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Lage der RKK in den USA

Verfasst: Mittwoch 13. November 2013, 10:53
von Exilfranke
Wertes Forum,

kennt sich hier jemand mit der Entwicklung der RKK in den USA aus? Ich habe es jetzt mehrmals irgendwo aufgeschnappt, dass 1. sich in den USA die Konservativen gegen die Liberalen durchsetzen, und dass 2. die katholische Kirche seit den Mißbrauchsskandalen wieder an Zuspruch gewinnt und gestärkt aus der Krise hervorgeht. Ist das zu bestätigen? Wenn es so wäre, wäre dieses Modell auch für Europa anzuwenden, denn drüben scheint es mit der Neuevangelisation zu klappen, auch was das Verständnis von Liturgie oder dem Kampf für das Leben anbelangt. Auch scheinen die US-amerikanische Bischöfe weitaus deutlicher und resoluter in ihrer Meinung als unsere deutschen Amtskollegen.

Bin gespannt auf eure Antworten!

Re: Lage der RKK in den USA

Verfasst: Mittwoch 13. November 2013, 12:29
von Florianklaus

Re: Lage der RKK in den USA

Verfasst: Mittwoch 13. November 2013, 13:44
von Ralf
Nach dem was ich aus Blogs mitbekomme, gibt es folgende Trends:

- aufgrund der Zuwanderung aus dem katholischen Süden (Mexiko und weiter südlich) nimmt der Anteil an Katholiken in den USA an der Gesamtbevölkerung zu, dies ist ein Eckpfeiler des Wachstums. Diese Katholiken sind häufiger moralisch konservativ und sozialpolitisch eher "links" (Verbreitungsgebiet: Westküste und Süden der USA) und somit anders als

- das bisherige Rückrat der Kirche in den USA, die Familien mit irischen, italienischen oder dt. Hintergründen. Diese sind zwar auch eher links orientiert, dafür moralisch eher libertinär - klassisches Verbreitungsgebiet: New England

- eine lautstarke Gruppe, aber zahlenmäßig noch nicht dominierend (dennoch bedeutend), ist die der Konvertiten. Häufig aus dem evangelikalen Milieu, häufig aus dem Mittleren Westen, moralisch konservativ und sozialpolitisch eher "rechts" (protestieren bspw. deutlich lautstärker gegen Obamacare als die Latinos, sind eher für die Todesstrafe etc.)

Aufgrund der verschiedenen kulturellen Hintergründe ist die Katholische Kirche in den USA sehr multi-Kulti, sehr heterogen. Eindeutige Aussagen lassen sich da nicht treffen.

Re: Lage der RKK in den USA

Verfasst: Mittwoch 13. November 2013, 14:05
von PaceVeritas
Ein paar Vermutungen:

- RKK war dort nie Volkskirche, evtl. deshalb größere Vitalität (Kath. lange "im Schatten" der WASPs, heute aber im Supreme Court - 6 kath. Richter + 3 jüd., keine prot.)
- Katholisches Schulwesen sehr gut ausgebaut, von Kindergarten bis College, Universität
- Protestantische Gemeinschaften wie Episcopalian Church enttäuschen Mitglieder durch Entscheidungen in Widerspruch zur Bibel wie Frauenordination, Homo-Ehe (Folge ggf. Konversion)
- Medien wie EWTN führen bei zahlreichen Suchenden zur Begegnung mit dem Glauben
usw.

Extreme aber auch im negativen Bereich:
- Apostolische Visitation der Frauenorden (!)
- "pink mafia", "women priests", "feminist nuns" (Sr. Joan Chittister usw.)
- Eheannulierungen angeblich massenhaft und z. T. "willkürlich" vorgenommen
usw.

Was man davon lernen könnte:
- US-Bischöfe äußern sich zu Brennpunktthemen, z. B. Hirtenbrief von Bischof Finn gegen Pornographie usw.
- gutes Sortiment der kath. Verlags- und Medienhäuser (wie Ignatius Press usw.), richtig katholisches Katechesematerial
- Sunday school statt z. T. ungläubigen (staatlich beschäftigten) Rel.lehrern
- klar katholisches Profil einiger Ordensgemeinschaften (viele Berufungen)
usw.

(Für dieses Thema wären Bernado und Berolinensis Experten gewesen, aber die sind derzeit leider nicht präsent...)

Re: Lage der RKK in den USA

Verfasst: Mittwoch 13. November 2013, 14:23
von Exilfranke
Ach, katholisches.info. Die sehen doch alles immer tiefschwarz.

Re: Lage der RKK in den USA

Verfasst: Mittwoch 13. November 2013, 14:28
von Florianklaus
Exilfranke hat geschrieben:
Ach, katholisches.info. Die sehen doch alles immer tiefschwarz.
Stimmt, manchmal aber trotzdem (oder deswegen?) ganz informativ.