Wiederverheiratete, Eucharistie und Eheverständnis

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Niels
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Wiederverheiratete, Eucharistie und Eheverständnis

Beitrag von Niels » Mittwoch 31. August 2011, 13:47

"Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz Robert Zollitsch, 73, rechnet mit Reformen seiner Kirche im Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen": http://www.zeit.de/vorabmeldungen/neu-i ... it/seite-4
(...) . „Ich glaube, dass wir in der Frage der wiederverheirateten Geschiedenen weiterkommen werden – zu meinen Lebzeiten.“ (...) Zollitsch nannte namentlich Bundespräsident Christian Wulff, der katholisch und nach einer Scheidung zum zweiten Mal verheiratet ist. „Er ist für mich ein Katholik, der seinen Glauben lebt und darunter leidet, wie die Situation ist.“ (...)
Der Vorsitzende der Bischofskonferenz bekannte gelegentlichen Unmut über das schleppende Tempo von Veränderungen in der Kirche: „Ich laufe auch manchmal Gefahr, müde zu werden, und denke: Warum geht es nicht schneller?“ So gebe es in Rom Kreise, „die wittern gleich den Glaubensabfall, wenn wir in Deutschland etwas kontroverser diskutieren.“ (...)
Nolite timere pusillus grex, quia complacuit Patri vestro dare vobis regnum.

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Melody
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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen"

Beitrag von Melody » Mittwoch 31. August 2011, 14:09

Hoffentlich schafft man zum Papstbesuch nicht vollendete Tatsachen, und plötzlich steht Herr Wulff vor dem Papst und hält zum Kommunionempfang die Hand auf... in diesem Land muss man wohl mit allem rechnen... :(

Und dann war's am Ende wieder ein bedauerliches Versehen...
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ar26
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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen"

Beitrag von ar26 » Mittwoch 31. August 2011, 15:36

Der Artikel über EB Zollitschs angebliche (oder besser mutmaßliche) Thesen ist ein Brechmittel.
...bis nach allem Kampf und Streit wir dich schaun in Ewigkeit!

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Gamaliel
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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen"

Beitrag von Gamaliel » Mittwoch 31. August 2011, 16:04

Niels hat geschrieben:"Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz Robert Zollitsch, 73, rechnet mit Reformen seiner Kirche im Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen": http://www.zeit.de/vorabmeldungen/neu-i ... it/seite-4
Da zitiere ich gern einmal Kardinal Ratzinger:
Quelle hat geschrieben:Jeden Tag entstehen neue Sekten, und dabei tritt ein, was der hl. Paulus über den Betrug unter den Menschen und über die irreführende Verschlagenheit gesagt hat (vgl. Eph 4,14). Einen klaren Glauben nach dem Credo der Kirche zu haben, wird oft als Fundamentalismus abgestempelt, wohingegen der Relativismus, das sich »vom Windstoß irgendeiner Lehrmeinung Hin-und-hertreiben-lassen«, als die heutzutage einzige zeitgemäße Haltung erscheint. Es entsteht eine Diktatur des Relativismus, die nichts als endgültig anerkennt und als letztes Maß nur das eigene Ich und seine Gelüste gelten läßt.

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ChrisCross
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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen"

Beitrag von ChrisCross » Mittwoch 31. August 2011, 16:06

Zum Glück muss er in zwei Jahren seinen Rücktritt einreichen.
Tu excitas, ut laudare te delectet, quia fecisti nos ad te et inquietum est cor nostrum, donec requiescat in te.
Augustinus Conf. I. 1

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Edi
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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen"

Beitrag von Edi » Mittwoch 31. August 2011, 16:20

Der Zöllner wäre für mich als Bischof untragbar. Faselt herum von Barmherzigkeit, aber denkt nicht im Traum daran, dass Barmherzigkeit und Versöhnung auch in der Ehe ein grosse Rolle spielen müssen, erst recht, wenn es mal brennt. Dieser hohle Bürokrat, der offenbar null seelsorgerliche Erfahrung ist, hat doch gar nichts vom Glauben verstanden.
Im übrigen hat der Türkenwulff m.W. seine Frau verlassen und nicht umgekehrt. Aber er leidet ja angeblich so "unsäglich" daran, dass er nicht mehr kommunizieren darf.

Warum müht sich die Kirche nicht mehr, Ehen, die am Zerbrechen sind wieder zu heilen. Das geht nämlich auch, wenn man Gottes Hilfe in Anspruch nimmt. dafür gibt es genug Beispiele. Naürlich müssen die Ehepartner auch zu einer Versöhnung bereit sein.
Es lebt der Mensch im alten Wahn.
Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
der Irrtum findet immer freie Bahn,
die Wahrheit aber muss die Bahn sich brechen.

