Blasiussegen

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Selina
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Re: Blasiussegen

Beitrag von Selina » Montag 4. Februar 2013, 03:02

Tja, ich hätte gestern rasend gerne den Blasiussegen empfangen, war aber tatsächlich so krank (und ironischerweise auch noch mit einer Hals- und Kehlkopfentzündung... :roll: ), dass ich es nicht aus dem Bett geschafft habe.
"Erlösung ist nicht Wellness, ein Baden im Selbstgenuss, sondern gerade Befreiung von der Verzwängung ins Ich hinein." (Papst Benedikt XVI.)

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Juergen
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Re: Blasiussegen

Beitrag von Juergen » Freitag 8. Februar 2013, 20:54

Ich lese gerade das Buch "Geschichte der Pfarreien des Dekanats Arnsberg" von 1907 (gibt's im Netz als Scan/PDF zum Herunterladen) und darin:
…Die zusammengeströmten Fremden brachten auch reichliche Opfer an Wachs, Flachs, Geld und dergleichen Zu diesem Zweck war in der Kirche ein eigener Opferkasten aufgestellt, der seinen Platz vor der lebensgroßen Statue des Heiligen auf der Kommunionbank fand…Eine kleinere Statue… stand während des Jahres neben dem Altar in der alten Sakramentsnische, und ein dritter Blasius ist in der Mauernische der Pastorat sichtbar. Dazu machte der Volkswitz die Erklärung: der eine Blasius tut das Beten, der zweite das Einnehmen, und der dritte in der Pastorat das Verzehren…
:kugel:
Gruß Jürgen

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Raphaela
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Re: Blasiussegen

Beitrag von Raphaela » Donnerstag 14. Februar 2013, 19:48

gottsucherin hat geschrieben:Hallo zusammen,
heute habe ich zum ersten Mal den Blasiussegen gemeinsam mit der Kommunionausteilung erlebt. Warum das so gemacht wurde (Zeitersparnis), war mir einsichtig, aber mich hat geschaudert.
Je nachdem, wo man in der Kirche saß, erhielt man entweder zuerst die Kommunion von einem der Kommunionhelfer und dann vor dem Zurückgehen an den Platz auch noch den Blasiussegen durch den Priester oder man erhielt zuerst den Blasiussegen und im Weitergehen die Kommunion. Mir drängte sich der Vergleich auf, wie im Supermarkt, erst gehe ich zur Wursttheke und dann zur Käsetheke.
Mir war das Ganze zu unwürdig, ich denke ich werde heute noch mal in eine Abendmesse gehen. Achja, außerdem fand in dem Gottesdienst noch statt die Vorstellung der Erstkommunionkinder und die Kerzenweihe.
Wie gesagt, ich habe das heute zum ersten Mal in meinem Leben so erlebt. Ist das üblich? Blasiussegen gemeinsam mit der Kommunionausteilung
Ich habe dieses Posting einem befreundeten Priester gegeben und wollte seine ehrlich Antwort dazu (Also, ob der das mit dem Blasiussegen und der Kommunion gut findet.)Dieser Priester ist eigentlich offen für Neues und macht viel, was total modern ist.
Hier seine Antwort dazu:
Ich finde das ehrlich gesagt außerordentlich daneben ! Und zwar aus pastoralen Gründen. Es spräche nichts dagegen den Blasiussegen am Ende (einmal) allen gemeinsam zuzusprechen (wenn denn nicht genug Zeit ist).
Aber das mit der Kommunion gleichsam zu verbinden ist eine "Vergewaltigung" der Menschen und des Sakramentes wie des Segens.
Ich bin gerne katholisch, mit Leib und Seele!

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Re: Blasiussegen

Beitrag von Juergen » Freitag 15. Februar 2013, 10:51

Ich bin nicht der Meinung, daß man den Blasiussegen " am Ende (einmal) allen gemeinsam zuzusprechen" kann. Es ist ja nicht, wie etwa der Wettersegen, ein Segen über Gemeinde, Felder und Wiesen, sondern es geht um einen individuellen Segen.

Das Argument "Wenn denn nicht genug Zeit ist", ist wohl das total danebenste was wo gibt, das zudem immer eingesetzt wird, wenn irgendwelche Mißstände gerechtfertigt werden sollen.
:motz:
Gruß Jürgen

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Protasius
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Re: Blasiussegen

Beitrag von Protasius » Freitag 15. Februar 2013, 11:01

Juergen hat geschrieben:Ich bin nicht der Meinung, daß man den Blasiussegen " am Ende (einmal) allen gemeinsam zuzusprechen" kann. Es ist ja nicht, wie etwa der Wettersegen, ein Segen über Gemeinde, Felder und Wiesen, sondern es geht um einen individuellen Segen.

