Blasiussegen

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Juergen
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Blasiussegen

Beitrag von Juergen » Montag 2. Februar 2004, 12:14

Im Thread zum Fest Darstellung des Herrn wurde schon mehrfach der Blasiussegen erwähnt.

Ich kann dazu leider keine objektive Meinung abgeben, da ich gebürtig aus einer Blasius-Pfarrei stamme und auch hier in Paderborn, der Gedenktag des Hl. Blasius immer in besonderer Weise mit einem Blasius-Triduum begangen wird.

Desungeachtet scheint mir dieser Segen aber dennoch besonders "beliebt" zu sein und im Volk verankert.

Woran mag es liegen?
Liegt es vielleicht daran, daß er einer der wenigen Segen ist, bei dem der zu Segnende einen "persönlichen Segen" und eine "persönliche Zuwendung" erhält?
Gruß Jürgen

Dieser Beitrag kann unter Umständen Spuren von Satire, Ironie und ähnlich schwer Verdaulichem enthalten. Er ist nicht für jedermann geeignet, insbesondere nicht für Humorallergiker. Das Lesen erfolgt auf eigene Gefahr.

Marlene
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Re: Blasiussegen

Beitrag von Marlene » Montag 2. Februar 2004, 13:11

Juergen hat geschrieben:Liegt es vielleicht daran, daß er einer der wenigen Segen ist, bei dem der zu Segnende einen "persönlichen Segen" und eine "persönliche Zuwendung" erhält?
Hallo Jürgen,
ja, für mich ist das der Grund, und zwar der einzige. (Abgelästert: Gegen Halsschmerzen würde ich vorrangig andere Mittel einsetzen ;) )

Ich schätze beides: In der Menge stehen und gemeinsam den Segen empfangen hat etwas für sich. Aber sich in Bewegung setzen, an die Kommunionbank gehen, knien, dem Priester ins Gesicht und die Augen gucken, persönlich angsprochen werden - das trifft mich viel tiefer. Ich kenne Gemeinden, in denen die zu Segnenden sogar mit Namen angesprochen werden, und wen der Priester nicht kennt, den fragt er vorher danach.

Für mich symbolisiert dies wie nichts anderes den ganz persönlichen Anruf Gottes an mich: "Ich habe dich bei deinem Namen gerufen!"

Gruß
Marlene

Edith
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Beitrag von Edith » Montag 2. Februar 2004, 14:56

Warum beliebt?
Vermtulich, weil es - außer "zur Kommunion gehen" eine der ganz wenigen Möglichkeiten ist, in der man als Otto-Normal-Kirchgeherin mal etwas Besonderes erhält.
Kerzen,.... Segen.... (übrigens sind auch Segnungen mit dem Kreuzpartikel sehr beliebt - wo es das noch gibt).

Einen persönlichen Segen... bekommt man ja leider sonst nicht mehr oft.

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Angelika
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Beitrag von Angelika » Montag 2. Februar 2004, 23:26

Edith hat geschrieben:Einen persönlichen Segen... bekommt man ja leider sonst nicht mehr oft.
Warum eigentlich nicht?

Ich kenne es nur aus dem charismatischen Bereich.

Gruß
Angelika

Gast

Beitrag von Gast » Dienstag 3. Februar 2004, 00:10

Angelika hat geschrieben:
Edith hat geschrieben:Einen persönlichen Segen... bekommt man ja leider sonst nicht mehr oft.
Warum eigentlich nicht?
Primizsegen ist auch was schönes.

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Stefan
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Beitrag von Stefan » Dienstag 3. Februar 2004, 15:31

Margarete G. hat geschrieben:
Angelika hat geschrieben:
Edith hat geschrieben:Einen persönlichen Segen... bekommt man ja leider sonst nicht mehr oft.
Warum eigentlich nicht?
Primizsegen ist auch was schönes.
ja schon... der iss nur noch seltener.... *seufz*

Ist heute nicht Blasius????
Auf in die Abendmesse! *davonsaus*
Es ist für uns an der Zeit aufzuwachen und uns zu erheben. (Benedikt von Nursia)

Gast

Beitrag von Gast » Dienstag 3. Februar 2004, 15:35

Zuletzt geändert von Gast am Samstag 5. Februar 2005, 20:15, insgesamt 1-mal geändert.

