Natürlich ist es reine Hypothese. Die Handkommunion gibt es an vielen Orten in der alten Form schon jetzt (ihre rechtliche Zulässigkeit ist durchaus umstritten) und was ist das Wesen des Alten Ritus? Ich bin der Meinung, das Wesen des alten und des neuen ist dasselbe.ad_hoc hat geschrieben:Dass die neuen Priester ebenso mit dem Alten Ritus verfahren würden, wie man dies aus dem Neuen Ritus kennt, ist reine Hypothese, für die es keinerlei Grundlagen gibt. Es gäbe u. a. weder Messdienerinnen noch gäbe es die Handkommunion, einfach deshalb nicht, weil dies nicht dem Wesen des Alten Ritus entspricht.
Messopfer im NOM?
-
Paul Heliosch
- Beiträge: 1615
- Registriert: Samstag 15. Dezember 2007, 11:52
So angenehm?Paul Heliosch hat geschrieben:Danke.iustus hat geschrieben:Ich würde als Titel wählen:Paul Heliosch hat geschrieben:@anneke und @iustus:
Wie sollte der neue Untertitel zu dem Bild rechts Eurer Meinung nach lauten?
Feierliches Hochamt in der außerordentlichen Form
und
"Tischmesse" (in der "unordentlichen" Form)
...
Ich werde es demnächst wunschgemäss ändern.

-
Paul Heliosch
- Beiträge: 1615
- Registriert: Samstag 15. Dezember 2007, 11:52
-
Paul Heliosch
- Beiträge: 1615
- Registriert: Samstag 15. Dezember 2007, 11:52
Richtig. Das lag daran, dass er nur von gehorsamen Priestern gefeiert wurde. Die ungehorsamen haben stets den neuen genommen und verunstaltet.ad_hoc hat geschrieben:Der Alte Ritus wurde, da er praktisch als verboten gehandhabt wurde, konserviert, für etwa vierzig Jahre.
Wir sehen es jetzt an den Priestern, die auf Geheiß des Bischofs die außerordentliche Form zelebrieren, für Gläubige die es wünschen. Originalzitate:
- "Die Gebete zur Kerzenweihe an Lichtmess sind so schön, die bete ich heute auf deutsch."
- "Wettersegen zusätzlich nach dem Schlussevangelium? Welch überflüssige Verdopplung! Ich spende den Wettersegen an der Stelle des Schlussegens."
Ich brauche nicht zu erwähnen, dass diese Priester in keiner Weise gegen die Handkommunion in der alten Form vorgehen und diese mehrfach genommen wird.
Aufgrund dieses Verhaltens bin ich fest davon überzeugt, dass ohne die neue Form die alte zerstört worden wäre. Der liebe Gott schreibt auch auf krummen Zeilen gerade.
Eine Bemerkung sei noch erlaubt:
Die Unkorrektheiten, die nunmehr auch im Alten Ritus auftreten (siehe z. B. Handkommunion und sonstige willkürliche Änderungen) können nur deshalb auftreten, weil einige der im Neuen Ritus geschulten Priester eben den Charakter des Alten Ritus aufgrund der Prioritätenverlagerung in den Seminaren noch nicht umfassend erkannt haben und sie vor allem die mittlerweile im Neuen Ritus nahezu durchgängig üblichen Selbstgestaltungsmaßnahmen in den Alten Ritus unerlaubterweise übertragen.
Wobei ich durchaus der Meinung des R. K. bin, dass bestimmte in Latein gelesene Texte der Überlegung wert sind, möglicherweise in der jeweiligen Landessprache gelesen zu werden. Das darf aber nicht die Entscheidung des jeweiligen Priesters oder Bischofs sein.
