Deutsche Pfarrer-Initiative

Allgemein Katholisches.
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Juergen
Beiträge: 27029
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Deutsche Pfarrer-Initiative

Beitrag von Juergen »

http://www.pfarrer-initiative.org/pfarrerinitiative/
Unser Anliegen in Kurzform:
Mit drängender Sorge sehen wir die Zukunft unserer Gemeinden und unserer priesterlichen Berufung. Wir regen in unserer Kirche eine offene Diskussion über die Zukunft unserer Gemeinden und des Priesteramtes an. Wir freuen uns auf alle, die unsere Sorgen teilen und bereit sind, mit uns nach neuen Lösungen zu suchen.
Gruß Jürgen

Dieser Beitrag kann unter Umständen Spuren von Satire, Ironie und ähnlich schwer Verdaulichem enthalten. Er ist nicht für jedermann geeignet, insbesondere nicht für Humorallergiker. Das Lesen erfolgt auf eigene Gefahr.
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Bernado
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Re: Deutsche Pfarrer-Initiative

Beitrag von Bernado »

Noch so'n Verein.

Ich habe mir mal das zentrale Dokument angeschaut: http://www.pfarrer-initiative.org/pfarr ... ebsite.pdf

Daraus ein par Kostproben:
Wahrheit in der traditionellen Gesellschaft
In der traditionellen Gesellschaft ist Wahrheit absolut und unveränderlich. Sie ist von Gott bestimmt (und dem Menschen mitgeteilt) worden. Wahrheit ist Wahrheit in einem absoluten Sinne. Wahrheit nicht nur für mich, Wahrheit nicht nur in unserer Zeit und keine nur relative Wahrheit! Was Gott gegeben hat ist universal, absolut und bleibend wahr! "So war es eben", wie Walter Cronkite sagt, das war die Art und Weise, wie die Menschen dachten. Wahrheit ist absolut. Sie muss nicht begründet
werden.

Wahrheit in der Postmoderne
Die Postmoderne hat einen völlig anderen Wahrheitsbegriff: Wahrheit – sei es in Wissenschaft, Bildung oder Religion – wird von einer speziellen Kultur oder Gesellschaft geschaffen und ist nur in diesem und für diesen Kulturkreis "wahr". Da Menschen Sprache gebrauchen müssen, um zu denken oder zukommunizieren und Worte willkürliche Bezeichnungen für Dinge und Ideen sind, gibt es keine Möglichkeit, "die Ideen, Tatsachen oder Wahrheiten, die eine Sprache übermittelt, zu bewerten oder zu kritisieren". Jegliches Denken ist ein "soziales System". Das heißt, was wir als »Wahrheiten« betrachten, sind einfach willkürliche "Glaubensauffassungen, auf deren Annahme wir von unserer Gesellschaft konditioniert worden sind, ebenso wie andere auf die Annahme einer völlig anderen Reihe von Glaubensauffassungen konditioniert worden sind". Jedes System oder jede Aussage, die behauptet, objektiv wahr zu sein oder die die Werte, Glaubensauffassungen, Lebensweisen und Wahrheitsansprüche einer anderen Kultur nachteilig beurteilt, ist ein Machtspiel, ein Versuch einer Kultur, über andere Kulturen zu herrschen. Wahrheit wird im Dialog entwickelt oder gefunden.

Wahrheit ist relativ. Wahrheit braucht Argumente.

****
Die Kirche will in der postmodernen Gesellschaft ankommen, sie trauert aber im Grunde immer noch der traditionellen Gesellschaft, dem geschlossenen katholischen Milieu nach. Sie hält in ihrer Bildersprache, im Wahrheitsverständnis und im Autoritätsverständnis an Vorstellungen fest, die der postmodernen Kultur entgegenlaufen.

****
Die Bischöfe merken, dass sie in der Postmoderne ankommen müssten, wenn Kirche auch in zwanzig Jahren noch eine gesellschaftliche Bedeutung in unserem Land haben soll. Sie haben aber nicht den Mut, den Ballast aus der traditionellen Gesellschaft abzuwerfen. Die Spannung aus einer Kirche, die zwar in der Postmoderne lebt, aber an den geistigen Grundlagen der traditionellen Gesellschaft festhält, führt zu Doppelbotschaften und Unglaubwürdigkeit.

****
Die Postmoderne gilt unter Soziologen allgemein als „religionsfreundlich“. Wir haben es uns zu einem guten Teil selbst zuzuschreiben, wenn die Kirche trotzdem als Verlierer der Postmoderne dasteht. Noch haben wir Möglichkeiten. Aber die Zeit drängt. Das Evangelium hat auch Antworten auf die Nöte, Fragen, Ängste und Aporien der postmodernen Generationen. Dass wir versuchen, diese Botschaft auch für sie zu erschließen, das sind wir der Frohen Botschaft, noch mehr aber den Menschen in ihrer Freude und Hoffnung, Trauer und Angst, schuldig.
Der wirft ALLES über Bord, um seinen Platz am Katzentisch zu behalten. Selten so klar zusammengefasst gefunden.
„DIE SORGE DER PÄPSTE ist es bis zur heutigen Zeit stets gewesen, dass die Kirche Christi der Göttlichen Majestät einen würdigen Kult darbringt.“ Summorum Pontificum 2007 (http://www.summorum-pontificum.de/)

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Gallus
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Re: Deutsche Pfarrer-Initiative

Beitrag von Gallus »

Wenn man die Mitgliderliste sieht, dann kann man nur noch sagen: Würzburg, Sie haben ein Problem!

Man könnte ja fast meinen, daß der Breiti dort den Zugang zum Seminar kontrolliert.

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ChrisCross
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Re: Deutsche Pfarrer-Initiative

Beitrag von ChrisCross »

Gallus hat geschrieben:Wenn man die Mitgliderliste sieht, dann kann man nur noch sagen: Würzburg, Sie haben ein Problem!

Man könnte ja fast meinen, daß der Breiti dort den Zugang zum Seminar kontrolliert.
Ne, das geht in Würzburg noch einfacher:
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Ein Anmeldeformular und los geht die Party am Altar.
Tu excitas, ut laudare te delectet, quia fecisti nos ad te et inquietum est cor nostrum, donec requiescat in te.
Augustinus Conf. I. 1

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ChrisCross
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Registriert: Freitag 22. April 2011, 23:28

Re: Deutsche Pfarrer-Initiative

Beitrag von ChrisCross »

Die deutsche Pfarrer-Initiative hat geschrieben:..., dass nicht einmal 45% der Deutschen Vertrauen in die katholische Kirche haben.
Wen wundert das bei bundesweit 30% Katholiken?

Wer den Text aber einmal überfliegt, wird noch viel mehr Schwachsinn finden, als es Bernado schon zitiert hat.
Tu excitas, ut laudare te delectet, quia fecisti nos ad te et inquietum est cor nostrum, donec requiescat in te.
Augustinus Conf. I. 1

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