Was will Gott vom Menschen?

Schriftexegese. Theologische & philosophische Disputationen. Die etwas spezielleren Fragen.
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lifestylekatholik
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Re: Was will Gott vom Menschen?

Beitrag von lifestylekatholik »

Sempre hat geschrieben:azs fragt nun, warum jahrzehntelang Rücksprache mit Gott über dies und das halten? Wozu will Gott das? Es gibt zwei Gründe: 1.) Gott will ggf. prüfen, ob nur ein Lippenbekenntnis vorliegt. 2.) Gott braucht Streiter auf Erden, er braucht die Kirche, die sein Wirken auf Erden fortsetzt, damit alle Generationen davon erfahren.
:klatsch:
»Was muß man denn in der Kirche ›machen‹? In den Gottesdienſt gehen und beten reicht doch.«

azs
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Re: Was will Gott vom Menschen?

Beitrag von azs »

er braucht die Kirche, die sein Wirken auf Erden fortsetzt
Das halte ich - vor allem für mich persönlich - für ein sehr gewichtiges Argument. Auf der anderen Seite gibt es aber auch Todesfälle, wo man sich schon fragen kann, was das Erdenleben für eine Bedeutung hat: plötzlicher Kindstod (nach wie vor ungeklärt, soviel ich weiß), Kinderarbeit in Fabriken bis zum Tod usw. Es hat ja nicht jeder das Geschenk, in so einem Land wie dem unseren aufzuwachsen - und Gott weiß das ja auch. Was bezweckt er bei diesem "Zwischenschritt" des irdischen Lebens bei solchen Menschen? Ich suche nach wie vor nach einem Allgemein-Grund, der ja für alle Menschen gelten können muss...auch wenn vieles sehr einleuchtend war, was ihr geschrieben habt. Leider hat nur nicht jeder die Möglichkeit, Gott zu erkennen, sein Bekenntnis jahrelang zu untermauern oder für die Kirche zu streiten.
ad te suspiramus in hac lacrimarum valle

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Linus
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Re: Was will Gott vom Menschen?

Beitrag von Linus »

azs hat geschrieben:
Reinhard hat geschrieben: Aus meiner Sicht (mit Anfang 50) kann ich nur sagen, dass jeder Weg, auch scheinbare Abweg, den ich mit Gott im Laufe der Jahre gegangen bin, so seinen Sinn hatte. Und dass der Unterschied zwischen jetzt und Deinem Alter hauptsächlich der ist, dass im Berufs- und Familienleben das Leben gefühlt viel schneller vorbei geht. Sonst ist eigentlich der Unterschied nicht so groß, im Rückblick.
Und was genau ist jetzt anders als vor den Abwegen? Was ist da gereift?
Bei mir ists im Rückblick, das erkennen, das Gott mich gerade in meinen Abgründen und wegen mehr ruft und liebt (bzw gerufen und geliebt hat) als in den Zeiten wo ich mich mit ihm "eh verstanden hab".
"Katholizismus ist ein dickes Steak, ein kühles Dunkles und eine gute Zigarre." G. K. Chesterton
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overkott
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Re: Was will Gott vom Menschen?

Beitrag von overkott »

Linus hat geschrieben:
azs hat geschrieben:
Reinhard hat geschrieben: Aus meiner Sicht (mit Anfang 50) kann ich nur sagen, dass jeder Weg, auch scheinbare Abweg, den ich mit Gott im Laufe der Jahre gegangen bin, so seinen Sinn hatte. Und dass der Unterschied zwischen jetzt und Deinem Alter hauptsächlich der ist, dass im Berufs- und Familienleben das Leben gefühlt viel schneller vorbei geht. Sonst ist eigentlich der Unterschied nicht so groß, im Rückblick.
Und was genau ist jetzt anders als vor den Abwegen? Was ist da gereift?
Bei mir ists im Rückblick, das erkennen, das Gott mich gerade in meinen Abgründen und wegen mehr ruft und liebt (bzw gerufen und geliebt hat) als in den Zeiten wo ich mich mit ihm "eh verstanden hab".
Das ist leichter gesagt, als in Nächstenliebe getan.