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Stefan
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Beitrag von Stefan » Dienstag 3. Februar 2004, 15:38

Margarete G. hat geschrieben: Ham wer hier heute nich... hatten se auf vergangenen Samstagabend vorgezogen (iiiih), war ich aber nich da...

schon wieder Gemeindetourismus betreiben muß. ;D
Pass auf, daß Dich kein Pasti sieht. ;D
Es ist für uns an der Zeit aufzuwachen und uns zu erheben. (Benedikt von Nursia)

Gast

Beitrag von Gast » Dienstag 3. Februar 2004, 15:39

Zuletzt geändert von Gast am Samstag 5. Februar 2005, 20:14, insgesamt 1-mal geändert.

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Erich_D
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Beitrag von Erich_D » Dienstag 3. Februar 2004, 16:03

Edith hat geschrieben:
Margarete G. hat geschrieben:
Angelika hat geschrieben:
Edith hat geschrieben:Einen persönlichen Segen... bekommt man ja leider sonst nicht mehr oft.
Warum eigentlich nicht?
Primizsegen ist auch was schönes.
ja schon... der iss nur noch seltener.... *seufz*

Ist heute nicht Blasius????
Auf in die Abendmesse! *davonsaus*
Na, der Abend bricht ja in München ein bisserl früh an. Bei uns scheint glatt noch die Sonne, hellster Tag.

(das war jetzt vielleicht ein wenig, ein ganz klein wenig, OT)
"Spiel nicht mit den Schmuddelkindern sing nicht ihre Lieder. Geh doch in die Oberstadt mach´s wie deine Brüder", so sprach die Mutter, sprach der Vater, lehrte der Pastor."

Edith
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Beitrag von Edith » Dienstag 3. Februar 2004, 16:08

Erich Dumfarth hat geschrieben: Na, der Abend bricht ja in München ein bisserl früh an. Bei uns scheint glatt noch die Sonne, hellster Tag.
naja... gut ok.... ich muß ja auch noch bis 17 Uhr Dienst schieben.
(Aber [Punkt])
Ist übrigens ein Schei**tag..... bin nur am kündigen.....

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Juergen
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Beitrag von Juergen » Donnerstag 5. Februar 2004, 19:24

Edith hat geschrieben:Ist heute nicht Blasius?
Auf in die Abendmesse! *davonsaus*
Ach wie schön ist es, wenn es Orte gibt in denen man nicht "lossausen" muß, um das "8. Sakrament" (Blasiussegen) zu bekommen. --- Bis zum "9. Sakrament" (Aschenkreuz) ist es ja noch etwas nin :D
Di. 3. Febr. - Erster Tag des Blasius-Triduums
9:00 Uhr Hochamt und Aussetzung des Allerheiligsten - Blasiussegen
10:00 Uhr Blasiussegen
10:15 Betstunde der Liboriuskindergarten-Gruppe
11:00 Uhr Blasiussegen
11:15 Betstunde der Schwestern der Christl. Liebe
12:00 Blasiussegen
- - 12:15 - 14:00 Uhr Kirche geschlossen - -
14:00 Uhr Aussetzung des Allerheiligsten - Blasiussegen - stille Anbetung
15:00 Uhr Blasiussegen
15:15 Uhr Betstunde für die Verstorbenen
16:00 Uhr Blasiussegen
16:15 Uhr Betstunde der KfD
17:00 Uhr Blasiussegen
17:15 Uhr allgem. Betstunde
18:00 Uhr Blasiussegen
18:15 Uhr Vesper mit den Vinzentinerinnen - anschließend Blasiussegen

