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Spe Salvi - Die neue Enzyklika
Verfasst: Freitag 30. November 2007, 12:19
von cantus planus
Der Heilige Vater hat seine neue Enzyklika veröffentlicht:
Spe Salvi - Auf die Hoffnung hin sind wir gerettet.
Hier kann über dieses neue Schreiben diskutiert werden.
(Ich muss es jetzt erstmal lesen.)
Verfasst: Freitag 30. November 2007, 12:30
von Raimund J.
Originallink der deutschen Fassung auf
vatican.va
Bin gerade am lesen und erst bei Punkt 8, aber bisher: WOW

Verfasst: Freitag 30. November 2007, 13:31
von Allons
Raimund Josef H. hat geschrieben:Originallink der deutschen Fassung auf
vatican.va
Bin gerade am lesen und erst bei Punkt 8, aber bisher: WOW

Danke cantus planus - gleich fürn Zug ausgedruckt. Wenn die jetzt noch das .pdf Format entdecken würden..
Gruß, Allons!
Verfasst: Freitag 30. November 2007, 13:42
von Knecht Ruprecht
Die soll auch nichts Neues bringen. Meine Kurzzusammenfassung: Nur Christus ist der Weg. Alle anderen Wege führen zum Teufel.
Verfasst: Freitag 30. November 2007, 14:00
von cantus planus
Danke für die präzise Zusammenfassung. Jetzt können wir uns das Lesen des Textes sparen.
(Mein Gott... Das Lehramt verkündet nie etwas Neues, sondern vertieft das, was uns in der Schrift durch den Herrn offenbart wurde.)
Verfasst: Freitag 30. November 2007, 14:06
von Knecht Ruprecht
Enzykliken sollten im Gottesdienst vom Priester vorgelesen werden.

Verfasst: Freitag 30. November 2007, 15:01
von anneke6
Das finde ich nicht. Schon ein Hirtenbrief oder eine kirchliche Anordnung dauert ziemlich lange. Dennoch kann der Gläubige, wenn er aufmerksam ist, ihr noch folgen. Ich glaube, wenn eine Enzyklika komplett vorgelesen wird, kann der Gläubige ihr gar nicht mehr richtig folgen. Deshalb lesen wir im Gottesdienst ja auch nicht das ganze Evangelium vor, sondern Abschnitte.
Stattdessen können spezielle Veranstaltungen unter der Woche, z.B. am Abend angeboten werden, an denen die Enzyklika besprochen wird.
Verfasst: Freitag 30. November 2007, 15:17
von Raimund J.
Die Enzyklika hat mich ganz persönlich sehr angesprochen. Besonders hat mich immer wieder verblüfft wie glasklar in wenigen oder manchmal gar nur einem Satz ausgedrückt wird, was in meinen Vorstellungen bislang nur recht schwammig vorhanden war.
Verfasst: Freitag 30. November 2007, 15:40
von taddeo
Allons hat geschrieben:Raimund Josef H. hat geschrieben:Originallink der deutschen Fassung auf
vatican.va
Bin gerade am lesen und erst bei Punkt 8, aber bisher: WOW

