Fragen zum außerordentlichen Kommunionspender

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Robert Ketelhohn
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Beitrag von Robert Ketelhohn »

Wise Guy hat geschrieben:»Kannst du das echt nicht verstehen? Wenn du etwas Schönes und Wertvolles tust (mit Erlaubnis des Pfarrers und des Bischofs) und ein anderer demonstrativ zum Ausdruck bringt, daß du es nicht wert bist es zu tun, findest nicht, daß das ein echter Tiefschlag ist?«
Wer meint, er sei »es wert«, den Dienst der Kommunionausteilung zu tun, für den kann ein »echter Tiefschlag« zum wahren Segen werden. Einerlei übrigens, ob es ein Priester oder Laie ist.

Der die Kommunion austeilt, der tut auch nichts »Schönes und Wertvolles«, sondern er ist unwürdiger Diener des wahrhaft Schönen und Wertvollen.

Ebenso ist der Empfänger nicht würdig, daß der Herr eingeht unter sein Dach.

So verständlich also eine solche Reaktion ist, so sehr ist sie doch auch Alarmsignal: Anzeichen nämlich einer völlig schiefgelaufenen Katechese. Erst aufgrund solchen Mißverständnisses vom eigenen Dienst kommt es dann auch zu jener Mißdeutung des Verhaltens des „anderen“ als »demonstrativ«, als Zeugnis der Mißachtung oder was immer.

Amigo hat geschrieben:»Klar kann ich das verstehen. Ich halte es eben für ein (verständliches!) Mißverständnis, es auf sich persönlich zu beziehen.«
Das ist das Mißverständnis der Situation. Ihm geht schon, wie oben beschrieben, das Mißverständnis des eigenen Dienstes voraus.
Amigo hat geschrieben:»Es geht dem seitenwechselnden Kommunikanten […] darum, daß der Priester der Priester ist.«
Genau.
Amigo hat geschrieben:»Es ist keine Geringschätzung des außerordentlichen Kommunionspenders, sondern eine Höherschätzung des Priesters.«
Höherschätzung des Priesters? O nein! Jedenfalls nicht der Person. Denn um die Person des Priesters Kalle oder Fritze geht es nicht. Es geht um die Vollmacht, die der Priester empfangen hat, um sein Handeln an Christi Statt. Ob der Priester eine versoffene Lusche ist und der kommunionspendende Laie mein bester Freund oder der Kaiser von Konstantinopel, spielt überhaupt keine Rolle.
Wise Guy hat geschrieben:»In der Eucharistie begegne ich Christus und nicht einem Kommunionhelfer. Ich finde daß ist schon frech und verachtend, in der Messe demonstrativ die Reihe zu wechseln.
Da wird hier groß über die Würde der Eucharistie geschrieben, Liebe zu Gott usw. und dann wird beim Liebesmahl Christi so ein "Sch..." gemacht.
Da werde ich wirklich zornig.
Meine Mutter ist Kommunionhelferin, die diese Aufgabe mit großer Hingabe und Ehrfurcht ausübt und für die ist das jedesmal ein echter Schlag in´s Gesicht, wenn ein "Superfrommer" die Reihe wechselt.«
Ruhig Blut. Vielleicht ist dir entgangen, daß es bei unserem „Schlangenwechsel“ gar nicht um den Kommunionempfang ging. Zur Kommunionausteilung ist eigentlich schon genug gesagt, von mir und anderen. Wenn ich kann, vermeide ich die Schlangen mit Laien als Kommunionspendern, zumal es sich um offenkundigen Mißbrauch handelt.

(Ich habe, offen gesagt, noch nie eine „Notlage“ erlebt, die den Einsatz von Laien als außerordentlichen Kommunionspendern gerechtfertigt hätte – außer vielleicht bei den Weltjugendtagen und bei einer ukrainisch-katholischen Messe während des Berliner Katholikentags von 1990 in der Johannesbasilika. Doch dort gab es nur Bischöfe und Priester als Kommunionspender, und voilà: Es ging. In der bei weitem überfüllten Johannesbasilika zum Beispiel mit einem Bischof – Kardinal Lubatschiwskij – und ein oder zwei Priestern, jeweils von zwei Diakonen oder Ministranten sekundiert.)

Ich versuche also Schlangen mit Laien als Kommunionspendern zu meiden, aber ohne Aufsehen. Wenn ich denn doch in die falsche Schlange gerate oder es aufgrund der örtlichen Gegebenheiten ohne ohne Aufsehen kaum möglich ist zu steuern, an welchen Kommunionspender man gerät, dann gehe ich selbstverständlich auch zum Laien und empfange dort die Kommunion. Daß den Dienst besser der Priester täte, das ist zwar wahr, aber nicht an dieser Stelle während der Eucharistie zum Ausdruck zu bringen.

