Militärseelsorge

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Grammi
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Militärseelsorge

Beitrag von Grammi »

Angeregt durch ein paar eigene Erfahrungen und eineige Berichte wollte ich hier mal die Frage stellen, wer von euch Erfahrungen zum Thema Militäseelsorge gemacht hat, nicht nur beschränkt auf die offizielle Militärseelsorge, sonder auch diejenige, welche von regulären Geistlichen für Soldaten gewährleistet wird.
Ich selbst hatte ein Mal das große "Vergnügen" an einer Andacht eine Militärseelsorgers teilzunehmen: Die Ansprache war verschwurbelt, die Musik unpassend (Stairway to Heaven ist zwar gut, aber nicht katholisch) und der Rahmen etwas seltsam (Sportplatz).
Im Gegensatz wurde die Andacht vor meinem Feierlichem Gelöbnis von einem Pater des Deutschen Ordens gehalten (noch besser kann man es kaum treffen) und war sehr ansprechend, vor allem, weil dieser keine Probleme damit hatte, auch kritische Themen, bei denen jedem PC-Fanatiker sämtliche Sicherungen durchgebrannt wären (ich sag nur:Gerechter Kampf), zu erläutern.

Was mich ebenfalls sehr berührt, sind die Erzählungen von Soldaten, die im Ausland zum Glauben gefunden haben. Anscheinden gilt wohl wirklich :"In schlechten Zeiten ruft man nach Gott und den Soldaten, sind aber die Zeiten gewandelt, so wird Gott halb vergessen und die Soldaten schlecht behandelt."

Grammi

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incarnata
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Re: Militärseelsorge

Beitrag von incarnata »

Die Militärseelsorge wurde von Menschen eingeführt bei der Gründung der Bundeswehr,die selbst im Krieg
noch erfahren hatten,wie segensreich ihr Wirken in Extremsituationen für den Einzelnen sein kann und zugleich auch als institutionales mahnendes Element ,sich militärische Einsätze wohl zu überlegen.
(Google z.B. mal unter "Gritz" ,einem wichtigen Seelsorger dieser Anfangsphase).
Solange nach Beendigung des kalten Krieges keiner mehr ernstlich damit rechnete ,wirklich eingesetzt zu werden verkam sie etwas zur Staffage und wurde allenfalls bei Unglücksfällen noch bemerkt.Dies hat sich durch das Wiedereintreten in echte kriegerische Auseinandersetzungen grundlegend geändert.Jetzt
sind die Seelsorger in Afghanistan und im Kosovo wichtige,da dienstgradunabhängige und auch mit
Dienstgeheimnis operierende Ansprechpartner für gläubige und ungläubige Soldaten;stecken voll in der
psychologischen und geistlichen Aufarbeitung von Unglücks-Todes und Konfliktfällen und auch nach dem Einsatz in der Betreuung von Angehörigen gefallener oder z.B. psychisch angeschlagener Soldaten.
Gerade dieses praktische Beispiel von fähigen Seelsorgern kann z.B. vorher in Glaubensfragen unbedarfte Ossi-Soldaten zu der Frage führen,woher der Seelsorger die Kraft nimmt,oder warum ein gläubiger Kamerad schlimme Erfahrungen anders verarbeitet. So fangen dann "Bekehrungen" ganz leise an.
Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes wird uns besuchen das aufstrahlende
Licht aus der Höhe.......(Lk1,76)

Grammi
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Re: Militärseelsorge

Beitrag von Grammi »

Und im Feldlager Kundus hat der zuständige Militärpfarrer den Liedtitel :"Eine feste Burg ist unser Gott" sehr wörtlich genommen, dort ist die Kapelle nämlich mit der sicherste Ort, dank geschützter Wände und verstärktem Dach.
Ich denke, dass erfolgreiche Militärseelsorge besonder stark von dem Einsatz der jeweiligen Militärpfarrer abhängt, und damit große Risiken, aber vor allem große Chancen birgt, weil sie Menschen in Extremsituationen Heimat und Geborgenheit geben kann, wo sonst nur feindliches Terrain ist. Viele Soldaten stellen anscheinend fest, dass es gut ist, jemanden auf seiner Seite zu haben, der über allem steht.

Grammi

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