Kirchenbilder

Schriftexegese. Theologische & philosophische Disputationen. Die etwas spezielleren Fragen.
Ecce Homo
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Beitrag von Ecce Homo »

ad_hoc hat geschrieben: Mein Eindruck jedenfalls ist, dass der Pfarrer heute deutlich weniger Zeit für seine Schäfchen aufbringt, trotz der der sogenannten -referenten und -assistenten, als zu früheren Zeiten, da es diese vorgeblichen Hilfen nicht gab.

Gruß, ad_hoc
Nur mit dem Unterschied, dass da jedes Dorf auch seinen Pfarrer hatte - oder Kaplan. Damit jeden Tag hl. Messe (mindestens eine). Und das ist heute nicht mehr so. Unser Pfarrer hier am Stadtrand hat durch Zusammenlegung von vier Pfarreien (plus drei Filialen) von ehemals eigenständigen Orten, die alle einen Pfarrer hatten, doch a bisserl mehr zu tun - ist leicht gestreuter als vorher... Und er ist alleine.
Auch in diesem Punkt hat sich das Kirchenbild geändert - von der "versorgten" Kirche zu mehr oder weniger "Selbstversorgern" (letzteres in doppeltem Sinne: auf der einen Seite durch die Möglichkeiten der Mobilität natürlich, dass die Leute sich das suchen, was sie wollen - Messtourismus etc., auf der anderen Seite aber auch die Entwicklung des Laieneingespanntseins... das hatte es vorher ja nicht in dem Maße, wie es heute ist... )
User inaktiv seit dem 05.06.2018.
Ihr seid im Gebet ... mal schauen, ob/wann ich hier wieder reinsehe ...

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Robert Ketelhohn
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Beitrag von Robert Ketelhohn »

Ecce Homo hat geschrieben:Nur mit dem Unterschied, daß da jedes Dorf auch seinen Pfarrer hatte - oder Kaplan.
Ist das nicht eher ein auf die fünfziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts beschränkter Sonderfall, den es vorher und nachher nie gab?
Propter Sion non tacebo, | ſed ruinas Romę flebo, | quouſque juſtitia
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Raphaela
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Beitrag von Raphaela »

ad_hoc hat geschrieben: Was zur richtigen Ordnung innerhalb der Kirche ein weiterer wichtiger Schritt sein könnte, wäre die Abschaffung der Pastoralreferenten, Gemeindereferenten und sonstige -assistenten.
Was diese an Scheinarbeiten in Beschäftigungstherapie leisten, machen normalerweise ehrenamtlich Tätige vermutlich zehnmal besser und ganz sicher mit größerem Nutzen für andere.
Mein Eindruck jedenfalls ist, dass der Pfarrer heute deutlich weniger Zeit für seine Schäfchen aufbringt, trotz der der sogenannten -referenten und -assistenten, als zu früheren Zeiten, da es diese vorgeblichen Hilfen nicht gab.

Gruß, ad_hoc
Viele Ehrenamliche haben oft keine theologische Ausbildung. - Und frag mal Priester, es gibt viele, die froh sind, hauptamtliche pastorale Mitarbeiter zu haben . Es werden auch keine Scheinarbeiten gemacht,
gleichzeitig habe ich genügend Kollegen, die auch tief gläubig sind.

Raphaela, Gemeindereferentin

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overkott
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Beitrag von overkott »

Raphaela hat geschrieben:
ad_hoc hat geschrieben: Was zur richtigen Ordnung innerhalb der Kirche ein weiterer wichtiger Schritt sein könnte, wäre die Abschaffung der Pastoralreferenten, Gemeindereferenten und sonstige -assistenten.
Was diese an Scheinarbeiten in Beschäftigungstherapie leisten, machen normalerweise ehrenamtlich Tätige vermutlich zehnmal besser und ganz sicher mit größerem Nutzen für andere.
Mein Eindruck jedenfalls ist, dass der Pfarrer heute deutlich weniger Zeit für seine Schäfchen aufbringt, trotz der der sogenannten -referenten und -assistenten, als zu früheren Zeiten, da es diese vorgeblichen Hilfen nicht gab.

Gruß, ad_hoc
Viele Ehrenamliche haben oft keine theologische Ausbildung. - Und frag mal Priester, es gibt viele, die froh sind, hauptamtliche pastorale Mitarbeiter zu haben . Es werden auch keine Scheinarbeiten gemacht,
gleichzeitig habe ich genügend Kollegen, die auch tief gläubig sind.

Raphaela, Gemeindereferentin
Sicher müssen wir uns der Frage stellen, ob die Professionalisierung pastoraler Betreuung durch hauptamtliche Religionsbeamte nicht den Charakter der Kirche als Behörde verstärkt hat, wo Glaube nicht mehr Lebensform, sondern nur noch Thema im Job ist.

sofaklecks
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Die Herren Hochwürden

Beitrag von sofaklecks »

Tja, die Herren Hochwürden.

Zu fein, sich mit dem Menschenschmutz abzugeben. Das sollen die Laien tun.