Mi. 4. Febr. - Zweiter Tag des Blasius-Triduums
9:00 Uhr Hochamt und Aussetzung des Allerheiligsten - Blasiussegen
10:00 Uhr Blasiussegen
10:15 Andacht der Liboriuskindergarten-Gruppe
10:35 Andacht der Liboriuskindergarten-Gruppe
11:00 Uhr Blasiussegen
11:15 Betstunde der Schwestern der Christl. Liebe
12:00 Blasiussegen
12:15 Ökumenischer Schulgottesdienst der Karlschule
- - danach bis 14:00 Uhr Kirche geschlossen - -
14:00 Uhr Aussetzung des Allerheiligsten - Blasiussegen - stille Anbetung
15:00 Uhr Blasiussegen
15:15 Uhr Betstunde für die Verstorbenen
16:00 Uhr Blasiussegen
16:15 Uhr Betstunde der KfD
17:00 Uhr Blasiussegen
17:15 Uhr allgem. Betstunde
18:00 Uhr Blasiussegen
18:15 Uhr Vesper mit den Vinzentinerinnen - anschließend Blasiussegen

Do. 5. Febr. - Dritter Tag des Blasius-Triduums
9:00 Uhr Hochamt und Aussetzung des Allerheiligsten - Blasiussegen
10:00 Uhr Blasiussegen
10:15 Andacht der Pankratiuskindergarten-Gruppe
10:35 Andacht der Pankratiuskindergarten-Gruppe
11:00 Uhr Blasiussegen
11:15 Betstunde der Vinzentinerinnen
12:00 Blasiussegen
- - 13:00 Uhr bis 14:00 Uhr Kirche geschlossen - -
14:00 Uhr Aussetzung des Allerheiligsten - Blasiussegen - stille Anbetung
15:00 Uhr Blasiussegen
15:15 Uhr Betstunde für die Verstorbenen
16:00 Uhr Blasiussegen
16:15 Uhr Betstunde der KfD
17:00 Uhr Blasiussegen
17:15 Uhr allgem. Betstunde
18:00 Uhr Blasiussegen
18:15 Uhr Vesper und Abschluß des Triduums mit Te Deum - anschließend Blasiussegen.
Aber nun ist es doch schon alles wieder vorbei ...
Gruß Jürgen

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Erich_D
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Beitrag von Erich_D » Donnerstag 5. Februar 2004, 20:26

Juergen hat geschrieben:
Edith hat geschrieben:Ist heute nicht Blasius?
Auf in die Abendmesse! *davonsaus*
Ach wie schön ist es, wenn es Orte gibt in denen man nicht "lossausen" muß, um das "8. Sakrament" (Blasiussegen) zu bekommen. --- Bis zum "9. Sakrament" (Aschenkreuz) ist es ja noch etwas nin :D
Di. 3. Febr. - Erster Tag des Blasius-Triduums
9:00 Uhr Hochamt und Aussetzung des Allerheiligsten - Blasiussegen
10:00 Uhr Blasiussegen
10:15 Betstunde der Liboriuskindergarten-Gruppe
11:00 Uhr Blasiussegen
11:15 Betstunde der Schwestern der Christl. Liebe
12:00 Blasiussegen
- - 12:15 - 14:00 Uhr Kirche geschlossen - -
14:00 Uhr Aussetzung des Allerheiligsten - Blasiussegen - stille Anbetung
15:00 Uhr Blasiussegen
15:15 Uhr Betstunde für die Verstorbenen
16:00 Uhr Blasiussegen
16:15 Uhr Betstunde der KfD
17:00 Uhr Blasiussegen
17:15 Uhr allgem. Betstunde
18:00 Uhr Blasiussegen
18:15 Uhr Vesper mit den Vinzentinerinnen - anschließend Blasiussegen

Mi. 4. Febr. - Zweiter Tag des Blasius-Triduums
9:00 Uhr Hochamt und Aussetzung des Allerheiligsten - Blasiussegen
10:00 Uhr Blasiussegen
10:15 Andacht der Liboriuskindergarten-Gruppe
10:35 Andacht der Liboriuskindergarten-Gruppe
11:00 Uhr Blasiussegen
11:15 Betstunde der Schwestern der Christl. Liebe
12:00 Blasiussegen
12:15 Ökumenischer Schulgottesdienst der Karlschule
- - danach bis 14:00 Uhr Kirche geschlossen - -
14:00 Uhr Aussetzung des Allerheiligsten - Blasiussegen - stille Anbetung
15:00 Uhr Blasiussegen
15:15 Uhr Betstunde für die Verstorbenen
16:00 Uhr Blasiussegen
16:15 Uhr Betstunde der KfD
17:00 Uhr Blasiussegen
17:15 Uhr allgem. Betstunde
18:00 Uhr Blasiussegen
18:15 Uhr Vesper mit den Vinzentinerinnen - anschließend Blasiussegen