Gruß, ad_hoc
Die Unkorrektheiten, die nunmehr auch im Alten Ritus auftreten (siehe z. B. Handkommunion und sonstige willkürliche Änderungen) können nur deshalb auftreten, weil einige der im Neuen Ritus geschulten Priester eben den Charakter des Alten Ritus aufgrund der Prioritätenverlagerung in den Seminaren noch nicht umfassend erkannt haben und sie vor allem die mittlerweile im Neuen Ritus nahezu durchgängig üblichen Selbstgestaltungsmaßnahmen in den Alten Ritus unerlaubterweise übertragen.
Wobei ich durchaus der Meinung des R. K. bin, dass bestimmte in Latein gelesene Texte der Überlegung wert sind, möglicherweise in der jeweiligen Landessprache gelesen zu werden. Das darf aber nicht die Entscheidung des jeweiligen Priesters oder Bischofs sein.
Gruß, ad_hoc
quidquid cognoscitur, ad modum cognoscentis cognoscitur (n. Thomas v. Aquin)
- Sebastian
- Beiträge: 1537
- Registriert: Sonntag 20. August 2006, 11:23
- Wohnort: Frag den Igel
- Kontaktdaten:
Irgendwie macht der rechts vom "Zelebranten" sitzende auf mich einen leicht beschämten Eindruck, als ob ihm das peinlich wäre ...
und der daneben hat einen Gesichtsausdruck der mir so vorkommt, als wolle er sagen: "Oh nein, mach bitte kein Foto!"
und der daneben hat einen Gesichtsausdruck der mir so vorkommt, als wolle er sagen: "Oh nein, mach bitte kein Foto!"
"Selig sind die, die nicht gesehen und doch geglaubt haben" (Joh. 20,31)
Hier werden 62 Gründe genannt, die traditionelle Katholiken gegen den NOM vorbringen. Was haltet Ihr davon und trifft das zu?
Es wird der Vorwurf erhoben, der NOM-Ritus sei (halb-)protestantisch. Er hat mit Sicherheit an der Einen und Anderen Stellen das reformatorische Annliegen berücksichtigt (Verwendung der Volkssprache, lautes Sprechen der Konsekrationsworte, Hervorhebung der „Danksagung“ bzw. Eucharistie etc...), wenn man ihn aber mit einer protestantischen Abendmahlsliturgie (ev.-luth. Abendmahlsgottesdienst Form A ohne Epiklese, Akklamation und Anamnese) vergleicht, wird aber schnell deutlich, dass er immer noch katholisch ist.
Es wird der Vorwurf erhoben, der NOM-Ritus sei (halb-)protestantisch. Er hat mit Sicherheit an der Einen und Anderen Stellen das reformatorische Annliegen berücksichtigt (Verwendung der Volkssprache, lautes Sprechen der Konsekrationsworte, Hervorhebung der „Danksagung“ bzw. Eucharistie etc...), wenn man ihn aber mit einer protestantischen Abendmahlsliturgie (ev.-luth. Abendmahlsgottesdienst Form A ohne Epiklese, Akklamation und Anamnese) vergleicht, wird aber schnell deutlich, dass er immer noch katholisch ist.
-
Paul Heliosch
- Beiträge: 1615
- Registriert: Samstag 15. Dezember 2007, 11:52
(...der Ordnung halber erlaube ich mir zu ergänzen, daß der englische Originaltext einer vom St. Thomas Aquinas Seminary in Ridgefield USA herausgegebenen Informationsbroschüre entnommen ist.)Marcus hat geschrieben:Hier werden 62 Gründe genannt, ....
-
Paul Heliosch
- Beiträge: 1615
- Registriert: Samstag 15. Dezember 2007, 11:52
( ...ne...: der Sonnenbrillenträger interessiert sich in professioneller Quasihändefalttechnik für die Mineralwassermarke und der Kollega - ganz lässig, mit aufgestütztem Ellenbogen - für die Blondine, die gerade die Aufnahme macht... einzig der Zelebrant müht sich um den Eindruck, etwas verstanden zu haben... )Sebastian hat geschrieben:Irgendwie macht der rechts vom "Zelebranten" sitzende auf mich einen leicht beschämten Eindruck, ...