Das Argument "Wenn denn nicht genug Zeit ist", ist wohl das total danebenste was wo gibt, das zudem immer eingesetzt wird, wenn irgendwelche Mißstände gerechtfertigt werden sollen.
:motz:
Wenn der Priester noch in eine andere Gemeinde muß, um dort Messe zu feiern, kann ich das schon nachvollziehen; ich denke da an unseren ehemaligen Propst, der manchmal um 9 Uhr eine Frühmesse und darauf um 10.15 ein Hochamt feierte, wobei dazwischen eine Fahrstrecke von 10 Minuten liegt, falls der Bahnübergang nicht zu ungünstiger Zeit geschlossen ist. Allerdings ist man später auf die Idee gekommen, an solchen Tagen (waren meistens Hochfeste de praecepto, v.a. Allerheiligen, das ja auch in die Woche fallen kann) die Frühmesse auf 8.45 zu verlegen und dies am vorherigen Sonntag und im Pfarrbrief anzukündigen. Aber das funktioniert nur bei vorher bekannten Umständen; wenn unerwartet ein Priester ausfällt (auf Glatteis ausgerutscht und Bein gebrochen/Oberschenkelhalsbruch; Grippe; unerwartet lange Sterbebegleitung), kann man das nicht planen.
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009

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Re: Blasiussegen

Beitrag von Juergen » Freitag 15. Februar 2013, 11:06

Dann soll der Priester weniger zwischendurch Sabbeln, die Predigt um ein paar Minuten kürzen und bei den Lieder nicht so viele Strophen singen lassen, dann reicht es auch für den Blasiussegen.

Außerdem fällt der Tag ja in den meisten Jahren nicht auf einen Sonntag und werktags sind zumindest vormittags meist nur wenige Leute in der Messe, so daß das Austeilen des Segens recht flott geht.
Gruß Jürgen

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Re: Blasiussegen

Beitrag von Protasius » Freitag 15. Februar 2013, 11:10

Juergen hat geschrieben:Dann soll der Priester weniger zwischendurch Sabbeln, die Predigt um ein paar Minuten kürzen und bei den Lieder nicht so viele Strophen singen lassen, dann reicht es auch für den Blasiussegen.

Außerdem fällt der Tag ja in den meisten Jahren nicht auf einen Sonntag und werktags sind zumindest vormittags meist nur wenige Leute in der Messe, so daß das Austeilen des Segens recht flott geht.
Üblicherweise wird der Blasiussegen aber auch am darauffolgenden Sonntag gespendet (vgl. die Entscheidung der SRC von 1936, die Gamaliel oben verlinkt hat). Ich habe es auch schon erlebt, daß wegen Kerzenweihe und Blasiussegen die Predigt ganz entfiel.
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Re: Blasiussegen

Beitrag von Juergen » Freitag 15. Februar 2013, 11:14

Protasius hat geschrieben:
Juergen hat geschrieben:Dann soll der Priester weniger zwischendurch Sabbeln, die Predigt um ein paar Minuten kürzen und bei den Lieder nicht so viele Strophen singen lassen, dann reicht es auch für den Blasiussegen.

Außerdem fällt der Tag ja in den meisten Jahren nicht auf einen Sonntag und werktags sind zumindest vormittags meist nur wenige Leute in der Messe, so daß das Austeilen des Segens recht flott geht.
Üblicherweise wird der Blasiussegen aber auch am darauffolgenden Sonntag gespendet (vgl. die Entscheidung der SRC von 1936, die Gamaliel oben verlinkt hat). Ich habe es auch schon erlebt, daß wegen Kerzenweihe und Blasiussegen die Predigt ganz entfiel.
Tolle Logik.

1. Am eigentlichen Gedenktag können nur wenige kommen
2. Also verlegen wir es auf den Sonntag, wo viele kommen
3. Dann haben wir aber keine Zeit und verkürzen es auf einen Sammelsegen

Geht's noch oder komplett merkbefreit? :irritiert:
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Re: Blasiussegen

Beitrag von Niels » Freitag 15. Februar 2013, 11:35

Definitiv letzteres... Bild
Nolite timere pusillus grex, quia complacuit Patri vestro dare vobis regnum.

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Protasius
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Re: Blasiussegen

Beitrag von Protasius » Freitag 15. Februar 2013, 11:47

Es ist nicht so, daß ich den Sammelsegen für richtig halte (zumal er dem Rituale [wenigsten dem alten] widerspricht:
Rituale Romanum, Unterstreichung von mir hat geschrieben: Deinde Sacerdos duos cereos, in modum crucis aptatos, apponit sub mento guttri singulorum, qui benedicendi sunt, ipsis ante Altare genuflectentibus, dicens:
Per intercessiónem sancti Blásii Epíscopi et Mártyris, líberet te Deus a malo gútturis, et a quólibet álio malo. In nómine Patris, et Fílii, et Spíritus Sancti. R. Amen.
). Ich wollte nur darauf hinweisen, daß ich der allgemeinen Ablehnung des "Keine Zeit"-Argumentes nicht ohne weiteres zustimmen kann.
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Re: Blasiussegen

Beitrag von Juergen » Freitag 15. Februar 2013, 11:58

Ich frage mich gerade, ob das Zeitargument auch für das Aschenkreuz gilt und dieses auch einmal für alle gespendet wird.



