Laienpredigt

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Walfischschleim
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Beitrag von Walfischschleim » Sonntag 13. April 2008, 14:59

lol

Ich kenne nur Pastoralssi-/referentinnen, die in der Geinde für Jugendarbeit + alles, was Chefe nix machen will verheizt werden.
Wenn es also Gemeinden gibt, wo sie auch mal theologisch arbeiten dürfen, id est predigen, ist das doch ok.

Abgesehen davon ist die Laienpredigt normal. In "Wort-Gottes-Feiern" ist der Leiter sogar verpflichtet, selbst zu predigen. Und der Leiter ist immer ein Laie. Wenn also die Laienpredigt in einer Wort-Gottes-Feier bischöflich gefordert ist, so kann sie doch in einem Wortgottesdienst, zumal durch eine ausgebildete theologin, kaum so falsch sein, wie das aktuelle Kirchenrecht vermutet.
Im übrigen wäre es Aufgabe des Zelebranten die Grenze zu ziehen. Der entsprechende Priester ist also in die Perspektive zu nehmen und nicht die Dame, die nach Jahren des Theologiestudiums ihre Kompetenz auch mal operationalisieren will.

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Benedictus
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Beitrag von Benedictus » Sonntag 13. April 2008, 18:18

Walfischschleim hat geschrieben: Abgesehen davon ist die Laienpredigt normal. In "Wort-Gottes-Feiern" ist der Leiter sogar verpflichtet, selbst zu predigen. Und der Leiter ist immer ein Laie. Wenn also die Laienpredigt in einer Wort-Gottes-Feier bischöflich gefordert ist, so kann sie doch in einem Wortgottesdienst, zumal durch eine ausgebildete theologin, kaum so falsch sein, wie das aktuelle Kirchenrecht vermutet.
Es geht hier konkret nicht um Wortgottesdienste, sondern um die normale Sonntagsmesse. Und dort sind die Regelungen eindeutig: Keine Predigt durch Laien, Predigt durch Diakon in Ausnahmefällen erlaubt, wenn dies angemessen erscheint.

Ich denke, da gibt es nichts daran zu interpretieren, die Regelungen sind klar.

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EinChrist
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Beitrag von EinChrist » Sonntag 13. April 2008, 19:08

Benedictus hat geschrieben:
Walfischschleim hat geschrieben: Abgesehen davon ist die Laienpredigt normal. In "Wort-Gottes-Feiern" ist der Leiter sogar verpflichtet, selbst zu predigen. Und der Leiter ist immer ein Laie. Wenn also die Laienpredigt in einer Wort-Gottes-Feier bischöflich gefordert ist, so kann sie doch in einem Wortgottesdienst, zumal durch eine ausgebildete theologin, kaum so falsch sein, wie das aktuelle Kirchenrecht vermutet.
Es geht hier konkret nicht um Wortgottesdienste, sondern um die normale Sonntagsmesse. Und dort sind die Regelungen eindeutig: Keine Predigt durch Laien, Predigt durch Diakon in Ausnahmefällen erlaubt, wenn dies angemessen erscheint.

Ich denke, da gibt es nichts daran zu interpretieren, die Regelungen sind klar.

Benedictus
Das ist völlig richtig.

Hierzu gibt die
Instruktion
Redemptionis Sacramentum
über einige Dinge bezüglich der
heiligsten Eucharistie, die
einzuhalten und zu vermeiden sind vom 25. März 2004

eine sehr gute Übersicht.

Besonders Nr. 66:
66. Das Verbot der Zulassung von Laien zur Predigt innerhalb der
Messfeier gilt auch für die Alumnen der Seminare, für Studenten der theologischen Disziplinen und für jene, die als sogenannte „Pastoralassistenten“ eingesetzt sind, sowie für jedwede Art, Gruppe, Gemeinschaft oder Vereinigung von Laien.


http://dbk.de/imperia/md/content/schrif ... ve_164.pdf

Es grüßt,
EinChrist
Ave Maria
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Nueva
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Beitrag von Nueva » Sonntag 13. April 2008, 19:10

[quote="Walfischschleim"]lol

Ich kenne nur Pastoralssi-/referentinnen, die in der Geinde für Jugendarbeit + alles, was Chefe nix machen will verheizt werden.
Wenn es also Gemeinden gibt, wo sie auch mal theologisch arbeiten dürfen, id est predigen, ist das doch ok.