Zu überheblich, um sich die gesalbten Hände dreckig zu machen.

Sorgsam darauf bedacht, den Ruf des heiligen Standes zu wahren. Soll sich ja keiner der geweihten Kollegen unterstehen, sich in den Kleidern der Hirten zu zeigen, die den verirrten Schafen bis in den übelsten Dreck folgen, wohin man mit der Sonntagssoutane nicht hinunterklettern kann.

Ihr habt Recht. Wozu folgt der verrückte Pater Gott nach, wenn er ihn doch anbeten und so bewegen kann, durch andere zu handeln, bei denen es nicht darauf ankommt, ob ihre frommen Hände beschmutzt werden.

Da lob ich mir den kleinen Konvent, in den sich der Pater zurückziehen konnte, wenn er ausgebrannt war. Wo immer eine Zelle auf ihn wartete. Auf ihn und seine zwei Hunde, ohne die er nirgends hinging. Sie haben ihn nicht verstanden, aber ihn unterstützt.

Dass er Ritter der Ehrenlegion ist (man erkennt den Orden an seiner Lederjacke, die er beim vorigen Papst trägt), dass er einer illustren Versammlung gekrönter Häupter vor einer grossen Fernsehgemeinde gesagt hat, alle ihr Titel und ihr Geld seien wertlos, wenn sie die Liebe nicht hätten, das wäre schon Ausgleich genug für seine Kleidung. Auf die sieht Gott nicht, er sieht auf das Herz.

Und wenn der Satz von den geringsten Brüdern wahr ist, hat er seinem Heiland viel, sehr viel getan. Ganz sicher mehr als die, die hier sein Aussehen bemängeln, Beckmesser, die ihm das Wasser nicht reichen können.

Zieht Euch zu Eurer gepflegten geistigen Nabelschau zurück. Ich hoffe, ihr fühlt euch dabei wohl. Ihr gleicht den Passagieren des Nobelzugs, der einmal im Jahr von Kapstadt nach Dar-es-Salam fährt und bei dem sorgfältig die Fensterläden geschlossen werden, wenn man durch die Vorstädte fährt. Eine unwirkliche Welt, dem Untergng geweiht, aber fest an die eigene Überlegenheit glaubend und die überkommenen Riten einer überlebten Gesellschaft pflegend, sorgfältig auf das korrekte Outfit zum Dinner achtend. Sorgfältig in korrekter Weise übertünchte Gräber derNächstenliebe, diejenigen belehrend, die wissen:

Ihr seid Christi Hände
Christus hat keine Hände, nur unsere Hände,
um seine Arbeit heute zu tun.
Er hat keine Füße, nur unsere Füße,
um Menschen auf seinen Weg zu führen. Christus hat keine Lippen, nur unsere Lippen,
um Menschen von ihm zu erzählen. Er hat keine Hilfe, nur unsere Hilfe, um Menschen an seine Seite zu
bringen.
Wir sind die einzige Bibel,
die die Öffentlichkeit noch liest. Wir sind Gottes letzte Botschaft in Taten und Worten geschrieben.



Und wenn man die Schafe verscheucht, zu denen man von Christus gesandt ist, weil man in der Gestalt kommt, die sie für die Aufmachung des Wolfes halten, dann ist das Überziehen eines schmuddeligen Schafspelzes, der ihrem gleicht, Christenpflicht.

Es sei denn, man hat es aufgegeben, ihnen nachzugehen.

Wie ihr.

Ihr sorgt euch nur um die, die euch bewundernd anblöken.

Und verzeiht, zu denen will ich ab jetzt nicht mehr gehören.

sofaklecks

ieromonach
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Kirchenbilder

Beitrag von ieromonach »

Lieber "saurer" sofaklecks,
nun sei mal wieder ganz ruhig. Sozialarbeit und Nieschenseelsorge ist schön und gut für einen Priester, aber es ist nicht seine Hauptaufgabe. Du redest von "Finger schmutzig machen". OK. bis vor etwas über einem Jahr habe ich in einem Krankenhaus in einem OP gearbeitet (Traumatologie) dort sind meine Hände voll Blut, Eiter und Sch.... immer wieder verschmutzt worden.Kannst Du Dir vorstellen wie es ist Stricher, Nutten mit Aids zu versorgen bei einer OP? Wirhaben uns alle 6 Monate auf HIV un tersuchen lassen. Diese Arbeit habe ich über 30 Jahre getan. Doch dies war eine Notwendigkeit weil eine Gemeinde zu arm war mich und die Kosten für die Kapelle zu unterhalten. Trotzdem habe ich niemals meine Priesterkleidung ausgezogen (außerhalb des Ops.). Die priesterliche Identität als Mystagoge am Altar und in seinem Leben darf nicht dabei aufgegeben haben. Ich habe die Predigt von Pater G. bei der königl Hochzeit gesehen und war entsetzt wie der P.G. sich mit seinem "Schmuck"darstellte. Ein Priester ist und darf n iemal n u r für eine Gruppe von Menschen zur Verfügung stehen. Er ist Diener für Randgruppen und alle Anderen. Vielleicht verstehen wir uns auch falsch. + P. Theodoros

