Fundamentaltheologie

Schriftexegese. Theologische & philosophische Disputationen. Die etwas spezielleren Fragen.
Peduli
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Re: Fundamentaltheologie

Beitrag von Peduli »

nomads hat geschrieben:
Montag 13. April 2026, 19:07
Peduli hat geschrieben:
Sonntag 12. April 2026, 15:15
Denn der von Satan mitverursachte Sündenfall konnte eben durch die Inkarnation der zweiten Person Gottes, also unseren Herrn Jesus Christus, gleichsam gekontert und damit in seiner Wirkung eingeschränkt werden.
diese Deine Aussage klingt für mich rätselhaft. Könntest Du sie anders formulieren?
Nun, wir waren uns ja einig, daß Gott in seiner Allwissenheit von dem Sündenfall der Stammeltern wußte, bevor dieser geschehen konnte.
Gott hat die Schöpfung trotzdem ins Dasein gerufen, weil ER - schon vor der Schöpfung - ebenfalls eine Lösung für dieses "Problem" vorgesehen hatte: Die Inkarnation der zweiten Person als Jesus Christus!
Während sich also das Volk des Alten Bundes nach dem "Rauswurf" aus dem Paradies trotz der Interventionen Gottes immer weiter von Gott entfernte, hat Gott dann durch die Inkarnation Jesu Christi das Volk des Neuen Bundes immer näher an sich herangezogen.

Bei der Schöpfung aus Liebe war das Opfer des Sohnes inkludiert. Deshalb bekennt die Kirche auch:
Das Opfer ohne Ende, daß DU Dir ausersehen!
Wer nicht weiß, wo er herkommt, weiß auch nicht, wo er hinwill.
Schauen wir dankbar zurück, mutig vorwärts und gläubig aufwärts!

(F.J.S.)

Der LOGOS bestimmt das Sein!
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Peduli
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Re: Fundamentaltheologie

Beitrag von Peduli »

nomads hat geschrieben:
Montag 13. April 2026, 19:07
Übertrag aus dem Thread: "Neue Witze 2"
Peduli hat geschrieben:
Samstag 11. April 2026, 18:09
Zeno Kortin hat geschrieben:
Samstag 11. April 2026, 18:02

Jetzt allerdings stehe ich auf dem Schlauch, und muß dich mal fragen, was die Vermessenheit für eine Rolle spielt?
Was an den Erläuterungen hast Du nicht verstanden? :achselzuck: :achselzuck: :achselzuck:
ich glaube "Zeno Kortin" sieht keine Vermessenheit in dem von ihm geschilderten Handeln (schnell noch sündigen bevor man beichtet). Für gläubige Katholiken ist die Beichte nicht nur dafür da, eigenes Gewissen zu erleichtern, sondern auch die Empfangsbereitschaft auf die Gande Gottes wiederherzustellen. Atheisten sehen in der Beichte nur ein praktisches Mittel, da es für den Atheisten keinen Gott gibt, kann von Vermessenheit Gott gegenüber auch nicht die Rede sein.
Das ist wohl richtig!
Jedoch bleibt trotz der Sichtweise der Atheisten die Lehre der katholischen Kirche richtig.
nomads hat geschrieben:
Montag 13. April 2026, 19:07
In einem Gespräch mit einem Priester habe ich ihn gefragt, was die schwerste Sünde sei? Er hat mir geantwortet: der Hass Gottes. Gott zu hassen.
Ich habe jedoch geantwortet: Um Gott zu hassen, muss man an ihn glauben, denn ohne an Gott zu glauben, ist der Hass (auf Gott) gegenstandslos. Also, wenn man Gott hasst, muss man an ihn glauben und damit erfüllt man schon eine der wichtigsten Bedingungen um gerettet zu werden. Sobald also der Hass verschwindet, hat ein solcher Mensch gute Chancen von Gott (wieder) angenommen zu werden.
Daraufhin wurde ich gefragt, was ich denn für die schwerste Sünde halte? Die Antwort fiel mir nicht schwer: Wenn man Gott für blöd hält. Damit glaubt man, dass Gott genauso dämlich, oder dämlicher als man selber ist. Auch das gehört zu den Sünden wider den Heiligen Geist und diese Sünde kann nicht vergeben werden, da der, der die Sünde vergeben könnte, geleugnet wird.
Hier sollte - zumindest meiner bescheidenen Meinung nach :maske: :maske: :maske: - das Kind nicht mit dem Bade ausgeschüttet werden.
Generell kann man wohl feststellen, daß die meisten Atheisten keinen Haß auf Gott entwickelt haben! *
Wenn sie etwas oder Jemanden hassen, dann ist es eher das "Bodenpersonal" oder ganz allgemein die aktuelle weltliche Situation. Und dies aus manchmal sogar nachvollziehbaren Gründen. :tuete: :tuete: :tuete:

Die Ablehnung Gottes durch die Atheisten ist meistens auf eine mangelnde Kenntnisnahme der christlichen Glaubenslehre zurückzuführen, die dann mit einer gewissen Denkfaulheit verbunden wird und sich zu einer mehr und mehr verstetigenden Haltung bei Kirchenfernen führt. Und diese Haltung ist dann "selbstverständlich" ablehnend. :bedrippelt: :bedrippelt: :bedrippelt:
NUR: Wenn dann diese ablehnende Haltung beurteilt werden soll, kann man nur zu dem Ergebnis kommen, daß die Ablehnung falsch ist!
Und diese Beurteilung wird sogar biblisch in Psalm 10, 4 bestätigt:
Der Frevler wähnt in seinem Stolz: »Gott fragt nicht danach!« »Es gibt keinen Gott!« – dahin geht all sein Denken.