Abgesehen davon ist die Laienpredigt normal. In "Wort-Gottes-Feiern" ist der Leiter sogar verpflichtet, selbst zu predigen. Und der Leiter ist immer ein Laie. Wenn also die Laienpredigt in einer Wort-Gottes-Feier bischöflich gefordert ist, so kann sie doch in einem Wortgottesdienst, zumal durch eine ausgebildete theologin, kaum so falsch sein, wie das aktuelle Kirchenrecht vermutet.
Im übrigen wäre es Aufgabe des Zelebranten die Grenze zu ziehen. Der entsprechende Priester ist also in die Perspektive zu nehmen und nicht die Dame, die nach Jahren des Theologiestudiums ihre Kompetenz auch mal operationalisieren will.[/quote]

Hat denn die Dame nicht andere Gelegenheiten ihre theologische Kompetenz zu zeigen? Bereiche dafür gibt's doch nun wirklich genug.

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Walfischschleim
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Beitrag von Walfischschleim » Sonntag 13. April 2008, 19:58

Nueva hat geschrieben: . . .
Hat denn die Dame nicht andere Gelegenheiten ihre theologische Kompetenz zu zeigen? Bereiche dafür gibt's doch nun wirklich genug.
Nur sicherheitshalber: ich bin gegen Predigt von Laien in der Messe.

Nur muss sich die Kirche über solche Entwicklungen wie in der Schweiz oder mittlerweile in Deutschland nicht wundern. Die Pastrolalreferenten werden zu 90% genauso ausgebildet wie die Priesteramtskandidaten/Kapläne. Ein erheblicher Teil sogar schlicht in denselben Kursen. Am Ende ist der eine dann aufgrund von Weihe Cheffe und der/die andere immer nur Stellvertreter. Irgendwann , nach ein paar Generationen, kommt dann der Zeitpunkt, wo das nicht mehr kommunizierbar ist. Vor allem wenn dann ab und zu die Lage entsteht, dass der Priester schlechter ist als der Pastoralreferent.
Die Kirche ist da einen falschen Weg gegangen. Ich war 2004 sehr erfreut, als das Bistum Bamberg die Einstellung der Pastroalreferenten beschlossen hat.


@benedictus jeder hat so seine kleine Achillesferse . . . bei mir ist es: Ich krieg Herpes, wenn man "Wortgottesdienst" und "Wort-Gottes-Feier" durcheinanderwirft. Wortgottesdienst ist der erste Teil de rMesse, WGF ist eine eigenständige Form von Gottesdienst.

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Robert Ketelhohn
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Herpes

Beitrag von Robert Ketelhohn » Sonntag 13. April 2008, 20:05

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Walfischschleim
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Re: Herpes

Beitrag von Walfischschleim » Sonntag 13. April 2008, 20:12

Robert Ketelhohn hat geschrieben:Bild
:ikb_afro:

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anneke6
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Beitrag von anneke6 » Sonntag 13. April 2008, 21:26

Walfischschleim hat geschrieben:Die Pastrolalreferenten werden zu 90% genauso ausgebildet wie die Priesteramtskandidaten/Kapläne.
Noch schlimmer wäre es, wenn die Priesteramtskandidaten schlechter ausgebildet werden. Mancherorts sind wir auf dem Weg dahin, und das ist schrecklich. Nicht jeder Einfaltspinsel hat das Charisma des Pfarrers von Ars — die Priesterausbildung darf nicht halbherzig geschehen.

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Benedictus
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Beitrag von Benedictus » Montag 14. April 2008, 08:47

Walfischschleim hat geschrieben: Die Pastrolalreferenten werden zu 90% genauso ausgebildet wie die Priesteramtskandidaten/Kapläne. Ein erheblicher Teil sogar schlicht in denselben Kursen. Am Ende ist der eine dann aufgrund von Weihe Cheffe und der/die andere immer nur Stellvertreter. Irgendwann , nach ein paar Generationen, kommt dann der Zeitpunkt, wo das nicht mehr kommunizierbar ist. Vor allem wenn dann ab und zu die Lage entsteht, dass der Priester schlechter ist als der Pastoralreferent.
Die Kirche ist da einen falschen Weg gegangen. Ich war 2004 sehr erfreut, als das Bistum Bamberg die Einstellung der Pastroalreferenten beschlossen hat.
Das stimmt. Von daher wäre es sicherlich wünschenswert, wenn man die Pastoralreferenten einstellen würde bzw. das Ganze auf hauptamtliche Diakone beschränken würde. Dann gäbe es dieses ganze Theater nicht mehr. So aber haben wir das Problem, dass der Beruf der Pastoralreferentin (Männer scheinen hier eindeutig in der Minderheit zu sein) sehr häufig Frauen anzuziehen scheint, die eigentlich gerne "Priesterin" geworden wären und nun hier ihre Spielweise finden. Ausnahmen bestätigen hier wieder mal die Regel.

Gruss, Benedictus
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Ecce Homo
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Beitrag von Ecce Homo » Montag 14. April 2008, 17:59

Egal, ob Männer oder Frauen - Laienpredigt in der heiligen Messe ist nun mal nicht erlaubt.
Und es wäre echt wünschenswert, dass man sich global mal dran hält...
User inaktiv seit dem 05.06.2018.
Ihr seid im Gebet ... mal schauen, ob/wann ich hier wieder reinsehe ...