Soweit die Theorie. Das gilt für die Praxis jedoch nur, wenn ich allein zur Messe gehe. Meistens also nicht. Denn dann sind Frau und Kinder dabei, und alle dürfen in der katholischen Messer nicht die Kommunion empfangen, wollen sich aber vom Priester segnen lassen (bzw., was den Kleinsten betrifft: wir wollen ihn segnen lassen). Denn der Segen, zumal in der Messe, ist nun einmal Sache des Priesters.

Von einer Demonstration kann also überhaupt keine Rede sein. Es ging allein darum, den erhofften Segen zu erlangen. Daß das auf solche Weise geschehen muß, ist allerdings traurig.
Propter Sion non tacebo, | ſed ruinas Romę flebo, | quouſque juſtitia
rurſus nobis oriatur | et ut lampas accendatur | juſtus in eccleſia.

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Knecht Ruprecht
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Beitrag von Knecht Ruprecht »

Engele hat geschrieben:
Kordian hat geschrieben: Ich hab gar kein Sakramentverständnis, so wie ich kein Messeverständnis habe. Ich setzt mich immer so weit vorne wie möglich hin, damit ich alles gut sehen und hören kann, natürlich mit Blick zu den anderen, damit ich nicht der einzige bin, der sitzen bleibt oder sich nicht hinkniet und wenn es zum Akt der Kommunion kommt, möchte ich diese vom höhsten Representant vor Ort bekommen.
Und ich habe wenig bis gar kein Verständnis für Menschen, die mit ihrem Nicht-Verständnis und Nicht-Wissen auch noch protzen, statt sich Wissen und Verständnis anzueignen. :motz:

Klar ist Weiterbildung wichtig. Doch Nichtwissen darf ja nicht dazu führen, dass man sich Mundtot machen läßt und nicht seine Meinung äußert, auch wenn diese Meinung dann nicht aus dem Wissen sondern aus irgendwelchen anderen Universen besteht. Denn irgendwoher kommt ja der Atomausstoss, seine Meinung zu sagen, ohne Fachwissen sondern mit irgendeinem anderen Wissen, der die Meinung prägt.

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Linus
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Beitrag von Linus »

Wise Guy hat geschrieben: und zu Linus: gehst du auch am Freitag den 13. nicht vor die Tür?
das mit den Händen, die die Eucharistie berührt haben und deshalb besser segnen können, das ich ECHTER ABERGLAUBE
Aber Hallo, schon mal mitbekommen, dass ein katholischer Diakon/Priester/Bischof geweiht ist (meines Wissens werden da ja auch die Hände gesalbt) und nicht ein evangelischer beauftragter Laienhampelmann besser bekannt als "Pastor/-euse".

Insofern ist das nicht abergläubisch sondern rechtgläubig. Andernfalls hast du ein Problem mit dem Weiheverständnis ULMK.
"Katholizismus ist ein dickes Steak, ein kühles Dunkles und eine gute Zigarre." G. K. Chesterton
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Wise Guy
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Beitrag von Wise Guy »

Linus hat geschrieben:
Wise Guy hat geschrieben: und zu Linus: gehst du auch am Freitag den 13. nicht vor die Tür?
das mit den Händen, die die Eucharistie berührt haben und deshalb besser segnen können, das ich ECHTER ABERGLAUBE
Aber Hallo, schon mal mitbekommen, dass ein katholischer Diakon/Priester/Bischof geweiht ist (meines Wissens werden da ja auch die Hände gesalbt) und nicht ein evangelischer beauftragter Laienhampelmann besser bekannt als "Pastor/-euse".

Insofern ist das nicht abergläubisch sondern rechtgläubig. Andernfalls hast du ein Problem mit dem Weiheverständnis ULMK.
1. Lies meinen Text noch mal
2. Ich habe ein Problem mit deiner Ausdrucksweise ("Laienhampelmann). So kannst du auf dem Schulhof sprechen (du bist 17 oder), aber nicht mit Erwachsene über Erwachsene.

Wise Guy
Es ist nicht so wichtig etwas über Gott zu wissen, sondern ihn zu kennen. (Rahner)

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ottaviani
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Beitrag von ottaviani »

ich halte eine pointierte ausdrucksweise durchaus für angebracht so bezeichnete einmal ein Priester sog Pastoralasistenten die in liturgischer Kleidund chorock und pluviale beerdigungen halten (/sowas ist in wien erlaubt selbstverständlich auch für damen) als bessere kleiderständer

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Gabriel
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Austeilen der Kommunion durch Laien

Beitrag von Gabriel »

Ist es eigentlich berechtigt, sich über den Empfang der Kommunion aus der Hand eines Laien zu ärgern?

Was meint ihr?

Peter
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Beitrag von Peter »

Groll könnte dein Herz zerfressen. Am besten, du meldest diesen ungeheuerlichen Vorgang deinem Bischof.

jakob
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Re: Austeilen der Kommunion durch Laien

Beitrag von jakob »

Gabriel hat geschrieben:Ist es eigentlich berechtigt, sich über den Empfang der Kommunion aus der Hand eines Laien zu ärgern?