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Gallus
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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen"

Beitrag von Gallus » Mittwoch 31. August 2011, 16:34

Edi hat geschrieben:Warum müht sich die Kirche nicht mehr, Ehen, die am Zerbrechen sind wieder zu heilen. Das geht nämlich auch, wenn man Gottes Hilfe in Anspruch nimmt. dafür gibt es genug Beispiele. Naürlich müssen die Ehepartner auch zu einer Versöhnung bereit sein.
Da geht man in Freiburg eher einen anderen Weg: http://www.ordinariat-freiburg.de/582..html

:traurigtaps:

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Melody
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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen"

Beitrag von Melody » Mittwoch 31. August 2011, 16:36

Edi hat geschrieben:Im übrigen hat der Türkenwulff m.W. seine Frau verlassen und nicht umgekehrt. Aber er leidet ja angeblich so "unsäglich" daran, dass er nicht mehr kommunizieren darf.
Ja, er hatte die Bekanntgabe der Trennung von seiner Frau ja zeitgleich mit der Neuvorstellung seiner Geliebten verknüpft...
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Gallus
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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen"

Beitrag von Gallus » Mittwoch 31. August 2011, 16:42

ar26 hat geschrieben:Der Artikel über EB Zollitschs angebliche (oder besser mutmaßliche) Thesen ist ein Brechmittel.
Er spricht nur aus, was eine Mehrheit in der DBK denkt. Immerhin ist er ehrlich.

Die Krise der Kirche im deutschsprachigen Raum geht solange weiter, wie die Zahl der romtreuen, durchsetzungsfähigen, zum offensiven Eintreten für den katholischen Glauben bereiten Bischöfe an einer Hand abzählbar ist. Ich glaube, dieses ganze Professoren- und Bürokratenbischofstum ist mit wenigen Ausnahmen fürchterlich gescheitert. Man sollte Bischöfe nicht mehr von Lehrstühlen wegberufen, sondern ausschließlich im ganz normalen Gemeindealltag bewährte Seelsorger wählen.

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Edi
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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen"

Beitrag von Edi » Mittwoch 31. August 2011, 16:48

Melody hat geschrieben:
Edi hat geschrieben:Im übrigen hat der Türkenwulff m.W. seine Frau verlassen und nicht umgekehrt. Aber er leidet ja angeblich so "unsäglich" daran, dass er nicht mehr kommunizieren darf.
Ja, er hatte die Bekanntgabe der Trennung von seiner Frau ja zeitgleich mit der Neuvorstellung seiner Geliebten verknüpft...
Und das alles wird beim Zöllner dann unter "Barmherzigkeit" verbucht. Entschuldigung, aber solche Bischofsflaschen gehören in Frührente geschickt, das ist doch unsäglich.
Hoffentlich kommt mal eines Tages ein anderer Papst, der solche Leute nicht lange duldet. Prophezeiht ist das ja von jemand, ich weiss nur nicht, ob es diese Prophetie echt ist.
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Edi
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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen"

Beitrag von Edi » Mittwoch 31. August 2011, 16:51

Gallus hat geschrieben:. Man sollte Bischöfe nicht mehr von Lehrstühlen wegberufen, sondern ausschließlich im ganz normalen Gemeindealltag bewährte Seelsorger wählen.
Wie recht du hast. Wenn ich es richtig sehe, war der einzige deutsche Bischof, der langjährige seelsorgerliche Erfahrung als Stadtpfarrer hatte, der später abgesägte Bischof Mixa.

Den bewährten Pfarrer Wagner aus Österreich hat man auch abgesägt, sonst wäre er immerhin Weihbischof geworden. Die Kirche gräbt sich mit den heutigen deutschen und deutschsprachigen Bischöfen ihr eigenes Grab in diesen unseren Landen.
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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen"

Beitrag von lifestylekatholik » Mittwoch 31. August 2011, 18:58

Niels hat geschrieben:
(...) . „Ich glaube, dass wir in der Frage der wiederverheirateten Geschiedenen weiterkommen werden – zu meinen Lebzeiten.“ (...) Zollitsch nannte namentlich Bundespräsident Christian Wulff, der katholisch und nach einer Scheidung zum zweiten Mal verheiratet ist. „Er ist für mich ein Katholik, der seinen Glauben lebt und darunter leidet, wie die Situation ist.“ (...)
Der Vorsitzende der Bischofskonferenz bekannte gelegentlichen Unmut über das schleppende Tempo von Veränderungen in der Kirche: „Ich laufe auch manchmal Gefahr, müde zu werden, und denke: Warum geht es nicht schneller?“ So gebe es in Rom Kreise, „die wittern gleich den Glaubensabfall, wenn wir in Deutschland etwas kontroverser diskutieren.“ (...)
Ha, schwätz kcho Dräck! :vogel:
»Was muß man denn in der Kirche ›machen‹? In den Gottesdienſt gehen und beten reicht doch.«

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Gamaliel
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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen"

Beitrag von Gamaliel » Mittwoch 31. August 2011, 21:42

Msgr. Zollitsch sollte sich gelegentlich über die Haltung der Kirche kundigmachen. Ein Besuch auf der Homepage des Vatikans wäre ein guter Anfang.


http://www.vatican.va/roman_curia/congr ... ed_ge.html
SCHREIBEN AN DIE BISCHÖFE DER KATHOLISCHEN KIRCHE
ÜBER DEN KOMMUNIONEMPFANG VON WIEDERVERHEIRATETEN GESCHIEDENEN GLÄUBIGEN
(14. September 1994)
Daraus:
Wenn Geschiedene zivil wiederverheiratet sind, befinden sie sich in einer Situation, die dem Gesetz Gottes objektiv widerspricht. Darum dürfen sie, solange diese Situation andauert, nicht die Kommunion empfangen.