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Benedictus
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Beitrag von Benedictus » Dienstag 15. April 2008, 11:00

Ecce Homo hat geschrieben: Und es wäre echt wünschenswert, dass man sich global mal dran hält...
Ja, aber mach da mal was dran. Sobald du dich in der Gemeinde negativ über die Laienpredigt äußerst, bist du schon geächtet. Dann fliegen dir Argumente um die Ohren wie: "Die Pastoralreferentin predigt aber viel besser und interessanter als der Pastor", oder: "Warum sollen Pastoralreferentinnen nicht predigen, die haben genausogut eine theologische Ausbildung wie der Priester?"

Wenn man dann mit dem Argument kommt, das sei aber nunmal nicht erlaubt, wird man sofort darauf hingewiesen, dass das Verbot der Laienpredigt dann eben blödsinn wäre und man sich am besten einfach nicht dran stört. In einigen Kirchen wird die Laienpredigt dann wenigstens noch vor Beginn des Gottesdienstes abgehalten, wobei das eigentlich auch schon nichts ändert, wenn dafür die Predigt des Preisters entfällt. Ich habe aber auch schon Fälle erlebt, wo die Pastoralreferentin nach dem Evangelium zum Ambo schreitet und dann ihre "Predigt" zum Besten gibt.

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Walfischschleim
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Beitrag von Walfischschleim » Dienstag 15. April 2008, 12:18

Benedictus hat geschrieben: . . .

Ja, aber mach da mal was dran. Sobald du dich in der Gemeinde negativ über die Laienpredigt äußerst, bist du schon geächtet. Dann fliegen dir Argumente um die Ohren wie: "Die Pastoralreferentin predigt aber viel besser und interessanter als der Pastor", oder: "Warum sollen Pastoralreferentinnen nicht predigen, die haben genausogut eine theologische Ausbildung wie der Priester?"
. . . Ich habe aber auch schon Fälle erlebt, wo die Pastoralreferentin nach dem Evangelium zum Ambo schreitet und dann ihre "Predigt" zum Besten gibt.
Benedictus
eigentlich 100% Zustimmung.

Aber wieso betonst du immer das "in" ? Ist die Predigt von männlichen Laien ok oder zumindest weniger unerfreulich ?

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Linus
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Beitrag von Linus » Dienstag 15. April 2008, 12:53

Benedictus hat geschrieben:"Die Pastoralreferentin predigt aber viel besser und interessanter als der Pastor"
darfs ja eh: wer nicht zum Pfarrkaffee will, soll sich den Sermon der Madame im Anschluß an die Messe anhören.
"Warum sollen Pastoralreferentinnen nicht predigen, die haben genausogut eine theologische Ausbildung wie der Priester?"
Denenen fehlt die Weihe einerseits uns zweitens: Laberprogramm erfolgt im Anschluß an die Messe. Statt dem Pfarrkaffee
Wenn man dann mit dem Argument kommt, das sei aber nunmal nicht erlaubt, wird man sofort darauf hingewiesen, dass das Verbot der Laienpredigt dann eben blödsinn wäre und man sich am besten einfach nicht dran stört
Die Laien sollen predigen - überall,(siehe Franziskus, der hat sogar den Viechern gepredigt (wohlgemerkt noch als Laie) nur nicht in der Messe (Die Direktorin meiner Schule (Unterstufe (5-8 Klasse) Gymnasium) war Ordensschwester. Sie hat SUPER (teilweise scharf attakierende, jedenfalls fesselnde) Predigten gehalten zu den Schulgottesdiensten - VOR oder NACH der Messe. in der Messe gabs meist nur eine Minimalstatio des Priesters)
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Beitrag von Raimund J. » Dienstag 15. April 2008, 13:06

Linus hat geschrieben: Die Laien sollen predigen - überall,(siehe Franziskus, der hat sogar den Viechern gepredigt (wohlgemerkt noch als Laie)
Ich habe meiner Katze eine Predigt über das Thema "Du sollst keine wehrlosen Vögel fangen" gehalten.

Das ging zum einen Ohr rein und zum anderen wieder raus :hmm:
Der Herr ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln.
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Linus
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Beitrag von Linus » Dienstag 15. April 2008, 13:30

Raimund Josef H. hat geschrieben:
Linus hat geschrieben: Die Laien sollen predigen - überall,(siehe Franziskus, der hat sogar den Viechern gepredigt (wohlgemerkt noch als Laie)
Ich habe meiner Katze eine Predigt über das Thema "Du sollst keine wehrlosen Vögel fangen" gehalten.