-
Asperges1976
- Beiträge: 203
- Registriert: Freitag 16. März 2007, 14:13
- Wohnort: Bistum Trier
Das Bild ist fast so ähnlich wie eines, dass heute in meiner Heimatzeitung abgebildet war. Da feierte die Gemeinde eine Waldmesse und der Pfarrer stand am Tisch in zivil. In der Zeitung war vorher bei der Ankündigung zu lesen, dass nur bei schlechtem Wetter die Messe in der Kirche stattfindet. Die Messe wurde durch einen Liturgiekreis (was immer das ist) vorbereitet.
Auch fiel in der gleichen Pfarrei letztens eine Messe aus, weil als Ersatz eine Jazz-Veranstaltung in der Kirche stattfand.
Eine Messe dirch sowas zu ersetzen, lässt doch nur den Schluss zu, dass die meisten den Opfercharakter mittlerweile leugnen.
In manchen Pfarreien spüre ich leider bis heute keine Rückbesinnung, eher noch eine Verschlimmerung - heul -
Auch fiel in der gleichen Pfarrei letztens eine Messe aus, weil als Ersatz eine Jazz-Veranstaltung in der Kirche stattfand.
Eine Messe dirch sowas zu ersetzen, lässt doch nur den Schluss zu, dass die meisten den Opfercharakter mittlerweile leugnen.
In manchen Pfarreien spüre ich leider bis heute keine Rückbesinnung, eher noch eine Verschlimmerung - heul -
-
Asperges1976
- Beiträge: 203
- Registriert: Freitag 16. März 2007, 14:13
- Wohnort: Bistum Trier
http://www.kirchengemeinde-maria-himmel ... Itemid=166
Hier mal der Link zur Beschreibung des Waldgottesdienstes.
Alleine die Begründung - na ja...
Fehlt nur noch die Beschwörung der Waldgeister...
Von Opfer keine Rede - aber von Gemeinschaft - als wäre die Messe nur eine Vereinsveranstaltung - grummel
Hier mal der Link zur Beschreibung des Waldgottesdienstes.
Alleine die Begründung - na ja...
Fehlt nur noch die Beschwörung der Waldgeister...
Von Opfer keine Rede - aber von Gemeinschaft - als wäre die Messe nur eine Vereinsveranstaltung - grummel
- Sebastian
- Beiträge: 1537
- Registriert: Sonntag 20. August 2006, 11:23
- Wohnort: Frag den Igel
- Kontaktdaten:
Ich hätte da mal ne' Frage zum Novus Ordo: In der Orthodoxen Kirche ist es ja Vorschrift die Heilige Kommunion auf nüchternem Magen zu empfangen. Das heisst, dass ab 24.00 Uhr des Vortages der Göttlichen Liturgie bis zum Empfang keine Nahrung mehr zu sich genommen wird. Irgendwo meinte ich mal gelesen zu haben, dass es bei röm. Katholiken vor Einführung des NOM Rituses ähnlich praktiziert wurde (natürlich mit vorherigem Fasten / Fleischverzicht). Später soll es herabgemindert worden sein auf 1 Stunde Nahrungsenthaltung vor der Messe und Fasten naja .... Ist diese (schleichende ?) Änderung tatsächlich auch auf den NOM zurückzuführen ?
"Selig sind die, die nicht gesehen und doch geglaubt haben" (Joh. 20,31)
-
Raimund J.
- Beiträge: 6092
- Registriert: Dienstag 3. April 2007, 09:33
http://www.stjosef.at/morallexikon/eucharis.htm
bietet eine ausführliche Abhandlung des Nüchternheitsgebotes:
Die Lockerungen wurden also bereits lange vor dem Konzil schrittweise vorgenommen.