Clementine
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Re: Was will Gott vom Menschen?

Beitrag von Clementine »

Gott will nichts von Dir - Er will Dich.
(Pfarrer Milch)
Es gibt drei Arten von Menschen: Haie, Haifischfutter und Menschen, die es gelernt haben mit den Haien zu schwimmen ohne gefressen zu werden.

Halte Deine Stadt sauber! Iß täglich eine Taube!

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Sempre
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Re: Was will Gott vom Menschen?

Beitrag von Sempre »

azs hat geschrieben:
er braucht die Kirche, die sein Wirken auf Erden fortsetzt
Das halte ich - vor allem für mich persönlich - für ein sehr gewichtiges Argument. Auf der anderen Seite gibt es aber auch Todesfälle, wo man sich schon fragen kann, was das Erdenleben für eine Bedeutung hat: plötzlicher Kindstod (nach wie vor ungeklärt, soviel ich weiß), Kinderarbeit in Fabriken bis zum Tod usw. Es hat ja nicht jeder das Geschenk, in so einem Land wie dem unseren aufzuwachsen - und Gott weiß das ja auch. Was bezweckt er bei diesem "Zwischenschritt" des irdischen Lebens bei solchen Menschen? Ich suche nach wie vor nach einem Allgemein-Grund, der ja für alle Menschen gelten können muss...auch wenn vieles sehr einleuchtend war, was ihr geschrieben habt. Leider hat nur nicht jeder die Möglichkeit, Gott zu erkennen, sein Bekenntnis jahrelang zu untermauern oder für die Kirche zu streiten.
Da gibt es vielerlei Fälle zu unterscheiden.

Z.B. einerseits diejenigen, die Selige im Himmelreich werden. Darunter sind solche, die allem Anschein nach gar nichts, wenig, etwas, etwas mehr, viel oder sehr viel für die streitende Kirche tun. Andererseits diejenigen, die in der Hölle oder im Limbus landen.

Oder einerseits diejenigen, die lernen, ihren Verstand zu gebrauchen, andererseits jene, denen das nicht beschieden ist.

Oder, oder ...

Dabei tauchen auch Fragen auf, die nicht sicher geklärt sind. Im konkreten Fall hat man sowieso immer diverse Unwägbarkeiten, aber auch allgemeine Antworten zu diversen Fallkonstellationen sind schlicht unbekannt. So Einiges ist nicht offenbart. Vieles passiert auf Erden, dessen Sinn und Zweck einstweilen verborgen bleibt.

Ein paar grundlegende Prinzipien sind aber sicher. Details dazu finden sich in Ludwig Ott "Grundriß der Dogmatik" unter "Die Lehre von der Gnade, §11 Die Universalität der Gnade". Ein ganz knappes, verkürztes Fazit: Gott will trotz Erbsünde das Heil aller Menschen. Gott bietet überall Gnade an, wo guter Wille herrscht. Gott ist nicht verpflichtet, die Vereitelung der Annahme der Gnade durch Dritte mittels Eingriff in die Natur zu verhindern. Gott kann auf nicht offenbarten Wegen Gnade vermitteln, worüber man aber nur eher haltlose Spekulationen anstellen kann.


P.S.: Ansonsten denke ich, dass wir, die wir in den Wohlstandsländern der Welt aufgewachsen sind, eher schlechtere Karten haben. Es sind dieselben Länder, in denen die größte Verblödung, Entfremdung und geistige Versklavung herrscht.
Multi venient in nomine meo, id est in nomine corporis mei. (Tichonius Africanus)
———
Quomodo facta est meretrix civitas fidelis (Is 1:21)

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