Papstbuch: »Ohne Jesus können wir nichts vollbringen«

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Juergen
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Papstbuch: »Ohne Jesus können wir nichts vollbringen«

Beitrag von Juergen » Montag 4. November 2019, 15:05

Hier gibt es Auszüge aus dem neuen Papst-Interview-Buch: Ohne Jesus können wir nichts vollbringen, das am 5. Nov. 2019 den Handel kommt – bzw. für Leute, die dies erst nach dem 5. Nov. lesen – kam.

https://www.vaticannews.va/de/papst/new ... ssion.html
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Bruder Donald
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Re: Papstbuch: »Ohne Jesus können wir nichts vollbringen«

Beitrag von Bruder Donald » Montag 4. November 2019, 19:43

Juergen hat geschrieben:
Montag 4. November 2019, 15:05
Hier gibt es Auszüge aus dem neuen Papst-Interview-Buch: Ohne Jesus können wir nichts vollbringen, das am 5. Nov. 2019 den Handel kommt – bzw. für Leute, die dies erst nach dem 5. Nov. lesen – kam.

https://www.vaticannews.va/de/papst/new ... ssion.html
Was wird aus einer Kirche, die nicht hinausgeht und nicht verkündet?

Sie wird zu einer spirituellen Vereinigung. Zu einem multinationalen Unternehmen, das Initiativen und Botschaften mit ethischen und religiösen Inhalten auf den Weg bringt. Das ist nicht schlecht, aber es ist nicht die Kirche. Diese Gefahr birgt jede statische Organisation in der Kirche. Am Ende zähmen wir Christus. Man bezeugt nicht mehr, was Christus bewirkt, sondern man spricht im Namen einer bestimmten Vorstellung von Christus. Eine Idee, die man besitzt und domestiziert. Man organisiert Dinge, man wird zum kleinen Veranstalter des kirchlichen Lebens, in dem alles nach einem festgelegten Programm geschieht, das nur nach den Anweisungen zu befolgen ist. Doch es kommt nicht zur Begegnung mit Christus. Es kommt nicht mehr zu dieser Begegnung, die zu Beginn unser Herz berührt hat.
Tut mir Leid, wenn ich das so plump ausdrücke, aber ist Papt Franziskus irgendwie schizophren? :auweia:
Er reduziert mit seinen Aktionen (#AbuDhabi, #Pachmamam) das (katholische) Christentum gerade dazu: Zu einer NGO mit ethnischen und religiösen Inhalten. Reduziert auf eine kleingeistige Ideologie, welche den Gott Jesus Christus nicht braucht.

Woran erkennt man dann christliche „Mission“?


Eine Besonderheit besteht darin, als Vermittler und nicht als Kontrolleure des Glaubens zu agieren. Wir sollen den Glauben begünstigen, erleichtern, und nicht dem Wunsch Jesu im Weg stehen, alle zu umarmen, zu heilen und zu retten. Keine Auswahl treffen und keine „pastoralen Zollschranken aufstellen“. Nicht als Türsteher auftreten, um zu prüfen, ob andere zum Eintritt berechtigt sind. Ich erinnere mich an die Pfarrer und Gemeinden in Buenos Aires, die viele Initiativen ergriffen, um den Zugang zur Taufe zu erleichtern. Sie hatten festgestellt, dass seit Jahren die Zahl der Taufen zurückging, aus unterschiedlichen Gründen auch soziologischer Art. So erinnerten sie daran, dass die Taufe einfach ist, etwas, das alle für sich und für ihre Kinder erbitten können. Der Weg dieser Pfarrer und Gemeinden war folgender: keine Bürden hinzufügen, keine Ansprüche erheben und kulturelle, psychologische oder praktische Schwierigkeiten beseitigen, die die Menschen dazu bringen könnten, die Absicht zur Taufe für sich und ihre Kinder aufzuschieben oder ganz fallen zu lassen.
Also eine neo-"katholische" Variante von "Wasch-mir-den-Pelz-aber-mach-mich-nicht-nass"?
Wir vergeben Sakramente, aber erwarten davon nichts zurück? Wie war das mit dem Gleichnis mit den Talenten nochmal? :hmm:
Prüft alles und behaltet das Gute! (1. Thess 5,21)

