Förderung des Synkretismus durch kirchliche Behörden

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Juergen
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Re: Förderung des Synkretismus durch kirchliche Behörden

Beitrag von Juergen » Dienstag 22. Oktober 2019, 21:20

Nach der Argumentation des einen oder der anderen hätte Bonifatius niemals die Donareiche fällen dürfen…
Gruß Jürgen

Dieser Beitrag kann unter Umständen Spuren von Satire, Ironie und ähnlich schwer Verdaulichem enthalten. Er ist nicht für jedermann geeignet, insbesondere nicht für Humorallergiker. Das Lesen erfolgt auf eigene Gefahr.

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taddeo
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Re: Förderung des Synkretismus durch kirchliche Behörden

Beitrag von taddeo » Dienstag 22. Oktober 2019, 21:43

Lauralarissa hat geschrieben:
Dienstag 22. Oktober 2019, 20:38
Tja. So kann man das sehen...

Ich staune wirklich über die Argumentation hier - und finde den Eindruck in das Denken mancher User echt hochinteressant.
Das Problem bei so einer Sache ist: das kirchliche Recht sieht das schlichtweg nicht vor, dass solche Ereignisse mit dem Segen eines amtierenden Papstes überhaupt passieren können, und dass deshalb eine Beschwerde bei der zuständigen Kirchenbehörde aussichtslos wäre. Als der CIC revidiert wurde, hätte dir wahrscheinlich jeder der Beteiligten den Vogel gezeigt, wenn du ihm gesagt hättest, für so einen Fall gebe es Regelungsbedarf.

Und gerade weil es keine ausdrückliche Regelung dafür gibt, ist eine gewisse Eigenmächtigkeit durchaus legitim. Das ist meines Erachtens ein Musterfall für eine Rechtshandlung praeter legem, also "am Gesetz vorbei": so bezeichnet man eine Rechtsansicht, die am (geschriebenen) Gesetz vorbeigeht, die sich zwar nicht über den Wortlaut der Norm hinwegsetzt, gleichwohl aber nicht mehr vom Wortsinn der Norm gedeckt ist. So etwas wird teilweise notwendig, wenn das Gesetz bestimmte Fallkonstellationen nicht vorsieht, die aber irgendwann als regelungsbedürftig auftauchen. Das passiert im Kirchenrecht immer wieder, weil das Kanonische Recht kein systematisches Recht ist, das alle Eventualfälle abdecken will (wie zB das deutsche Strafrecht).

Ralf
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Re: Nachrichten aus der Weltkirche IV

Beitrag von Ralf » Dienstag 22. Oktober 2019, 21:54

Amigo hat geschrieben:
Dienstag 22. Oktober 2019, 15:40
Ich verstehe. Wenn es also einen Heiligen der katholischen Kirche gäbe, der in tiefer und langdauernder Verneigung am Boden vor einer Heiligenstatue verharrte und so jene Heilige verehrte, deren Bildnis die Statue zeigte, dann hätte dieser sogenannte Heilige Götzendienst getrieben und war ein Götzendiener. Korrekt?
Ja, so sehe ich das. Und kein Heiliger ist fehlerlos.
Hier im Kreuzgang-Forum ist es weit verbreitet, Gericht über die Bischöfe als Hirten der Kirche zu halten. Manch einer dünkt sich besonders schlau und autoritativ. Man sollte das nicht allzu ernst nehmen.

Ralf
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Re: Förderung des Synkretismus durch kirchliche Behörden

Beitrag von Ralf » Dienstag 22. Oktober 2019, 21:57

Lauralarissa hat geschrieben:
Dienstag 22. Oktober 2019, 16:48
Bruder Donald hat geschrieben:
Dienstag 22. Oktober 2019, 16:43
Lauralarissa hat geschrieben:
Dienstag 22. Oktober 2019, 16:30
Die Aktion ist in keinem Fall gerechtfertigt, [...]
Doch, Götzen haben in einer christlichen Kirche schlicht und ergreifend nichts verloren. Wenn der verantwortliche Pfarrer da nicht eingreifen will, müssen es eben die Laien tun.
Götzen und falsche Götter verdienen keinen Respekt.
Und dass das eine Straftat ist, interessiert dich nicht?
Das ist in diesem Fall sekundär. Natürlich müßte man auch bereit sein, dafür gerade zu stehen, wenn man erwischt wird. Man muß Gott mehr gehorchen als dem Menschen. Oder sollen jetzt die Priester in Australien - wie gefordert - bei Bekenntnis eines Kindesmißbrauchstäters das Beichtgeheimnis brechen? Alles andere ist eine Straftat...

Nachtrag: erst mal wieder den Thread zuende lesen, Junge, bevor Du antwortest. Daher sorry für die Doppelung.
Hier im Kreuzgang-Forum ist es weit verbreitet, Gericht über die Bischöfe als Hirten der Kirche zu halten. Manch einer dünkt sich besonders schlau und autoritativ. Man sollte das nicht allzu ernst nehmen.