Was meint ihr?
Nein. Ärger ist völlig unproduktiv.

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Brunetti
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Re: Austeilen der Kommunion durch Laien

Beitrag von Brunetti »

Gabriel hat geschrieben:Ist es eigentlich berechtigt, sich über den Empfang der Kommunion aus der Hand eines Laien zu ärgern?
Nein
Die einen fallen durch ihre Taten auf -
die anderen durch ihr Getue...

Dr. Dirk
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Beitrag von Dr. Dirk »

Du kannst Dich höchstens darüber ärgern, dass Laien die Kommunion austeilen, obwohl die dafür notwendigen pastoralen Gründe offensichtlich nicht vorhanden sind. Aber Ärgern lohnt sich eigentlich nicht. Es macht inzwischen eh' jeder, was er will. Man käme mit dem sich ärgern nie an ein Ende.

Über den Empfang der Hl. Kommunion würde ich mich übrigens nie ärgern.

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Junia
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Beitrag von Junia »

Was ist ein Kommunionhelfer?

In der alten Kirche war es verbreiteter Brauch, den Gläubigen das eucharistische Brot mitzugeben, damit sie es an eucharistiefreien Tagen selbst empfangen oder auch zu den Kranken und Gefangenen bringen konnten. Auch als in späteren Jahrhunderten nur Priester und Diakone als legitime Kommunionspender galten, gab es immer wieder Beispiele dafür, daß in Notfällen auch Laien die konsekrierte Hostie zu Kranken und Gefangenen bringen durften. So wurde beispielsweise auch in unserem Jahrhundert den mexikanischen Bischöfen von Rom aus erlaubt, in der Zeit der dortigen Kirchenbedrückung Laien diese Vollmacht zu erteilen (23.12. 1927). Nach dem II. Vatikanum gewährte die Sakramentenkongregation verschiedenen Bischofskonferenzen im Hinblick auf den bestehenden Priestermangel und die große Zahl der Kommunikanten die Möglichkeit, entsprechende Vollmachten in Rom zu beantragen (Für die DDR 1965, für die Bundesrepublik 1967/68). In ihrer Instruktion "Fidei custos" vom 30.4.1969 wird dies auf alle Bischöfe generell ausgedehnt, wobei die gewährte Vollmacht drei Jahre dauern soll. Als "außerordentliche Spender der Kommunion" werden erstmals auch Frauen zugelassen. Vier Jahre später erschien die Instruktion "Immensae caritatis" vom 29.1.1973 "über die Erleichterung des Kommunionempfangs bei bestimmten Anlässen". In ihr werden die Ortsordinarien auch ohne
Antrag und Begründung bevollmächtigt (mit Delegationsmöglichkeit), geeignete Personen männlichen und weiblichen Geschlechts zu beauftragen, den Gläubigen und auch sich selbst die Kommunion zu spenden. Voraussetzung ist ein Mangel an ordinierten Kommunionspendern und damit ein wirklicher seelsorglicher Notstand. Eingeschlossen ist dabei auch die Vollmacht, Krankenkommunion und Wegzehrung zu spenden. Es soll "niemand bestimmt werden, dessen Beauftragung bei den Gläubigen Verwunderung hervorrufen könnte". Die Beauftragung soll der Gemeinde mitgeteilt werden. - Der beigefügte Ritus zur Beauftragung sieht vor, daß sie im Rahmen einer Meßfeier oder eines Wortgottesdienstes stattfindet. In einer Homilie erläutert der Zelebrant Sinn und Aufgabe dieses neuen Gemeindedienstes, fragt nach der Bereitschaft des Kandidaten und spricht ein Fürbitt- und Segensgebet. In den Fürbitten soll auch für die Neubeauftragten gebetet werden. - In besonders dringlichen Einzelfällen ist vorgesehen, daß sich ein zur Kommunionausteilung aufgefordertes Gemeinde-mitglied während der Brotbrechung der Meßfeier an den Altar begibt und der Zelebrant ihn nach dem Agnus Dei mit den Worten segnet: "Es segne dich (Sie) Gott der Allmächtige zu deinem (Ihrem) Dienst, den Brüdern und Schwestern Christi Leib zu reichen." - Die Instruktion "Immensae caritatis" und der beigefügte Ritus finden sich im adaptierten Faszikel des Römischen Pontifikale ,Die Beauftragung von Lektoren, Akolythen und Kommunionhelfern..." (1974).

Durch einen neuen Faszikel des Rituale Romanum, dessen adaptierte (Studien-)Ausgabe unter dem Titel "Kommunionspendung und Eucharistieverehrung außerhalb der Messe" 1976 erschien, hat der Kommunionhelfer auch das Recht, einen Wortgottesdienst mit Kommunionspendung zu leiten (S.21) und das Allerheiligste in Pyxis oder Monstranz zur Verehrung auf dem Altar zu exponieren und es zum Schluß wieder in den Tabernakel zurückzustellen. Der Segen mit dem Allerheiligsten bleibt jedoch dem Priester und Diakon vorbehalten. - Inzwischen sind viele Tausende von Männern und Frauen allein im deutschsprachigen Raum im Kommunionspendedienst eingesetzt, wobei die entsprechende Vorbereitung in den meisten Diözesen durch geistliche Fortbildung weitergeführt wird.