Diese Norm hat nicht den Charakter einer Strafe oder irgendeiner Diskriminierung der wiederverheirateten Geschiedenen, sie bringt vielmehr eine objektive Situation zum Ausdruck, die als solche den Hinzutritt zur heiligen Kommunion unmöglich macht: »Sie stehen insofern selbst ihrer Zulassung im Weg, als ihr Lebensstand und ihre Lebensverhältnisse in objektivem Widerspruch zu jenem Bund der Liebe zwischen Christus und der Kirche sind, den die Eucharistie sichtbar und gegenwärtig macht. Darüber hinaus gibt es noch einen besonderen Grund pastoraler Natur: Ließe man solche Menschen zur Eucharistie zu, bewirkte dies bei den Gläubigen hinsichtlich der Lehre der Kirche über die Unauflöslichkeit der Ehe Irrtum und Verwirrung«.
Und ganz besonders für Erzb. Zollitsch hat der frühere Kardinal Ratzinger festgehalten:
6. Gläubige, die wie in der Ehe mit einer Person zusammenleben, die nicht ihre rechtmäßige Ehegattin oder ihr rechtmäßiger Ehegatte ist, dürfen nicht zur heiligen Kommunion hinzutreten. Im Falle, daß sie dies für möglich hielten, haben die Hirten und Beichtväter wegen der Schwere der Materie und der Forderungen des geistlichen Wohls der betreffenden Personen und des Allgemeinwohls der Kirche die ernste Pflicht, sie zu ermahnen, daß ein solches Gewissensurteil in offenem Gegensatz zur Lehre der Kirche steht. Sie müssen diese Lehre zudem allen ihnen anvertrauten Gläubigen in Erinnerung rufen.

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cantus planus
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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen"

Beitrag von cantus planus » Mittwoch 31. August 2011, 22:50

lifestylekatholik hat geschrieben:
Niels hat geschrieben:
(...) . „Ich glaube, dass wir in der Frage der wiederverheirateten Geschiedenen weiterkommen werden – zu meinen Lebzeiten.“ (...) Zollitsch nannte namentlich Bundespräsident Christian Wulff, der katholisch und nach einer Scheidung zum zweiten Mal verheiratet ist. „Er ist für mich ein Katholik, der seinen Glauben lebt und darunter leidet, wie die Situation ist.“ (...)
Der Vorsitzende der Bischofskonferenz bekannte gelegentlichen Unmut über das schleppende Tempo von Veränderungen in der Kirche: „Ich laufe auch manchmal Gefahr, müde zu werden, und denke: Warum geht es nicht schneller?“ So gebe es in Rom Kreise, „die wittern gleich den Glaubensabfall, wenn wir in Deutschland etwas kontroverser diskutieren.“ (...)
Ha, schwätz kcho Dräck! :vogel:
Es ist schon bemerkenswert, sich darüber aufzuregen, wenn man Glaubensabfall dort kritisiert, wo Glaubensabfall ist. Wie schon öfter gilt auch hier: es wäre für Zollitsch und die Kirche in Deutschland oft besser, er würde vor dem Allerheiligsten im Freiburger Münster knien, als den Mund gegenüber der Presse aufzumachen.

Immerhin bestätigt sich einmal mehr, dass alle negativen Ahnungen und Befürchtungen über die angestrebte Umstrukturierung der Kirche vollkommen zutreffend sind - mögen die Bewahrer des Glaubens dafür auch zehnmal mit der Schismen-Keule verdroschen werden.
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Edi
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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen"

Beitrag von Edi » Mittwoch 31. August 2011, 23:04

cantus planus hat geschrieben:
lifestylekatholik hat geschrieben:
Niels hat geschrieben:
(...) . „Ich glaube, dass wir in der Frage der wiederverheirateten Geschiedenen weiterkommen werden – zu meinen Lebzeiten.“ (...) Zollitsch nannte namentlich Bundespräsident Christian Wulff, der katholisch und nach einer Scheidung zum zweiten Mal verheiratet ist. „Er ist für mich ein Katholik, der seinen Glauben lebt und darunter leidet, wie die Situation ist.“ (...)
Der Vorsitzende der Bischofskonferenz bekannte gelegentlichen Unmut über das schleppende Tempo von Veränderungen in der Kirche: „Ich laufe auch manchmal Gefahr, müde zu werden, und denke: Warum geht es nicht schneller?“ So gebe es in Rom Kreise, „die wittern gleich den Glaubensabfall, wenn wir in Deutschland etwas kontroverser diskutieren.“ (...)
Ha, schwätz kcho Dräck! :vogel:
Es ist schon bemerkenswert, sich darüber aufzuregen, wenn man Glaubensabfall dort kritisiert, wo Glaubensabfall ist. Wie schon öfter gilt auch hier: es wäre für Zollitsch und die Kirche in Deutschland oft besser, er würde vor dem Allerheiligsten im Freiburger Münster knien, als den Mund gegenüber der Presse aufzumachen.
Damit hat lifestyle doch sicher den Bischof gemeint und nicht den Niels.