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Re: Förderung des Synkretismus durch kirchliche Behörden

Beitrag von Juergen » Dienstag 22. Oktober 2019, 22:12

Schon interessant, Ralf, mit welchen Pausen Du hier zu bestimmten Themen wieder auf tauchst. :D

:huhu:
Gruß Jürgen

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Re: Förderung des Synkretismus durch kirchliche Behörden

Beitrag von Ralf » Dienstag 22. Oktober 2019, 22:28

:huhu: ich habe nicht angefangen ... :neinfreu: ;D
Hier im Kreuzgang-Forum ist es weit verbreitet, Gericht über die Bischöfe als Hirten der Kirche zu halten. Manch einer dünkt sich besonders schlau und autoritativ. Man sollte das nicht allzu ernst nehmen.

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Re: Förderung des Synkretismus durch kirchliche Behörden

Beitrag von CIC_Fan » Mittwoch 23. Oktober 2019, 08:20

Juergen hat geschrieben:
Dienstag 22. Oktober 2019, 21:20
Nach der Argumentation des einen oder der anderen hätte Bonifatius niemals die Donareiche fällen dürfen…
Wir leben gottsei dank in einer zeit wo nicht jeder aus religiösen Motiven tun kann was ihm lustig ist Eigentum anderer zerstören ect

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Re: Förderung des Synkretismus durch kirchliche Behörden

Beitrag von Bruder Donald » Mittwoch 23. Oktober 2019, 09:17

CIC_Fan hat geschrieben:
Mittwoch 23. Oktober 2019, 08:20
Wir leben gottsei dank in einer zeit wo nicht jeder aus religiösen Motiven tun kann was ihm lustig ist Eigentum anderer zerstören ect
Heutzutage blockieren Aktivisten wichtige Verkehrspunkte in Großstädten, früher hat man eben Bäume gefällt, um heidnischen Blödsinn zu widerlegen.
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Re: Förderung des Synkretismus durch kirchliche Behörden

Beitrag von Petrus_Agellus » Mittwoch 23. Oktober 2019, 12:10

Tornielli spricht nun offen von einem "symbol for indigenous peoples representing the bond with our 'mother earth'". Haben wir damit nun die vatikanische Bestätigung, dass es Pachamama-Figuren waren?

https://www.vaticannews.va/en/vatican-c ... river.html

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Vinzenz Ferrer
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Re: Förderung des Synkretismus durch kirchliche Behörden

Beitrag von Vinzenz Ferrer » Mittwoch 23. Oktober 2019, 12:26

taddeo hat geschrieben:
Dienstag 22. Oktober 2019, 21:43
Lauralarissa hat geschrieben:
Dienstag 22. Oktober 2019, 20:38
Tja. So kann man das sehen...

Ich staune wirklich über die Argumentation hier - und finde den Eindruck in das Denken mancher User echt hochinteressant.
Das Problem bei so einer Sache ist: das kirchliche Recht sieht das schlichtweg nicht vor, dass solche Ereignisse mit dem Segen eines amtierenden Papstes überhaupt passieren können, und dass deshalb eine Beschwerde bei der zuständigen Kirchenbehörde aussichtslos wäre. Als der CIC revidiert wurde, hätte dir wahrscheinlich jeder der Beteiligten den Vogel gezeigt, wenn du ihm gesagt hättest, für so einen Fall gebe es Regelungsbedarf.

Und gerade weil es keine ausdrückliche Regelung dafür gibt, ist eine gewisse Eigenmächtigkeit durchaus legitim. Das ist meines Erachtens ein Musterfall für eine Rechtshandlung praeter legem, also "am Gesetz vorbei": so bezeichnet man eine Rechtsansicht, die am (geschriebenen) Gesetz vorbeigeht, die sich zwar nicht über den Wortlaut der Norm hinwegsetzt, gleichwohl aber nicht mehr vom Wortsinn der Norm gedeckt ist. So etwas wird teilweise notwendig, wenn das Gesetz bestimmte Fallkonstellationen nicht vorsieht, die aber irgendwann als regelungsbedürftig auftauchen. Das passiert im Kirchenrecht immer wieder, weil das Kanonische Recht kein systematisches Recht ist, das alle Eventualfälle abdecken will (wie zB das deutsche Strafrecht).
„Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht.“
Glaube heißt Widerstand gegen die Schwerkraft. (Benedikt XVI.)

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Re: Förderung des Synkretismus durch kirchliche Behörden

Beitrag von Bruder Donald » Mittwoch 23. Oktober 2019, 12:58

Petrus_Agellus hat geschrieben:
Mittwoch 23. Oktober 2019, 12:10
Tornielli spricht nun offen von einem "symbol for indigenous peoples representing the bond with our 'mother earth'". Haben wir damit nun die vatikanische Bestätigung, dass es Pachamama-Figuren waren?

https://www.vaticannews.va/en/vatican-c ... river.html
Was für ein schwachsinniger Einwand von diesem Tornielli!

