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"weißer Katholizismus"?
Verfasst: Mittwoch 24. Oktober 2012, 10:33
von Dieter
In einem anderen Faden schreibt pilgerer:
"Auch wenn ich hier ein paar kritische Punkte gebracht habe, sehe ich dennoch grundsätzlich die römisch-katholische Kirche als die langfristige Heimat an. Das gilt allerdings hauptsächlich für das, was ich "weißen Katholizismus" nennen würde im Unterschied zum schwarz-konservativen und zum relativistisch-liberalen Katholizismus. Bei den "schwarzen" Katholiken missfällt mir die Neigung zum Zynismus und Pharisäertum ("wie gut, dass ich nicht wie jener ... bin"), während bei den liberalen Katholiken Gott leicht zum passiven Zuschauer der "selfmade"-Kirche degradiert wird. Der "weiße Katholizismus" lebt dagegen aus der herzlichen Erfahrung der göttlichen Barmherzigkeit und Menschenliebe und lebt diese im Rahmen der kirchlichen Ordnung, wie es Jesus gebietet. Das ist meiner Ansicht nach auch der Weg der großen Heiligen gewesen(...)."
Eine bemerkenswerte Aussage zum Katholizismus, die es m.E. wert ist, darüber zu diskutieren!
Re: "weißer Katholizismus"?
Verfasst: Mittwoch 24. Oktober 2012, 10:37
von Florianklaus
Dieter hat geschrieben:Bei den "schwarzen" Katholiken missfällt mir die Neigung zum Zynismus und Pharisäertum ("wie gut, dass ich nicht wie jener ... bin")
Mit dieser verallgemeinernden Äußerung macht Pilgerer genau das, was er den "Schwarzen" vorwirft.
Re: "weißer Katholizismus"?
Verfasst: Mittwoch 24. Oktober 2012, 10:43
von Raphael
Florianklaus hat geschrieben:Dieter hat geschrieben:Bei den "schwarzen" Katholiken missfällt mir die Neigung zum Zynismus und Pharisäertum ("wie gut, dass ich nicht wie jener ... bin")
Mit dieser verallgemeinernden Äußerung macht Pilgerer genau das, was er den "Schwarzen" vorwirft.
Problematischer ist IMHO jedoch, daß er ganz allgemein "die Katholiken" nach eigenem Gusto in Schubladen steckt, die naturgemäß einseitig sind.
Wieso meint er eigentlich, sich dieses Recht anmaßen zu können?

Re: "weißer Katholizismus"?
Verfasst: Mittwoch 24. Oktober 2012, 10:45
von Niels
"Katholizismus" ist nicht schwarz oder weiß, sondern bunt:

Re: "weißer Katholizismus"?
Verfasst: Mittwoch 24. Oktober 2012, 11:46
von Juergen
Niels hat geschrieben:"Katholizismus" ist nicht schwarz oder weiß, sondern bunt:
Und manche meinen, dies auch deutlich nach außen zeigen zu müssen...

Re: "weißer Katholizismus"?
Verfasst: Donnerstag 25. Oktober 2012, 11:04
von Raphael
Juergen hat geschrieben:Niels hat geschrieben:"Katholizismus" ist nicht schwarz oder weiß, sondern bunt:
Und manche meinen, dies auch deutlich nach außen zeigen zu müssen...

Da kriegt man ja Augenkrebs!

Re: "weißer Katholizismus"?
Verfasst: Donnerstag 25. Oktober 2012, 12:39
von Seraphina
Juergen hat geschrieben:Niels hat geschrieben:"Katholizismus" ist nicht schwarz oder weiß, sondern bunt:
Und manche meinen, dies auch deutlich nach außen zeigen zu müssen...

Maaaan, wo findet ihr nur immer so grauenhaftes Zeug?!

Re: "weißer Katholizismus"?
Verfasst: Donnerstag 25. Oktober 2012, 15:37
von Yeti
Seraphina hat geschrieben:Juergen hat geschrieben:Niels hat geschrieben:"Katholizismus" ist nicht schwarz oder weiß, sondern bunt:
Und manche meinen, dies auch deutlich nach außen zeigen zu müssen...

Maaaan, wo findet ihr nur immer so grauenhaftes Zeug?!

Der Typ ganz unten findet es in seiner Sakristei der Dompfarrei in Trier. Stammt womöglich nicht mal noch vom Spital (gemeint ist der 2007 verstorbene Trierer Bischof). Was das thread-Thema betrifft: ich finde "ismen" jeglicher Art ungesund.
Re: "weißer Katholizismus"?
Verfasst: Donnerstag 25. Oktober 2012, 17:56
von Pilgerer
Dieter hat geschrieben:In einem anderen Faden schreibt pilgerer:
"Auch wenn ich hier ein paar kritische Punkte gebracht habe, sehe ich dennoch grundsätzlich die römisch-katholische Kirche als die langfristige Heimat an. Das gilt allerdings hauptsächlich für das, was ich "weißen Katholizismus" nennen würde im Unterschied zum schwarz-konservativen und zum relativistisch-liberalen Katholizismus. Bei den "schwarzen" Katholiken missfällt mir die Neigung zum Zynismus und Pharisäertum ("wie gut, dass ich nicht wie jener ... bin"), während bei den liberalen Katholiken Gott leicht zum passiven Zuschauer der "selfmade"-Kirche degradiert wird. Der "weiße Katholizismus" lebt dagegen aus der herzlichen Erfahrung der göttlichen Barmherzigkeit und Menschenliebe und lebt diese im Rahmen der kirchlichen Ordnung, wie es Jesus gebietet. Das ist meiner Ansicht nach auch der Weg der großen Heiligen gewesen(...)."
Eine bemerkenswerte Aussage zum Katholizismus, die es m.E. wert ist, darüber zu diskutieren!
Das waren subjektiv-persönliche Aussagen, die nicht Anspruch auf theologische Relevanz haben.
Vielleicht lassen sich die "weißen Katholiken" eher als die Moderaten zwischen den strengen Parteianhängern und den Liberalen ansehen. Das Eintreten gegen die Todesstrafe ist ein Beispiel für "weißen Katholizismus", während der "schwarze" klar dafür ist. Die "weißen" sehen zuerst das Gute in der Welt, in den Religionen und Konfessionen, bevor sie auf deren Fehler oder Irrwege eingehen. Bei den "schwarzen" ist es umgekehrt: sie sehen hinter allem, was anders ist, den Teufel.
Nach außen wird die katholische Kirche insgesamt meistens als "dunkel" assoziiert. Nach etwas näherer Beschäftigung zeigt sich aber, dass dies falsch ist und höchstens auf eine Minderheit zutrifft, deren Einstellung gegenüber dem Rest der Welt tatsächlich "verdüstert" ist und damit abweisend wirkt.