Es ist gut und richtig, dass die Kirche hierarchisch aufgebaut ist. Aber wehe, wenn die Hierarchen gewaltig schief liegen, dann juckt sie auch aufgrund ihres Amtes, das ihnen keiner nehmen kann, auch berechtige Kritik nicht im Mindesten und sie machen weiter mit ihrer immerwährenden Anpassung an den Zeitgeist. Leider kann man sich bei der übergeordneten Behörde über sie auch nicht beschweren, bzw. wenn, bleibt das fruchtlos.
Warum regelt man das in der Kirche nicht wie bei Firmen? Wer sich auf Dauer als verantwortlicher Mitarbeiter nicht bewährt und ständig gegen die Geschäftsleitung agiert, der war die längste Zeit in seinem Job.
Zuletzt geändert von Edi am Mittwoch 31. August 2011, 23:17, insgesamt 1-mal geändert.
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cantus planus
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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen"

Beitrag von cantus planus » Mittwoch 31. August 2011, 23:05

Ja. Das ist doch vollkommen klar...?! :achselzuck:

Ich meinte ja auch den Bischof, und nicht den Lifestyle. ;D
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Edi
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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen"

Beitrag von Edi » Mittwoch 31. August 2011, 23:18

cantus planus hat geschrieben:Ja. Das ist doch vollkommen klar...?! :achselzuck:

Ich meinte ja auch den Bischof, und nicht den Lifestyle. ;D
Achso, da hab ich aber was falsch verstanden, entschuldige bitte.
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Pilger
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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen"

Beitrag von Pilger » Donnerstag 1. September 2011, 01:17

Niels hat geschrieben:"Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz Robert Zollitsch, 73, rechnet mit Reformen seiner Kirche im Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen": http://www.zeit.de/vorabmeldungen/neu-i ... it/seite-4
(...) . „Ich glaube, dass wir in der Frage der wiederverheirateten Geschiedenen weiterkommen werden – zu meinen Lebzeiten.“ (...) Zollitsch nannte namentlich Bundespräsident Christian Wulff, der katholisch und nach einer Scheidung zum zweiten Mal verheiratet ist. „Er ist für mich ein Katholik, der seinen Glauben lebt und darunter leidet, wie die Situation ist.“ (...)
Der Vorsitzende der Bischofskonferenz bekannte gelegentlichen Unmut über das schleppende Tempo von Veränderungen in der Kirche: „Ich laufe auch manchmal Gefahr, müde zu werden, und denke: Warum geht es nicht schneller?“ So gebe es in Rom Kreise, „die wittern gleich den Glaubensabfall, wenn wir in Deutschland etwas kontroverser diskutieren.“ (...)

Mann o Mann, immer wenn man glaubt jetzt beginnt ein neuer Aufbruch, grätscht ein deutscher Erzbischof dazwischen und läßt "seiner" selbst entfundenen Weisheit in der Presse freien lauf. Wie schon verlinkt ist die von Erzbischof Robert Zollitsch aufgeworfene Frage seit langer Zeit durch das römische Lehramt beantwortet. (wiederverheirateten Geschiedenen - Wenn Geschiedene zivil wiederverheiratet sind, befinden sie sich in einer Situation, die dem Gesetz Gottes objektiv widerspricht. Darum dürfen sie, solange diese Situation andauert, nicht die Kommunion empfangen. - also ein absolutes no go - SCHREIBEN AN DIE BISCHÖFE DER KATHOLISCHEN KIRCHE ÜBER DEN KOMMUNIONEMPFANG VON WIEDERVERHEIRATETEN GESCHIEDENEN GLÄUBIGEN (14. September 1994) PUNKT

Glaubensabfall, in Deutschland?

Bei einen sonntäglichen Gottesdienstbesuch von 5 %- 15 % manchmal auch noch 2 % aller katholisch getauften wäre es blanker Hohn und Spott, einen Glaubensabfall in Duetschland nur zu wittern, der Glaubensabfall in Deutschland hat sich mehr oder weniger bereits nahezu vollständig vollzogen. In vielen Pfarrgemeinden gibt es nur noch kleine oder kleinste Gruppen und Grüppchen, die den katholischen Glauben leben oder zumindest ernsthaft versuchen nach der katholischen Lehre zu leben. Stört der geringe sonntägliche Gottesdienstbesuch den Herrn Erzbischof Robert Zollitsch? Stört den Herrn Erzbischof Robert Zollitsch die Überalterung der Gottesdienstbesucher? Stört den Herrn Erzbischof Robert Zollitsch die leeren Bänke in der Kirche? Stört den den Herrn Erzbischof Robert Zollitsch das nur noch kleinste Gruppen und Grüppchen gibt, die den katholischen Glauben leben oder zumindest ernsthaft versuchen nach der katholischen Lehre zu leben? Ich habe davon noch nichts gehört oder gelesen. Aber die Frage der Kommunionzulassung der wiederverheirateten Geschiedenen brennt den Herrn Erzbischof Robert Zollitsch und vor allem dem Zeitgeist der Medien auf den Nägeln.

Also ich lese die Stellungnahme des Herrn Erzbischof Robert Zollitsch kurz vor dem Besuch des Heiligen Vater des Vicarius Iesu Christi mit großer Sorge und Enttäuschung, der Herr Erzbischof Robert Zollitsch wird sich wohl oder übel damit abfinden müssen, das es in der una sancta catholica et apostolica ecclesia Fragen gibt, die nicht mit einen "geht noch nicht" sondern mit einen "geht niemals" beantwortet werden. Wer das nicht akzeptieren kann oder möchte ist von akuten Glaubensabfall bedroht.