Man hat sich heidnische Symbole angeeignet und diese verchristlicht. Das kann man ja offensichtlich im Fall der Holzfiguren ja eben nicht behaupten!
Es wird ja bestritten, dass es sich um ein Bildnis der Gottesmutter handelt.
Wenn diese Symbole keinen christlichen Charakter haben, warum werden diese dann wie beim Götzendienst verehrt? :hmm:
Prüft alles und behaltet das Gute! (1. Thess 5,21)

Juergen
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Re: Förderung des Synkretismus durch kirchliche Behörden

Beitrag von Juergen » Mittwoch 23. Oktober 2019, 17:50

Petrus_Agellus hat geschrieben:
Mittwoch 23. Oktober 2019, 12:10
Tornielli spricht nun offen von einem "symbol for indigenous peoples representing the bond with our 'mother earth'". Haben wir damit nun die vatikanische Bestätigung, dass es Pachamama-Figuren waren?

https://www.vaticannews.va/en/vatican-c ... river.html
https://www.vaticannews.va/en/vatican-c ... -rome.html


Dr. Paolo Ruffini, Prefect of the Vatican Dicastery for Communication, responded to a journalist’s question at the Monday press briefing for the Synod, in the Holy See Press Office.

“We have already repeated several times here that those statues represented life, fertility, mother earth. It was a gesture – I believe – that contradicts the spirit of dialogue that should always inspire us. I don’t know what else to say except that it was a theft, and perhaps that speaks for itself.”
https://www.vaticannews.va/sw/vatican-c ... amama.html

Watu wasiojulikana, wameiba na hatimaye, kutupa mtoni Sanamu ya “Pachamama” yaani “Dunia Mama” inayomwonesha mwanamke mwenye mimba, alama ya uhai. Sanamu ilikuwa imehifadhiwa kwenye Kanisa la “Santa Maria in Trasportina na ilitumika kwenye maonesho ya maadhimisho ya Sinodi ya Maaskofu Ukanda wa Amazonia, tarehe 4 Oktoba 2019. Watu wanataka kujimwambafai!
Google macht daraus:
Anonyme Menschen haben die Statue "Pachamama" gestohlen und sie schließlich in den Fluss geworfen. "Mutter Erde" zeigt eine schwangere Frau, ein Symbol des Lebens. Die Statue wurde in der Kirche Santa Maria in Trasportina aufbewahrt und auf der Synode der Bischofssynode von Amazonien am 4. Oktober 2019 verwendet. Die Menschen wollen sich selbst etwas Gutes tun!

Gruß Jürgen

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Re: Förderung des Synkretismus durch kirchliche Behörden

Beitrag von Bruder Donald » Mittwoch 23. Oktober 2019, 18:38

Na, dann also doch Götzen und Götzendienst.
Prüft alles und behaltet das Gute! (1. Thess 5,21)

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Re: Förderung des Synkretismus durch kirchliche Behörden

Beitrag von Lauralarissa » Mittwoch 23. Oktober 2019, 18:55

Juergen hat geschrieben:
Mittwoch 23. Oktober 2019, 17:50
Anonyme Menschen haben die Statue "Pachamama" gestohlen und sie schließlich in den Fluss geworfen. "Mutter Erde" zeigt eine schwangere Frau, ein Symbol des Lebens. Die Statue wurde in der Kirche Santa Maria in Trasportina aufbewahrt und auf der Synode der Bischofssynode von Amazonien am 4. Oktober 2019 verwendet. Die Menschen wollen sich selbst etwas Gutes tun!
[/font]
Warun bleiben sie eigentlich anonym?
Wenn sie wirklich von ihren Handlungen überzeugt wären, würden sie sich doch in der Öffentlichkeit zeigen - und die entsprechenden Konsequenzen gerne auf sich nehmen!

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Re: Förderung des Synkretismus durch kirchliche Behörden

Beitrag von taddeo » Mittwoch 23. Oktober 2019, 19:01

Lauralarissa hat geschrieben:
Mittwoch 23. Oktober 2019, 18:55
Juergen hat geschrieben:
Mittwoch 23. Oktober 2019, 17:50
Anonyme Menschen haben die Statue "Pachamama" gestohlen und sie schließlich in den Fluss geworfen. "Mutter Erde" zeigt eine schwangere Frau, ein Symbol des Lebens. Die Statue wurde in der Kirche Santa Maria in Trasportina aufbewahrt und auf der Synode der Bischofssynode von Amazonien am 4. Oktober 2019 verwendet. Die Menschen wollen sich selbst etwas Gutes tun!
[/font]
Warun bleiben sie eigentlich anonym?
Wenn sie wirklich von ihren Handlungen überzeugt wären, würden sie sich doch in der Öffentlichkeit zeigen - und die entsprechenden Konsequenzen gerne auf sich nehmen!
Sag mal, so naiv kannst du doch gar nicht sein, wie du tust.
Warum vermummen sich zB die Demonstranten in Hongkong? Wohl weil sie Angst vor einem diktatorischen Regime haben, das sie dafür zur Rechenschaft ziehen könnte, daß sie ihre legitimen Rechte wahrnehmen. - Genau dasselbe werden diese anonymen "Bilderstürmer" auch fürchten, und wohl nicht zu Unrecht. Daß sie vielleicht von der römischen Polizei für den Diebstahl belangt würden, wäre da noch ein geringeres Übel als mögliche Sanktionen seitens der Kirchenbehörden.