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Re: Blasiussegen

Beitrag von Protasius » Freitag 15. Februar 2013, 12:02

Juergen hat geschrieben:Ich frage mich gerade, ob das Zeitargument auch für das Aschenkreuz gilt und dieses auch einmal für alle gespendet wird.
Klar gilt hier das Zeitargument: Was glaubst du denn, wieso in der Regel der Satz Gedenke Mensch, daß du Staub bist, und zum Staub kehrst du zurück durch Kehr um, und glaub an das Evangelium ersetzt wird? Der zweite ist viel kürzer; und selbstverständlich nimmt man das zweite Hochgebet, das dauert doch sonst alles viel zu lange.
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Re: Blasiussegen

Beitrag von Raphaela » Freitag 15. Februar 2013, 12:07

Juergen hat geschrieben: Das Argument "Wenn denn nicht genug Zeit ist", ist wohl das total danebenste was wo gibt, das zudem immer eingesetzt wird, wenn irgendwelche Mißstände gerechtfertigt werden sollen.
:motz:
Diese Aussage ist ja aufgrund des Postings gemacht worden. Gottsucherin hatte ja - wie du nachlesen kannst - geschrieben, dass der Blasiussegen aufgrund von Zeitmangel mit der Kommunion ausgeteilt wurde.
Von daher auch den Zusammenhang sehen. - Ganz abgesehen davon, dass ich von diesem Priester weiß, dass er sich grundsätzlich für den Einzelsegen Zeit nimmt. Lieber kommt er anschließend zu einem Termin zu spät, als dass er da etwas ausfallen lassen würde.
Ich bin gerne katholisch, mit Leib und Seele!

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Re: Blasiussegen

Beitrag von michaelis » Donnerstag 6. Februar 2014, 10:18

marcus-cgn hat geschrieben:Man wundert sich ja, dass es kaum noch ein Feld gibt, dass nicht von Erneuerung und Experimenten verschont bleibt. Ein aktuelles Beispiel: Der Blasiussegen.

1.) Was ist eigentlich von der Praxis zu halten, den Blasiussegen von Laien (Kommunionhelfer) spenden zu lassen, wenn zugleich auch ein Priester anwesend ist.

2.) Ist es noch ein Blasiussegen, wenn er durch eine selbstgebastelte Formel ersetzt wird?
(Die Frage stammt aus dem Missbräuche-Strang)

zu 1.): Dasselbe wie bei der Kommunionspendung. Besteht eine echte Notwendigkeit ist es zulässig und m.E. auch in Ordnung. Besteht diese nicht, ist es nicht in Ordnung.
(Nebenbei: Laien spenden diesen Segen ohne das Kreuzzeichen.)

zu 2.): nach meinem Dafürhalten nicht. Denn der Blasiussegen ist in seiner Form (und dazu gehört auch der Text) genau festgelegt. Allerdings gibt es wohl zwei zulässige Segensformeln.



Weiter oben in diesem Strang wurde auch mal die Frage aufgeworfen, ob die Kerzen brennen müssen und dies wurde unter Verweis auf eine Entscheidung der Ritenkongregation mit "müssen nicht, dürfen aber" beantwortet.

Nun lese ich ja doch in einigen amerikanischen Blogs (vor allem bei Fr. "Z"). Diesen ist zu entnehmen, daß es sich bei den brennenden Kerzen wohl um eine europäische, eventuell sogar nur deutsche Variation handelt.

Hingegen ist im englischen "Book of Blessings" vorgeschrieben, den Hals mit den gekreuzten Kerzen zu berühren. Das diese dann nicht brennen können (oder extrem lang sein müssten) leuchtet dann ein. Ansonsten würde man nur die Möglichkeit von Halskrankheiten gegen das sichere Auftreten von Verbrennungen tauschen. 8)

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Re: Blasiussegen

Beitrag von Athanasius0570 » Dienstag 11. Februar 2014, 16:21

Ich habe heuer einen ganz einzelnen Blasisussegen bekommen, weil ich zur Zeit der Abendmesse im Dienste der Kirche verhindert war. Da ich aber die Vesper mit meinem Pfarrer gefeiert habe, hat er ihn mir da gespendet...
Freut euch zu jeder Zeit! Betet ohne Unterlass! Dankt für alles; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus. (1 Thess 5, 16-18)