bietet eine ausführliche Abhandlung des Nüchternheitsgebotes:
Das Motu Proprio "Sacram communionem" von Papst Pius hat 1957 die Fristen wie folgt konkretisiert: drei Stunden bezüglich fester Speise und alkoholischer Getränke, eine Stunde bezüglich nicht-alkoholischer Getränke.Aus Ehrfurcht vor dem Heiligsten Sakrament u. zur Förderung der Frömmigkeit u. der Geistesfreiheit (vgl. Ap. Konst. "Christus Dominus", AAS 1953,16) wurde zuerst durch Partikulargesetze u. Gewohnheit (vgl. Augustinus Ep. 54,6, PL 33,203) u. schließl. durch allg. Kirchengesetz (vgl. Benedikt XIV., De Syn. Dioec. VI 8,10) den Gläubigen vorgeschrieben, vor dem Kommunionempfang (vor der Zelebration) ab Mitternacht nüchtern zu sein, d.h. sich vollständig von Speise u. Trank zu enthalten (CICc. 858 § 1; c. 808). Ausnahmen wurden nur den bettlägrigen Kranken in gewissem Ausmaß (c. 858 § 2) u. denen, die in Todesgefahr die Wegzehrung empfangen wollten od. nur durch den Genuß der E. ihre Verunehrung verhindern konnten (c. 864 § 3), gesetzl. zugestanden; aus triftigen Gründen wurden überdies Dispensen vom Nüchternheitsgebot gewährt (vgl. c. 247 § 5). Während des Zweiten Weltkrieges erhielten Militärgeistliche u. Ortsordinarien vielfach weitergehende Dispensvollmachten. die z.T. auch nach dem Krieg bestehen blieben. Eine einheitl. Neuregelung für die gesamte Kirche wurde durch die Apost. Konstitution "Christus Dominus" vom 6.1.1953 (AAS 1953, 15-24; dazugehörige Instr. des Hl. Off. ebd. 47-51) u. nochmals durch Motu proprio "Sacram communionem" vom 19.3.1957 (AAS 1957,177) getroffen. In letzterem wurde der Wunsch ausgesprochen, daß Priester u. Gläubige, die es leisten können, weiterhin die altehrwürdige Form der eucharist. Nüchternheit vor der Messe od. der hl. Kommunion halten mögen (Rat); die eigentl. Verpflichtung (Gebot) aber wurde eingeschränkt; wer die Erleichterung benützt, soll dafür ein um so leuchtenderes Beispiel christl. Lebens (vor allem durch Werke der Buße u. der Nächstenliebe) geben. Paul VI. hat schließl. bestimmt, daß zelebrierende Priester u. kommunizierende Gläubige verpflichtet sind, sich durch eine Stunde vor der Kommunion von Speise u. Trank zu enthalten (verkündet am 21.11.1964, AAS 1965,186). Wasser bricht die Nüchternheit nicht (Sacr. com. 2). Kranke dürfen nichtalkoholische Getränke u. eigentl. (feste od. flüssige) Medizinen vor der Kommunion ohne zeitl. Einschränkung zu sich nehmen (Sacr. com. 4; für die binierenden od. trinierenden Priester hat Paul VI. den Ortsordinarien weitere Vollmachten gegeben, "Pastorale munus", 30.11.1963, I 3). Selbst die jetzt auferlegte kurze Nüchternheitsfrist müßte nicht eingehalten werden, wenn ein nichtnüchterner Priester das Meßopfer vollenden soll (er erinnert sich erst nach der Konsekration daran, daß er nicht nüchtern ist; er tritt an die Stelle eines Priesters, der die Messe nach der Konsekration nicht fortsetzen kann); wenn der nichtnüchterne Priester (Gläubige) durch Unterlassung der Zelebration (Kommunion) schweres Ärgernis erregen würde; wenn die sofortige Zelebration eines nichtnüchternen Priesters zur Bereitung der Wegzehrung für den Gläubigen in Todesgefahr notwendig ist.
Die Lockerungen wurden also bereits lange vor dem Konzil schrittweise vorgenommen.
Der Herr ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln.
Nec laudibus, nec timore
Nec laudibus, nec timore
Jetzt komm ich mal dazu hier was zu schreiben.