Also: Warum ärgern für etwas, was als Dienst in der Kirche anerkannt und gültig ist?

junia
Auch die Schnecke gelangte in die Arche Noah.

Dr. Dirk
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Beitrag von Dr. Dirk »

Junia hat geschrieben: Also: Warum ärgern für etwas, was als Dienst in der Kirche anerkannt und gültig ist?

junia
Dann hast Du Deinen eigenen Beitrag nicht gelesen. Stand da nicht was von "seelsorglichem Notstand" als Bedingung?

Laura

Beitrag von Laura »

Na ja, den seelsorgerlichen Notstand würde ich mal in Deutschland relativ pauschal als gegeben ansehen. Oder soll ein Pfarrer, der am Wochenende 5 Messen zelebriert hat, dann auch noch bei den Messen 6-10 in der Seelsorgeeinheit anwesend sein, um die Kommunion auszuteilen?

Also Leute: Machen wir doch mal den Herrn nicht kleiner als er ist! Gibt es irgendeinen biblischen Anhaltspunkt dafür, dass der Kommunionempfang bei einem Laien etwas anderes ist als bei einem Priester?
Ich glaube, Gott ist diese Frage ziemlich egal!

Laura

Dr. Dirk
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Beitrag von Dr. Dirk »

Laura hat geschrieben: Ich glaube, Gott ist diese Frage ziemlich egal!

Laura
Dir ist es egal, aber was lässt Dich darauf schließen, dass es dem Herrn auch egal ist?

Dr. Dirk
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Beitrag von Dr. Dirk »

Laura hat geschrieben:Na ja, den seelsorgerlichen Notstand würde ich mal in Deutschland relativ pauschal als gegeben ansehen. Oder soll ein Pfarrer, der am Wochenende 5 Messen zelebriert hat, dann auch noch bei den Messen 6-10 in der Seelsorgeeinheit anwesend sein, um die Kommunion auszuteilen?
Du meinst, der Priester bräuchte bei einer Messe gar nicht anwesend sein? Oder wie soll ich Deinen Beitrag verstehen?

Mal ein anderer Fall: Gesetzt den Fall, die Messe würde 10 Minuten länger dauern, wenn der Priester allein die Kommunion austeilt. Wäre das ein "seelsorglicher Notstand"?

Dr. Dirk
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Beitrag von Dr. Dirk »

Edith hat geschrieben:
Dirk hat geschrieben: Mal ein anderer Fall: Gesetzt den Fall, die Messe würde 10 Minuten länger dauern, wenn der Priester allein die Kommunion austeilt. Wäre das ein "seelsorglicher Notstand"?
Hast Recht. Ich finde auch, man sollte den "seelsorglichen Notstand" als Bedingung ganz streichen.
:roll:
Es ist gar nicht notwendig, das zu streichen. Es macht - wie schon gesagt - sowieso jeder, was er will. Ich fände es dann nur ehrlicher, wenn er auch sagen würde: "Mir sind die Vorgaben der Kirche Sch....egal, ich mache, was ich will", oder "ich hab' keinen Bock, mich mit Beschwerden von Leuten rumzuschlagen, die die Messe lieber 10 Minuten kürzer hätten als 10 Minuten länger" oder "ich komme mir als Laie so nutzlos vor, wenn ich in der Messe nichts tue und mein Pfarrer hat dafür Verständnis" und nicht "es herrscht ein seelsorglicher Notstand".

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Junia
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Beitrag von Junia »

Edith hat geschrieben:
Dirk hat geschrieben:

Aber: zugegeben... ich wundere mich auch, wenn drei Priester da sind, zwei setzen sich auf die Plätze, und einer teilt zusammen mit zwei Kommunionhelfern aus.
Hm.
:hmm:
Ehrlich gesagt, DAS habe ich noch nie erlebt (mag aber vielleicht in den Städten vorkommen) ...

Ich erlebe aber sehr wohl eine Gottesdienstordnung, wo ein Priester am WE fünf Eucharistiefeiern - von Samstagabend bis Sonntagabend - vorsteht und z.B. am Sonntag vormittag zwischen den Orten 15 - 20 km gefahren werden muss ...
Ich erlebe Priester, denen man das Alter ankennt und die körperliche Beschwerden, die daraus wachsen .... es gibt sie, die Pfarren mit noch 75 - 80 jährige Priester, die dankbar sind, dass sie hier Laien zur Unterstützung haben ...

Ich vermute mal, dass die, welche immer behaupten, dass es keinen pastoralen Notstand gibt, zum Großteil in den Städten und in Gegenden mit guter Infrastruktur leben .... beides ist mir fremd.