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Re: Blasiussegen

Beitrag von Juergen » Mittwoch 3. Februar 2016, 12:58

Legende vom Balve Hl. Blasiusbildnis

Man erzählte sich früher in Balve folgende Legende:
»Mü­de wank­te der Pfar­rer am Abend heim aus dem Städt­chen. — Seit frü­hem Mor­gen schon hat­te ge­pflegt er die Kran­ken: den Op­fern der Seu­che die lin­dern­den Säf­te ge­reicht, ge­salbt sie mit hei­li­gem Öl zu Ge­sun­dung für Seele und Leib, das Brot des Le­bens den Kran­ken ge­reicht als Weg­zehrung zum Him­mel.
Zum Got­teshaus mü­de nun wand­te er sich, trat ein in die dunk­le, vom Licht­schein durch­flacker­te hei­li­ge Hal­le und knie­te vorm ei­chen­ge­schnit­zen, ur­al­ten Bild­nis Sankt Bla­si, zu be­ten ganz in­nig zum Hei­li­gen mit weit aus­ge­brei­te­ten Ar­men: „Du Hel­fer in jeg­li­cher Not, Sankt Bla­si, Pa­tron die­ser Kir­che! Schau mild­reich, du Schutz­herr, her­ab auf die Ster­ben­den al­le im Städt­chen! Sieh an all den Jam­mer, die Not und das Wei­nen der Ar­men und Kran­ken! Erwirb ih­nen Gna­de und Hei­lung! Hilf ban­nen die Seu­che! Er­halt durch de­in Fle­hen die Vä­ter, die Müt­ter den Kin­dern, die Kin­der dem Le­ben! Sankt Bla­si­us, gro­ßer Pa­tron! In de­i­ne Hän­de ich le­ge mein Bit­ten, mein Op­fer: Be­reit­schaft, zu ster­ben für mei­ne Her­de, das Hei­lung wer­de den Kran­ken, daß wei­che die Not aus den Hüt­ten und Häus­ern. O Schutz­herr, trag huld­reich mein Op­fer vor Gott. — Sein Wil­le ge­schehe. Amen.“
Ge­trö­stet und vol­ler Ver­trau­en nun wand­te der Pfar­rer sich heim­wärts. Vorm Pfarr­haus den Se­gen er sprach über Men­schen, vom Lei­de ge­schüt­telt. Dann leg­te zur Ruhe er sich mit stil­lem, herz­in­ni­gem Be­ten und schlum­mer­te friedl­ich bald ein, von den Sor­gen des Ta­ges er­müdet.
Am fol­gen­den Mor­gen — o Schre­cken! — Ge­kla­ge floh hin durch die Gas­sen: „Der Pfarr­herr ist krank; auch ihn hat das Fie­ber der Seu­che er­grif­fen! Wer wird für uns sor­gen, wenn nun sei­ne seg­nen­den Hän­de er­lah­men? Barm­her­zi­ger Hei­land! Er­halt uns den Pfar­rer, nicht las­se ihn ster­ben! Sankt Blasius! Fle­he für den Hir­ten, der vä­ter­lich führt die Ge­mein­de! Wir wei­hen dir bren­nen­de Ker­zen und tra­gen sie hin vor de­in Bildnis; ver­zeh­ren dort sol­len sie sich dir zur Eh­re, dem Kran­ken zum Hei­le!“ So rang im Ge­bet für den fie­bern­den Pfar­rer die treue Ge­mein­de.
Der Herr­gott doch woll­te es an­ders. — Hin über des Pfarr­haus­es Schwel­le trat lei­se der Tod, schloß fried­lich dem Pfar­rer die gü­ti­gen Au­gen. Sankt Bla­si­us reich­te die Hand ihm und führ­te ihn auf­wärts zum Him­mel. Und Gott gab dem wür­di­gen Die­ner die Kro­ne im Reich der Voll­en­dung.
In Weh­mut be­reite­te nun die Ge­mein­de die Gruft für den To­ten. Sie trug ihn zu Grabe un­ter Seuf­zen und Wei­nen im Chore der Kir­che. Es bete­ten Prie­ster und Volk gar ernst mit ge­dämpf­ten Stim­men. „Nun eilt ihm zu Hil­fe, ihr Hei­li­gen Got­tes! Nun kommt ihm ent­ge­gen, ihr En­gel des Höch­sten!“
Und sie­he: Es wur­den die Gläu­bi­gen gar lieb­li­chen Wun­ders Zeu­gen. Des hei­li­gen Bla­si­us Bild­nis, sein Au­ge, sein star­res Ge­sicht be­gann sich zu re­gen, zu wan­deln, be­rührt von nicht sicht­ba­ren Hän­den. Und plötz­lich — o Stau­nen! — das Bild­nis trug Ant­litz und Blick ih­res mil­den und gü­ti­gen Hir­ten. Sie schau­ten hin­ein in die Au­gen. Sie wa­ren ge­öf­fnet, doch nun wie­der leb­los. Ein Wun­der, ge­wirkt vom Herrn! Ein deutli­ches Zei­chen vom Him­mel, ge­sche­hen nach Got­tes Ge­heiß auf des gro­ßen Sankt Bla­si­us Für­bit­te, drin kün­de­te Gott, daß des Pfar­rers See­le er auf­nahm zum Him­mel! Die Gläu­bi­gen ver­harr­ten in An­dacht und Schwei­gen.
Dann hall­te ihr Ju­bel: „Lob, Preis dir und Eh­re, Gott ewi­ger Va­ter und dir auch: Sankt Bla­si!“ Sie ho­ben das Bild des Pa­trons vol­ler Ehr­furcht em­por auf die Schul­tern und tru­gen es sin­gend und be­tend hin­aus durch die Stra­ßen und Gas­sen: „Pa­tron du! Sankt Bla­si­us! Hör uns, und du un­ser seli­ger Pfarr­herr! Ihr kennt un­sre Drang­sal. Schaut huld­reich her­nieder und seg­net die Kran­ken, daß alle ge­ne­sen von Fie­ber und Siech­tum im Bal­ver Lan­de!“
Dann tru­gen das Bild­nis zu­rück sie und opfer­ten Ker­zen und Ga­ben. Und jet­zo ge­sch­ah es; es wirk­te der Herr­gott ein neues Wun­der: Gleich so, wie vom Sturm­wind ver­trie­ben, war plötz­lich das Fie­ber erlo­schen.
Ein heili­ger Lobe­tag ward dann ge­hal­ten vom dankba­ren Vol­ke. Im Klang der Glo­cken vom Tur­me, im Brau­sen der festli­chen Or­gel sang froh die Ge­mein­de dem Her­ren ein großes „Te Deum“, weil er auf Sankt Bla­si­us Fle­hen und des se­li­gen Pfar­rers Ge­bet sie ret­te­te huld­reich aus Krank­heit, Ge­fah­ren, aus Not und Be­dräng­nis.
Dann neig­ten sich al­le in Liebe gar tief vor dem Bil­de des Hei­li­gen, da­vor ein­st die Vä­ter schon hat­ten ge­fleht in der Not ih­res Le­bens. Sie prie­sen im Glau­ben der Vä­ter des Schutz­pa­trons glor­rei­chen Na­men und spra­chen: „Gott, dank dir; du gabst uns als Hel­fer Sankt Bla­si­us. — Amen.“«
(Nach: Sankt Blasius unser Schutzpatron. Münster, 1946, S. 71-73.)
Gruß Jürgen