* Hitchens und Dawkins sind säkulare Extremisten, aber können schwerlich als Archetyp des modernen Atheisten hergenommen werden. Und selbst einem Nietzsche könnte man noch zugutehalten, daß seine radikale Filosophie eine entgleiste Form der negativen Theologie darzustellen versucht; eben eine späte denkerische Entgleisung, die in der protestantischen Häresie fundiert ist.
Wer nicht weiß, wo er herkommt, weiß auch nicht, wo er hinwill.
Schauen wir dankbar zurück, mutig vorwärts und gläubig aufwärts!

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nomads
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Re: Fundamentaltheologie

Beitrag von nomads »

Peduli hat geschrieben:
Dienstag 14. April 2026, 05:27
Generell kann man wohl feststellen, daß die meisten Atheisten keinen Haß auf Gott entwickelt haben! *
es war auch nicht meine Absicht das zu unterstellen. Von Hass auf Gott schrieb ich, um weiter auf die Sünde hinzuweisen, die nicht vergeben werden kann - die Lästerung des Heiligen Geistes.

Peduli hat geschrieben:
Dienstag 14. April 2026, 05:27
Die Ablehnung Gottes durch die Atheisten ist meistens auf eine mangelnde Kenntnisnahme der christlichen Glaubenslehre zurückzuführen, die dann mit einer gewissen Denkfaulheit verbunden wird und sich zu einer mehr und mehr verstetigenden Haltung bei Kirchenfernen führt. Und diese Haltung ist dann "selbstverständlich" ablehnend. :bedrippelt: :bedrippelt: :bedrippelt:
sehe ich auch so.

Peduli hat geschrieben:
Dienstag 14. April 2026, 05:27
NUR: Wenn dann diese ablehnende Haltung beurteilt werden soll, kann man nur zu dem Ergebnis kommen, daß die Ablehnung falsch ist!
ich nannte sie "absurd", aber es läuft auf dasselbe hinaus.

Peduli
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Re: Fundamentaltheologie

Beitrag von Peduli »

Frage an ChatGPT:
Wie leitet Cusanus seine Aussage über Gott coincidentia oppositorum her? :hmm: :hmm: :hmm:
ChatGPT hat geschrieben:Die Formel *coincidentia oppositorum* („Zusammenfall der Gegensätze“) ist zentral für das Denken von Nikolaus von Kues. Er entwickelt sie nicht als bloße Behauptung, sondern als Ergebnis mehrerer gedanklicher Schritte, die aus seiner Erkenntnistheorie und seinem Gottesverständnis hervorgehen.

**1. Ausgangspunkt: Begrenztheit menschlicher Erkenntnis**
In seinem Werk De docta ignorantia argumentiert Cusanus, dass der menschliche Verstand immer nur in **Vergleichen, Unterschieden und Gegensätzen** denkt. Alles, was wir erkennen, ist relational und endlich. Gott hingegen ist **unendlich** – und damit prinzipiell dem diskursiven Denken entzogen. Diese Einsicht nennt er „gelehrte Unwissenheit“.

**2. Das Problem der Gegensätze im Endlichen**
Unsere Welt ist durch Gegensätze strukturiert: groß/klein, endlich/unendlich, Bewegung/Ruhe usw. Diese Gegensätze schließen sich im endlichen Bereich gegenseitig aus. Der Verstand operiert genau mit diesen Unterscheidungen.

**3. Übergang ins Unendliche**
Cusanus nutzt mathematische Analogien: Wenn man z. B. ein Polygon mit immer mehr Seiten denkt, nähert es sich einem Kreis an. Im Grenzfall (Unendlichkeit) fallen Unterschiede zusammen.
→ Im **Unendlichen verschwinden die Unterschiede**, die im Endlichen noch Gegensätze sind.

**4. Gott als das absolut Unendliche**
Gott ist für Cusanus das **absolut Unendliche (maximum absolutum)**. In ihm gibt es keine Begrenzung, keine Relationen und keine Gegensätze mehr im gewöhnlichen Sinn.

**5. Schluss: coincidentia oppositorum**
Weil Gegensätze nur innerhalb endlicher Begrenzungen bestehen, gilt:
→ **Im Unendlichen (Gott) fallen alle Gegensätze zusammen.**

Das bedeutet konkret:

* Maximum und Minimum sind identisch
* Einheit und Vielheit fallen zusammen
* Bewegung und Ruhe sind eins

**Wichtig:**
Cusanus meint nicht, dass logische Widersprüche einfach „wahr“ werden. Vielmehr überschreitet Gott die Ebene, auf der solche Gegensätze überhaupt sinnvoll unterschieden werden können. Die coincidentia oppositorum ist also eine **transrationale Aussage**, keine formallogische.

**Kurz gesagt:**
Cusanus leitet die coincidentia oppositorum her, indem er zeigt:

1. Unser Denken ist an Gegensätze gebunden.
2. Diese gelten nur im Endlichen.
3. Gott ist unendlich.
→ Also gelten in Gott keine Gegensätze mehr – sie fallen in ihm zusammen.
Eine bedenkenswerte Zusammenfassung, die allerdings auf der intellektuellen Leistung dieses großen Denkers des Spätmittelalters aufbaut: Nikolaus von Kues.

O möge sich Deutschland doch mehr auf diese Traditionen besinnen! :ja: :ja: :ja:
Wer nicht weiß, wo er herkommt, weiß auch nicht, wo er hinwill.
Schauen wir dankbar zurück, mutig vorwärts und gläubig aufwärts!

(F.J.S.)

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