Do. 5. Febr. - Dritter Tag des Blasius-Triduums
9:00 Uhr Hochamt und Aussetzung des Allerheiligsten - Blasiussegen
10:00 Uhr Blasiussegen
10:15 Andacht der Pankratiuskindergarten-Gruppe
10:35 Andacht der Pankratiuskindergarten-Gruppe
11:00 Uhr Blasiussegen
11:15 Betstunde der Vinzentinerinnen
12:00 Blasiussegen
- - 13:00 Uhr bis 14:00 Uhr Kirche geschlossen - -
14:00 Uhr Aussetzung des Allerheiligsten - Blasiussegen - stille Anbetung
15:00 Uhr Blasiussegen
15:15 Uhr Betstunde für die Verstorbenen
16:00 Uhr Blasiussegen
16:15 Uhr Betstunde der KfD
17:00 Uhr Blasiussegen
17:15 Uhr allgem. Betstunde
18:00 Uhr Blasiussegen
18:15 Uhr Vesper und Abschluß des Triduums mit Te Deum - anschließend Blasiussegen.
Aber nun ist es doch schon alles wieder vorbei ...
Das ist ja fast schon pervers: aus allen Ecken und Enden, zu jeder Zeit, bläst einem der Blasiussegen entgegen. Das nenne ich Segensinflation, ein Frevel.
"Spiel nicht mit den Schmuddelkindern sing nicht ihre Lieder. Geh doch in die Oberstadt mach´s wie deine Brüder", so sprach die Mutter, sprach der Vater, lehrte der Pastor."

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Beitrag von Juergen » Donnerstag 5. Februar 2004, 20:33

Erich Dumfarth hat geschrieben:Das ist ja fast schon pervers: aus allen Ecken und Enden, zu jeder Zeit, bläst einem der Blasiussegen entgegen. Das nenne ich Segensinflation, ein Frevel.
Ne, Erich,
kein Frevel, das ist ein Fall von "Servicekirche" :D :D
Gruß Jürgen

Dieser Beitrag kann unter Umständen Spuren von Satire, Ironie und ähnlich schwer Verdaulichem enthalten. Er ist nicht für jedermann geeignet, insbesondere nicht für Humorallergiker. Das Lesen erfolgt auf eigene Gefahr.

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Beitrag von Erich_D » Donnerstag 5. Februar 2004, 20:47

Juergen hat geschrieben:
Erich Dumfarth hat geschrieben:Das ist ja fast schon pervers: aus allen Ecken und Enden, zu jeder Zeit, bläst einem der Blasiussegen entgegen. Das nenne ich Segensinflation, ein Frevel.
Ne, Erich,
kein Frevel, das ist ein Fall von "Servicekirche" :D :D
Servicekirche? spuck ... spotz - motz: :motz:

Super voll, Ölwechsel, Luft überprüfen? Wo san'ma denn?
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Beitrag von Gast » Donnerstag 5. Februar 2004, 20:50

Zuletzt geändert von Gast am Samstag 5. Februar 2005, 20:06, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von Juergen » Donnerstag 5. Februar 2004, 21:50

Erich Dumfarth hat geschrieben:
Juergen hat geschrieben:
Erich Dumfarth hat geschrieben:Das ist ja fast schon pervers: aus allen Ecken und Enden, zu jeder Zeit, bläst einem der Blasiussegen entgegen. Das nenne ich Segensinflation, ein Frevel.
Ne, Erich,
kein Frevel, das ist ein Fall von "Servicekirche" :D :D
Servicekirche? spuck ... spotz - motz: :motz:

Super voll, Ölwechsel, Luft überprüfen? Wo san'ma denn?
Vielleicht ist der Blasiussegen in der Paderborner Busdorfkirche deswegen so beliebt, weil er dort mit einem Reliquiar gespendet wird, welches eine Kopfreliquie des Hl. Blasius enthält.
Zuletzt geändert von Juergen am Sonntag 8. Februar 2004, 21:42, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von umusungu » Sonntag 8. Februar 2004, 00:24