Wir haben hier einen Priester, der als Folge eines Schlaganfalls
halbseitig gelähmt ist ... unter der Woche teilt er selbst noch die Kommunion aus ... der äußere Ablauf aber es ist alles andere als "würdig" ....

Wenn ihr solche Erfahrungen nicht macht, dann dankt Gott auf den Knien dafür ... aber leugnet nicht, dass es auch andere Erfahrungen gibt ....

junia
Auch die Schnecke gelangte in die Arche Noah.

Dr. Dirk
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Beitrag von Dr. Dirk »

mag alles sein, da herrscht dann wirklich ein Notstand. Aber was ist, wenn ein Priester nicht 6 Sonntagsmessen lesen muss? Wie sieht es dann mit dem "Notstand" aus.

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Gabriel
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Notstand

Beitrag von Gabriel »

wow, ihr habt das Thema ja schnell weiterentwickelt.
Ich kann nur Ediths Eindruck bestätigen.
Dass sich die Konzelebranten (häufig, habe in Ausnahmefällen auch schon anderes erlebt, aber eben in Ausnahmefällen!) "zurückziehen" und den Laien die Austeilung überlassen.
Mir ist in meiner früheren Messdienerzeit aber was viel Gravierenderes passiert:
Der Zelebrant hat es verpeilt genügend Kommunionshelfer zu ordern; da standen wir nach dem Hochgebet am Altar -ich war noch recht neu in meiner Aufgabe als Messdiener- da drückt mir der Typ einfach den Kelch mit dem konsekrierten Wein in die Hand! Einer seiner Konzelebranten reagierte ob meiner Hilflosigkeit sofort und nahm mir den Kelch wieder ab - Gott sei Dank - aber noch viel schlimmer, denn dafür bekam ich nun die Schale mit den Hostien gereicht, mit einer auf meinen hilflosen Blick reagierenden bissigen Bemerkung, ich solle einfach verteilen! Das war echt mies, ich fühlte mich danach irgendwie in meiner Würde verletzt - hatte gar keine Chance mich gegen so etwas unerlaubtes zu wehren - denn ich war ja noch nicht einmal ordiniert dafür!
Er wollte einfach nicht alleine austeilen, es sollte alles perfekt aussehen!
Noch heute glaube ich, dass ich mit meiner Unwürdigkeit - weil nicht ordiniert und begründet aufgewühlt durch diese Szene - die Würde des Sakramentes das ich austeilen sollte beschmutzt habe und wer kann mir das vergeben, was dieser Zelebrant damals verbockt hat? :cry:

Peter
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Beitrag von Peter »

Diese Herumdefinieren am Notstand …

In unserer Gemeinde ist die Kelchkommunion üblich. Mit Sicherheit wird es an dieser Stelle wieder ideologische Bedenkenträger geben, die mahnend den Finger erheben und sagen:

«Christus ist unter der Gestalt des eucharistischen Brotes ganz zugegen!»

Schenkt es euch – ist doch klar! –, lest lieber Cantalamessa.

Das bedeutet, da die Homilie unseres Pfarrers selten unter zwanzig Minuten dauert; ohne bischöflich beauftragte Kommunionhelfer geht es nicht.

Ich komme nochmals zum Punkt: Im Regelfall ist jeder Kommunionhelfer nach Bitten und Benennung durch den Pfarrer und nach einem Beauftragungskurs (meistens ein oder zwei Tage) bischöflich beauftragt, im Gottesdienst oder bei Krankenbesuchen nach dem Gottesdienst die Kommunion auszuteilen.

Eine Änderung der Praxis, so sie nach den Instruktionen notwendig wäre, müßte daher auch vom Bischof einzuleiten sein. Meiner Ansicht wäre eine Reform auch wünschenswert.

Ich wehre mich jedoch immer gegen bestimmte Einforderungen aus traditionell gesinnten Kreisen, die versuchen, dem einzelnen Gläubigen eine Gewissensbürde aufzulegen («Darf ich das dann überhaupt noch?») und ihn oder sie damit vom Bischof zu trennen. Das ist für mich die Todsünde des Rechtskatholizismus.

Peter
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Re: Notstand

Beitrag von Peter »