In meinem Schott, MR 1936, herausgegeben von der Benediktinerabtei Beuron, erschienen im Herder Verlag Freiburg steht als Erläuterung zur Wandlung:
Der Vorwurf der FSSPX lautet nun, durch die Reform wird zumindest versucht, diesen Opfergedanken zurückzudrängen. Dieses Zurückdrängen ist unmoralisch und unheilvoll, daher sei der NOM zu meiden. Dieser Vorwurf ist nicht leicht zu entkräften. Aber es ist eben nur ein Vorwurf.
Die andere Seite ist, daß keinerlei Notwendigkeit zur Reform bestand, allenfalls zu einer neuen Verinnerlichung der Hl. Messe. Genau dieses Ziel hat die Liturgiereform konterkariert. Sie hat der Beliebigkeit Tür und Tor geöffnet und so ziemlich jedes Bewußtsein für die Liturgie zerstört. Dies folgt aber mE nach nicht zwingend aus den Rubriken und Texten des neuen Missale sondern aus dem Faktum der Wandelbarkeit selbst. Wenn man den Altarraum als Zentrum der Messe, als Heiligtum binnen kurzer Zeit radikal umgestalten kann, dann lässt sich wohl folgern, daß man Dinge wie ein Heiligtum und damit die Idee der Heiligkeit an sich, kritisch sehen müsse.
Was die Stärke der alten Liturgie angeht, so besteht sie vor allem darin, daß es ihr gelingt, vom Stufengebet zum Heiligsten der Wandlung hinzuführen. In der neuen Liturgie ist zumindest bei mir schon zumeist der Ofen aus, wenn der Priester gezwungen langweilige Begrüßungsworte in die Runde wirft.
Kurz gesagt, in der alten Messe (wie auch in der byzant. Liturgie usw.) erhält das Messopfer ein Heiligtum, die neue Liturgie stellt den misslungenen Versuch der Verständlichmachung dessen, was man nicht verstehen kann, dar.
PS: Gewiss ist es unredlich, die "Tischliturgie" als den Standard des NOM darzustellen, aber fast jeder Nommie hat sie schon erlebt (ich auch In meinem Schott, MR 1936, herausgegeben von der Benediktinerabtei Beuron, erschienen im Herder Verlag Freiburg steht als Erläuterung zur Wandlung:
Somit ist zunächst eines klar. Eine gültige Wandlung setzt das Opfer Christi erneut gegenwärtig. Eine gültige Wandlung setzt die korrekte Form der Wandlungsworte, eine korrekte Materie und die richtige Intention voraus. Dies ist im NOM theoretisch und meistens auch praktisch gegeben. Daher besuche ich den NOM, falls keine Alternative aber gleichzeitig Feiertagsgebot besteht.Der Schott hat geschrieben:In der Doppelwandlung vollzieht sich das heilige Opfer: der verklärte Christus wird unter den Gestalten von Brot und Wein gegenwärtig als unsere Opfergabe und unser Opferpriester. Die getrennten Gestalten deuten hin auf das blutige Sterben am Kreuze.
Der Vorwurf der FSSPX lautet nun, durch die Reform wird zumindest versucht, diesen Opfergedanken zurückzudrängen. Dieses Zurückdrängen ist unmoralisch und unheilvoll, daher sei der NOM zu meiden. Dieser Vorwurf ist nicht leicht zu entkräften. Aber es ist eben nur ein Vorwurf.
Die andere Seite ist, daß keinerlei Notwendigkeit zur Reform bestand, allenfalls zu einer neuen Verinnerlichung der Hl. Messe. Genau dieses Ziel hat die Liturgiereform konterkariert. Sie hat der Beliebigkeit Tür und Tor geöffnet und so ziemlich jedes Bewußtsein für die Liturgie zerstört. Dies folgt aber mE nach nicht zwingend aus den Rubriken und Texten des neuen Missale sondern aus dem Faktum der Wandelbarkeit selbst. Wenn man den Altarraum als Zentrum der Messe, als Heiligtum binnen kurzer Zeit radikal umgestalten kann, dann lässt sich wohl folgern, daß man Dinge wie ein Heiligtum und damit die Idee der Heiligkeit an sich, kritisch sehen müsse.