Juergen hat geschrieben:Vielleicht ist der Blasiussegen in der Paderborner Busdorfkirche deswegen so beliebt, weil er dort mit einem Reliquiar gespendet wird, welches eine Kopfreliquie des Hl. Blasius enthält.
Ja, ja ........ wir bewahren sehr viele Relikte magischen Denkens und kultivieren sie noch und nehmen das auch noch als Zeichen besonderer christlicher Frömmigkeit.
Ich gebe eine Christopherus-Medaille im Pfarrbüro ab mit der Bitte, der Pfarrer möge sie bitte segnen ........ reine Magie.
Wenn ich einen Gegenstand segnen lassen möchte, gehöre ICH dazu ... Gottes gutes Wort (=Segen) gebührt den Menschen und nicht den Dingen.

Gast

Beitrag von Gast » Sonntag 8. Februar 2004, 00:34

Ach umusungu, gegen ALLE Relikte, die vielen Leuten halt noch lieb und teuer sind, brauchst Du nun wirklich nicht anzumäkeln.

Obwohl, in diesem Falle, eine Kopfreliquie ... brrrrrr

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Beitrag von umusungu » Sonntag 8. Februar 2004, 00:36

Margarete G. hat geschrieben:Ach umusungu, gegen ALLE Relikte, die vielen Leuten halt noch lieb und teuer sind, brauchst Du nun wirklich nicht anzumäkeln.

Obwohl, in diesem Falle, eine Kopfreliquie ... brrrrrr
Die Evangelisierung der Germanen ist bis heute nicht vollständig abgeschlossen.

Gast

Beitrag von Gast » Sonntag 8. Februar 2004, 00:39

:D :D :D

So ähnlich äußerte sich kürzlich ein Bekannter, der bei den einst zwangsmissionierten Sachsen nachmissioniert. Dort muß es noch seeehr magisch zugehen...

:D :D :D

Gast

"Kopfreliquie"

Beitrag von Gast » Sonntag 8. Februar 2004, 16:03

Der folgende Beitrag ist hier off topic, aber vielleicht könnte man diesen Thread ja auch in "religiöses Brauchtum" oder so umbenennen.

Das Gruseln wegen der Kopfreliquie des heiligen Blasius hat mir jedenfalls den gruseligen Kopf des enthaupteten Johannes des Täufers in Erinnerung gerufen, an dem ich mich in Münsterlingen (auf der schweizerischen Seite des Bodensees) einmal sehr erschreckt habe, als ich im benachbarten Krankenhaus lag und mich eines Tages in die Kirche schleppte. Bei der Kirche handelt es sich eigentlich nur noch um den Chor der ehemals prächtigen Klosterkirche, die angrenzende Anlage, auf der sich heute die Krankenhausgebäude befinden, war eine prächtige Klosteranlage.

Jedenfalls ist auch der Chor der Klosterkirche, die dem heiligen Johannes dem Täufer geweiht ist, noch groß genug, um als Gemeindekirche für den kleinen Ort Münsterlingen zu dienen. Und da lag er denn, der Kopf des enthaupteten Johannes, selbstverständlich aus Holz geschnitzt, und seeehr realistisch bemalt... Und da liegt er noch.

Denn der Holzkopf des heiligen Johannes des Täufers ist zwei Gemeinden heilig, der in Münsterlingen, und einer anderen Gemeinde auf der deutschen Seite des Bodensees (Hagnau, in der Nähe von Meersburg).

In Jahren, in denen es lange genug so klirrend kalt bleibt, daß der ganze Bodensee zufriert und die Eisdecke tragfähig genug ist, bewegt sich dann, meist im Februar und seit dem 16. Jahrhundert, eine Prozession über den Bodensee: Der Kopf Johannes des Täufer's wird von der Kirche, in der er bis dahin aufbewahrt wurde, über den zugefrorenen See getragen, wo er in der dortigen Kirche bis zur nächsten "Seegfrörne" und Prozession verbleibt. Soweit ich weiß, wurde der Kopf im Jahre 1963, nachdem er ca. 150 Jahre in der Hagnauer Kirche aufbewahrt worden war, über den See nach Münsterlingen gebracht. Wenn es mit der Klimaerwärmung so weitergeht, wird er allerdings weiter am Schweizer Ufer bleiben und ahnungslose Kirchenbesucher erschrecken...