Danke cantus planus - gleich fürn Zug ausgedruckt. Wenn die jetzt noch das .pdf Format entdecken würden..
Gruß, Allons!
Gibt's hier:
Spe salvi als PDF
Verfasst: Freitag 30. November 2007, 16:16
von Carl Caiser
Diese Enzyklika ist enorm innovativ, sowohl in ihrer klaren Art der zeugnishaften Vermittlung von Glaubensinhalten (die man deshalb problemlos zur Gemeindekatechese verwenden kann), als auch hinsichtlich des völligen Fehlens(!) eines klerikalen Habitus' in der Terminologie!
"Aktive Hoffnung hält die Welt für Gott offen."
(PBXVI: Enzyklika "SPE SALVI",34)
Verfasst: Freitag 30. November 2007, 21:20
von Raimund J.
Stellungnahme von Landesbischof Dr. Friedrich Weber (Catholica-Beauftragter der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands):
Link zum Originaltext
...Ökumenisch bedeutsam sind zwei Dinge:
Die Enzyklika belegt die ökumenische Einsicht, dass die evangelisch-lutherische und die römisch-katholische Kirche sehr viel mehr eint als trennt. Über weiteste Strecken des Textes kann die lutherische Kirche dem Inhalt vorbehaltlos zustimmen und dankbar viele sprachlich schöne Formulierungen und Bilder aufnehmen. Erwähnt sei nur die tiefe - vor allem vom Apostel Paulus gelehrte - Wahrheit, dass die Hoffnung auf das ewige Leben schon hier und jetzt das Leben der Christenmenschen zutiefst prägt und bereichert. Was die römisch-katholische Kirche von der Hoffnung lehrt, gehört zweifellos zu den Dingen, die unsere Kirchen verbinden, nicht zu denen, die uns trennen. Das gilt selbst für die Differenzen: Die erkennbaren Unterschiede in der Lehre von der Hoffnung sind unseres Erachtens nicht kirchentrennend.
Zum Zweiten werden auch die besonderen Akzente der römisch-katholischen Lehre von der Hoffnung nicht ausgeblendet, aber einladend interpretiert. Die Bedeutung der Werke für das ewige Leben und die Vorstellung eines Fegefeuers werden zum Beispiel mit der Notwendigkeit begründet, Gottes Gnade und seine Gerechtigkeit ins rechte Verhältnis zu setzen.
Der Papst behandelt das Thema der Hoffnung auf breiter Basis und führt in der Enzyklika seine - etwa in der Regensburger Vorlesung durchgeführte - Auseinandersetzung mit der Neuzeit fort. So setzt er sich auch mit den neuzeitlichen Vorstellungen von Vernunft und Freiheit auseinander, in denen er ,immer de(n) Gegensatz zu den Bindungen des Glaubens und der Kirche' findet. Anders gesagt: Vernunft und Freiheit sind erst dann vorbehaltlos zu bejahen, wenn sie kirchlich gebunden sind. Solche Ausführungen reizen zum Diskurs. Und das ist es, was über das bereits Gesagte hinaus die Enzyklika im Inneren prägt und zu einem für die lutherische Kirche erfreulichen Text macht: Sie liest sich nicht wie ein Dekret, sondern wie eine Einladung zum Gespräch über den Glauben, die Liebe und eben die Hoffnung. Wir freuen uns auf dieses Gespräch!"
Verfasst: Freitag 30. November 2007, 21:32
von taddeo
Das klingt doch mal sehr hoffnungsvoll, um im Bild zu bleiben...
Wenn die Enzyklika in diesem Sinne die Ökumene fördern würde, daß sie von allen als positive Hinführung zu bestehenden Gemeinsamkeiten aufgefaßt würde, wäre dem Papst echt ein weiteres Meisterstück gelungen.
(By the way: Warum liest man noch keine Stellungnahmen aus den "Tradi-Ecken" des www? Deren Hoffnungen scheint Benedetto wohl nicht so sehr getroffen zu haben? Positives Denken statt klerikalistischer Klassenkampf - ist wohl nichts für bestimmte Kreise?)
Verfasst: Freitag 30. November 2007, 22:11
von Pit
Interessanter Vorschlag

, Knecht!
Wie lange darf/kann/soll ein Gottesdienst dann dauern, wenn dort eine 80-seitige Enzyklika verlesen wird?
Gruß, Pit
Knecht Ruprecht hat geschrieben:Enzykliken sollten im Gottesdienst vom Priester vorgelesen werden.

Verfasst: Freitag 30. November 2007, 22:25
von Raimund J.
Pit hat geschrieben:Interessanter Vorschlag

, Knecht!
Wie lange darf/kann/soll ein Gottesdienst dann dauern, wenn dort eine 80-seitige Enzyklika verlesen wird?
Oder gesungen, lateinisch natürlich

Verfasst: Freitag 30. November 2007, 22:29
von Linus
Pit hat geschrieben:Interessanter Vorschlag

, Knecht!
Wie lange darf/kann/soll ein Gottesdienst dann dauern, wenn dort eine 80-seitige Enzyklika verlesen wird?
Gruß, Pit
Solang viele Priester homiletische Nullen sind, könnte man abschnittsweise die Enzyklika als Predigtgrundlage nehmen. (Hab grad nur quergelesen, aber das klingt ja hoch erfreulich)
Verfasst: Freitag 30. November 2007, 22:31
von Pit
Lateinisch gesungen, womöglich noch im tridentinischen Ritus?
Nö, ich glaube nicht, daß die radikalen Traditionalisten an der Enzyklika ihre Freude haben werden.
Gruß, Pit
Raimund Josef H. hat geschrieben:Pit hat geschrieben:Interessanter Vorschlag

, Knecht!
Wie lange darf/kann/soll ein Gottesdienst dann dauern, wenn dort eine 80-seitige Enzyklika verlesen wird?
Oder gesungen, lateinisch natürlich