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Re: Blasiussegen

Beitrag von Marion » Mittwoch 3. Februar 2016, 13:15

Danke Jürgen, für die schöne Legende :huhu:

Und falls es einer wissen will. Ich glaube, daß das wirklich geschehen ist, also in echt, historisch wahr ... und zwar so lange bis mir einer das Gegenteil beweist. Und zwar richtig beweist.
Christus vincit - Christus regnat - Christus imperat

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Re: Blasiussegen

Beitrag von Juergen » Mittwoch 3. Februar 2016, 13:23

Achja, in Balve ist heute nicht nur Patrozinium, sondern auch der Tag der ewigen Anbetung.

07:45 Wort-Gottes-Feier der katholischen Kinder der Klassen 2, 3 und 4 der Grundschule Balve mit Blasius-Segen
10:00 Heilige Messe im Altenpflegeheim, anschließend Blasius-Segen
11:00 Andacht des Kindergartens St. Blasius mit Blasius-Segen
12:00 Eröffnung der Betstunden, im Anschluss Betstunde für Verstorbene, anschließend Blasius-Segen
13:00 Stille Betstunde, anschließend Blasius-Segen
14:00 Betstunde, gestaltet von der Caritas, anschließend Blasius-Segen
15:00 Betstunde, gestaltet von der kfd St. Blasius, anschließend Blasius-Segen
16:00 Betstunde, gestaltet vom Malteser Hilfsdienst, anschließend Blasius-Segen
17:00 Betstunde, gestaltet von der Kolpingsfamilie Balve e.V., anschließend Blasius-Segen
18:00 Festhochamt, mitgestaltet vom Musikverein Balve, anschließend Blasius-Segen und gemütliches Beisammensein im Pfarrheim — Festprediger: Vikar Martin Hufelschulte, Attendorn
Gruß Jürgen

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Re: Blasiussegen

Beitrag von taddeo » Mittwoch 3. Februar 2016, 13:27

Muß das nicht heißen:
18:00 Festhochamt, mitgestaltet vom Musikverein Balve, anschließend Blasius-Segen
und gemütliches Beisammensein im Pfarrheim, anschließend Blasius-Segen
???