Margarete

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Beitrag von Juergen » Sonntag 8. Februar 2004, 19:05

umusungu hat geschrieben:
Juergen hat geschrieben:Vielleicht ist der Blasiussegen in der Paderborner Busdorfkirche deswegen so beliebt, weil er dort mit einem Reliquiar gespendet wird, welches eine Kopfreliquie des Hl. Blasius enthält.
Ja, ja ........ wir bewahren sehr viele Relikte magischen Denkens und kultivieren sie noch und nehmen das auch noch als Zeichen besonderer christlicher Frömmigkeit.
Ich gebe eine Christopherus-Medaille im Pfarrbüro ab mit der Bitte, der Pfarrer möge sie bitte segnen ........ reine Magie.
Wenn ich einen Gegenstand segnen lassen möchte, gehöre ICH dazu ... Gottes gutes Wort (=Segen) gebührt den Menschen und nicht den Dingen.
Konzil v. Trient hat geschrieben:Auch die heiligen Leiber der heiligen Martyrer und anderer, die mit Christus leben, die lebendigen Gleider Christi und ein Tempel des Heiligen Geistes waren und von ihm zum ewigen Leben auferweckt und verherrlicht werden, sind von den Gläubigen zu verehren, wodurch den Menschen von Gott viele Wohltaten erwiesen werden; deshalb sind die, die behaupten, man schulde den Reliquien der Heiligen keine Verehrung und Ehrbezeugung, oder sie und andere heilige Denkmale würden von den Gläubigen nutzlos verehrt, und das Gedenken der Heiligen zur Erwirkung ihrer Hilfe würde vergebens begangen, ganz und gar zu verurteilen, wie sie die Kirche schon früher verurteilt hat und auch jetzt verurteilt.
Gruß Jürgen

Dieser Beitrag kann unter Umständen Spuren von Satire, Ironie und ähnlich schwer Verdaulichem enthalten. Er ist nicht für jedermann geeignet, insbesondere nicht für Humorallergiker. Das Lesen erfolgt auf eigene Gefahr.

Geronimo

Beitrag von Geronimo » Sonntag 8. Februar 2004, 19:49

umusungu hat geschrieben:
Juergen hat geschrieben:Vielleicht ist der Blasiussegen in der Paderborner Busdorfkirche deswegen so beliebt, weil er dort mit einem Reliquiar gespendet wird, welches eine Kopfreliquie des Hl. Blasius enthält.
Ja, ja ........ wir bewahren sehr viele Relikte magischen Denkens und kultivieren sie noch und nehmen das auch noch als Zeichen besonderer christlicher Frömmigkeit.
Ich gebe eine Christopherus-Medaille im Pfarrbüro ab mit der Bitte, der Pfarrer möge sie bitte segnen ........ reine Magie.
Wenn ich einen Gegenstand segnen lassen möchte, gehöre ICH dazu ... Gottes gutes Wort (=Segen) gebührt den Menschen und nicht den Dingen.

umusungu, ich denke, du schüttest das Kind grad mit dem Bade aus ... Im Pfarrbüro eine Medaille abgeben zum Segnen lassen - was für eine Idee....
Wir waren uns doch eigentlich einig, dass der Segen der Dinge den Menschen zum Segen gereicht. Interessant fand ich auch Petrus' Beitrag.
Tatsache ist, dass in der kath. Kirche Dinge gesegnet werden - darum gings eigentlich. Alles andere ist eine Diskussion um des Kaisers Bart.
Dass da keine Magie dahintersteckt, ist auch klar. Sonst müssten wir allein schon mal das Weihwasser abschaffen.
Ich kann auch nicht erkennen, warum das schlimm sein soll, gesegneten Dingen eine besondere Kraft zu zu sprechen.
Ist das nur, weil dich eine gewisse Art "Volksfrömmigkeit" irritiert?