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Re: Förderung des Synkretismus durch kirchliche Behörden

Beitrag von Lauralarissa » Mittwoch 23. Oktober 2019, 19:10

taddeo hat geschrieben:
Mittwoch 23. Oktober 2019, 19:01
Sag mal, so naiv kannst du doch gar nicht sein, wie du tust.
Warum vermummen sich zB die Demonstranten in Hongkong? Wohl weil sie Angst vor einem diktatorischen Regime haben, das sie dafür zur Rechenschaft ziehen könnte, daß sie ihre legitimen Rechte wahrnehmen. - Genau dasselbe werden diese anonymen "Bilderstürmer" auch fürchten, und wohl nicht zu Unrecht. Daß sie vielleicht von der römischen Polizei für den Diebstahl belangt würden, wäre da noch ein geringeres Übel als mögliche Sanktionen seitens der Kirchenbehörden.
Ich meine das ausgesprochen ernst. Gehen wir mal davon aus, dass sie wirklich aus tief religiösen Motiven handeln. Dann müssten sie sich in die Nachfolge Jesu und der Propheten stellen. Und die haben bekanntlich ihre Predigt in aller Öffentlichkeit gehalten.
Amos und Jesaja würden ihre Gesellschaftskritik heute bestimmt nicht anonym im Internet posten!

So ist es nur ein Diebstahl und Sachbeschädigung, die von verwirrten, religiös fundamentalistischen Kriminellen begangen wurde. Mehr nicht.
Eine Straftat - wahrscheinlich reicht eine Geldstrafe.
Wahrscheinlich kirchenrechtlich noch nicht mal relevant.Eine Beichte und gut ist es... (die dürfte aber an der fehlenden Reue scheitern, aber das ist ein anderes Thema).
Wenn die Täter Mumm hätten, würden sie sich öffentlich dazu bekennen.

Laura

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Re: Förderung des Synkretismus durch kirchliche Behörden

Beitrag von taddeo » Mittwoch 23. Oktober 2019, 19:35

Lauralarissa hat geschrieben:
Mittwoch 23. Oktober 2019, 19:10
taddeo hat geschrieben:
Mittwoch 23. Oktober 2019, 19:01
Sag mal, so naiv kannst du doch gar nicht sein, wie du tust.
Warum vermummen sich zB die Demonstranten in Hongkong? Wohl weil sie Angst vor einem diktatorischen Regime haben, das sie dafür zur Rechenschaft ziehen könnte, daß sie ihre legitimen Rechte wahrnehmen. - Genau dasselbe werden diese anonymen "Bilderstürmer" auch fürchten, und wohl nicht zu Unrecht. Daß sie vielleicht von der römischen Polizei für den Diebstahl belangt würden, wäre da noch ein geringeres Übel als mögliche Sanktionen seitens der Kirchenbehörden.
Ich meine das ausgesprochen ernst.
Ich meine das auch ausgesprochen ernst, was ich schreibe. Dem Regime eines Papst Franziskus möchte ich nicht in die Finger geraten, wenn er mich (wie du) als "religiös fundamentalistischen Kriminellen" hinstellen könnte. Es gibt immer irgendwelche päpstlichen Hofschranzen, die den vermuteten Willen ihres Herrn brutalstmöglich in die Tat umsetzen würden. Und daß dem Herrn Papst das Kirchenrecht ziemlich schnuppe ist, demonstriert er am laufenden Band.

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Re: Förderung des Synkretismus durch kirchliche Behörden

Beitrag von Lauralarissa » Mittwoch 23. Oktober 2019, 19:43

taddeo hat geschrieben:
Mittwoch 23. Oktober 2019, 19:35
Lauralarissa hat geschrieben:
Mittwoch 23. Oktober 2019, 19:10
taddeo hat geschrieben:
Mittwoch 23. Oktober 2019, 19:01
Sag mal, so naiv kannst du doch gar nicht sein, wie du tust.
Warum vermummen sich zB die Demonstranten in Hongkong? Wohl weil sie Angst vor einem diktatorischen Regime haben, das sie dafür zur Rechenschaft ziehen könnte, daß sie ihre legitimen Rechte wahrnehmen. - Genau dasselbe werden diese anonymen "Bilderstürmer" auch fürchten, und wohl nicht zu Unrecht. Daß sie vielleicht von der römischen Polizei für den Diebstahl belangt würden, wäre da noch ein geringeres Übel als mögliche Sanktionen seitens der Kirchenbehörden.
Ich meine das ausgesprochen ernst.
Ich meine das auch ausgesprochen ernst, was ich schreibe. Dem Regime eines Papst Franziskus möchte ich nicht in die Finger geraten, wenn er mich (wie du) als "religiös fundamentalistischen Kriminellen" hinstellen könnte. Es gibt immer irgendwelche päpstlichen Hofschranzen, die den vermuteten Willen ihres Herrn brutalstmöglich in die Tat umsetzen würden. Und daß dem Herrn Papst das Kirchenrecht ziemlich schnuppe ist, demonstriert er am laufenden Band.
Ja - das mag deine Wahrnehmung sein. Und aus deiner Sichtweise auch stimmen.
Mir geht es um etwas anderes: Entweder die anonymen Täter haben Mut und stehen zur ihrer Meinung - und nehmen Folgen in Kauf - bis hin zum Tod (in der Nachfolge großer Märtyrer). Oder nicht. Dann sind sie nur anonyme Straftäter. Mehr nicht.