:pfeif: ;D

(Der arme Blasius kann einem fast leidtun ... wie soll da bei uns hier der Blasiussegen noch wirken, wenn er bei Euch rund um die Uhr im Einsatz ist??? :erschrocken: )

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Re: Blasiussegen

Beitrag von Juergen » Mittwoch 3. Februar 2016, 13:45

taddeo hat geschrieben:(Der arme Blasius kann einem fast leidtun ... wie soll da bei uns hier der Blasiussegen noch wirken, wenn er bei Euch rund um die Uhr im Einsatz ist??? :erschrocken: )
In Balve ist doch nicht mehr so viel los; vor 20 Jahren begann man noch morgens mit Frühmesse (8:00) und dann der Aussetzung und einer Betstunde, dann folgte um 10:00 eine weitere Messe und danach weitere Betstunden. Nach jeder Messe und Betstunde gab es den Blasiussegen.

Aber das ist noch gar nichts gegen Paderborn. Hier feiert man das als Triduum.

Blasius-Triduum in der Busdorfkirche in Paderborn.

Mittwoch, 03.02.2016 – 1. Tag des Blasiustriduums
09:00 Hochamt mit Aussetzung d. Allerheiligsten, anschl. Blasiussegen
10:00 Blasiussegen — 10:15 Katechese und Gebet, KiTa St. Liborius
11:00 Blasiussegen — 11:15 Katechese und Gebet, KiTa St. Liborius
12:00 Blasiussegen
Von 12:15 bis 14:00 ist die Kirche geschlossen (keine Ahnung warum)
14:00 Aussetzung d. Allerheiligsten, anschl. Blasiussegen — 14:15 stille Anbetung
15:00 Blasiussegen — 15:15 Betstunde für die Verstorbenen
16:00 Blasiussegen — 16:15 Betstunde der Frauengemeinschaft
17:00 Blasiussegen — 17:15 Betstunde für die Familien
18:00 Blasiussegen — 18:15 Vesper der Schwester der Christlichen Liebe anschl. Blasiussegen

Donnerstag, 04.02.2016 – 2. Tag des Blasiustriduums
09:00 Hochamt mit Aussetzung d. Allerheiligsten, anschl. Blasiussegen
10:00 Blasiussegen — 10:15 Katechese und Gebet, KiTa St. Liborius
11:00 Blasiussegen — 11:15 Betstunde der Schwestern der Christlichen Liebe
12:00 Blasiussegen
Von 12:15 bis 14:00 ist die Kirche geschlossen (keine Ahnung warum)
14:00 Aussetzung d. Allerheiligsten, anschl. Blasiussegen — 14:15 stille Anbetung
15:00 Blasiussegen — 15:15 Betstunde für die Verstorbenen
16:00 Blasiussegen — 16:15 Betstunde der Frauengemeinschaft
17:00 Blasiussegen — 17:15 Betstunde um geistliche Berufe
18:00 Blasiussegen — 18:15 Vesper, anschl. Blasiussegen

Freitag, 05.02.2016 – 3. Tag des Blasiustriduums
09:00 Hochamt mit Aussetzung d. Allerheiligsten, anschl. Blasiussegen
10:00 Blasiussegen — 10:15 stille Anbetung
11:00 Blasiussegen — 11:15 Betstunde der Vincentinerinnen
12:00 Blasiussegen
Von 12:15 bis 14:00 ist die Kirche geschlossen (keine Ahnung warum)
14:00 Aussetzung d. Allerheiligsten, anschl. Blasiussegen — 14:15 stille Anbetung
15:00 Blasiussegen — 15:15 Betstunde für die Verstorbenen
16:00 Blasiussegen — 16:15 Betstunde der Frauengemeinschaft
17:00 Blasiussegen — 17:15 Betstunde der Männer
18:00 Blasiussegen


Wer da keinen Blasiussegen mitbekommt, der ist selber Schuld. :)


NACHTRAG:
Der Segen wird gespendet, indem dem Gläubigen eine Büste mit Reliquien auf den Kopf gesetzt wird und dabei die übliche Segensformel gesprochen wird.