Geronimo

Gast

Beitrag von Gast » Sonntag 8. Februar 2004, 19:51

Zuletzt geändert von Gast am Samstag 5. Februar 2005, 19:54, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von umusungu » Sonntag 8. Februar 2004, 20:27

Geronimo hat geschrieben:umusungu, ich denke, du schüttest das Kind grad mit dem Bade aus ... Im Pfarrbüro eine Medaille abgeben zum Segnen lassen - was für eine Idee....
vielerorts eine gängige Praxis........... leider
Ich kann auch nicht erkennen, warum das schlimm sein soll, gesegneten Dingen eine besondere Kraft zu zu sprechen.
Ich schon! "Gesegneten Dingen eine besondere Kraft zusprechen" ... genau das nenne ich Magie. Es gibt keine besonderen Kräfte durch Dinge. Gott ist alles in Allem. Und seine Kraft und seine Hilfe erbitten wir im Segen.
Der Knoten im Taschentuch oder die gesegnete Medaille um den Hals haben keine andere Bedeutung als MICH an etwas zu erinnern: einmal an das, was ich mich durch den Knoten erinnern lassen wollte, zum anderen - die Medaille - an die gnädige Gegenwart Gottes in meinem Tun.
Ist das nur, weil dich eine gewisse Art "Volksfrömmigkeit" irritiert?
Klar ........ was sonst, wenn der Blasius-Segen in einer Paderborner Kirche "beliebter" ist als in jeder anderen sonst, oder wenn in Köln der Blasius wegen seiner überragenden Beliebtheit früher als "achtes Sakrament" bezeichnet wurde.
Zur Messe gehe ich nicht, weil ich im Wald viel besser beten kann - aber den Blasiussegen lasse ich mir nicht mies machen.

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Beitrag von Juergen » Sonntag 8. Februar 2004, 20:30

umusungu hat geschrieben:Zur Messe gehe ich nicht, weil ich im Wald viel besser beten kann ....
Die so reden sollen aufpassen, daß sie nicht vom Waldmeister erschossen werden.

Geronimo

Beitrag von Geronimo » Sonntag 8. Februar 2004, 20:35

Wie ist das dann mit dem Weihwasser? Das müsste doch dann auch unter Magie fallen? Mal ganz zu schweigen von der Hostie oder dem Inhalt des Tabernakels? Konsequent durchdacht ... :kratz:

Robert, wie steht es damit in der orthodoxen Kirche? Ich vermute, dass da noch großere "Volks"frömmigkeit herrscht ... korrigiere mich, wenn nicht. Wenn ja, kläre uns darüber auf. Ist da nicht sowieso ein ganz anderes Verständnis liturgischer Art vorhanden?

Geronimo

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Beitrag von Robert Ketelhohn » Sonntag 8. Februar 2004, 21:41

Dazu nebenan, Geronimo.
Propter Sion non tacebo, | ſed ruinas Romę flebo, | quouſque juſtitia
rurſus nobis oriatur | et ut lampas accendatur | juſtus in eccleſia.

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Beitrag von Ralf » Sonntag 8. Februar 2004, 21:52

umusungu hat geschrieben: Ich schon! "Gesegneten Dingen eine besondere Kraft zusprechen" ... genau das nenne ich Magie. Es gibt keine besonderen Kräfte durch Dinge. Gott ist alles in Allem. Und seine Kraft und seine Hilfe erbitten wir im Segen.
Magie ist genau das nicht. Magie bedeutet, dass Gegenstände aus sich selbst heraus Kraft haben, das haben gesegnete eben nicht.
Und warum man Menschen segnen dürfe, Unbelebtes dagegen nicht, ist mir schleierhaft. Ich glaube nicht, dass der Dreifaltige dem Unbelebten gleichgültig gegenüber steht. Er verteilt u.a. durch uns Menschen, aber letztendlich ist es immer Er. Autonom wird nichts, weil es gesegnet wurde.
Hier im Kreuzgang-Forum ist es weit verbreitet, Gericht über die Bischöfe als Hirten der Kirche zu halten. Manch einer dünkt sich besonders schlau und autoritativ. Man sollte das nicht allzu ernst nehmen.