Das ging zum einen Ohr rein und zum anderen wieder raus :hmm:
Naja bist du Franziskus? :kiss: Abgesehen davon. Wieviele Predigten an Menschen gehalten wirken ebenso wenig? Nur Mut!

Linus, ab und an auch schon mal dem Hausrat gepredigt habend (Beim Anschließen der Wasserleitung, als diese nicht wollte, wie sie sollte etwa über Ex 17,6)
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Albert
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Liturgische Mißbräuche und kein Ende...

Beitrag von Albert » Dienstag 29. Juni 2010, 07:08

Guten Morgen zusammen.

Ich habe eine Frage und würde mich auf eine Antwort freuen.
Ist das bei einem Familien/Kindergottesdienst korrekt?
Ich schrieb unserem Pfarrer gestern folgendes:
Albert hat geschrieben:Sehr geehrter XXX

Beim Besuch des Gottesdienstes am Sonntag den 27.06.2010 musste ich leider erneut feststellen, dass dieser anscheinend immer mehr von Sr. xxx dazu missbraucht wird, um sich in der Laienpredigt zu profilieren.

Die Laienpredigt während der Eucharistiefeier ist verboten.

Es wäre schön, wenn auch Sie sich daran halten würden.(...)
Der Pfarrer antwortete mir folgendes:
Antwort des Pfarrers hat geschrieben: Segr geehrter Herr xxxx
bei Kindergottesdiensten oder Familiengottesdiensten kann statt der Homilie eine Katechese sein...siehe Angang
Ich fand dann unter Nr. 38 + 39 "Homilie" folgendes:
Deutsches Liturgisches Institut hat geschrieben:http://www.liturgie.de - Deutsches Liturgisches Institut - Trier - Direktorium f�r Kindermessen

Kongregation für den Gottesdienst, Direktorium für Kindermessen (1. November 1973). Deutsch in Amtsblättern der Diözesen (Jahrgang 1974) oder in: Dokumente zur Erneuerung der Liturgie. Hrsg. v. H. Rennings u. Mitarb. v. M. Klöckener. Bd. I: Dokumente des Apostolischen Stuhls 1963-1973. Butzon & Bercker, Kevelaer 1983, S. 1305-1322.


Homilie

38. An die Stelle der Homilie kann entsprechend der konkreten Situation auch ein Dialog treten, so dass sich unter Leitung des priesterlichen Vorstehers der Feier ein geistliches Gespr�ch ergibt, an dem alle teilnehmen und zu dem alle beitragen.

39. Falls ein solches geistliches Gespr�ch bereits der Messfeier vorausging, liegt es nahe, von der Homilie abzusehen und an ihrer Stelle, nach der Evangelienlesung etwa, eine gemeinsame Stille zu halten.
:hae?:

Es fand aber kein Dialog statt!


Einen gesegneten Tag
wünscht,
Albert

Ecce Homo
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Re: Liturgische Mißbräuche und kein Ende...

Beitrag von Ecce Homo » Dienstag 29. Juni 2010, 07:47

Ich glaub, das Grundproblem ist einfach, dass sich die Herren Pfarrer das immer so drehen, dass sie meinen, dass das noch irgendwie passt. Egal, was ich bringen würde, egal, welche Dokumente - dann muss ich mir hier anhören: Ich verstünde davon nichts, es war doch eigentlich ganz anders...

Und bei Dir, Albert, scheint es ähnlich zu laufen. Letztlich weiß der Pfarrer alles. Alles BESSER.
Und damit bringt diskutieren nichts.

Im Dir. für Kindermessen fand sich auch so eine tabellenartige Zusammenstellung, was alles sein darf/muss/kann in der "Kindermesse" - letztlich waren da nur ganz wenige Kreuzchen, die unbedingt sein mussten (Wandlung etc.). Alles andere war variabel etc.
Und wenn man dann noch einen Grund braucht, was zu machen, geht man auf "pastorale Gründe" -
:(
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cantus planus
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Re: Liturgische Mißbräuche und kein Ende...

Beitrag von cantus planus » Dienstag 29. Juni 2010, 07:49

Die Erfahrung habe ich genau so jahrelang gemacht. Da hilft nur die Abstimmung mit den Füßen. In der Nachbargemeinde ist auch Messe...

Oder man landet irgendwann bei den Tradis. :breitgrins:
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‎Tradition ist das Leben des Heiligen Geistes in der Kirche. — Vladimir Lossky

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Robert Ketelhohn
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Re: Liturgische Mißbräuche und kein Ende...