In Rom gibt es keine "merkwürdigen Kreise" sondern ein katholisches Lehramt und einen Vicarius Iesu Christi, dem der Herr Erzbischof Robert Zollitsch gehorsam gelobt hat. Es wäre wohl besser, wenn der Herr Erzbischof Robert Zollitsch mehr beten als Presseinterviews geben würde. (Ich denke dabei auch noch an das völlig entgleiste Sozialwort der deutschen Bischöfe)
Zuletzt geändert von Pilger am Donnerstag 1. September 2011, 01:41, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen"

Beitrag von Pilger » Donnerstag 1. September 2011, 01:30

Melody hat geschrieben:Hoffentlich schafft man zum Papstbesuch nicht vollendete Tatsachen, und plötzlich steht Herr Wulff vor dem Papst und hält zum Kommunionempfang die Hand auf... in diesem Land muss man wohl mit allem rechnen... :(

Und dann war's am Ende wieder ein bedauerliches Versehen...
Eher unwahrscheinlich bei Messen des heiligen Vaters wird seit Weihnachten 2010 generell nur mehr Mundkommunion gespendet
2010 Päpstliche Liturgiereform: Bei Papstmessen generell nur mehr Mundkommunion

Ich hoffe das den Heiigen Vater eine derat komplizierte Situation erspart bleibt und Herr Wulff im Gehrsam gegenüber des Lehramts der katholischen Kirche auf den Empfang der Kommunion verzichtet und stattdessen den Empfang der geistigen Kommunion annimmt.
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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen"

Beitrag von Gamaliel » Donnerstag 1. September 2011, 07:11

Pilger hat geschrieben:Ich hoffe das den Heiigen Vater eine derat komplizierte Situation erspart bleibt...
Die Situation ist gar nicht kompliziert. Als öffentlichem Sünder ist Hr. Wulff schlicht die Kommunion zu verweigern, falls er es wagen sollte sich in die Reihe der Kommunikanten einzuordnen.
(Praktischerweise kann der Papst dem "Problem" ganz leicht und dezent aus dem Weg gehen, indem er bereits im vorhinein dafür sorgt, daß Hr. Wulff nicht in die Gruppe jener Kommunikanten aufgenommen wird, die von ihm die Kommunion empfangen wird.)

Pilger hat geschrieben:...und Herr Wulff im Gehrsam gegenüber des Lehramts der katholischen Kirche auf den Empfang der Kommunion verzichtet...
Zu verzichten gibt es da gar nichts, da der Mann aktuell überhaupt kein Recht zum Kommunionempfang hat.

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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen"

Beitrag von ottaviani » Donnerstag 1. September 2011, 09:02

Melody hat geschrieben:Hoffentlich schafft man zum Papstbesuch nicht vollendete Tatsachen, und plötzlich steht Herr Wulff vor dem Papst und hält zum Kommunionempfang die Hand auf... in diesem Land muss man wohl mit allem rechnen... :(

Und dann war's am Ende wieder ein bedauerliches Versehen...
Natürlich wird der Hl. Vater die Handkommunion spenden wäre ja nicht das erste mal
Beim Deutschlandbesuch des Papstes 1980 wurde ganz bewußt einer der Kommunikaten instruiert die Handkommunion zu verlangen Papst Johannes Paul II hat so erstmal öffentlich die Handkommunion gespendet on
b das freilich der Bundespräsident oder sonst wer ist ist egal

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Moser
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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen"

Beitrag von Moser » Donnerstag 1. September 2011, 10:58

Es steht außer Frage, dass eine Scheidung immer das allerletzte Mittel sein sollte. Und ich glaube auch, dass sich viele Paare heute vorschnell zur Scheidung entschließen, als erstmal zu versuchen, ihre Probleme zu lösen, mir den bekannten Folgen für alle Beteiligten, insbesondere Kinder.

Und wie das ganze bei Herrn Wulff gelaufen ist, war natürlich auch fragwürdig.
Margot Käßmann hat geschrieben: Wenn zwei um ihre Ehe gerungen haben, alles tun wollten, um ihrem Eheversprechen gerecht zu werden, aber dann doch sagen müssen: Wir wachsen nicht mehr aneinander, wir machen uns nur noch das Leben schwer - und sich trennen, dann tut das auch heute weh. Außenstehende können das traurig finden, müssen es aber akzeptieren. Was ich in keiner Weise nachvollziehen kann, ist, daß mitten in so einem Prozeß ganz schnell und ganz plötzlich eine neue Partnerin öffentlich präsentiert wird, als sei nichts gewesen, einfach die eine Frau durch die andere ersetzt wird, bevor wirklich eine Trennung, geschweige denn eine Scheidung stattgefunden hat. Da gibt es für mich Schamgrenzen und Anstandsfristen, da geht es um die Verletzung von Gefühlen und auch um die Würde aller Beteiligten."

http://www.kath.net/detail.php?id=1468
Soweit so einig.
Nur kann ich nicht nachvollziehen warum daraus notwendigerweise folgen soll, dass man dann die Wiederverheirateten nicht zur Kommunion/Abendmahl zulassen dürfte. Dass Jesus Scheidung und Ehebruch nicht gutgeheißen hat, ist auch klar. Aber die Kirche kann trotzdem nicht sagen: "Wir bestimmen was Sünde ist und wir bestimmen was daraus für Verhaltensregeln folgen sollen". Man bedenke: Jesus hat sogar Judas, von dem er genau wusste was er danach tun würde, zum Abendmahl zugelassen. Und Petrus, von dem er genau wusste dass er ihn darauf verleugnen würde. All die anderen, von denen er wusste dass sie davonlaufen und sich verstecken würden.
Was ich damit sagen will: Das Abendmahl ist die wohl innigste Beziehung, die zwischen Mensch und Gott zustande kommen kann. Und ob jemand diese eingehen möchte oder nicht, das soll jeder für sich entscheiden. Ich habe bisher noch kein evangelisches Abendmahl erlebt, bei dem nicht jemand sitzengeblieben wäre und nicht teilgenommen hätte. Aus welchen Gründen, weiss ich nicht. Aber er wird gute gehabt haben und für diese Entscheidung brauchte er die Kirche nicht, die ihm sagt wann er darf und wann nicht.
Aber ich kaue hier nur altbekannte evangelische Ansichten wieder, die ihr nicht übernehmen, aber so doch wenigstens bedenken sollt.