Verfasst: Freitag 30. November 2007, 22:33
von Pit
Da ist leider Wahres dran, denn eine der besten Predigten, die ich bisher gehört habe hielt ein evang.-lutherischer Laienprediger.
Sie war etwas 7 Minuten lang udn enthielt sehr viel (inhaltlich und theologisch).
Gruß, Pit
Linus hat geschrieben:
...
Solang viele Priester homiletische Nullen sind, könnte man abschnittsweise die Enzyklika als Predigtgrundlage nehmen. (Hab grad nur quergelesen, aber das klingt ja hoch erfreulich)
Verfasst: Freitag 30. November 2007, 22:38
von cantus planus
Ich meine, dass die Punkte 11 und 12 schon eine eigene Katechese im Gottesdienst verdient hätten. Natürlich steht da nichts wirklich Neues. Aber einmal über das Wort "Ewiges Leben" nachzudenken, und zu fragen, warum so viele Menschen dieses Wort nicht mehr annehmen können oder wollen, ist wichtig.
Ich habe mir da einige Sätze gelb angestrichen, über die ich noch nachdenken muss.
Was das Verlesen von Enzykliken im Gottesdienst angeht: es ärgert mich schon, wenn auf die Veröffentlichung mit keinem Wort hingewiesen wird. Aber komplett vorlesen halte ich für nicht sinnvoll. Den Text kann man kostenlos bei der Bischofskonferenz bestellen oder sogar downloaden. Außerdem kenne ich z. B. in Köln einige Kirchen, in denen die "Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls" ausliegen. Wer sich dafür interessiert, hat also alle Möglichkeiten, an den Text zu kommen. Wer diese Mühe nicht auf sich nehmen will, wird wohl beim Vorlesen auch nicht zuhören...
Verfasst: Freitag 30. November 2007, 22:47
von Pelikan
taddeo hat geschrieben:(By the way: Warum liest man noch keine Stellungnahmen aus den "Tradi-Ecken" des www? Deren Hoffnungen scheint Benedetto wohl nicht so sehr getroffen zu haben? Positives Denken statt klerikalistischer Klassenkampf - ist wohl nichts für bestimmte Kreise?)
Vielleicht lesen sie einfach nicht so schnell.
Verfasst: Freitag 30. November 2007, 22:48
von cantus planus
Pelikan hat geschrieben:taddeo hat geschrieben:(By the way: Warum liest man noch keine Stellungnahmen aus den "Tradi-Ecken" des www? Deren Hoffnungen scheint Benedetto wohl nicht so sehr getroffen zu haben? Positives Denken statt klerikalistischer Klassenkampf - ist wohl nichts für bestimmte Kreise?)
Vielleicht lesen sie einfach nicht so schnell.
Vielleicht ist die Enzyklika einfach nicht alt genug?
(Oha. Ich höre schon Ottaviani keifen...

)
Verfasst: Freitag 30. November 2007, 22:57
von Raimund J.
Martin Gehlen vom Tagesspiegel meint in seinem
Kommentar (Papst Benedikt XVI. veröffentlicht seine zweite Enzyklika – es ist ein einzigartiges Werk) u. a.
...Die Enzyklika ist ein katechetischer und theologischer Text, jedoch praktisch ohne jeden gesellschaftlichen oder politischen Seitenblick auf die Gegenwart.
Dem möchte ich widersprechen. Besonders die Ausführungen in 24ff. fand ich überaus bedeutend für die aktuelle immer weiter fortschreitende Einschränkung der Freiheit zu Gunsten des Versuches staatlicher Aufsicht und Ordnung:
(24b) ...Die Freiheit muß immer neu für das Gute gewonnen werden. Die freie Zustimmung zum Guten ist nie einfach von selber da. Gäbe es Strukturen, die unwiderruflich eine bestimmte – gute – Weltverfassung herstellen, so wäre die Freiheit des Menschen negiert, und darum wären dies letztlich auch keine guten Strukturen.
und in 30)
der Zustand der menschlichen Dinge hängt in jeder Generation neu von der freien Entscheidung dieser Menschen ab. Wenn sie ihnen durch die Verhältnisse und die Strukturen abgenommen würde, wäre die Welt doch wieder nicht gut, weil eine Welt ohne Freiheit keine gute Welt ist.
Verfasst: Freitag 30. November 2007, 23:07
von cantus planus
Ich habe schon am Nachmittag den Pressespiegel bei Google News beobachtet. Aus zahlreichen Berichten zu diesem Thema spricht die nackte Ratlosigkeit, wie mit einem solchen Text umzugehen ist.
Dass Berichte über kirchliche Aussagen häufig unsinnig und falsch sind, ist nicht neu. Aber diese vollkommene Hilflosigkeit in diesem Fall ist mir besonders aufgefallen.
Ein interessantes Phänomen, übrigens. Vielleicht war es höchste Zeit, die Hoffnung wieder zur Sprache zu bringen? Ich sehe das so!
Verfasst: Freitag 30. November 2007, 23:14
von Pit
Es war dringend nötig, denn viele (mehr oder weniger) gläubige "Otto-Normal-Verbraucher" verlieren immer mehr die Hoffnung und viele "Tradi"-Gruppen (Piusbrüder etc.) - so habe ich den Eindruck- haben Angst, es könne die "Geschlossenheit" der Kirche verloren gehen und halten deshalb einen Dogmatismus hoch, der mit christlicher Freiheit nichts mehr zu tun hat.
Gruß,Pit
cantus planus hat geschrieben:
...
Ein interessantes Phänomen, übrigens. Vielleicht war es höchste Zeit, die Hoffnung wieder zur Sprache zu bringen? Ich sehe das so!
Verfasst: Freitag 30. November 2007, 23:49
von HeGe
Pit hat geschrieben:[...]ein evang.-lutherischer Laienprediger.
Hey, habe einen weißen Schimmel entdeckt.

