Gerechtigkeit, Barmherzigkeit, Sanftheit, Reinheit des Herzens und Friedfertigkeit. Später in der Bergpredigt lehrt Jesus über die Anwendung der Tugenden des Almosen Gebens, des Betens und des Fastens (Mt. 6, 1-21): Es kommt ihm nicht nur auf das Tun an sich an, sondern vor allem auf die Beweggründe dahinter.
Die drei göttlichen Tugenden (auch theologische Tugenden genannt) stehen im ersten Brief an die Korinther des Apostels Paulus (1. Korinther 13,13). Sie werden u. a. durch Thomas von Aquin propagiert. Es sind: Glaube (lat. fides), Hoffnung (lat. spes) und Liebe (lat. caritas).
Sie werden nach dem Glauben der Römisch-Katholischen Kirche durch die Taufe gespendet.
alles aus Wiki
und es gibt noch viele andere Tugenden.
Pierre
Re: Was sind eigentlich Tugenden?
Verfasst: Donnerstag 20. November 2008, 11:28
von Sebastian
Hallo Overkott,
overkott hat geschrieben:Was sind eigentlich für euch Tugenden? Welche Eigenschaften sollte eurer Meinung ein Christ besitzen? Ich denke die beiden Hauptgebote sind schon sehr wichtig. Wie entfalten sich diese?
Wir sprechen bei christlichen Tugenden (in der sich ein Christ üben sollte) auch von den "Tugenden Christi", also Tugenden, die der Gottmensch Christus uns gab, bzw. vorlebte. Diese sind aus der Heiligen Schrift ersichtlich! Die Demut und der Gehorsam (Christe vor dem Vater) nur zum Beispiel. Sebastian
Verfasst: Donnerstag 20. November 2008, 11:49
von tantum ergo
Dabei stellt sich die Frage, inwieweit wir als Menschen es Jesus gleich tun können ... und gerade, wenn wir uns einreden, dass er ja schließlich auch Gott war und seine Erwartungshaltung schon nicht so hoch sein wird, stolpern wir über Mt 5, 48: "Darum sollt ihr vollkommen sein, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist."
Pustekuchen mit "wird schon gutgehen" - ranhalten ist angesagt, und auf die Gnade Gottes hoffen
Gottes Segen,
tantum ergo
Verfasst: Donnerstag 20. November 2008, 13:35
von overkott
Gerhard hat geschrieben:Eine Tugend wäre für mich die Erfüllung der Pflichten. Ein gesundes Maßhalten im Wechselspiel von "Lust" (= Rechte) und Pflichten ist auf jeden Fall ein tugendhaftes Verhalten. Doch wer legt hier Maß an?
Du willst doch wohl die Grundrechte nicht als Lustprinzip bezeichnen.
Re: Was sind eigentlich Tugenden?
Verfasst: Donnerstag 20. November 2008, 16:19
von overkott
Sebastian hat geschrieben:Wir sprechen bei christlichen Tugenden (in der sich ein Christ üben sollte) auch von den "Tugenden Christi", also Tugenden, die der Gottmensch Christus uns gab, bzw. vorlebte. Diese sind aus der Heiligen Schrift ersichtlich! Die Demut und der Gehorsam (Christe vor dem Vater) nur zum Beispiel. Sebastian
Ich denke auch, dass sich die Demut dem Vater gegenüber darin zeigt, dass man wie der Sohn die Gebote beachtet.
Verfasst: Donnerstag 20. November 2008, 16:33
von Gerhard
overkott hat geschrieben:Gerhard hat geschrieben:Eine Tugend wäre für mich die Erfüllung der Pflichten. Ein gesundes Maßhalten im Wechselspiel von "Lust" (= Rechte) und Pflichten ist auf jeden Fall ein tugendhaftes Verhalten. Doch wer legt hier Maß an?
Du willst doch wohl die Grundrechte nicht als Lustprinzip bezeichnen.
Lieber overkott,
ich bin, wie Du vielleicht gemerkt hast, in einigen Lebensbereichen höchst unsicher. Die Grundrechte sind die Grundrechte und darin möchte ich nicht rütteln. Allerdings gibt es anscheinend im Bereich der tugendhaften Menschen solche, die die sinnvolle Existenz bestimmter Einrichtungen (z.B. UNO) in Frage stellen. Dazu gehört, wie ich mit Erschrecken feststellen musste, auch der SPD Politiker Erhard Eppler, der, so habe ich es in Erinnerung, in einer Diskussionrunde unter Beifall des Publikums an diesem Dogma gerüttelt hat. Für mich verkörpert die UNO und die dazugehörige Charta der Vereinten Nactionen nach wie vor als das wichtigste Element des Völkerrechts die anzustrebende Tugendhaftigkeit auf dieser Welt.
Gruß
Gerhard
Verfasst: Donnerstag 20. November 2008, 17:04
von overkott
Gerhard hat geschrieben:ich bin, wie Du vielleicht gemerkt hast, in einigen Lebensbereichen höchst unsicher. Die Grundrechte sind die Grundrechte und darin möchte ich nicht rütteln.
Das ist ja mal erfreulich.
Verfasst: Donnerstag 20. November 2008, 19:00
von Gerhard
Habe ich jemals was anderes behauptet? Du stimmst mich traurig.
Ich gehe sogar soweit, dass ich UNO-Charta für eminent wichtig halte.
Verfasst: Freitag 21. November 2008, 16:22
von overkott
tantum ergo hat geschrieben:Dabei stellt sich die Frage, inwieweit wir als Menschen es Jesus gleich tun können ... und gerade, wenn wir uns einreden, dass er ja schließlich auch Gott war und seine Erwartungshaltung schon nicht so hoch sein wird, stolpern wir über Mt 5, 48: "Darum sollt ihr vollkommen sein, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist."
Pustekuchen mit "wird schon gutgehen" - ranhalten ist angesagt, und auf die Gnade Gottes hoffen
Gottes Segen,
tantum ergo
Gott hat in Christus das Menschliche angenommen, deshalb sollen wir es auch annehmen. Irrtum zum Beispiel, Schwächen, Sünden. Nicht nur unsere eigenen, sondern auch die der anderen. gloria in altissimis Deo et in terra pax in hominibus bonae voluntatis. Jetzt werde ich beinahe schon weihnachtlich.