Beitrag von Robert Ketelhohn » Dienstag 29. Juni 2010, 08:09

Zu deiner Klage zweierlei, Albert:
1. Dein Pfarrer hat sich offensichtlich nicht an die Vorschriften gehalten, auch nicht
    an die Minimalia, die in jenem „Direktorium“ stehen.
    Nachtrag: Hat er doch. Siehe dort Nr. 24. Ist jedoch durch can. 767 § 1 CJC aboliert,
    was Redemptionis sacramentum nn. 64 sqq. bekräftigt.
2. Eben dies „Direktorium“ ist allerdings selber der größte Müll und Mißbrauch. Da-
    zu siehe: http://kreuzgang.org/viewtopic.php?f=3& ... 2A#p197553
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michaelis
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Re: Liturgische Mißbräuche und kein Ende...

Beitrag von michaelis » Dienstag 29. Juni 2010, 11:38

Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Nachtrag: Hat er doch.
Nein! Hat er nicht!

Dieser Abschnitt des Direktoriums steht nämlich im dritten Kapitel "Messfeiern für Kinder mit Teilnahme weniger Erwachsener". Albert schreibt aber von einem Sonntags-Gottesdienst. Ich gehe daher davon aus, daß es sich um den regelmäßigen Gemeinde-Gottesdienst am Sonntag handelt, der in diesem Fall nur "zusätzlich" als "Kinder-" oder "Familien-Gottesdienst" bezeichnet wurde. Als solcher fällt er aber immer unter das zweite Kapitel "Messfeiern für Erwachsene mit Teilnahme von Kindern" und für diese gilt:
Direktorium für Kindermessen hat geschrieben:Außer den im Ordo Missae selbst vorgesehenen Anpassungen darf in den Messfeiern für Erwachsene, an denen auch Kinder teilnehmen, mit Erlaubnis des Bischofs die eine oder andere der weiter unten beschriebenen besonderen Anpassungen vorgenommen werden.
Eine solche lag jedoch wohl kaum vor.

Zudem ist auch noch folgende Bestimmung zu beachten:
Direktorium für Kindermessen hat geschrieben:24. (...) Es steht nichts im Wege, dass einer der an der Kindermesse teilnehmenden Erwachsenen im Einverständnis mit dem Pfarrer oder Kirchenrektor nach dem Evangelium eine Ansprache an die Kinder hält, vor allem wenn es dem Priester schwer fällt, sich dem Verständnis der Kinder anzupassen. Dabei sind die Weisungen der Kongregation für den Klerus zu beachten. (...)
Diese Kongegation hat sich aber 1997 wie folgt dazu geäußert:
INSTRUKTION ZU EINIGEN FRAGEN ÜBER DIE MITARBEIT DER LAIEN AM DIENST DER PRIESTER hat geschrieben:Artikel 3. "Die Homilie" (...) Daher muß die Homilie während der Eucharistiefeier dem geistlichen Amtsträger, Priester oder Diakon,(69) vorbehalten sein. Ausgeschlossen sind Laien, auch wenn sie in irgendwelchen Gemeinschaften oder Vereinigungen Aufgaben als »Pastoralassistenten« oder Katecheten erfüllen. Es geht nämlich nicht um eine eventuell bessere Gabe der Darstellung oder ein größeres theologisches Wissen, sondern vielmehr um eine demjenigen vorbehaltene Aufgabe, der mit dem Weihesakrament ausgestattet wurde. Deshalb ist nicht einmal der Diözesanbischof bevollmächtigt, von der Norm des Kanons (70) zu dispensieren. Es handelt sich nämlich nicht um eine bloß disziplinäre Verfügung, sondern um ein Gesetz, das die Aufgaben des Lehrens und Heiligens betrifft, die untereinander eng verbunden sind. (...) Jegliche frühere Norm, die Laien die Homilie innerhalb der Messfeier gestattet hatte, ist durch can. 767, § 1 als aufgehoben anzusehen.(72) (...)
§ 3. Die Möglichkeit eines »Dialogs« in der Homilie (73) kann manchmal vom zelebrierenden Amtsträger in kluger Weise zur Erläuterung eingesetzt werden, ohne dadurch die Predigtpflicht an andere zu delegieren.
(Die Nummer (73) verweist übrigens auf die Nr. 48 des Direktoriums für Kindermessen.)


Falls es sich in diesem Fall um den einzigen oder zumindest um den "Haupt-Gottesdienst" am Sonntag gehandelt hat, bleibt auch noch zu klären, inwieweit es sinnvoll (oder sogar zulässig) ist, diesen in dieser Form zu gestalten.

Robert Ketelhohn hat geschrieben:
2. Eben dies „Direktorium“ ist allerdings selber der größte Müll und Mißbrauch.
Falls man sich wirklich daran hält (s. o.), ist es zwar nicht perfekt, aber so schlecht wie du es beschreibst, ist es auch nicht.

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Gamaliel
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Re: Liturgische Mißbräuche und kein Ende...