Für Herrn Wulff gibt es also doch noch eine Lösung: http://www.evangelisch.de/kompass/evangelischwerden :-)

Noch eine Bemerkung: Bei kath.net habe ich in einem Kommentar einen Satz gefunden, den ich als problematisch ansehe:

„Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz offenbart eine Schwäche wie sie heute vielfach anzutreffen ist, nämlich nicht systemisch, sondern immer nur von den armen Betroffenen her zu denken“.

Genau andersrum wird ein Schuh draus: Wir müssen von den Betroffenen her denken.

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cantus planus
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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen"

Beitrag von cantus planus » Donnerstag 1. September 2011, 11:07

Moser hat geschrieben:Aber die Kirche kann trotzdem nicht sagen: "Wir bestimmen was Sünde ist und wir bestimmen was daraus für Verhaltensregeln folgen sollen".
Ach? Und wie war das mit der Gewalt, auf Erden zu binden, was auch im Himmel gebunden sein soll? Hat Jesus sich da geirrt?
Moser hat geschrieben:Man bedenke: Jesus hat sogar Judas, von dem er genau wusste was er danach tun würde, zum Abendmahl zugelassen. Und Petrus, von dem er genau wusste dass er ihn darauf verleugnen würde. All die anderen, von denen er wusste dass sie davonlaufen und sich verstecken würden.
Der Chef hat immer andere Vollmachten als sein Stellvertreter und seine Nachfolger.
Moser hat geschrieben:Was ich damit sagen will: Das Abendmahl ist die wohl innigste Beziehung, die zwischen Mensch und Gott zustande kommen kann. Und ob jemand diese eingehen möchte oder nicht, das soll jeder für sich entscheiden.
Und wie steht es mit der Warnung des Apostels, sich bei unwürdiger Teilnahme das Gericht zu essen...?
Moser hat geschrieben:Ich habe bisher noch kein evangelisches Abendmahl erlebt, bei dem nicht jemand sitzengeblieben wäre und nicht teilgenommen hätte. Aus welchen Gründen, weiss ich nicht. Aber er wird gute gehabt haben und für diese Entscheidung brauchte er die Kirche nicht, die ihm sagt wann er darf und wann nicht.
Jaja... altbackener Aufklärungsirrtum in Reinform: der aufgeklärte Mensch braucht die Kirche nur um der rituellen Form willen. Alles andere kann er selber...
Moser hat geschrieben:Aber ich kaue hier nur altbekannte evangelische Ansichten wieder, die ihr nicht übernehmen, aber so doch wenigstens bedenken sollt.
Und ich habe dir schon einmal gesagt, du solltest dich fortbilden, was die protestantischen Gemeinschaften wirklich lehren. Und nicht nur das zeitgeistige, evangeliumsvergessene Pseudolehramt von Leuten wie Käßmann und Schneider wahrnehmen.
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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen"

Beitrag von lifestylekatholik » Donnerstag 1. September 2011, 11:08

Moser hat geschrieben:Es steht außer Frage, dass eine Scheidung immer das allerletzte Mittel sein sollte. … Soweit so einig.
Nein. Soweit uneinig. Scheidung ist überhaupt kein Mittel. Eine Ehe kann nicht geschieden werden.

Wenn ein Ehepartner dann mit einem fremden Mann oder einem fremden Weib zusammenlebt, lebt er in öffentlicher Sünde.
Moser hat geschrieben:Nur kann ich nicht nachvollziehen warum daraus notwendigerweise folgen soll, dass man dann die Wiederverheirateten nicht zur Kommunion/Abendmahl zulassen dürfte.
Öffentliche Sünder können den Leib des Herrn nicht empfangen.
»Was muß man denn in der Kirche ›machen‹? In den Gottesdienſt gehen und beten reicht doch.«

civilisation
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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen"

Beitrag von civilisation » Donnerstag 1. September 2011, 11:12

Nur am Rande erwähnenswert:

Der versprengte Haufen der kirchenfeindlichen Alt68er-Generation und überalterten WsK-Aktivisten und -innen hat (mit einiger Verspätung) einen eigenen Dialogprozess gestartet. Darin soll u.a. auch in einem Forum und moderierten Blog diskutiert werden, frei nach dem Motto
Gestalten Sie die neue Wirklichkeit mit!
Untermauert wird das mit einem Zitat von Dom Helder Camara:
Wenn eine/r alleine träumt, ist es nur ein Traum.
Wenn viele gemeinsam träumen,
dann ist das der Beginn einer neuen Wirklichkeit.
:/ :roll:


Der Link zu dem noch recht leeren Forum und Blog:
http://www.vision-glauben-22.de/