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Petur
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Beitrag von Petur »

Lieber Vater Theodoros, bist Du auch Arzt?

ieromonach
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Das Refektorium

Beitrag von ieromonach »

Lieber Petur,
nein. In Frankreich haben ich gelernt noch einen Beruf zu ergreifen. Das war eine Erfahrung die ich mit Bischöfen und Priestern hatte die vor dem gottlosen Kommunismus die Heimat verlassen hatten und als Hilfarbeiter auf dem Markt arbeiteten. Aber auch viele röm kath Priester waren sehr arm und arbeiteten als Taxifahrer oder Kohlenhändler. Ein röm. kath. Bischof arbeitete sogar halbtags als Schreiner. Deshalb habe ich eine ganz arme kleineGemeinde angenommen und als Operationskrankenpfleger gearbeitet. Natürlich hätte ich auch in meinem Kloster als Archimandrit dort Abt sein können. Dieses bei Korinth. Auch der berühmte Ab. Pierre hat niemals sein Priestergewand ausgezogen oder sich als Exot gegeben. OK? :ja: +P.Theodoros

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Petur
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Re: Das Refektorium

Beitrag von Petur »

ieromonach hat geschrieben:Lieber Petur,
nein. In Frankreich haben ich gelernt noch einen Beruf zu ergreifen. Das war eine Erfahrung die ich mit Bischöfen und Priestern hatte die vor dem gottlosen Kommunismus die Heimat verlassen hatten und als Hilfarbeiter auf dem Markt arbeiteten. Aber auch viele röm kath Priester waren sehr arm und arbeiteten als Taxifahrer oder Kohlenhändler. Ein röm. kath. Bischof arbeitete sogar halbtags als Schreiner. Deshalb habe ich eine ganz arme kleineGemeinde angenommen und als Operationskrankenpfleger gearbeitet. Natürlich hätte ich auch in meinem Kloster als Archimandrit dort Abt sein können. Dieses bei Korinth. Auch der berühmte Ab. Pierre hat niemals sein Priestergewand ausgezogen oder sich als Exot gegeben. OK? :ja: +P.Theodoros
Orthodoxe Bischöfe als Hilfsarbeiter? Kamen sie aus Russland?

Ich denke, dass der römische "Schreiner-Bischof" einfach solidarisch mit den Armen war. Er haette sicher auch bequem und aristokratisch leben können.

Soviel ich weiss, pflegte der grosse Abbé Pierre ein Kollarhemd zu tragen, keine Soutane.

ieromonach
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Das Refekktorium

Beitrag von ieromonach »

Lieber Petur,
ja, sie kamen aus der damaligen SU. Der röm. Kath. Bischof hätte anders leben können. Ab.Pierre hatte zu meiner Zeit (60er) immer eine Soutane getragen, später dann ein Kollar. --- Die kath. Bischöfe haben damals immer sehr einfach und schlicht gelebt, das kann man nicht vergleichen mit den Bischöfen in Deutschland. Einige meiner röm. kath. Priesterfreunde erzählten mir das sie damals ein Teil des Gehaltes für franz. Priester abgeben sollten. + P Th.

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Robert Ketelhohn
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Re: Die Herren Hochwürden

Beitrag von Robert Ketelhohn »

sofaklecks hat geschrieben:Tja, die Herren Hochwürden.

Zu fein, sich mit dem Menschenschmutz abzugeben. Das sollen die Laien tun.

Zu überheblich, um sich die gesalbten Hände dreckig zu machen.

Sorgsam darauf bedacht, den Ruf des heiligen Standes zu wahren. Soll sich ja keiner der geweihten Kollegen unterstehen, sich in den Kleidern der Hirten zu zeigen, die den verirrten Schafen bis in den übelsten Dreck folgen, wohin man mit der Sonntagssoutane nicht hinunterklettern kann.

Ihr habt Recht. Wozu folgt der verrückte Pater Gott nach, wenn er ihn doch anbeten und so bewegen kann, durch andere zu handeln, bei denen es nicht darauf ankommt, ob ihre frommen Hände beschmutzt werden.

Da lob ich mir den kleinen Konvent, in den sich der Pater zurückziehen konnte, wenn er ausgebrannt war. Wo immer eine Zelle auf ihn wartete. Auf ihn und seine zwei Hunde, ohne die er nirgends hinging. Sie haben ihn nicht verstanden, aber ihn unterstützt.

Dass er Ritter der Ehrenlegion ist (man erkennt den Orden an seiner Lederjacke, die er beim vorigen Papst trägt), dass er einer illustren Versammlung gekrönter Häupter vor einer grossen Fernsehgemeinde gesagt hat, alle ihr Titel und ihr Geld seien wertlos, wenn sie die Liebe nicht hätten, das wäre schon Ausgleich genug für seine Kleidung. Auf die sieht Gott nicht, er sieht auf das Herz.