Beitrag von Gamaliel » Dienstag 29. Juni 2010, 11:59

Ergänzend zum Thema Homilie am Sonntag;
CIC hat geschrieben:Can. 767* — § 1. Unter den Formen der Predigt ragt die Homilie hervor, die Teil der Liturgie selbst ist und dem Priester oder dem Diakon vorbehalten wird;
[...]
§ 2. An Sonntagen und gebotenen Feiertagen ist in allen Messen, die unter Beteiligung des Volkes gefeiert werden, eine Homilie zu halten; sie darf nur aus schwerwiegendem Grund ausfallen.
[...]
§ 4. Der Pfarrer oder der Kirchenrektor hat dafür zu sorgen, daß diese Vorschriften gewissenhaft eingehalten werden.
Nichtbeachtung dieser pfarrlichen Amtspflicht kann ernste Folgen haben:
Can. 1741 — Die Grunde, deretwegen ein Pfarrer seiner Pfarrei rechtmäßig enthoben werden kann, sind vornehmlich folgende:
[...]
4° grobe Vernachlässigung oder Verletzung der pfarrlichen Amtspflichten, die trotz Verwarnung weiter andauert;

Albert
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Re: Liturgische Mißbräuche und kein Ende...

Beitrag von Albert » Dienstag 29. Juni 2010, 12:37

@all

Herzlichen Dank vorerst für eure rege Teilnahme und antworten für mein "Problem".

Muss alles noch genauer durchlesen, bin ja ein gläubiger Fundamental-Laie.
Nein Spaß beiseite, ich liebe meinen Glauben und meine Kirche, dafür stehe und kämpfe ich so gut wie ich kann, auch mit eurer Hilfe.

Grüße zum Hochfest Peter & Paul (Konnte den Gottesdienst heute mit dem Hl. Vater im TV anschauen - wunderbar)
Albert

P.S.: Allen Glückwunsch zum heutigen Namenstag. :klatsch:

Juergen
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Re: Laienpredigt

Beitrag von Juergen » Dienstag 29. Juni 2010, 19:32

So wie es aussieht, ist der Pfarrer uneinsichtig.
Also solltest Du dem Bischof schreiben. Sollte dieser nicht innerhalb einer angemesseneen Frist antworten und die Sache abstellen, solltest Du direkt an die Konkregation für den Gottesdienst schreiben. Danach wird es abgestellt - da kann man ziemlich sicher sein.



Es läßt sich übrigens eine interessante (Weiter)entwicklung in der Einführung ins Messbuch feststellen.

dt. Messbuch
Die Homilie

41. Die Homilie ist ein Teil der Liturgie und wird nachdrücklich empfohlen, denn sie ist notwendig, um das christliche Leben zu stärken. Sie soll unter Berücksichtigung des Mysteriums, das gefeiert wird, und der besonderen Bedürfnisse der Hörer die Schriftlesungen oder andere Texte der Tagesmesse (Ordinarium oder Proprium) unter einem bestimmten Gesichtspunkt auslegen.

42. An Sonn- und gebotenen Feiertagen ist in allen Messen, an denen Gläubige teilnehmen, eine Homilie zu halten; sie darf nur aus einem schwerwiegenden Grund ausfallen; für die übrige Zeit ist sie besonders für die Wochentage des Advents, der Fasten- und Osterzeit empfohlen und auch für andere Feste und Anlässe, bei denen die Gläubigen zahlreicher zum Gottesdienst kommen.

In der Regel soll der Priester, der den Gottesdienst leitet, selbst die Homilie halten.
Im neuen lat. Messbuch lesen wir in der Einführung (die seltsamerweise auf den Seiten des lit. Instituts nicht mehr zu finden ist)
Homilia
65. Homilia est pars Liturgiæ et valde commendatur: est enim ad nutrimentum vitæ christianæ necessaria. Sit oportet explicatio aut alicuius aspectus lectionum sacræ Scripturæ aut alterius textus ex Ordinario vel Proprio Missæ diei, ratione habita sive mysterii, quod celebratur, sive peculiarium necessitatum auditorum.

66. Homilia de more ab ipso sacerdote celebrante habeatur vel ab eo committatur sacerdoti concelebranti, vel quandoque, pro opportunitate, etiam diacono, numquam vero laico. In casibus peculiaribus iustaque de causa homilia haberi potest etiam ab Episcopo vel presbytero qui celebrationi interest quin concelebrare possit.
Diebus dominicis et festis de præcepto homilia habenda est nec omitti potest nisi gravi de causa, in omnibus Missis, quæ concurrente populo celebrantur; ceteris vero diebus commendatur, præsertim in feriis Adventus, Quadragesimæ et temporis paschalis, necnon in aliis festis et occasionibus, in quibus populus frequentior ad ecclesiam convenit.
Opportune post homiliam breve spatium silentii servatur.
Damit hat auch die Unart der "Tagesprediger" ein Ende. Damit meine ich die teils anzutreffende Sitte, daß in einer Gemeinde nur ein Priester eine Homilie vorbereitet und dieser dann in allen Messen predigt ohne selbst daran teilzunehmen.
Dieser Beitrag kann unter Umständen Spuren von Satire, Ironie und ähnlich schwer Verdaulichem enthalten. Er ist nicht für jedermann geeignet, insbesondere nicht für Humorallergiker. Das Lesen erfolgt auf eigene Gefahr.

