Früher waren Kathedralen "Partyhäuser", die Bauern machten Rast und jausneten drinne, der Stadtrat hielt Sitzungen ab, Bürger kühlten sich ab, da wurde gescherzt, gespielt, geschlafen, geredet und vorne hielt der Priester seine Messenmit der Gemeinde ab, Bänke gabs sowieso keine.....
ja, wenn wir vergleichen, die Geburtskirche in Bethlehem, das war ein ueberdachter Marktplatz, und unter Kaisermutter St.Helena wurden solche Basiliken "Hallen", wo man wirklich im Zentrum mit G"TT im "Zelt" wohnte und sich eifrig aufhielt - eben auch zu Profanem, hauptsache, sie sind alle schon da, wenn ein Hl.Messopfer begann.
Es war "das Haus meines Vaters" - und ich glaub auch, dass im Heiligtum in Jerusalem auch aehnlich an alles gedacht war, denn eine Scheidung zwischen "profaner" Welt und geistlicher Welt war zunaechst gar nicht gewuenscht.
"Wusstet Ihr nicht, dass ich im Hause meines Vaters sein muss?" sagt der Firmling Jesus, nachdem er vermisst worden war nach dem Pessachfest, an dem er erstmals als Vollmitglied der Gemeinde Israel die wunderbare Pessach-Wallfahrt erlebt hatte, und nun mit den Weisen disputieren durfte wie jeder Mann. So wuchs man doch hinein.
"Raeuberhoehle" hat er erst geschimpft am Ende, aber gewiss nicht wegen der bunten Vielfalt an Leben im Heiligtums-Bezirk. Da verweilten doch an Kindern verwaiste Witwen und wurden versorgt, jahrzehntelang, wie man lesen kann, und alte Maenner, und Gelehrte, und Pilger assen dort ihr Hl.Speise-Opfer, man versoehnte sich, da kamen die jungen Muetter zu ihrem Lichtmesstag, es wurden Kinder G"TT und der Gemeinde vorgestellt - da wurde mit G"TT gesungen und gelacht, weil man zuhause war und sich aus aller Welt nur hier so haeufig traf.
Die Tridentinische Hl.Messe fand ich auch ohne Zweifel sehr richtig, aber was mich an Neuerungen im Gebet irritiert, sind die peripheren Unzulaenglichkeiten, die daher kommen, dass man wirklich seinen Schatz und sein Herz nur noch sehr gelegentlich im Gebetshaus empfindet, es ist die Woche, die hineinragt, und nicht der Sonntag, der hinausstrahlt.
- Gibt es einen vernuenftigen Grund, am Ende nicht mehr zu sagen:
Geht, es ist Absendung: "
ite missa est" besagte doch das?
- wenn man sagt: "Gehe hin in Frieden" - ups
-
b_Schalom "
bleibend hinein in den Frieden" ist biblisch immer der letzte Gruss im Leben.
le_Schalom "
fuer einen Frieden", das ist der Gruss, um wiederzukommen fuer wieder einmal.
Mir scheint auch, dass dem Priester die Konzentration auf sein Hl.Messopfer schwerer faellt, seit er zur Gemeinde hin
diese vor sich sieht - in der Gebaerde aber doch G"TT anbetet - und nicht mehr konzentriert sich
Licht auf sein Geschehen statt auf jedermanns Gebetbuch - da sind ja manchmal abendliche Fussballspiele konzentrierter auf den 1 Ball, dem der Lichtspot bio-logisch folgt. Es war einiges vor 40 Jahren einiges bio-logischer andachtsfoerdernd eingerichtet.
Man begruesste einander auch beim Kommen schon vor dem - nicht mitten aus dem Beten raus fast erst am Ende des Geschehens. Im Bericht sassen die Juenger beisammen, und auf einmal ploetzlich "Schalom alejnu" horchten sie auf - da war der Meister - alles sprang gewiss auf, eilte hin - verharrte ploetzlich etwas scheu und strahlte aberaus allen Knopfloechern ihn an, nicht einander - nicht etwa entdeckte nun jeder seinen Nebenmann und fiel dem um den Hals.