Und wenn der Satz von den geringsten Brüdern wahr ist, hat er seinem Heiland viel, sehr viel getan. Ganz sicher mehr als die, die hier sein Aussehen bemängeln, Beckmesser, die ihm das Wasser nicht reichen können.

Zieht Euch zu Eurer gepflegten geistigen Nabelschau zurück. Ich hoffe, ihr fühlt euch dabei wohl. Ihr gleicht den Passagieren des Nobelzugs, der einmal im Jahr von Kapstadt nach Dar-es-Salam fährt und bei dem sorgfältig die Fensterläden geschlossen werden, wenn man durch die Vorstädte fährt. Eine unwirkliche Welt, dem Untergng geweiht, aber fest an die eigene Überlegenheit glaubend und die überkommenen Riten einer überlebten Gesellschaft pflegend, sorgfältig auf das korrekte Outfit zum Dinner achtend. Sorgfältig in korrekter Weise übertünchte Gräber derNächstenliebe, diejenigen belehrend, die wissen:

Ihr seid Christi Hände
Christus hat keine Hände, nur unsere Hände,
um seine Arbeit heute zu tun.
Er hat keine Füße, nur unsere Füße,
um Menschen auf seinen Weg zu führen. Christus hat keine Lippen, nur unsere Lippen,
um Menschen von ihm zu erzählen. Er hat keine Hilfe, nur unsere Hilfe, um Menschen an seine Seite zu
bringen.
Wir sind die einzige Bibel,
die die Öffentlichkeit noch liest. Wir sind Gottes letzte Botschaft in Taten und Worten geschrieben.



Und wenn man die Schafe verscheucht, zu denen man von Christus gesandt ist, weil man in der Gestalt kommt, die sie für die Aufmachung des Wolfes halten, dann ist das Überziehen eines schmuddeligen Schafspelzes, der ihrem gleicht, Christenpflicht.

Es sei denn, man hat es aufgegeben, ihnen nachzugehen.

Wie ihr.

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Und verzeiht, zu denen will ich ab jetzt nicht mehr gehören.

sofaklecks
Derartigen Stuß habe ich von dir noch nicht gelesen.
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Kurt
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Beitrag von Kurt »

Irgendwie scheint ja die Soutane für sozial Schwache nicht zumutbar zu sein. Kann mir jemand erklären, warum?
Zumindest schmutzig machen (und waschen) kann man sie auch. Und die Ärmel lassen sich auch hochkrämpeln. Ob man damit im Stehen Pinkeln kann, weiss ich nicht. Naja, man kanns. Und waschen ja auch... :roll:

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Linus
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Beitrag von Linus »

Kurt hat geschrieben:Irgendwie scheint ja die Soutane für sozial Schwache nicht zumutbar zu sein. Kann mir jemand erklären, warum?.
Aus dem gleichen Grund warum Anzug und Krawatte für Streetworker hinderlich sind. Soutane gilt eben als bürgerlich. (Die Frage, wie weit/ob ein Priester aber Sozialarbeiter sein soll/muß, ist aber dennoch diskutierenswert.
"Katholizismus ist ein dickes Steak, ein kühles Dunkles und eine gute Zigarre." G. K. Chesterton
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Kurt
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Beitrag von Kurt »

Linus hat geschrieben:Soutane gilt eben als bürgerlich.
Ich bezweifle das. Vielleicht, wenn man es oft genug wiederholt. Und ja, der Priester ist auch Seelsorger (= Sozialarbeiter), und wenn er für die Ärmsten da ist, dann werden sie ihn auch - oder gerade - wegen der Soutane lieben. So erkennt man ihn eben als Mann Gottes, der ihnen Gutes tut.

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Robert Ketelhohn
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Re: Die Herren Hochwürden

Beitrag von Robert Ketelhohn »

Robert Ketelhohn hat geschrieben:
sofaklecks hat geschrieben:Tja, die Herren Hochwürden.

Zu fein, sich mit dem Menschenschmutz abzugeben. Das sollen die Laien tun.

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Da lob ich mir den kleinen Konvent, in den sich der Pater zurückziehen konnte, wenn er ausgebrannt war. Wo immer eine Zelle auf ihn wartete. Auf ihn und seine zwei Hunde, ohne die er nirgends hinging. Sie haben ihn nicht verstanden, aber ihn unterstützt.

Dass er Ritter der Ehrenlegion ist (man erkennt den Orden an seiner Lederjacke, die er beim vorigen Papst trägt), dass er einer illustren Versammlung gekrönter Häupter vor einer grossen Fernsehgemeinde gesagt hat, alle ihr Titel und ihr Geld seien wertlos, wenn sie die Liebe nicht hätten, das wäre schon Ausgleich genug für seine Kleidung. Auf die sieht Gott nicht, er sieht auf das Herz.

Und wenn der Satz von den geringsten Brüdern wahr ist, hat er seinem Heiland viel, sehr viel getan. Ganz sicher mehr als die, die hier sein Aussehen bemängeln, Beckmesser, die ihm das Wasser nicht reichen können.