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Re: Förderung des Synkretismus durch kirchliche Behörden

Beitrag von taddeo » Mittwoch 23. Oktober 2019, 19:59

Lauralarissa hat geschrieben:
Mittwoch 23. Oktober 2019, 19:43
Entweder die anonymen Täter haben Mut und stehen zur ihrer Meinung - und nehmen Folgen in Kauf - bis hin zum Tod (in der Nachfolge großer Märtyrer). Oder nicht. Dann sind sie nur anonyme Straftäter. Mehr nicht.
Du machst es dir etwas zu einfach. Deine Perspektive mag vom eigenen Sofa aus richtig sein. Wenn du schon mal selber in der Situation gewesen wärst, dich mit kirchlichen Amtsträgern anlegen zu müssen (egal, wie berechtigt dein Anliegen ist!), dann würdest du anders denken, da bin ich mir sicher. Nicht jeder muß das Zeug zum Märtyrer haben, um Richtiges zu vollbringen. Und ein öffentlicher Shitstorm kann heutzutage das Leben genauso vernichten wie früher das Schwert.

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Re: Förderung des Synkretismus durch kirchliche Behörden

Beitrag von Lauralarissa » Mittwoch 23. Oktober 2019, 20:05

taddeo hat geschrieben:
Mittwoch 23. Oktober 2019, 19:59
Du machst es dir etwas zu einfach. Deine Perspektive mag vom eigenen Sofa aus richtig sein. Wenn du schon mal selber in der Situation gewesen wärst, dich mit kirchlichen Amtsträgern anlegen zu müssen (egal, wie berechtigt dein Anliegen ist!), dann würdest du anders denken, da bin ich mir sicher. Nicht jeder muß das Zeug zum Märtyrer haben, um Richtiges zu vollbringen. Und ein öffentlicher Shitstorm kann heutzutage das Leben genauso vernichten wie früher das Schwert.
Es mag stimmen, dass man vom Sofa aus anders urteilt als in der Realität.
Trotzdem finde ich eine anonym begangene Straftat keinen Beitrag zum innerkirchlichen Dialog sondern ein Armutszeugnis für die Täter und ihre Sympathisanten.

Laura

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Re: Förderung des Synkretismus durch kirchliche Behörden

Beitrag von taddeo » Mittwoch 23. Oktober 2019, 20:10

Lauralarissa hat geschrieben:
Mittwoch 23. Oktober 2019, 20:05
Trotzdem finde ich eine anonym begangene Straftat keinen Beitrag zum innerkirchlichen Dialog sondern ein Armutszeugnis für die Täter und ihre Sympathisanten.

Laura
Ja, ein Armutszeugnis ist das auf jeden Fall, was da passiert ist.
Aber keines für die Täter, sondern eines für die Kirche, wenn so ein Vorfall überhaupt passieren kann. Hätten die zuständigen Hirten ihre moralische und kanonische Pflicht ordnungsgemäß erfüllt, hätte kein Katholik auf die Idee kommen können, so etwas "anzustellen".

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Re: Förderung des Synkretismus durch kirchliche Behörden

Beitrag von Edi » Mittwoch 23. Oktober 2019, 20:29

Lauralarissa hat geschrieben:
Mittwoch 23. Oktober 2019, 20:05
Trotzdem finde ich eine anonym begangene Straftat keinen Beitrag zum innerkirchlichen Dialog sondern ein Armutszeugnis für die Täter und ihre Sympathisanten.
Wo gibt es denn bei Franziskus einen echten innerkirchlichen Dialog mit Menschen, die anders denken als er? Die werden doch vom Dialog ausgeschlossen. Irgendwann sollte man ja merken, dass das was dieser Mann sagt und predigt und was er nach dem Predigen dann tut oft in einem schroffen Gegensatz steht.. Wir haben als Kinder dazu schon entsprechende Verse über die Pfarrer gehabt.
Es lebt der Mensch im alten Wahn.
Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
der Irrtum findet immer freie Bahn,
die Wahrheit aber muss die Bahn sich brechen.

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Re: Förderung des Synkretismus durch kirchliche Behörden

Beitrag von Lauralarissa » Mittwoch 23. Oktober 2019, 21:10

Edi hat geschrieben:
Mittwoch 23. Oktober 2019, 20:29
Wo gibt es denn bei Franziskus einen echten innerkirchlichen Dialog mit Menschen, die anders denken als er? Die werden doch vom Dialog ausgeschlossen.
Komisch. Genau diese Erfahrungen haben Progressive unter JP II und B XVI und in den einschlägig bekannten Bistümern (Köln, Regensburg ...) gemacht. Kein Dialog auf Augenhöhe, Maßregelungen, Redeverbot, Entzug von Lehrerlaubnissen ... Ständiges Klima der Angst.