Infolink: http://www.liborius-paderborn.de/libori ... irche.html
Zuletzt geändert von Juergen am Mittwoch 3. Februar 2016, 13:54, insgesamt 3-mal geändert.
Gruß Jürgen

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Re: Blasiussegen

Beitrag von Amanda » Mittwoch 3. Februar 2016, 13:48

Die Legende ist nicht nur inhaltlich schön, sondern auch in einer ansprechenden Metrik abgefasst.
Fast nur Daktylen :doktor:
"Die Kirche scheint immer der Zeit hinterher zu sein,
obwohl sie doch in Wirklichkeit jenseits der Zeit ist;
sie wartet, bis der letzte Tick seinen letzten Sommer gehabt hat."
Gilbert Keith Chesterton

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Re: Blasiussegen

Beitrag von Juergen » Mittwoch 3. Februar 2016, 13:50

Amanda hat geschrieben:Die Legende ist nicht nur inhaltlich schön, sondern auch in einer ansprechenden Metrik abgefasst.
Fast nur Daktylen :doktor:
Es kann sein, daß das „Fast“ daher rührt, daß ich Auslassungszeichen (') durch die entsprechenden Buchstaben ersetzt habe. :ikb_shy:
Gruß Jürgen

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Re: Blasiussegen

Beitrag von Amanda » Mittwoch 3. Februar 2016, 13:53

Juergen hat geschrieben:
Amanda hat geschrieben:Die Legende ist nicht nur inhaltlich schön, sondern auch in einer ansprechenden Metrik abgefasst.
Fast nur Daktylen :doktor:
Es kann sein, daß das „Fast“ daher rührt, daß ich Auslassungszeichen (') durch die entsprechenden Buchstaben ersetzt habe. :ikb_shy:
Jau, wenn schon... das nimmt dem Text nichts von seiner geschliffenen Form.
Ganz wunderbar und berührend zu lesen!
:klatsch:
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Re: Blasiussegen

Beitrag von Juergen » Samstag 6. Februar 2016, 11:37

Juergen hat geschrieben:
14:00 Betstunde, gestaltet von der Caritas, anschließend Blasius-Segen
Tja, nach der Betstunde kam niemand, um den Blasiussegen auszuteilen. Vielleicht war die hohe Geistlichkeit allesamt im Mittagsschlaf oder sonstwas. In dem Pastoralverbund gibt es ja auch nur vier Priester im aktiven Dienst und einen ständigen Diakon. Zwei pensionierte Priester wohnen auch noch in der Stadt, von denen zumindest einer noch recht fit ist.


Aber gut… vom Blasiussegen steht ja auch nichts im Zukunftsbild… sowas braucht man vielleicht in Zukunft nicht mehr… da kann man schon jetzt anfangen, etwas ausfallen zu lassen.
:aergerlich:
Gruß Jürgen

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Re: Blasiussegen

Beitrag von Juergen » Montag 3. Februar 2020, 22:09

Ich komme gerade vom Patronatsfest in St. Blasius in Balve zurück und da viel mir ein, daß ich hier noch auf etwas hinweisen wollte.

In Paderborn in der Budorfkirche wird Blasius als Triduum gefeiert.
Erlasse von Papst Pius VI und Pius VII gewähren allen Kirchenbesuchern während der Zeit des Triduums eine vollkommenen Ablaß.

1740 wurde der Busdorfkirche übrigens für die würdige Feier des Triduums ein eigenes Meßformular bewilligt… und dann kamm 230 Jahre später eine Liturgiereform… :heul:
Gruß Jürgen

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Re: Blasiussegen

Beitrag von DarPius » Montag 3. Februar 2020, 23:33

Bei FSSPX in Hattersheim alles in Takt. Man bekommt auch noch eine Kerze und darf dem Priester die Hand küssen.
Blasiussegen im Anschluß. Wunderschöne Liturgie :-)
'Et portae inferi non praevalebunt eam'

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Re: Blasiussegen

Beitrag von Herr v. Liliencron » Dienstag 4. Februar 2020, 12:16

Juergen hat geschrieben:
Montag 3. Februar 2020, 22:09
Ich komme gerade vom Patronatsfest in St. Blasius in Balve zurück und da viel mir ein, daß ich hier noch auf etwas hinweisen wollte.

In Paderborn in der Budorfkirche wird Blasius als Triduum gefeiert.
Erlasse von Papst Pius VI und Pius VII gewähren allen Kirchenbesuchern während der Zeit des Triduums eine vollkommenen Ablaß.

1740 wurde der Busdorfkirche übrigens für die würdige Feier des Triduums ein eigenes Meßformular bewilligt… und dann kamm 230 Jahre später eine Liturgiereform… :heul:

Wenn das eigene Messformular 1962 noch in Gebrauch war, ist das in Messen nach SP noch aufrecht.

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Re: Blasiussegen

Beitrag von Kai » Sonntag 9. Februar 2020, 19:49

Ich war heute bei der FSSP in Oberhausen-Styrum.