Zieht Euch zu Eurer gepflegten geistigen Nabelschau zurück. Ich hoffe, ihr fühlt euch dabei wohl. Ihr gleicht den Passagieren des Nobelzugs, der einmal im Jahr von Kapstadt nach Dar-es-Salam fährt und bei dem sorgfältig die Fensterläden geschlossen werden, wenn man durch die Vorstädte fährt. Eine unwirkliche Welt, dem Untergng geweiht, aber fest an die eigene Überlegenheit glaubend und die überkommenen Riten einer überlebten Gesellschaft pflegend, sorgfältig auf das korrekte Outfit zum Dinner achtend. Sorgfältig in korrekter Weise übertünchte Gräber derNächstenliebe, diejenigen belehrend, die wissen:

Ihr seid Christi Hände
Christus hat keine Hände, nur unsere Hände,
um seine Arbeit heute zu tun.
Er hat keine Füße, nur unsere Füße,
um Menschen auf seinen Weg zu führen. Christus hat keine Lippen, nur unsere Lippen,
um Menschen von ihm zu erzählen. Er hat keine Hilfe, nur unsere Hilfe, um Menschen an seine Seite zu
bringen.
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Und wenn man die Schafe verscheucht, zu denen man von Christus gesandt ist, weil man in der Gestalt kommt, die sie für die Aufmachung des Wolfes halten, dann ist das Überziehen eines schmuddeligen Schafspelzes, der ihrem gleicht, Christenpflicht.

Es sei denn, man hat es aufgegeben, ihnen nachzugehen.

Wie ihr.

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Und verzeiht, zu denen will ich ab jetzt nicht mehr gehören.

sofaklecks
Derartigen Stuß habe ich von dir noch nicht gelesen.
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Und noch was. Weil ich nicht aufhören kann, mich über diese unsägliche dummdreiste, erbärmlcihe Borniertheit zu ärgern, mit der du diesen ungeheuerlichen Anwurf verbrochen hast.

Zeige mir bitte mal den Gossendreck der gelackten Affen auf den eingangs referenzierten Photographien. Oder den Gossendreck des durchgestylten Pater G.
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Robert Ketelhohn
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Beitrag von Robert Ketelhohn »

Linus hat geschrieben:
Kurt hat geschrieben:Irgendwie scheint ja die Soutane für sozial Schwache nicht zumutbar zu sein. Kann mir jemand erklären, warum?.
Aus dem gleichen Grund warum Anzug und Krawatte für Streetworker hinderlich sind. Soutane gilt eben als bürgerlich. (Die Frage, wie weit/ob ein Priester aber Sozialarbeiter sein soll/muß, ist aber dennoch diskutierenswert.

Hä? In welcher Welt lebst du???
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Pit
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Re: Die Herren Hochwürden

Beitrag von Pit »

Hallo sofaklecks,

harte aber leider auch wahre Worte.
Ein Seelsorger sollte sich nie zu schade sein, sich dort um die Seelen, das Seelenheil und die Sorgen,Nöte und Ängste derer zu kümmern, die ihm und seiner Fürsorge anvertraut sind. Wenn es nötig ist,sich in den Dreck zu begeben, um auch an denjenigen heranzukommen, der an der Nadel hängt, arbeitslos und - aus Verzweiflung alkoholkrank - oder sonstwie am Rand der Gesellschaft ist, dann ist es unter Umständen die verdammte Christenpflicht eines Seelsorgers, sich in den sprichwörtlichen - oder auch reelen - Dreck zu begeben.
Die Kleinen Brüder und Schwestern Jesu des Charles de Foucauld leben nicht selten genau dort. Unter den Ärmsten der Armen, - auf der Müllkippe von Manila, in den Slums Bogotas, in den Armenvierteln Karatschis und wo sonst noch. Und vor jedem dieser unauffälligen Helden der Nächstenliebe - einer Nächstenliebe, die nicht auffällt, aber jeden Tag auf`s Neue den Kampf gegen Not,Armut, Kindersterblichkeit und schlimmste "Lebens"bedingungen aufnimmt - ziehe ich den Hut.
Jeder dieser Christen hat - davon bin ich fest überzeugt - mehr vom Evangelium Jesu verstanden, als die "Hochwürden"; die sich nicht so sehr darum kümmern, dafür aber darum, daß bei der Messe die einzelne Handbewegung der Liturgie stimmt.

Sofaklecks, solltest Du Dich über meine Worte wundern, ich bin ein großer Verehrer von Abbe Pierre, Dom Helder Camara, Ernesto Cardenal und von Madeleine Delbrel, die einmal sagte, ihre Klausur wäre die Strasse.

Gruß,Pit
sofaklecks hat geschrieben:Tja, die Herren Hochwürden.

Zu fein, sich mit dem Menschenschmutz abzugeben. Das sollen die Laien tun.

Zu überheblich, um sich die gesalbten Hände dreckig zu machen.