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Moser
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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen"

Beitrag von Moser » Donnerstag 1. September 2011, 11:21

lifestylekatholik hat geschrieben:Nein. Soweit uneinig. Scheidung ist überhaupt kein Mittel. Eine Ehe kann nicht geschieden werden.
Doch. Nachdem die Ehe ein "weltlich Ding" ist, schon (nicht Deine Auffassung, ich weiß. Aber sie ist bei uns nicht ohne Grund kein Sakrament).
lifestylekatholik hat geschrieben: Öffentliche Sünder können den Leib des Herrn nicht empfangen.
Das sagt das "Lehramt", das aber seinerseits wieder nur aus Menschen besteht. Ob Gott derselben Meinung ist, wissen wir nicht.
cantus planus hat geschrieben: Und wie steht es mit der Warnung des Apostels, sich bei unwürdiger Teilnahme das Gericht zu essen...?
Dieses Zitat kann ich langsam nicht mehr hören, denn damit könnte man alle Eure Vorschriften bzgl. der Kommunion begründen , wie's grad in den Kram passt.
Was ist denn "unwürdig"? Wer definiert das? Wieder wir Meschen. Siehe oben.
cantus planus hat geschrieben: Und ich habe dir schon einmal gesagt, du solltest dich fortbilden, was die protestantischen Gemeinschaften wirklich lehren. Und nicht nur das zeitgeistige, evangeliumsvergessene Pseudolehramt von Leuten wie Käßmann und Schneider wahrnehmen.
Ich denke nicht, das es eine Landeskirche gibt in der die von mir vertretene Auffassung nicht Konsens wäre.

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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen"

Beitrag von lifestylekatholik » Donnerstag 1. September 2011, 11:25

Moser hat geschrieben:
lifestylekatholik hat geschrieben:Nein. Soweit uneinig. Scheidung ist überhaupt kein Mittel. Eine Ehe kann nicht geschieden werden.
Doch. Nachdem die Ehe ein "weltlich Ding" ist, schon (nicht Deine Auffassung, ich weiß. Aber sie ist bei uns nicht ohne Grund kein Sakrament).
Moser, warum schiebst du eigentlich hier immer wieder deine protestantischen Ansichten unter? Du bist hier in einem katholischen Forum, sogar im speziell katholischen Unterforum. Der katholische Glaube wurde dir jetzt auch in diesem Punkte noch einmal dargelegt.

Dazu passend:
Kreuzfährten hat geschrieben:Die ganze Formulierung „Wiederverheiratet-Geschiedene“ ist an sich schon nicht in Einklang mit der Lehre der Kirche zu bringen. Da die Ehe ein unauflösliches Band zwischen Ehemann und Ehefrau konstituiert, ist eine echte Scheidung nicht möglich. Die Unauflöslichkeit gehört zur Natur der Ehe, also kann man sie nicht auflösen. Es gibt keine „Geschiedenen“, nur Ehebrecher. Es gibt keine „Wiederverheirateten“, nur Konkubinen. Wer von seinem Ehepartner ohne seine Schuld verlassen und dann zivilrechtlich auf der Basis ungerechter Scheidungsgesetze in den meisten westlichen Ländern geschieden wird, der kann natürlich nichts dafür. Aber er ist IMMER NOCH verheiratet, da es keine Scheidung gibt. Er ist immer noch zu einem Fleisch mit seinem Ehepartner verbunden. Weitere sexuelle Beziehungen sind daher immer Ehebruch, eine schwere Sünde, und zwar auch dann, wenn es eine zivilrechtlich geschlossene „Ehe“ mit einer anderen Person gibt. Durch den Bestand dieser „Ehe“ gibt die beteiligte, zivilrechtlich geschiedene Person zu erkennen, dass sie in schwerer Sünde zu verharren und zu leben wünscht. Diesem Wunsche ist daher auch grundsätzlich bei der Zulassung zur Kommunion zu berücksichtigen. Für den Empfang der Kommunion im Stande schwerer Sünde gilt das Wort des Paulus.

Die „Zulassung von Wiederverheiratet-Geschiedenen zur Kommunion“ ist daher, in klares, einfaches Deutsch übersetzt, nichts anderes als: Die Entweihung des Leibes unseres Herrn zwecks Besänftigung absichtlich in schwerer Sünde lebender, gewohnheitsmäßiger Ehebrecher. […] Denn die Ehe ist wirklich unauflöslich, Ehebruch wirklich eine schwere Sünde, die Kommunion wirklich der Empfang des Leibes unseres Herrn. […]

Der schwierige Teil in der Debatte um die Zulassung von „Wiederverheiratet-Geschiedenen“ und anderen in schwerer Sünde persistierenden Menschen ist nicht so sehr die inhaltliche Frage – die ist vollkommen klar. Es ist die Vermittlung dieser Wahrheit, die Einfühlungsvermögen und „pastoralen“ Umgang erfordert, aber eben ZUSÄTZLICH zu einer festen, klaren, katholischen Haltung in der Sache.
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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen"

Beitrag von Melody » Donnerstag 1. September 2011, 11:37

Ich kann mich Stylie da nur anschließen, Moser, und ich finde das wirklich absolut unerhört, was Du hier [Punkt]