Gabriel hat geschrieben:wow, ihr habt das Thema ja schnell weiterentwickelt.
Ich kann nur Ediths Eindruck bestätigen.
Dass sich die Konzelebranten (häufig, habe in Ausnahmefällen auch schon anderes erlebt, aber eben in Ausnahmefällen!) "zurückziehen" und den Laien die Austeilung überlassen.
Mir ist in meiner früheren Messdienerzeit aber was viel Gravierenderes passiert:
Der Zelebrant hat es verpeilt genügend Kommunionshelfer zu ordern; da standen wir nach dem Hochgebet am Altar -ich war noch recht neu in meiner Aufgabe als Messdiener- da drückt mir der Typ einfach den Kelch mit dem konsekrierten Wein in die Hand! Einer seiner Konzelebranten reagierte ob meiner Hilflosigkeit sofort und nahm mir den Kelch wieder ab - Gott sei Dank - aber noch viel schlimmer, denn dafür bekam ich nun die Schale mit den Hostien gereicht, mit einer auf meinen hilflosen Blick reagierenden bissigen Bemerkung, ich solle einfach verteilen! Das war echt mies, ich fühlte mich danach irgendwie in meiner Würde verletzt - hatte gar keine Chance mich gegen so etwas unerlaubtes zu wehren - denn ich war ja noch nicht einmal ordiniert dafür!
Er wollte einfach nicht alleine austeilen, es sollte alles perfekt aussehen!
Noch heute glaube ich, dass ich mit meiner Unwürdigkeit - weil nicht ordiniert und begründet aufgewühlt durch diese Szene - die Würde des Sakramentes das ich austeilen sollte beschmutzt habe und wer kann mir das vergeben, was dieser Zelebrant damals verbockt hat? :cry:
Hoppla Gabriel. Das ist ein echter Mißbrauch. Ich verstehe den Grund deiner Anfrage besser.

Zunächst liegt die Hauptverantwortung beim Zelebranten. Und sicher ist wahr, daß du «unwürdig», weil für diesen Dienst nicht beauftragt warst. Aber du bist ebenso «unwürdig», Ihn zu empfangen. Wir stehen immer mit leeren Händen vor Ihm.

Dennoch ist gerade dein schlagendes Gewissen eine ganz, ganz große Sache; du liebst den Herrn – in seiner (ich nenne es mal so) eucharistischen Wehrlosigkeit. Gib doch, was dich belastet, in die Beichte – und vergib dem Priester. Vergeben kann und wird dir Christus.

(Vielleicht mußt du etwas suchen, bis du einen Priester findest, dem du vertrauen kannst.)

Dr. Dirk
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Beitrag von Dr. Dirk »

Peter hat geschrieben: Ich wehre mich jedoch immer gegen bestimmte Einforderungen aus traditionell gesinnten Kreisen, die versuchen, dem einzelnen Gläubigen eine Gewissensbürde aufzulegen («Darf ich das dann überhaupt noch?») und ihn oder sie damit vom Bischof zu trennen. Das ist für mich die Todsünde des Rechtskatholizismus.
Ich fühle mich nicht gerade als "traditionell gesinnt", aber natürlich trägt der Beauftragende die Verantwortung zu entscheiden, wo der Einsatz von Kommunionhelfern angemessen ist, nicht der Beauftragte.

Die Regelung ist ja auch sehr dehnbar:
Der außerordentliche Spender der heiligen Kommunion darf die Kommunion nur dann austeilen, wenn Priester oder Diakon fehlen, wenn der Priester durch Krankheit, wegen fortgeschrittenen Alters oder aus einem anderen ernsten Grund verhindert ist, oder wenn die Gläubigen, die zur Kommunion hinzutreten so zahlreich sind, dass sich die Messfeier allzu sehr in die Länge ziehen würde. Dies muss aber so verstenden werden, dass eine gemäß den örtlichen Gewohnheiten und Bräuchen kurze Verlängerung ein völlig unzureichender Grund ist (Redemptionis Sacramentum 158).
Für mich hat das nichts mit Traditionalismus zu tun, sondern damit, dass nur der Priester "in persona Christi das Sakrament der Eucharistie zu vollziehen vermag". Dass Kommunionspender nur in Ausnahmefällen eingesetzt werden sollen, hängt also mit unserem Glauben zusammen, nicht mit Traditionsbewusstsein. Und daran zu erinnern, dass der Einsatz von "außerordendlichen" Kommunionhelfern schon per Definition nicht zur Regel werden kann, ist sicherlich keine Todsünde.

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Gabriel
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Na endlich

Beitrag von Gabriel »

Peter hat mich verstanden.
Der Punkt ist, der, das ich nicht ordiniert war und regelrecht zur Austeilung gezwungen wurde ohne ordiniert zu sein und das nur um die Form zu wahren oder weil der Priester keine Lust hatte alleine auszuteilen.
Mal ganz davon abgesehen, dass die Kirche zu diesem Zeitpunkt überfüllt war. Ich möchte wetten, der hätte auch mehr als einen ordinierten Kommunionshelfer, wenn nicht sogar Kollegen modo laicorum angesprochen, wenn er nach Kommunionshelfern in die Runde gefragt hätte, denn die Gültigkeit und Rechtmäßigkeit der Eucharistie ist noch vor dem schönen Schein zu wahren. :(

Peter
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Beitrag von Peter »

Hallo Gabriel,

ich bin soeben von einem Teilehmer informiert worden, daß ich dir eine falsche Info gegeben habe. Ich habe demnach Appendix III des Neuen Römischen Meßbuchs noch nicht zur Kentnis genommen (Stimmt tatsächlich!), worin unter gewissen Umständen dem Priester die Möglichkeit eingeräumt wird, ad hoc einen Laien zu beauftragen.

