mtoto hat geschrieben:Der Gedanke aus der Kirche auszutreten, betrifft nicht nur "Karteileichen".
Auch im tiefsten Glauben können einem seelische Verletzungen und die Erfahrung von "totem" Gottesdienst so zu setzen, daß der Kirchenaustritt sich fast aufdrängt.
Was von diesem Schritt abhält sind definitiv nicht die schönen Erinnerungen, auch nicht die caritativen Werke und auch das eigene Engagement ist keine Lösung.
Was mich in der Kirche hält, ist meine Beziehung zu Gott, zu Jesus Christus. Und in dieser Beziehung durfte ich auch erkennen, dass der Austrittsgedanke eine Versuchung war. Die Kirche bleibt SEINE Kirche, und manchmal ist man in ihr allein auf dem eigenen Glaubensweg.
LG mtoto
Das ist sehr schön formuliert! Bei mir war es ähnlich und doch anders:
Anders -> Es war kein toter Gottesdienst (Leierliturgie ist mir ein Graus - schlimmer als ein Meßopfer mittels gebrochenem Fladen- oder vorgeschnittenem Vollkornbrotes!) Wirklich zum Zweifeln brachte mich der HH'er Katholikentag -wohin ich damals flüchtete um Kraft zu schöpfen- mit dem Linksdrall durch Gruppen wie "Kirche von Unten" (was für ein infernales Motto!

) oder "kath.Priester und ihre Frauen".Denn ich bin mit ganz wenig Geld und ganz großen Hoffnungen hingetrampt und war entsetzt wie protest---antisch das ganze doch [Punkt] Den Weg zwischen einem menschennahen, ja jesualen, Christentum und sinnlicher Feierlichkeit habe ich dort nicht gefunden...
Also zugegeben ich brauchte zuvor ein paar Winke mit der ganzen Grenzschutzanlage, um zurück zur Kirche zu kommen.
Ähnlich -> "
manchmal ist man alleine auf dem eigenen Glaubensweg" - dem muß ich zustimmen! Auch wenn das Gefühl da ist, daß es SEINE KIrche ist, so gab es bei mir Phasen menschlicher Verlorenheit inmitten einer Kirchengemeinde (in der man sich engagierte) und als man krank wurde, meldete sich niemand mehr - ein 3/4tel Jahr lang! In einem Gespräch habe ich das dem Pfarrer dargelegt und begründet warum ich nun durch Berlin pilgern werde und habe, als er verstand, daß ich mich unangenommen fühle, einen sehr guten Wink zu einer anderen Gemeinde bekommen und hat mich, trotz Aufgabe meines Lektorenamtes, eingeladen ab&an vorbeizukommen zur (Abend-)Messe.
Eine Osternacht mit "Mucke aus den 80ern" war selbst meiner Schönsten zu wenig feierlich und somit fand ich mich auf meiner Suche in St. Hedwig ein.
Man muß sich ja hier in Berlin viel verteidigen für seinen Glauben und ich bin nie "ausgetreten". Immer wenn mir Ausgetretene das nahelegten und gegen die KIrche wetterten, habe ich nur spitz mal gefragt, ob sie die selbe Summe Geldes -die sie nun zu 50% (Einkommenssteuererklärung!) einsparen- an eine andere caritative Organisation ihrer freien Wahl als Dauerauftrag überwiesen?
(Ihr ahnt [Punkt])
Keiner hat das je getan, es ging bei keinem um zuwenig Geld - sie wollten immer
mehr haben als sie ohnehin schon hatten...
Nun mich hielt davon die Erneuerung meines Taufversprechens ab und die
Liedzeilen:
Fest soll mein Taufbund immer stehn,
Ich will die Kirche hören!
Sie soll mich allzeit gläubig sehn
Und folgsam ihren Lehren!
Dank sei dem Herrn, der mich aus Gnad'
Zur wahren Kirch' berufen hat,
Nie will ich von ihr weichen!
Dem bösen Feind und seiner Pracht
Gelob' ich zu entsagen;
Verachte seine ganze Macht,
Will lieber Leid ertragen.
Ich fliehe alle Werke sein,
Sie endigen mit Höllenpein,
Bereiten ew'ge Qualen.
Die rechten Wege wandle ich,
Solang ich leb' auf Erden.
Getreuer Gott, beschütze mich
Und laß mich selig werden!
O mach mich ähnlich Deinem Sohn,
Daß ich erhalte meinen Lohn
Im Himmel einst auf ewig!
Ach ja ...die erste Strophe singe ich automatisch so, weil ich sie so gelernt habe - und ernte dafür ab&an böse Blicke
So gut ich konnte hbe ich mich daran gehalten - aber wer glauben will muß zweifeln dürfen, denn wer fällt wird aufgehoben und ich mußte mehr als einmal in meinem Leben komplett neu aufstehen und hatte selten helfende Hände aus der Kirche, erst als alles zusammenbrch waren Freunde da - Ortspfarrer, ehm. Internatsdirektor und Neffe meiner Patentante (alle Mrsg.)...

in der Retrospective ist es ein Wunder der Erkenntnis aus der Eucharistischen Anbetung in HH, daß ich hier bin und nicht ausgetreten...
Stilus