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Edi
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Re: Papstbuch: »Ohne Jesus können wir nichts vollbringen«

Beitrag von Edi » Montag 4. November 2019, 20:03

Bruder Donald hat geschrieben:
Montag 4. November 2019, 19:43
Was wird aus einer Kirche, die nicht hinausgeht und nicht verkündet?
Sie wird zu einer spirituellen Vereinigung. Zu einem multinationalen Unternehmen, das Initiativen und Botschaften mit ethischen und religiösen Inhalten auf den Weg bringt. Das ist nicht schlecht, aber es ist nicht die Kirche. Diese Gefahr birgt jede statische Organisation in der Kirche. Am Ende zähmen wir Christus. Man bezeugt nicht mehr, was Christus bewirkt, sondern man spricht im Namen einer bestimmten Vorstellung von Christus. Eine Idee, die man besitzt und domestiziert. Man organisiert Dinge, man wird zum kleinen Veranstalter des kirchlichen Lebens, in dem alles nach einem festgelegten Programm geschieht, das nur nach den Anweisungen zu befolgen ist. Doch es kommt nicht zur Begegnung mit Christus. Es kommt nicht mehr zu dieser Begegnung, die zu Beginn unser Herz berührt hat.
Tut mir Leid, wenn ich das so plump ausdrücke, aber ist Papt Franziskus irgendwie schizophren? :auweia:
Er reduziert mit seinen Aktionen (#AbuDhabi, #Pachmamam) das (katholische) Christentum gerade dazu: Zu einer NGO mit ethnischen und religiösen Inhalten. Reduziert auf eine kleingeistige Ideologie, welche den Gott Jesus Christus nicht braucht.
Es ist doch nichts Neues, daß der Papst das Eine sagt und dann das Gegenteil tut und daß er sich selber schon viele Male widersprochen hat. Entweder macht er das mit Absicht, um eine Agenda zu verfolgen oder er merkt das selber gar nicht mehr.
Welche Diagnose ist da die richtige? Deine oder eine andere, beide sind nicht gut. Ich meine, er macht das vielfach mit Absicht, aber kann auch manchmal verwirrt sein. Verwirrung zu stiften ist sicher auch sein Metier.
Es lebt der Mensch im alten Wahn.
Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
der Irrtum findet immer freie Bahn,
die Wahrheit aber muss die Bahn sich brechen.

Die meisten Leute werden immer schmutziger je älter sie werden, weil sie sich nie waschen.

Tinius
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Re: Papstbuch: »Ohne Jesus können wir nichts vollbringen«

Beitrag von Tinius » Mittwoch 6. November 2019, 12:49

Der jetzige Papst ist schon etwas wirr. Hoffen wir, dass sein Nachfolger wieder mehr Struktur und Klarheit in die Organisation bringt.

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Lycobates
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Re: Papstbuch: »Ohne Jesus können wir nichts vollbringen«

Beitrag von Lycobates » Mittwoch 6. November 2019, 12:57

Tinius hat geschrieben:
Mittwoch 6. November 2019, 12:49
Der jetzige Papst ist schon etwas wirr. Hoffen wir, dass sein Nachfolger wieder mehr Struktur und Klarheit in die Organisation bringt.
Von der "Organisation", wie wir sie bis heute kennen, dürfte nicht mehr viel stehen, wenn sich der werte Herr B. verabschiedet.
Ich vermute, das ist auch beabsichtigt.
Solve et coagula: es tun sich dann ganz neue Horizonte auf.
Der Mittelweg ist der einzige Weg, der nicht nach Rom führt (Arnold Schönberg)
*
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*
... una cum omnibus orthodoxis, atque catholicae et apostolicae fidei cultoribus

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