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Re: Förderung des Synkretismus durch kirchliche Behörden

Beitrag von Edi » Mittwoch 23. Oktober 2019, 21:23

Lauralarissa hat geschrieben:
Mittwoch 23. Oktober 2019, 21:10
Edi hat geschrieben:
Mittwoch 23. Oktober 2019, 20:29
Wo gibt es denn bei Franziskus einen echten innerkirchlichen Dialog mit Menschen, die anders denken als er? Die werden doch vom Dialog ausgeschlossen.
Komisch. Genau diese Erfahrungen haben Progressive unter JP II und B XVI und in den einschlägig bekannten Bistümern (Köln, Regensburg ...) gemacht. Kein Dialog auf Augenhöhe, Maßregelungen, Redeverbot, Entzug von Lehrerlaubnissen ... Ständiges Klima der Angst.
Nur der jetzige Papst betont doch bei jeder Gelegenheit die Dialogbereitschaft und mahnt sie auch bei anderen ständig an, macht aber selber oft das Gegenteil. Es muss ja nicht immer Dialog geben, da wo er nämlich sinnlos geworden ist, aber dann sollte man das auch nicht dauernd anderen predigen und so tun als ob man selber immer dazu bereit sei. Das ist doch unglaubwürdig.
Es lebt der Mensch im alten Wahn.
Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
der Irrtum findet immer freie Bahn,
die Wahrheit aber muss die Bahn sich brechen.

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Re: Förderung des Synkretismus durch kirchliche Behörden

Beitrag von Hanspeter » Mittwoch 23. Oktober 2019, 21:50

Lauralarissa hat geschrieben:
Mittwoch 23. Oktober 2019, 21:10
Edi hat geschrieben:
Mittwoch 23. Oktober 2019, 20:29
Wo gibt es denn bei Franziskus einen echten innerkirchlichen Dialog mit Menschen, die anders denken als er? Die werden doch vom Dialog ausgeschlossen.
Komisch. Genau diese Erfahrungen haben Progressive unter JP II und B XVI und in den einschlägig bekannten Bistümern (Köln, Regensburg ...) gemacht. Kein Dialog auf Augenhöhe, Maßregelungen, Redeverbot, Entzug von Lehrerlaubnissen ... Ständiges Klima der Angst.
Du lenkst mal wieder vom Thema ab, um Dein übliches Bashing zu betreiben. Wem bitte hat Kardinal Meisner Redeverbot erteilt und die Lehrerlaubnis entzogen? Und wenn ja, wieso war es dann nicht berechtigt?

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Bruder Donald
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Re: Förderung des Synkretismus durch kirchliche Behörden

Beitrag von Bruder Donald » Mittwoch 23. Oktober 2019, 22:01

taddeo hat geschrieben:
Mittwoch 23. Oktober 2019, 20:10
Ja, ein Armutszeugnis ist das auf jeden Fall, was da passiert ist.
Aber keines für die Täter, sondern eines für die Kirche, wenn so ein Vorfall überhaupt passieren kann. Hätten die zuständigen Hirten ihre moralische und kanonische Pflicht ordnungsgemäß erfüllt, hätte kein Katholik auf die Idee kommen können, so etwas "anzustellen".
:daumen-rauf:
Lauralarissa hat geschrieben:
Mittwoch 23. Oktober 2019, 19:10
So ist es nur ein Diebstahl und Sachbeschädigung, die von verwirrten, religiös fundamentalistischen Kriminellen begangen wurde.
Interessant, wie du Menschen be- und verurteilst, die du nicht kennst. :hmm:
Aber wenn dich dein linkes Schubladendenken glücklich macht...
Lauralarissa hat geschrieben:
Mittwoch 23. Oktober 2019, 21:10
Komisch. Genau diese Erfahrungen haben Progressive unter JP II und B XVI und in den einschlägig bekannten Bistümern (Köln, Regensburg ...) gemacht. Kein Dialog auf Augenhöhe, Maßregelungen, Redeverbot, Entzug von Lehrerlaubnissen ... Ständiges Klima der Angst.
Mag ja sein, aber die "Progressiven" waren und sind eben geistig verwirrte Übeltäter, welche mit ihrem Tun der Kirche schaden. Unter den genannten Pontifikaten hat die "geistige Polizei" noch für Ordnung gesorgt.
Unter dem aktuellen Pontifikat haben sich die Plätze getauscht: Die geistigen Kriminellen sind nun an der Machtposition und unterdrücken die geistige Polizei.


Dein Denkfehler ist und bleibt: Du gehst davon aus, dass sog. "Progressive" und Konservative zwei legitime Seiten der einen Medaille sind und eigentlich am gemeinsamen Strang ziehen. Das ist halt falsch.
Ich bin gespannt, wie lange es bei dir dauert, bis du diesen Irrtum einsiehst.
Zuletzt geändert von Bruder Donald am Mittwoch 23. Oktober 2019, 22:02, insgesamt 1-mal geändert.
Prüft alles und behaltet das Gute! (1. Thess 5,21)

Marcus, der mit dem C
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Re: Förderung des Synkretismus durch kirchliche Behörden