Dein Pfarrer hat also eigentlich nicht regelwidrig gehandelt – wobei man wahrscheinlich über das «unter gewissen Umständen» diskutieren könnte.

Es bleibt aber dennoch bei deiner persönlichen Erfahrung des «Überfahrenwerdens». Der solcherart Beauftragte sollte wohl schon die Zeit und Möglichkeit haben, zu erklären, ob er den Dienst ausüben will oder nicht. Ich denke allerdings, daß das, was dir da passiert ist, eine ziemliche Ausnahme darstellt.

Laura

Beitrag von Laura »

Dirk hat geschrieben:
Laura hat geschrieben:Na ja, den seelsorgerlichen Notstand würde ich mal in Deutschland relativ pauschal als gegeben ansehen. Oder soll ein Pfarrer, der am Wochenende 5 Messen zelebriert hat, dann auch noch bei den Messen 6-10 in der Seelsorgeeinheit anwesend sein, um die Kommunion auszuteilen?
Du meinst, der Priester bräuchte bei einer Messe gar nicht anwesend sein? Oder wie soll ich Deinen Beitrag verstehen?

Mal ein anderer Fall: Gesetzt den Fall, die Messe würde 10 Minuten länger dauern, wenn der Priester allein die Kommunion austeilt. Wäre das ein "seelsorglicher Notstand"?
Nein, das nicht. Aber das Problem beginnt da, wo der Priester innerhalb von 10 min in der 15 km entfernten anderen Gemeinde der Seelsorgeeinheit sein muss.

Laura

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Brunetti
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Beitrag von Brunetti »

Gabriel, was meinst du immer mit "ordiniert" im Kontext dieses Themas? Bei uns sind Kommunionhelfer nie ordiniert (im Sinne von: Priesterweihe). Ich glaub, ich steh irgendwie auf dem Schlauch...
Die einen fallen durch ihre Taten auf -
die anderen durch ihr Getue...

Anastasis

Beitrag von Anastasis »

Ich schätze, er meint "offiziell / bischöflich zum Kommunionhelfer beauftragt".

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Reinhard Gonaus
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Beitrag von Reinhard Gonaus »

Dirk hat geschrieben:
Laura hat geschrieben:Na ja, den seelsorgerlichen Notstand würde ich mal in Deutschland relativ pauschal als gegeben ansehen. Oder soll ein Pfarrer, der am Wochenende 5 Messen zelebriert hat, dann auch noch bei den Messen 6-10 in der Seelsorgeeinheit anwesend sein, um die Kommunion auszuteilen?
Du meinst, der Priester bräuchte bei einer Messe gar nicht anwesend sein? Oder wie soll ich Deinen Beitrag verstehen?

Mal ein anderer Fall: Gesetzt den Fall, die Messe würde 10 Minuten länger dauern, wenn der Priester allein die Kommunion austeilt. Wäre das ein "seelsorglicher Notstand"?
Sag mal! Denkst du auch an die Leute, die den Leib des Herrn empfangen wollen und nicht in der Messe sein können? Beispielsweise, weil sie krankheits- oder altershalber ans Haus oder ans Bett gefesselt sind? In unserm Krankenhaus schwärmen beim Samstag-Abend-Gottesdienst etwa 10 bis 15 Kommunionhelfer aus, die den Herrn auf die Krankenzimmer tragen. Da hat jeder etwa eine halbe Stunde zun tun. Soll der Priester nach der hl. Messe noch zehn Stunden durchs Krankenhaus wandern?

Und was die Messe betrifft: Es gibt ja auch dort Leute mit kleinen Kindern oder solche mit diversen Gebrechen. Denen geht's besser, wenn's nicht allzu lang dauert. Und: Der Pfarrer hat anschließend noch zwei oder drei Pfarren zu betreuen und dort Gottesdienst zu halten. Sowas ist der Normalfall heutzutage.
Der Priester und die Kommunionhelfer stehen sichtbar an ihren Plätzen. Wer die Kommunion aus der Hand des Priesters bevorzugt, kann sich gerne in die entsprechende Schlange stellen.
Man muss doch wirklich nicht aus allem eine Grundsatzfrage machen!
Reinhard
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Wir werden nie herausfinden, warum einer, der schnarcht,
sich selbst nicht schnarchen hören kann. (Mark Twain)

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Reinhard Gonaus
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Re: Notstand

Beitrag von Reinhard Gonaus »

Gabriel hat geschrieben:(...)Das war echt mies, ich fühlte mich danach irgendwie in meiner Würde verletzt - hatte gar keine Chance mich gegen so etwas unerlaubtes zu wehren - denn ich war ja noch nicht einmal ordiniert dafür!
Er wollte einfach nicht alleine austeilen, es sollte alles perfekt aussehen!
Noch heute glaube ich, dass ich mit meiner Unwürdigkeit - weil nicht ordiniert und begründet aufgewühlt durch diese Szene - die Würde des Sakramentes das ich austeilen sollte beschmutzt habe und wer kann mir das vergeben, was dieser Zelebrant damals verbockt hat? :cry:
Justier mal dein Empfinden für Recht und Gerechtigkeit nach!
Wieso muss jemand dir vergeben, was der Zelebrant verbockt hat?