Geronimo

Beitrag von Geronimo » Montag 9. Februar 2004, 06:26

Ketelhohn hat geschrieben:Dazu nebenan, Geronimo.
O ja, danke - eigentlich gehörte mein Beitrag besser auch dorthin ...

Geronimo

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Julia Wolf
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Beitrag von Julia Wolf » Montag 9. Februar 2004, 09:51

umusungu hat geschrieben:Ich gebe eine Christopherus-Medaille im Pfarrbüro ab mit der Bitte, der Pfarrer möge sie bitte segnen ........ reine Magie.
Wenn ich einen Gegenstand segnen lassen möchte, gehöre ICH dazu ... Gottes gutes Wort (=Segen) gebührt den Menschen und nicht den Dingen.
Ich hoffe, ich zitiere richtig? :roll: (Ich mußte über Deinen angebotenen "Zitier-Lehrgang" lächeln, aber für andere wars vielleicht recht ernst, weiß nicht)

umusungu, ich bin hier im Forum in vielem Deiner Meinung. Hier aber nicht.

Raum ist etwas Relatives. Das Abgeben heißt noch nicht, dass ich mich nicht auch mitgemeint fühle. Der Priester soll ja dann den Gegenstand für mich segnen, ich beauftrage ihn und nehme den Gegenstand wieder in Empfang. Natürlich ist der Gegenstand nicht mechanisch der Träger von Kraft und Segen. Er selbst hat keine Wirkmächtigkeit aus sich heraus.
Aber ich würde sagen, der Schlüssel zur Wirkmächtigkeit, zum segensreichen Wirken ist ihm mitgegeben worden.

Wir Menschen brauchen immer wieder anschauliche, sinnlich wahrnehmbare Dinge, um das Unvorstellbare, das Unbegreifliche und Geheimnisvolle zu erleben. Heilige und vollkommen Erleuchtete brauchen das vielleicht nicht, wir "Normalen" schon.

Wenn ich eine gesegnete Medaille bei mir trage (tue ich nicht, fände ich für mich aber nicht ausgeschlossen), dann ist das eine Art sinnliche Wahrnehmungs-Möglichkeit des Geheimnisvollen. Es erinnert mich daran, dass ich den Priester um den Segen dafür gebeten habe (oder dass ich den Gegenstand gekauft habe, weil er irgendwann einmal gesegnet wurde). Es erinnert mich daran, dass ich daran glaube, dass es Einflüsse gibt, die nicht im Gegenstand selbst liegen, sondern die durch Segen vermittelt werden, also geistiger Art sind (sonst könnte ich ja eben einen ungesegneten Gegenstand verwenden).

Gefährlich wird es meines Erachtens nicht durch das Abgeben, sondern durch eine Überzeugung, dass ich mit etwas Gesegnetem etwas erzwingen könnte. Das kann aber auch geschehen, wenn ich beim Segen mit dabei bin, das liegt an einer falschen inneren Einstellung meinerseits.

Segen bedeutet für mich die Liebe Gottes fließen lassen, sich ihr öffnen (der segnende Priester z.B. wirkt für mich dabei bittend auf diese Öffnung hin, ich öffne mich, indem ich Segen erbitte oder gesegnete Gegenstände achte). Wenn Liebe segensreich fließen soll, dann braucht es zwei, die dazu bereit sind, den Schenkenden und den Annehmenden. Der Segen ist dabei für mich so etwas wie der Weg, der geöffnet wird, damit beide zueinander finden.

Da Liebe nie erzwungen werden kann, setzt bei mir eben bei diesem "Zwingen" der falsche magische Gedanke ein. Wo kein Zwingen sondern nur sich Beschenken-lassen in der Einstellung besteht, sehe ich auch keine falsche Magie.

Das sind meine ganz subjektiven Überzeugungen, ob die theologisch irgendwie relevant sind, weiß ich nicht. Bitte nicht böse sein, dass ich mit meinem Laienverständnis auch eine Überzeugung dazu habe. Ich lerne gerne dazu.

Herzliche Grüße
Julia
Nur der Schwache wappnet sich mit Härte.
Wahre Stärke kann sich Toleranz, Verständnis und Güte leisten.
T. Boesche-Zacharow

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