Albert
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Re: Laienpredigt

Beitrag von Albert » Dienstag 29. Juni 2010, 19:58

@Juergen
(...)
Juergen hat geschrieben:Also solltest Du dem Bischof schreiben. Sollte dieser nicht innerhalb einer angemesseneen Frist antworten und die Sache abstellen, solltest Du direkt an die Konkregation für den Gottesdienst schreiben. Danach wird es abgestellt - da kann man ziemlich sicher sein.
(...)
Also so weit möchte ich es doch nicht kommen lassen. Ich meine genug Rückgrat zu haben um diesen Firlefanz anzuprangern.

Ich möchte mich auch bei Euch allen nochmals bedanken, die ihr sofort und kompetent mir geantwortet haben.

Das ist Freude, das macht Spaß, das ist die Catholica. :klatsch: Halleluja.

Abendliche Grüße,
Albert

michaelis
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Re: Laienpredigt

Beitrag von michaelis » Mittwoch 30. Juni 2010, 10:40

@ Albert:
Manchmal holft aber auch ganz einfach eine Anmerkung, daß die Predigt von Laien ja "eher der vorkonziliaren Messe entspräche, da dort die Predigt ja nicht zur eigentlichen Messe gehören würde". :pfeif: :breitgrins:
(Das war jetzt nur als Argumentationshilfe gegenüber Alberts Pfarrer gedacht!)


Oder man probiert es mal mit: "Das haben Sie doch gar nicht nötig, sich von Sr. X bei der Predigt vertreten zu lassen. Ich höre von den Kindern immer, daß Ihre Predigten viel besser sind."



Denk immer daran, daß es darum geht, das Ziel einer würdigen Liturgie zu erreichen und nicht darum, anderen ihre Fehler nachzuweisen.

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overkott
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Re: Laienpredigt

Beitrag von overkott » Mittwoch 30. Juni 2010, 21:23

Die Leitung der Liturgie obliegt dem Priester. Priester sollten sich gut überlegen, inwieweit sie mit der Delegation von Aufgaben den Priesternachwuchs fördern können.

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Lioba
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Re: Laienpredigt

Beitrag von Lioba » Mittwoch 30. Juni 2010, 21:29

:daumen-rauf: Der Aspekt, Nachwuchs heranzuziehen, sollte überhaupt bei der Gemeindearbeit mehr ins Auge gefasst werden. Wenn die Mentalität herrscht "wir können das alles auch ohne Hauptamtliche" dann gibt es keinen Anreiz, Priester, Diakon, Referent oder Kirchenmusiker zu werden.
Die Herrschaft über den Augenblick ist die Herrschaft über das Leben.
M. v. Ebner- Eschenbach

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Berolinensis
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Re: Laienpredigt

Beitrag von Berolinensis » Mittwoch 30. Juni 2010, 22:39

Juergen hat geschrieben:So wie es aussieht, ist der Pfarrer uneinsichtig.
Also solltest Du dem Bischof schreiben. Sollte dieser nicht innerhalb einer angemesseneen Frist antworten und die Sache abstellen, solltest Du direkt an die Konkregation für den Gottesdienst schreiben. Danach wird es abgestellt - da kann man ziemlich sicher sein.



Es läßt sich übrigens eine interessante (Weiter)entwicklung in der Einführung ins Messbuch feststellen.

dt. Messbuch
Die Homilie

41. Die Homilie ist ein Teil der Liturgie und wird nachdrücklich empfohlen, denn sie ist notwendig, um das christliche Leben zu stärken. Sie soll unter Berücksichtigung des Mysteriums, das gefeiert wird, und der besonderen Bedürfnisse der Hörer die Schriftlesungen oder andere Texte der Tagesmesse (Ordinarium oder Proprium) unter einem bestimmten Gesichtspunkt auslegen.

42. An Sonn- und gebotenen Feiertagen ist in allen Messen, an denen Gläubige teilnehmen, eine Homilie zu halten; sie darf nur aus einem schwerwiegenden Grund ausfallen; für die übrige Zeit ist sie besonders für die Wochentage des Advents, der Fasten- und Osterzeit empfohlen und auch für andere Feste und Anlässe, bei denen die Gläubigen zahlreicher zum Gottesdienst kommen.