Dort wurde der Blasiussegen mit nichtbrennenden Kerzen erteilt. Habe ich noch nie erlebt. Es war insgesamt bemerkenswert, denn es wurden nicht die zwei brennenden Kerzen vorgehalten, wie ich es bislang immer erlebt habe, sondern die beiden zusammengedrehten Kerzen in Form einer zweizinkigen Gabel wurden dem zu segnenden um den Hals auf die Schultern gelegt. (Wenn man den Leuten nicht die Haare oder Ohren abfackeln will, oder die Jacken mit Wachs besudeln, bieten sich da nichtbrennende Kerzen natürlich an; trotzdem fand ich das sehr merkwürdig.)

Frage: Ist das in traditionalistischen Pfarreien üblich bzw. kommt das da schon mal vor?
"We have feminized the Church so much that it is not attractive to men."
(Eric Sammons)

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Re: Blasiussegen

Beitrag von Juergen » Sonntag 9. Februar 2020, 20:06

Kai hat geschrieben:
Sonntag 9. Februar 2020, 19:49
Ich war heute bei der FSSP in Oberhausen-Styrum.

Dort wurde der Blasiussegen mit nichtbrennenden Kerzen erteilt. Habe ich noch nie erlebt. Es war insgesamt bemerkenswert, denn es wurden nicht die zwei brennenden Kerzen vorgehalten, wie ich es bislang immer erlebt habe, sondern die beiden zusammengedrehten Kerzen in Form einer zweizinkigen Gabel wurden dem zu segnenden um den Hals auf die Schultern gelegt. (Wenn man den Leuten nicht die Haare oder Ohren abfackeln will, oder die Jacken mit Wachs besudeln, bieten sich da nichtbrennende Kerzen natürlich an; trotzdem fand ich das sehr merkwürdig.)

Frage: Ist das in traditionalistischen Pfarreien üblich bzw. kommt das da schon mal vor?
In der o.g. Pfarrei in Balve wurde vom Pfarrer ein Reliquiar benutzt und die anderen Priester nutzen diesen zusammengedrehten, brennenden Kerzen (Zwiangel). Diese wurden aber vor den Gläubigen gehalten.
Sowas: http://www.kerzen-fluegel.de/inhalt/kir ... zwiangel-2

Früher wurden auch spezielle Kerzenhalter benutzt.
Sowas: http://www.kerzen-fluegel.de/inhalt/kir ... rzenhalter


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Re: Blasiussegen

Beitrag von Kai » Sonntag 9. Februar 2020, 22:24

Aha, Zwiangel heißen die, wusste ich noch nicht. Aber kennen tu ich sie. Die Teile sind bei meinen erhaltenen Blasiussegen der Vergangenheit auch immer der Standard gewesen.

Doch darum ging es mir nicht. Vielmehr darum, dass die nicht angezündet waren. Das war, wie geschrieben, das erste Mal, dass ich erlebt habe, dass mit nicht brennenden Kerzen der Segen erteilt wurde.
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Re: Blasiussegen

Beitrag von ar26 » Sonntag 9. Februar 2020, 22:53

Juergen hat geschrieben:
Sonntag 9. Februar 2020, 20:06
Früher wurden auch spezielle Kerzenhalter benutzt.
Sowas: http://www.kerzen-fluegel.de/inhalt/kir ... rzenhalter
Bei uns heute hatte der Priester einen solchen. Wenn das früher so usus war, bietet es sich im usus antiquior ja an.
...bis nach allem Kampf und Streit wir dich schaun in Ewigkeit!

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Re: Blasiussegen

Beitrag von Protasius » Montag 10. Februar 2020, 07:04

Kai hat geschrieben:
Sonntag 9. Februar 2020, 22:24
Aha, Zwiangel heißen die, wusste ich noch nicht. Aber kennen tu ich sie. Die Teile sind bei meinen erhaltenen Blasiussegen der Vergangenheit auch immer der Standard gewesen.

Doch darum ging es mir nicht. Vielmehr darum, dass die nicht angezündet waren. Das war, wie geschrieben, das erste Mal, dass ich erlebt habe, dass mit nicht brennenden Kerzen der Segen erteilt wurde.
Das Rituale Romanum selbst schreibt nicht vor, daß die Kerzen angezündet sein müssen; da es allerdings vorsieht, daß der Empfänger des Segens kniet, ist das je nach Höhenunterschied zumindest einfacher für den Priester. Ich habe es bislang auch immer mit brennenden Kerzen erlebt; auf New Liturgical Movement waren im Photopost zu Mariä Lichtmeß hingegen dieses Jahr zwei Gemeinden, in denen jemand Bilder vom Blasiussegen gemacht hat, der beide Male mit nicht brennenden Kerzen erteilt wurde:

Bild
St. Mary's Parish, Kalamazoo, Michigan

Bild
St. Mary's Oratory, Wausau, Wisconsin
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009

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