Sorgsam darauf bedacht, den Ruf des heiligen Standes zu wahren. Soll sich ja keiner der geweihten Kollegen unterstehen, sich in den Kleidern der Hirten zu zeigen, die den verirrten Schafen bis in den übelsten Dreck folgen, wohin man mit der Sonntagssoutane nicht hinunterklettern kann.
...
Da lob ich mir den kleinen Konvent, in den sich der Pater zurückziehen konnte, wenn er ausgebrannt war.
...
Und wenn der Satz von den geringsten Brüdern wahr ist, hat er seinem Heiland viel, sehr viel getan. Ganz sicher mehr als die, die hier sein Aussehen bemängeln, Beckmesser, die ihm das Wasser nicht reichen können.
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Christus hat keine Hände, nur unsere Hände,
...
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...
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Pit
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Beitrag von Pit »

Stimmt, Linus, viele Obdachlose, Junkies und Strassenkids in diesem Land haben mehr oder weniger miese Erfahrungen mit Geistlichen Herren gemacht. Wenn also ein Priester Sozialarbeit leistet, erst recht in der Straßenszene, sollte er ersteinmal Vertrauen aufbauen, langsam, aber eben auch im richtigen Moment, nicht zwingend sofort, deutlichmachen, daß er Priester ist. Wenn dann eine Vertrauensbasis besteht, dann kann er sogar in Soutane erscheinen.

Gruß,Pit
Linus hat geschrieben:
Kurt hat geschrieben:Irgendwie scheint ja die Soutane für sozial Schwache nicht zumutbar zu sein. Kann mir jemand erklären, warum?.
Aus dem gleichen Grund warum Anzug und Krawatte für Streetworker hinderlich sind. Soutane gilt eben als bürgerlich. (Die Frage, wie weit/ob ein Priester aber Sozialarbeiter sein soll/muß, ist aber dennoch diskutierenswert.
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Administrative Durchsage

Beitrag von Robert Ketelhohn »

Pit hat geschrieben:Stimmt, Linus, viele Obdachlose, Junkies und Strassenkids in diesem Land haben mehr oder weniger miese Erfahrungen mit Geistlichen Herren gemacht.
Du pinkelst der Kirche unablässig mit üblen Verleumdungen ans Bein, die du nie belegst und auch nicht belegen kannst.

Das ist so ungefähr die „Die-Kirche-ist-an-Auschwitz-schuld“-Masche.


Derlei wird hier ab sofort nicht mehr verbreitet werden können.
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Walter
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Beitrag von Walter »

Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Hinweis: Den von der Moderation erfundenen Strangtitel »Erwartungen
und Änderungswünsche von Konvertiten« habe ich in »Kirchenbilder« ge-
ändert, wenn’s denn schon nach Abtrennung aus dem andern Strang mit
meinem Beitrag losgehen soll.
Ein weiterer Hinweis für die Moderation: In diesem Strang geht doch eigentlich nicht um »Kirchenbilder«, sondern um »Priesterbilder«. :hmm:


PS: Oder gelten auch hier wieder die fsspxschen Gleichungen?
  1. Kirche = Priester
  2. Priester = Kirche
[/size][/color]
γενηθήτω το θέλημά σου·

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Pit
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Re: Kirchenbilder

Beitrag von Pit »

Da stimme ich Dir zu, aber es kommt darauf an, wo ein Priester tätig ist.
Es gibt unwarscheinlich tolle Seelsorger,. die in Priesterkleidung durch die Slums Manilas "gehen";soweit es bei dem Schmutz auf dem Boden möglich ist, und sie werden dort ernstzgenommen. Zum Einen, weil sie die Menschen dort ernstnehmen, zum Anderen, weil sie als einfache Priester herzlich wenig mit den oft korrupten "Kirchenfürsten" zu tun haben.
Andererseits kenne ich einen Kapuziner, der lange Jahre Sozialarbeit in Brennpunktvierteln von Frankfurt/Main leistete, und einmal sagte, er hätte den Habit so gut wie nie getragen, weil er sonst unter Umständen kurz darauf krankenhausreif geprügelt worden wäre.

Gruß, Pit
ieromonach hat geschrieben: ...
Trotzdem habe ich niemals meine Priesterkleidung ausgezogen (außerhalb des Ops.). ...Ein Priester ist und darf n iemal n u r für eine Gruppe von Menschen zur Verfügung stehen. Er ist Diener für Randgruppen und alle Anderen. Vielleicht verstehen wir uns auch falsch. + P. Theodoros
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ieromonach
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Das Scriptorum

Beitrag von ieromonach »

Meine o. g. Kritik an P. G. bezieht sich auf seine extrovertierte Darstellung. ---- Meine nächste Kapelle wird hier in Berlin direkt auf dem Hof eine Obdachlosenhauses sein. Da ich immer eine Soutane mit Kreuz trage und mit diesen Menschen Kontakt habe kann ich sagen: Noch nie hat sich jeand abgewandt oder mich angemacht. Gerade weil ich als Priester erkenntnlich bin haben die Männer einen Ansprechspartner.Ihr könnt euch vielleicht nicht vorstellen was es für diese Männer bedeutet mit einem Pater sprechen zu können. Gerade meine Kleidung schenkt ihnen Selbstwertgefühl. Aber die Kleidung ist für mich aber auch Schutz vor amicalen "Kumpeleien". Ohne Abstand bin ich Kumpel, doch dies wollen die Männer nicht sondern den Pater der sie ernst nimmt und sich aber auch. - +P.Theodoros
Zuletzt geändert von ieromonach am Montag 17. Dezember 2007, 10:17, insgesamt 2-mal geändert.