Dass da deine Würde verletzt wurde, siehst du ganz richtig. Aber die Schlussfolgerung?
"Ich trampel jetzt auf deinem Selbstwertgefühl herum, aber mach dir nix draus, ich verzeih's dir!"
Reinhard
--
Wir werden nie herausfinden, warum einer, der schnarcht,
sich selbst nicht schnarchen hören kann. (Mark Twain)

Laura

Beitrag von Laura »

Mich würde mal interessieren, worin für euch grundsätzlich das Problem von Laien als Kommunionhelfern liegt, soweit sie offiziell dazu beauftragt sind...

Bisher wurde in dem Thread auf der Ebene diskutiert: Es ist verboten, Laien einzusetzen, wenn genug Priester da sind. Dieses Verbot stimmt. Daher muss um jeden Preis versucht werden, dass die Kommunion möglichst von Priestern ausgeteilt wird.

Nur: Warum sollte dies so sein? Was spricht theologisch dagegen, Kommunion von Laien austeilen zu lassen, selbst wenn ein Priester - theoretisch (man hätte ihn holen können) oder real - anwesend ist?

Die Berührung des Leibes Christi kann es nicht sein - dann müssen wir die Mundkommunion wieder einführen. Die Frage nach würdig/unwürdig kann es auch nicht sein, denn das weiß man vom Priester auch nicht....
Ich bin gespannt auf Eure Antworten!
Laura

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otto
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Registriert: Sonntag 5. Oktober 2003, 13:48

Beitrag von otto »

KONGREGATION FÜR DEN GOTTESDIENST
UND DIE SAKRAMENTENORDNUNG

INSTRUKTION

Redemptionis sacramentum

über einige Dinge bezüglich der heiligsten Eucharistie,
die einzuhalten und zu vermeiden sind


Inhaltsverzeichnis


Vorwort 1-13
Kapitel I

Die Regelung der heiligen Liturgie 14-18

1. Der Diözesanbischof, Hoherpriester seiner Herde 19-25
2. Die Bischofskonferenz 26-28
3. Die Priester 29-33
4. Die Diakone 34-35

Kapitel II

Die Teilnahme der christgläubigen Laien an der Feier der Eucharistie

1. Die tätige und bewußte Teilnahme 36-42
2. Die Aufgaben der christgläubigen Laien bei der Feier der heiligen Messe 43-47

Kapitel III

Die rechte Feier der heiligen Messe

1. Die Materie der heiligsten Eucharistie 48-50
2. Das eucharistische Hochgebet 51-56
3. Die übrigen Teile der Messe 57-74
4. Die Verbindung verschiedener Riten mit der Meßfeier 75-79

Kapitel IV
Die heilige Kommunion

1. Die Disposition für den Empfang der heiligen Kommunion 80-87
2. Die Spendung der heiligen Kommunion 88-96
3. Die Kommunion der Priester 97-99
4. Die Kommunion unter beiden Gestalten 100-107



Kapitel V
Einige weitere Aspekte in Bezug auf die Eucharistie

1. Der Ort für die Feier der heiligen Messe 108-109
2. Verschiedene Elemente bezüglich der heiligen Messe 110-116
3. Die heiligen Gefäße 117-120
4. Die liturgischen Gewänder 121-128

Kapitel VI

Die Aufbewahrung der heiligsten Eucharistie und ihre Verehrung außerhalb der Messe

1. Die Aufbewahrung der heiligsten Eucharistie 129-133
2. Einige Formen der Verehrung der heiligsten Eucharistie außerhalb der Messe 134-141
3. Eucharistische Prozessionen und Kongresse 142-145

Kapitel VII
Die außerordentlichen Aufgaben der gläubigen Laien 146-153

1. Der außerordentliche Spender der heiligen Kommunion 154-160
2. Die Predigt 161
3. Besondere Feiern, die bei Abwesenheit des Priesters stattfinden 162-167
4. Die aus dem Klerikerstand Entlassenen 168


Kapitel VIII

Die Abhilfen 169-171

1. Graviora delicta 172
2. Die schwerwiegenden Angelegenheiten 173
3. Die anderen Mißbräuche 174-175
4. Der Diözesanbischof 176-180
5. Der Apostolische Stuhl 181-182
6. Beschwerden über Mißbräuche in der Liturgie 183-184

Schluß



Quelle und weiter
"Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach." Matthäus 16,24

Laura

Beitrag von Laura »

Lieber Otto!
Es ging mir gerade um Argumente, die über "das ist von Rom verboten" hinausgehen.
Die Dokumente sind mir bekannt.
Man kann sich nicht einfach hinter "Rom sagt ..." zurückziehen. So einfach geht das nicht.

Laura

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