Deine Verblendung in allen Ehren, aber ich war im Gegensatz offenbar zu Dir schon als Protestant in der Lage, die Bibel zu lesen, einfach nur die Bibel zu lesen, hier geht's nicht um irgendwelche Lehrmeinungen, sondern es ist Jesus Christus selbst, der ganz klar gesagt, dass man nicht wieder heiraten [Punkt]
Das steht auch in der Lutherbibel, ich würd mal nen Blick reinwerfen...
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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen"

Beitrag von Moser » Donnerstag 1. September 2011, 11:46

Melody hat geschrieben:Ich kann mich Stylie da nur anschließen, Moser, und ich finde das wirklich absolut unerhört, was Du hier [Punkt]
Alles klar, schon verstanden.
Ihr wollt Euch hier nur fortwährend in Euren weltfremden Ansichten suhlen und Euch diese gegenseitig bestätigen und euch immer wieder gegenseitig versichern, dass ihr, nur ihr, recht habt und die Guten seid. Alle anderen haben unrecht, sind böse und kirchenfeindlich. Andere Meinungen wollt ihr nicht hören, da sie ohnehin falsch sind. Die, die andere Ansichten haben können sich gnädigerweise in ihrem eigenen Unterforum austauschen, aber hier soll es bitte klinisch rein sein.
Und alles was nicht in Euer Weltbild passt gehört schlichtweg verboten. Es kann nicht sein was nicht sein darf.

Ich bin ja schon weg.

Ich glaube es wird Zeit sich komplett aus diesem Forum zurückzuziehen, was ich bisher trotz aller Vorsätze nicht geschafft habe.

Jetzt werdet ihr sicher wieder löschen oder verwarnen, aber das ist mir ehrlich gesagt sowas von sch...egal.
Zuletzt geändert von Moser am Donnerstag 1. September 2011, 11:50, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen"

Beitrag von lifestylekatholik » Donnerstag 1. September 2011, 11:49

Moser hat geschrieben:
Melody hat geschrieben:Ich kann mich Stylie da nur anschließen, Moser, und ich finde das wirklich absolut unerhört, was Du hier [Punkt]
Alles klar, schon verstanden.
Ihr wollt Euch hier nur fortwährend in Euren weltfremden Ansichten suhlen und Euch diese gegenseitig bestätigen und euch immer wieder gegenseitig versichern, dass ihr, nur ihr, recht habt und die Guten seid. Alle anderen haben unrecht, sind böse und kirchenfeindlich. Andere Meinungen wollt ihr nicht hören, da sie ohnehin falsch sind. Und alles was nicht in Euer Weltbild passt gehört schlichtweg verboten. Es kann nicht sein was nicht sein darf.

Ich bin ja schon weg.

Ich glaube es wird Zeit sich komplett aus diesem Forum zurückzuziehen, was ich bisher trotz aller Vorsätze nicht geschafft habe.

Jetzt werdet ihr sicher wieder löschen oder verwarnen, aber das ist mir ehrlich gesagt sowas von sch...egal.
Vielleicht versuchst du deine Meinung mal inhaltlich zu begründen, nach der Christus offensichtlich Stuss geredet habe und die Kirche diesem Stuss auf den Leim gegangen sei. (Aber bitte in einem passenden Teil des Forums. Die Klausnerei ist dafür sicherlich sehr empfänglich.)
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Moser
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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen"

Beitrag von Moser » Donnerstag 1. September 2011, 11:51

lifestylekatholik hat geschrieben: Vielleicht versuchst du deine Meinung mal inhaltlich zu begründen, nach der Christus offensichtlich Stuss geredet habe und die Kirche diesem Stuss auf den Leim gegangen sei. (Aber bitte in einem passenden Teil des Forums. Die Klausnerei ist dafür sicherlich sehr empfänglich.)
Die, die andere Ansichten haben können sich gnädigerweise in ihrem eigenen Unterforum austauschen, aber hier soll es bitte klinisch rein sein.

Dass Christus Stuss geredet habe, habe ich nie behauptet. Nur was ihr daraus macht, das ist Stuss.

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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen"

Beitrag von Melody » Donnerstag 1. September 2011, 11:55

Moser hat geschrieben:Ihr wollt Euch hier nur fortwährend in Euren weltfremden Ansichten suhlen und Euch diese gegenseitig bestätigen und euch immer wieder gegenseitig versichern, dass ihr, nur ihr, recht habt und die Guten seid. Alle anderen haben unrecht, sind böse und kirchenfeindlich. Andere Meinungen wollt ihr nicht hören, da sie ohnehin falsch sind. Die, die andere Ansichten haben können sich gnädigerweise in ihrem eigenen Unterforum austauschen, aber hier soll es bitte klinisch rein sein.
Und alles was nicht in Euer Weltbild passt gehört schlichtweg verboten. Es kann nicht sein was nicht sein darf.
Moser, vielleicht würdest Du auch mal lesen, was man schreibt?!

Erstens bist Du hier im katholischen Bereich, und natürlich gehört es da nicht hin, wenn Du behauptest, die Ehe sei ein weltlich Ding usw. usf.

Und zweitens hab ich Dir gesagt, dass ein Blick in die Lutherbibel genügt, die Du sicherlich auch irgendwo zu Hause [Punkt] Es ist Christus selbst, der eine zweite Ehe eindeutig verbietet und sagt, dies sei Ehebruch (Mt 19)[Punkt] Wie eindeutig brauchst Du es denn noch?! :achselzuck:
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