So ein paar Aenderungen passen zum Spruch Papst Johannes XXIII "Johannes, nimm dich nicht so wichtig". Die krasse Unterscheidung zu Laien und Geweihten wuerde ich nicht so sehn: "Wir sind ein koenigliches Prestertum" durfte schon jeder in Israel von sich sagen, Koenigs Kinder, alle wuerdig durch den Vater. Allerdings auch nach aufgaben unterschieden. Koenig Schaul verlor den Segen, weil er eigenmaechtig ein Opfer darbrachte, um nicht auf den Priester zu warten - abraham, Isaak und Jakob - und Koenig David - sie brachten Opfer das, weil sie dazu befugt waren. Moses machte es nicht - aber er ist unser-Lehrer per se - das erste Opfer des freigewordenen Israel brachte ein Noachit dar, sein Schwiegervater, denn dies Priestertum gab es parallel aus der Uroffenbarung her vei mehreren Nationen auch. Israel durfte dann den Stamm Levi anstelle der pflichtigen Erstgeborenen dem allein widmen und daraus das Haus Aaron - und spaeter auch das Haus David ("Alle Bene David wurden Cohanim" heisst es) - so war auch Jesus durch Josef und Maria ein Cohen, Priester, und haette mit 30 - wie es auch geschah - etwa 6 Monaten nach Johannes einen levitischen Dienst aufgenommen - was sie ja taten: Volksmission, damit der Messias sich offenbaren konnte - Priester wurde er von den Stammtafeln her durch Josef: 14 regierende Koenige-Cohanim im Stammbaum, allerdings, denn das kommt nicht aus Muettern in Israel, nur Jude zu sein kommt aus Muettern. Insofern Maria als Base der Elisabeth der Gattin eines Tempel-Priesters war, war sie geeignet, einen Cohen zu heiraten - auch wenn das fuer das Christentum nachher nicht mehr relevant war.
Der Kern des Priestertums bei Juden und den noachitischen Nationen war das Versoehnen mit G"TT, weil man suendigt - und Danken - das war ein Opferdienst und ein feierliches Verkuenden der Hl.Schrift in kunstvoller Sprache gesungen.
Das Lernen und Lehren hing nicht daran, das tun Rabbiner im Sinne von Predigern. Diese konnten, Cohanim, Leviten oder Israeliten sein, also "Laien" gibt es im Volk G"TTES keine, aber es sind nicht sie, sondern ihr Dienst: Ewed ha_SCHEM - Dienst Personal. - Wer dient wem? G"TT mit Seinem Personal dient aus Liebe Seinen Geschoepfen allen im Angebot "Gnade und reicher Versoehnung", SICH zuliebe, damit wir lieben und sich auch alle lieben lassen. Dafuer kann man was tun und wir durfen beitragen.
Im Zuge dessen, dass in die Frueh-Christenheit vielerlei Staende eintraten, wenn auch vorrangig aus den damals 90 % Sklaven, waren das ja nicht ungelehrte Wilde, sondern auch Menschen von hochstehender noachitischer Froemmigkeit im Wege des MelchiZedeq - und nicht wenige davon versklavt - sonst muesste man sich fragen, an wen da Paulus eigentlich schreibt? - Da war schon ein Niveau ansprechbar, es musste nur geordnet werden.
Dem Posting von Josef stimme ich nicht in den Einzelheiten hier zu, aber vielleicht formuliert er zu starr - es gab da wirklich "was" im Zeremoniale, das ich fast nie mehr wiedersah und -spuerte, mit den neuen Text-und Gesangs-Formen haette es vielleicht noch werden koennen, da gibt es durchaus gut gelungene: Muster-Beispiel die Bestattung des Hl.Vaters
- aber fuer die Sinne ist das ganze alltags-artigge Umarrangieren irgendwie verwirrend. Das 1.Vaticanum hatte sein Liturgie-Reform in Richtung auf mehr Ehre G"TTES - in dem Punkt stimm ich zu. Seit man die Gemeinde als Volk G"TTES ehrt, scheinen sich mehr Leute zu bestaetigen, sie seien selbst klasse, und nicht nur im Hinblick darauf, dass ER die Klasse verleiht.
Eine Armut der Kirche zum Stil zu machen ist unecht, wenn es dazu fuehrt, dass die Gemeinde-Bleibe abgetakelt wird, aber jeder 50.Geburtstag eines Gemeinde-Mitglieds mehr an Schoenheit und Wuerde bekommt. Das war ein Reformationsruck: Der Staat bekam das Oberhaupt, fuer seine Buerger G"TT mal eben zu vertreten - wollte man doch und tat man auch - und ein Bildersturm nahm alles Schoene der Gemeinde G"TTES weg, das man seit den Basiliken dort gemeinsam hinsammelte - um es zuhause um so schoener zu verteilen in die Wohnungen, so gab es auch keine Sonntagspflicht mehr, sich wegen G"TT zu versammeln, und kaum verlangte es kein Staat mehr, wurde es ruckartig leer.
_____________
- aber insgesamt, auf unsere Foren besehen: wenn wir mit unseren "Du" plus Qualifizieren zurueckhaltender waeren, entspraeche es der Thematik der Themen besser, denk ich.
[schild=19 fontcolor=FF0000 shadowcolor=C0C0C0 shieldshadow=1]*scusi*fratelli*sorelli*[/schild]<-- ich fange bei mich an...
ich reagier ja auch mitunter gereizt, tut mir leid.
Frage zum Abschluss: vom
Liturgie-Buch des Josef Ratzinger, inzwischen im Amt Hl.Vater Benedikt - sollte davon nicht auch geredet werden? Ich hab es noch nicht, waere interessant, davon etwas zu hoeren, um was es da geht.
mfG Wit