In der Regel soll der Priester, der den Gottesdienst leitet, selbst die Homilie halten.
Im neuen lat. Messbuch lesen wir in der Einführung (die seltsamerweise auf den Seiten des lit. Instituts nicht mehr zu finden ist)
Homilia
65. Homilia est pars Liturgiæ et valde commendatur: est enim ad nutrimentum vitæ christianæ necessaria. Sit oportet explicatio aut alicuius aspectus lectionum sacræ Scripturæ aut alterius textus ex Ordinario vel Proprio Missæ diei, ratione habita sive mysterii, quod celebratur, sive peculiarium necessitatum auditorum.

66. Homilia de more ab ipso sacerdote celebrante habeatur vel ab eo committatur sacerdoti concelebranti, vel quandoque, pro opportunitate, etiam diacono, numquam vero laico. In casibus peculiaribus iustaque de causa homilia haberi potest etiam ab Episcopo vel presbytero qui celebrationi interest quin concelebrare possit.
Diebus dominicis et festis de præcepto homilia habenda est nec omitti potest nisi gravi de causa, in omnibus Missis, quæ concurrente populo celebrantur; ceteris vero diebus commendatur, præsertim in feriis Adventus, Quadragesimæ et temporis paschalis, necnon in aliis festis et occasionibus, in quibus populus frequentior ad ecclesiam convenit.
Opportune post homiliam breve spatium silentii servatur.
Damit hat auch die Unart der "Tagesprediger" ein Ende. Damit meine ich die teils anzutreffende Sitte, daß in einer Gemeinde nur ein Priester eine Homilie vorbereitet und dieser dann in allen Messen predigt ohne selbst daran teilzunehmen.
Darüber freue ich mich gar nicht. Ich wüßte nicht, was an dieser althergebrachten Sitte auszusetzen wäre. Das gilt ja dann auch für den Gast- und Fastenprediger. Viel schlimmer finde ich, daß damit indirekt - ganz gegen die Wünsche des Konzils - die Konzelebration als Regelfall dargestellt wird, und eine Teilnahme in choro den Verfassern der editio tertio offenbar nur dann vorstellbar, wenn eine Konzelebration unmöglich ist. :daumen-runter:

Kilianus
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Re: Laienpredigt

Beitrag von Kilianus » Mittwoch 30. Juni 2010, 22:49

Stoßrichtung scheint mir doch vor allem der Brauch, daß ein Prediger die Messe nach seinem Einsatz wieder verläßt. Und das erscheint mir in der Tat wenig glücklich.

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Berolinensis
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Re: Laienpredigt

Beitrag von Berolinensis » Mittwoch 30. Juni 2010, 23:03

Berolinensis hat geschrieben:Darüber freue ich mich gar nicht. Ich wüßte nicht, was an dieser althergebrachten Sitte auszusetzen wäre. Das gilt ja dann auch für den Gast- und Fastenprediger. Viel schlimmer finde ich, daß damit indirekt - ganz gegen die Wünsche des Konzils - die Konzelebration als Regelfall dargestellt wird, und eine Teilnahme in choro den Verfassern der editio tertio offenbar nur dann vorstellbar, wenn eine Konzelebration unmöglich ist. :daumen-runter:
Vielleicht übersetze ich die entsprechende neue Rubrik nochmal, um meinen Punkt zu verdeutlichen:

66. Die Predigt soll in der Regel vom Zelebranten oder einem von ihm beauftragten Konzelebranten gehalten werden, zuweilen auch, wenn es angemessen ist, auch vonm Diakon, niemals aber von einem Laien. In besonderen Fällen und aus einem gerechten Grund kann die Predigt auch von einem Bischof oder Priester gehalten werden, der an der Feier teilnimmt aber nicht konzelebrieren kann.

Ne, daran kann ich nichts positiv finden. Ich sehe auch nicht einmal, was so schlimm daran sein soll, daß der Prediger nicht an der ganzen Messe teilnimmt, aber daß die Rubrik nur hiergegen gerichtet sei, kann man wirklich nicht sagen.

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Re: Laienpredigt

Beitrag von Kilianus » Mittwoch 30. Juni 2010, 23:10

Daß sie so, wie sie da steht, nur dagegen gerichtet sei, wollte ich auch nicht behaupten. Ich vermute das aber mal als Hintergrund für die Norm.

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Melody
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Re: Laienpredigt

Beitrag von Melody » Dienstag 11. Januar 2011, 14:40

Guckt mal, das hab ich grad auf *.net gesehen: http://www.maria-und-elisabeth.de/ => Veranstaltungen => St. Antonius-Oktav...

Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag und Samstag predigen irgendwelche weiblichen Laien während der Hl. Messe um 15 Uhr...

Ich kann es nicht fassen!
Das steht schon öffentlich für alle nachvollziehbar im Internet!
Da hat man offenbar wenig Angst vor irgendwelchen Konsequenzen...

Quo vadis, katholische Kirche?! :(
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