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Pit
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Re: Administrative Durchsage

Beitrag von Pit »

Hallo Robert,

ich schreibe nicht etwas, was ich nicht belegen kann, sonder, etwas, was ich von einem Kapuziner aus dem Frankfurter Raum, einer Münsteraner Clemensschwester udn mehreren Franziskanerinnen erzählt bekommen habe, die jeweils teilweise bis zu 3o Jahre lang Strassenhilfe im Drogen- und Obdachlosenmilieu geleistet haben. Und das diese Leute der Kirche nicht "ans Bein pinkeln" möchten, setze ich voraus.
Außerdem:
Ich kenne hier manche Obdachlosen seit mehr als 10 Jahren. Was die manches mal sagen, ist leider auch wahr.

Gruß, Pit
Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Pit hat geschrieben:Stimmt, Linus, viele Obdachlose, Junkies und Strassenkids in diesem Land haben mehr oder weniger miese Erfahrungen mit Geistlichen Herren gemacht.
Du pinkelst der Kirche unablässig mit üblen Verleumdungen ans Bein, die du nie belegst und auch nicht belegen kannst.

Das ist so ungefähr die „Die-Kirche-ist-an-Auschwitz-schuld“-Masche.


Derlei wird hier ab sofort nicht mehr verbreitet werden können.
carpe diem - Nutze den Tag !

Kurt
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Re: Das Scriptorum

Beitrag von Kurt »

ieromonach hat geschrieben:der sie ernst nimmt und sich aber auch.
Das ist das Entscheidende, und gilt für jeden Menschen.

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Pit
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Re: Administrative Durchsage

Beitrag von Pit »

Nachtrag:
Ich habe extra nicht geschrieben "alle", sondern "viele", weil es z.B. in Münster eine Clemensschwester gibt, die sehr lange in der Szene gearbeitet hat, weshalb die Kirchenleute - besonders Ordenschristen - bei den Obdachlosen hier sehr angesehen sind.

Gruß,Pit
Robert Ketelhohn hat geschrieben: ...
Du pinkelst der Kirche unablässig mit üblen Verleumdungen ans Bein, die du nie belegst und auch nicht belegen kannst.

Das ist so ungefähr die „Die-Kirche-ist-an-Auschwitz-schuld“-Masche.


Derlei wird hier ab sofort nicht mehr verbreitet werden können.
carpe diem - Nutze den Tag !

ieromonach
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Das Scriptorum

Beitrag von ieromonach »

Lieber Walter,
zum Bild der Kirche gehören Alle, Volk Gottes und Priester. Beide Teile der Kirche sind Kirche. Leider wird oft nur über Priester geredet und was sie falsch machen. Selten darüber was die Nichtpriester falsch machen. Das Kirchenbild ist auch immer ein Zustand darüber wie beide Teile der Kirche leben. Als Nichtpriester hat man Anspruch auf den Dienst des Priesters. Aber als Priester hab ich auch Anspruch auf Hilfe und Unterstützung der "Laien. Meine Aufgabe ist primär Verwalter der Sakramente zu sein und Liturg zu sein. In allen anderen Angelegenheiten wie Diakonie ist primär der Nichtpriester gefordert. + pth

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Walter
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Re: Das Scriptorum

Beitrag von Walter »

ieromonach hat geschrieben:Lieber Walter,
zum Bild der Kirche gehören Alle, Volk Gottes und Priester. Beide Teile der Kirche sind Kirche. Leider wird oft nur über Priester geredet und was sie falsch machen. Selten darüber was die Nichtpriester falsch machen. Das Kirchenbild ist auch immer ein Zustand darüber wie beide Teile der Kirche leben. Als Nichtpriester hat man Anspruch auf den Dienst des Priesters. Aber als Priester hab ich auch Anspruch auf Hilfe und Unterstützung der "Laien ...
:jump:

Lieber Vater Theodor,

das ist genau der Grund, warum ich meine, dass hier nicht darüber diskutiert wird, was der Titel verspricht. Hier wird bislang ausschließlich über die Selbst- bzw. Außendarstellung von einzelnen Priestern debattiert und überhaupt nicht nicht über das (oder wenigstens deren) Kirchenbild. Ums Volk geht's nur am Rande, eher noch ums Nicht-Kirchenvolk, um Gott schon gar nicht. Oder glaubt hier im Ernst jemand, der hier umstrittene Priester würde seinen coolen Schmuck und seine Rockerjacke in erster Linie zum Lobpreis Gottes tragen oder zur rechten Verwaltung der Sakramente?
:roll:
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Robert Ketelhohn
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Beitrag von Robert Ketelhohn »