Beitrag von Marcus, der mit dem C » Mittwoch 23. Oktober 2019, 22:01

Hanspeter hat geschrieben:
Mittwoch 23. Oktober 2019, 21:50
Lauralarissa hat geschrieben:
Mittwoch 23. Oktober 2019, 21:10
Edi hat geschrieben:
Mittwoch 23. Oktober 2019, 20:29
Wo gibt es denn bei Franziskus einen echten innerkirchlichen Dialog mit Menschen, die anders denken als er? Die werden doch vom Dialog ausgeschlossen.
Komisch. Genau diese Erfahrungen haben Progressive unter JP II und B XVI und in den einschlägig bekannten Bistümern (Köln, Regensburg ...) gemacht. Kein Dialog auf Augenhöhe, Maßregelungen, Redeverbot, Entzug von Lehrerlaubnissen ... Ständiges Klima der Angst.
Du lenkst mal wieder vom Thema ab, um Dein übliches Bashing zu betreiben. Wem bitte hat Kardinal Meisner Redeverbot erteilt und die Lehrerlaubnis entzogen? Und wenn ja, wieso war es dann nicht berechtigt?
Außerdem übergeht sie völlig den Umstand, daß Progessive in der Beweispflicht sind, daß der von ihnen verzapfte Schmonzes überhaupt noch legitim innerhalb des katholischen Glaubens vertreten werden kann.
Außerdem entlarvt sich der Unsinn von selbst:
Hätte es eine so behauptete effiziente Reinerhaltung des Glaubens unter den Päpsten JP II und B XVI gegeben, wo kämen dann die ganzen heterodoxen Bischöfe und Kardinäle her, die sich jetzt offenbaren? Progressive Hetze gegen diejenigen, die den Glauben bewahren wollen kenne ich ich seit über 30 Jahren!
"Das katholische Modell ist ja seit 2000 Jahren am Scheitern und daher dringend ablösungsbedürftig"

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Bruder Donald
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Re: Förderung des Synkretismus durch kirchliche Behörden

Beitrag von Bruder Donald » Mittwoch 23. Oktober 2019, 22:07

Im Übrigen, ein lesenswerter, wenn auch bedrückender Brief eines philippinischen Katholiken an Sandro Magister, in welchem er die (zukünftigen) negativen Auswirkungen des Götzenrituals auf die missionarischen Tätigkeiten der Katholiken aufzeigt.


Lieber Magister,

die Suggestion von mehr oder weniger amazonischen Riten und von Figuren schwangerer Frauen mögen die Synodenväter und deren Umgebung bezaubern, aber sie bringen die Katholiken im Süden der Welt in große Schwierigkeiten. Denn selbst in den Hütten der globalen Ränder schauen die Menschen Youtube und verbringen Stunden auf Facebook, und diese Statuetten erhalten dort eine Bedeutung, die das Leben von Katecheten und Missionaren, die mit einer ständigen Abwanderung von Gläubigen zu kämpfen haben, erheblich kompliziert.

Es ist die Erfahrung eines jeden, der eine Missionsreise außerhalb Europas unternimmt, sich einer großen Anzahl aggressiver, protestantischer Kirchen oder Endzeitsekten gegenüberzusehen, die den Großteil ihrer Zeit damit verbringen, die katholische Kirche anzugreifen und ihr die Gläubigen wegzunehmen. Eines ihrer Hauptargumente ist: „Katholiken beten Statuen an“, „Katholiken beten Dämonen an“. Ergo: „Katholiken sind keine Christen, kommt zu uns“.

Ich erzähle Ihnen von meiner Erfahrung als einfacher Gläubiger, der aus persönlichen Gründen oft in den äußersten Süden der Philippinen, nach Mindanao, reist. In dieser Region, in der seit Jahrhunderten eine große Anzahl von Muslimen lebt, ist eine protestantische Explosion hinzugekommen, die eine Zukunft nach dem Beispiel von Brasilien voraussehen läßt, d.h. eine pfingstlerische Zukunft, selbst in einem der noch am meisten katholischsten Länder der Welt, wie es die Philippinen sind.

Es gibt keine Straße, keinen Fernsehsender und keine Radiofrequenz, die nicht von Predigern auf der Suche nach katholischer Beute heimgesucht wird. Das erste Ziel ist, zu überzeugen, daß die katholische Kirche falsch ist. Das zweite ist, sich den Zehn zahlen zu lassen. Die Bilder von der Anbetung heidnischer Gottheiten – oder zumindest von etwas, das wie eine heidnische Gottheit aussieht – während einer Zeremonie in den Vatikanischen Gärten vor den Augen des Papstes sind wirklich um die Welt gegangen. Und in Mindanao, besonders in Gegenden wie South Cotabato, wo die Protestanten inzwischen schon 20 oder 25 Prozent der Bevölkerung ausmachen, haben sie den Predigern jeder Sorte Art eine große Hilfe geleistet, um mit dem Finger zu zeigen: „Schaut, die Katholiken sind Götzendiener, wie wir es immer gesagt haben, und wie die die Bibel es sagt.“

Als ich heute mit einer jungen, mutigen, katholischen Katechistin sprach, die ebenso skandalisiert ist, hörte ich in ihrer Stimme die Schande, nicht zu wissen, wie sie ihren Glauben verteidigen soll, nicht zu wissen, wie sie den Kindern trotz der Bilder erklären soll, daß Katholiken keine Götzendiener sind. Aus Respekt wollte sie nicht einmal auf Facebook kommentieren, was in Rom passiert ist, denn wenn sie angefangen hätte, zu kritisieren, was passiert ist, hätte sie den Protestanten in die Hand gespielt. Wer erklärt den Menschen dieser Region hier all die Nuancen des Präfekten Paolo Ruffini darüber, wie man das Böse dort sieht, wo es nicht ist. Und wenn das hier in Mindanao so ist, will ich mir die Situation in Afrika oder Südamerika gar nicht vorstellen.