Verfasst: Freitag 30. November 2007, 23:52
von Pit
Es gibt aber den Unterschied zwischen den Pfarrern, die predigen und den Laienpredigern.
Letztere sind in der evang.-lutherischen Kirche nach einer sehr gründlichen theologischen Ausbildung erlaubt, und zwar nicht (!) als "Ersatz" für den Pfarrer, sondern bei bestimmten Anlässen (Andachten etc.)
Gruß, Pit
HeGe hat geschrieben:Pit hat geschrieben:[...]ein evang.-lutherischer Laienprediger.
Hey, habe einen weißen Schimmel entdeckt.

Verfasst: Freitag 30. November 2007, 23:57
von Linus
Pit hat geschrieben:Es gibt aber den Unterschied zwischen den Pfarrern, die predigen und den Laienpredigern.
Letztere sind in der evang.-lutherischen Kirche nach einer sehr gründlichen theologischen Ausbildung erlaubt, und zwar nicht (!) als "Ersatz" für den Pfarrer, sondern bei bestimmten Anlässen (Andachten etc.)
Huhu? Denkbefreiung ausschalten: protestanten sind immer Laien, mit Beffchen/Stola/Lutherrock wie ohne.
Linus, nur weil er im Fasching mal ne echte Soutane anhatten, deswegen noch immer kein kleriker....
Verfasst: Freitag 30. November 2007, 23:59
von cantus planus
(Bitte keine off-topic-Diskussion über das Amtsverständnis in diesem Thread! Danke. Mod.)
Verfasst: Samstag 1. Dezember 2007, 16:32
von maliems
was soll denn ein tradi gegen diese enzyklika haben?
im übrigen habe ich den eindruck ratzinger als geistlicher schriftsteller wird der Josef Pieper der kommenden jahrzehnte.
hohe theologie auf verständlicher basis. unpolemisch. klar. umfassend.
Verfasst: Samstag 1. Dezember 2007, 16:35
von Pit
Danke, denn an der Debatte werde ich mich hier im Thread nicht (!) beteiligen.
Gruß,Pit
cantus planus hat geschrieben:(Bitte keine off-topic-Diskussion über das Amtsverständnis in diesem Thread! Danke. Mod.)
Verfasst: Samstag 1. Dezember 2007, 16:37
von Pit
Schau mal auf
www.kreuz.net vorbei, dann beantwortet sich Deine Frage sehr schnell.
Gruß, Pit
maliems hat geschrieben:was soll denn ein tradi gegen diese enzyklika haben?
...
Verfasst: Samstag 1. Dezember 2007, 16:45
von overkott
maliems hat geschrieben:was soll denn ein tradi gegen diese enzyklika haben?
im übrigen habe ich den eindruck ratzinger als geistlicher schriftsteller wird der Josef Pieper der kommenden jahrzehnte.
hohe theologie auf verständlicher basis. unpolemisch. klar. umfassend.
Gut, also verständlich für Leute, die mindestens Abitur und ein theologisches Propädeutikum haben. Aber die Enzyklika liest sich in der Tat wie der Aufsatz eines deutschen Theologieprofessors. Er führt darin seine Theologie der Liebe fort, in der Gott dem modernen Menschen verständlich wird als das personale Grundprinzip der Schöpfung. Er begründet damit implizit die Universalität des Glaubens, der sich ideologisch nicht vereinnahmen lässt.
Verfasst: Samstag 1. Dezember 2007, 18:28
von Raphaela
Knecht Ruprecht hat geschrieben:Die soll auch nichts Neues bringen. Meine Kurzzusammenfassung: Nur Christus ist der Weg. Alle anderen Wege führen zum Teufel.
Knecht Ruprecht hat geschrieben:Enzyliken sollen im Gottesdienst vom Priester vorgelesen werden.
Fragen an dich
Warum bist du überhaupt in der katholischen Kirche?
Ist dir überhaupt bewusst, was das Papstamt bedeutet?