Walter hat geschrieben:
Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Hinweis: Den von der Moderation erfundenen Strangtitel »Erwartungen
und Änderungswünsche von Konvertiten« habe ich in »Kirchenbilder« ge-
ändert, wenn’s denn schon nach Abtrennung aus dem andern Strang mit
meinem Beitrag losgehen soll.
Ein weiterer Hinweis für die Moderation: In diesem Strang geht doch eigentlich nicht um »Kirchenbilder«, sondern um »Priesterbilder«. :hmm:


PS: Oder gelten auch hier wieder die fsspxschen Gleichungen?
  1. Kirche = Priester
  2. Priester = Kirche
[/size][/color]
Die Bilder, auf welche ich anfangs hingewiesen hatte, stellten sowohl Priester als auch Laien dar. In der folgenden Diskussion ging es auch um beides. Wie ich erklärend nachgeschoben hatte, ging es mir aber im Kern nicht um Personen, sondern zunächst um gegensätzliche Ekklesiologien.

Die spiegeln sich dann natürlich auch in den Vorstellungen vom Priester und auch vom Laien wider. In sofern ist es natürlich und legitim, dies hier einzubeziehen, wenngleich nicht jeder diesbezügliche Versuch hilfreich war.

Ich erinnere aber doch sicherheitshalber daran, daß ich die unterschiedlichen Ekklesiologien, die ich ansprach, zunächst nur an formalen Kriterien festgemacht hatte. Wenn dies von allen verstanden wurde, wäre meine nächste Frage: Wo liegen die inhaltlichen Unterschiede? Und bilden die Vertreter beider Anschauungen tatsächlich noch eine Kirche? Oder ist die Gemeinschaft eigentlich schon gebrochen? Falls ja, wo?
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Linus
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Beitrag von Linus »

Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Linus hat geschrieben:
Kurt hat geschrieben:Irgendwie scheint ja die Soutane für sozial Schwache nicht zumutbar zu sein. Kann mir jemand erklären, warum?.
Aus dem gleichen Grund warum Anzug und Krawatte für Streetworker hinderlich sind. Soutane gilt eben als bürgerlich. (Die Frage, wie weit/ob ein Priester aber Sozialarbeiter sein soll/muß, ist aber dennoch diskutierenswert.

Hä? In welcher Welt lebst du???
Weshalb? Oder kennst du Streetworker die in Anzug und Krawatte zur Arbeit ausrücken? :hmm:
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Robert Ketelhohn
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Beitrag von Robert Ketelhohn »

Ich meinte die „bürgerliche“ Soutane.
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Linus
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Beitrag von Linus »

Robert Ketelhohn hat geschrieben:Ich meinte die „bürgerliche“ Soutane.
:hmm:

jetzt steh ich aufm Schlauch. Normale Arbeitskleidung ist ja Anzug und Krawatte.... und die (Weltpriester-) Soutane wirkt auch normal, bürgerlich, bieder. Bei Ordenshabiten ist das idR anders. Allein, daß die tatsächlich meist sackartige Schnittmuster haben und nicht figurschmeichlerisch tailliert bzw, wattiert sind. (und dann noch die Seidenapplikationen (Zingulum, Knopfloch, Knöpfe) das ich doch eher geckenhaft. Bei manchen Priestern hat man schon den eindruck, sie wollen mit der Soutane "auf Aufriß gehen" :/
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cantus planus
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Beitrag von cantus planus »

Linus hat geschrieben:Normale Arbeitskleidung ist ja Anzug und Krawatte.... und die (Weltpriester-) Soutane wirkt auch normal, bürgerlich, bieder.
Robert wollte wohl folgendes Andeuten: Anzug und Krawatte sieht man als "normale" Arbeitskleidung heute nur noch bei Banken und Versicherungen, und selbst dort nicht mehr immer. Ich müsste mal eben zurückdenken, wann mit im normalen Alltag die letzte Krawatte untergekommen ist... :hmm:

Und Soutane hat in meinen Augen nichts bürgerliches, sonder gilt für viele Zeitgenossen eher als Ausdruck einer römischen, und damit "stockkonservativen" Grundhaltung.

Man darf nicht vergessen, dass der Eintritt ins Priesterseminar oder in eine Ordensgemeinschaft in unserer säkularisierten Welt heute eher als sozialer Abstieg aufgefasst wird.

Um es am Schluss deutlich zu sagen: das ist nicht meine Meinung, sondern jene, mit der man in der Öffentlichkeit konfrontiert wird. Ich habe gar nichts gegen Priester in Soutane, bzw. wenigstens mit Kolar. Auch freue ich mich immer, wenn ich auf der Straße Ordensleute im Habit treffe.

Merke: Die Westkirchen lehren, dass der Habit allein keinen Mönch macht. Die Ostkirchen weisen aber sehr richtig darauf hin, dass der Habit den Mönch formt. Ein klarer Fall praktizierter und unproblematischer Ökumene! :mrgreen:
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