Sicher ist, daß diese Bilder, vom Süden der Welt aus gesehen, dem Herz wirklich sehr wehtun. Und sie machen denjenigen das Leben sehr schwer, die einerseits jeden Tag islamische Attentate riskieren, wenn sie in die Kirche gehen, und andererseits den protestantischen Proselytismus hautnah erleben, wenn sie die Straße entlang gehen.

Ich hoffe, daß man in Rom versteht: Zu glauben, auf diese Weise den Amazonas zu gewinnen, um zugleich den Rest der Welt zu verlieren… Was für ein Ergebnis.

[Unterschriebener Brief]
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Re: Förderung des Synkretismus durch kirchliche Behörden

Beitrag von Ralf » Mittwoch 23. Oktober 2019, 23:44

Lauralarissa hat geschrieben:
Mittwoch 23. Oktober 2019, 19:10
Ich meine das ausgesprochen ernst. Gehen wir mal davon aus, dass sie wirklich aus tief religiösen Motiven handeln. Dann müssten sie sich in die Nachfolge Jesu und der Propheten stellen.
Du meinst, da es die Bischöfe schon nicht tun, sollten es wenigstens die Laien?
Hier im Kreuzgang-Forum ist es weit verbreitet, Gericht über die Bischöfe als Hirten der Kirche zu halten. Manch einer dünkt sich besonders schlau und autoritativ. Man sollte das nicht allzu ernst nehmen.

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Hanspeter
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Re: Förderung des Synkretismus durch kirchliche Behörden

Beitrag von Hanspeter » Donnerstag 24. Oktober 2019, 08:22

Lauralarissa hat geschrieben:
Mittwoch 23. Oktober 2019, 19:43
taddeo hat geschrieben:
Mittwoch 23. Oktober 2019, 19:35
Lauralarissa hat geschrieben:
Mittwoch 23. Oktober 2019, 19:10
taddeo hat geschrieben:
Mittwoch 23. Oktober 2019, 19:01
Sag mal, so naiv kannst du doch gar nicht sein, wie du tust.
Warum vermummen sich zB die Demonstranten in Hongkong? Wohl weil sie Angst vor einem diktatorischen Regime haben, das sie dafür zur Rechenschaft ziehen könnte, daß sie ihre legitimen Rechte wahrnehmen. - Genau dasselbe werden diese anonymen "Bilderstürmer" auch fürchten, und wohl nicht zu Unrecht. Daß sie vielleicht von der römischen Polizei für den Diebstahl belangt würden, wäre da noch ein geringeres Übel als mögliche Sanktionen seitens der Kirchenbehörden.
Ich meine das ausgesprochen ernst.
Ich meine das auch ausgesprochen ernst, was ich schreibe. Dem Regime eines Papst Franziskus möchte ich nicht in die Finger geraten, wenn er mich (wie du) als "religiös fundamentalistischen Kriminellen" hinstellen könnte. Es gibt immer irgendwelche päpstlichen Hofschranzen, die den vermuteten Willen ihres Herrn brutalstmöglich in die Tat umsetzen würden. Und daß dem Herrn Papst das Kirchenrecht ziemlich schnuppe ist, demonstriert er am laufenden Band.
Ja - das mag deine Wahrnehmung sein. Und aus deiner Sichtweise auch stimmen.
Mir geht es um etwas anderes: Entweder die anonymen Täter haben Mut und stehen zur ihrer Meinung - und nehmen Folgen in Kauf - bis hin zum Tod (in der Nachfolge großer Märtyrer). Oder nicht. Dann sind sie nur anonyme Straftäter. Mehr nicht.
Deine moralische Überheblichkeit ist schwer erträglich.

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Bruder Donald
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Re: Förderung des Synkretismus durch kirchliche Behörden

Beitrag von Bruder Donald » Donnerstag 24. Oktober 2019, 10:06

Weiterhin gibt es Rätselraten, was die umstrittenen Figuren nackter schwangerer Frauen bedeuten, die bei einer Papstzeremonie und in römischen Kirchen aufgetaucht waren. Kommentar von Petra Lorleberg
Tja, würde man eindeutig erklären und sagen, worum es sich bei diesen Holzfiguren handelt, wäre uns der ein oder andere Aufreger erspart geblieben.
Aber neuerdings haben kirchliche Verantwortliche kein Bedürfnis, ihre Schäfchen anständig zu informieren...
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Bruder Donald
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Re: Förderung des Synkretismus durch kirchliche Behörden

Beitrag von Bruder Donald » Donnerstag 24. Oktober 2019, 10:21

Hanspeter hat geschrieben:
Donnerstag 24. Oktober 2019, 08:22
Deine moralische Überheblichkeit ist schwer erträglich.
Unerträglicher ist mehr der eklatante Mangel an Liebe und Respekt der katholischen Kirche, ihrem Glauben und ihrer Tradition gegenüber.

Man stelle sich einmal vor, mit der gleichen Einstellung würde man an Beziehungen/Ehen rangehen.
Warum dürfte/sollte man noch Männer, die fremdgehen, kritisieren? Es ist ein humaner Ausdruck ihrer Liebe, was ist daran falsch? Die betrogenen Frauen sollten sich aber was schämen, dass sie mit ihren intoleranten Vorerdungen nach Exklusivität die liebende Kraft der Männer unterdrücken!
Prüft alles und behaltet das Gute! (1. Thess 5,21)

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