Was die Stärke der alten Liturgie angeht, so besteht sie vor allem darin, daß es ihr gelingt, vom Stufengebet zum Heiligsten der Wandlung hinzuführen. In der neuen Liturgie ist zumindest bei mir schon zumeist der Ofen aus, wenn der Priester gezwungen langweilige Begrüßungsworte in die Runde wirft.
Kurz gesagt, in der alten Messe (wie auch in der byzant. Liturgie usw.) erhält das Messopfer ein Heiligtum, die neue Liturgie stellt den misslungenen Versuch der Verständlichmachung dessen, was man nicht verstehen kann, dar.
- Robert Ketelhohn
- Beiträge: 26022
- Registriert: Donnerstag 2. Oktober 2003, 09:26
- Wohnort: Velten in der Mark
- Kontaktdaten:
http://books.google.de/books?id=QatBJTmlV…Marcus hat geschrieben:Feiert eigentlich auch die Orthodoxie Messopfer im röm.-kath. Sinne oder bestehen da Unterschiede im Verständnis?
http://www.orthodoxfrat.de/s2a.htm#EUCH
http://sundoc.bibliothek.uni-halle.de/diss-onl…
Propter Sion non tacebo, | ſed ruinas Romę flebo, | quouſque juſtitia
rurſus nobis oriatur | et ut lampas accendatur | juſtus in eccleſia.
rurſus nobis oriatur | et ut lampas accendatur | juſtus in eccleſia.
Danke Robert für die Links.
Ich bin eigentlich von einer Vergegenwärtigung des Kreuzopfers bzw. von einer Vergegenwärtigung des geschlachteten Lammes und einer Wiederholung des Darbringungsaktes ausgegangen. Dann müsste es aber eigentlich doch eher heißen:
Edit: Die Orthodoxie lehrt eine Vergegenwärtigung von Opfer, Kreuz und Heil (siehe Predigt unten)
Wenn man das so isoliert und unkommentiert dastehen lassen oder gar in einem evangelikalen Bibelforum als röm.-kath. Messopferlehre präsentieren würde, wüsste ich schon, wie sich die Diskussion entwickelt.Bei jeder Liturgie wird nicht nur das Abendmahl, sondern auch das Opfer Christi auf Golgatha neu dargebracht:
»Der König der Könige und der Herr der Herren wird geschlachtet und den Gläubigen als Speise dargeboten« - so in der Liturgie des Karsamstags.
Quelle: http://www.orthodoxfrat.de/s2a.htm#EUCH
Ich bin eigentlich von einer Vergegenwärtigung des Kreuzopfers bzw. von einer Vergegenwärtigung des geschlachteten Lammes und einer Wiederholung des Darbringungsaktes ausgegangen. Dann müsste es aber eigentlich doch eher heißen:
Ich bin etwas irritiert und frage daher lieber nochmals nach.Bei jeder Liturgie wird nicht nur das Abendmahl, sondern auch das Opfer Christi auf Golgatha vergegenwärtigt:
»Der König der Könige und der Herr der Herren wurde geschlachtet und das geschlachtete Lamm den Gläubigen als Speise dargeboten«
Edit: Die Orthodoxie lehrt eine Vergegenwärtigung von Opfer, Kreuz und Heil (siehe Predigt unten)
So ist es auch richtig.Bei jeder Liturgie wird nicht nur das Abendmahl, sondern auch das Opfer Christi auf Golgatha vergegenwärtigt:
»Der König der Könige und der Herr der Herren wurde geschlachtet und das geschlachtete Lamm den Gläubigen als Speise dargeboten«
Gruß, ad_hoc
quidquid cognoscitur, ad modum cognoscentis cognoscitur (n. Thomas v. Aquin)
ad_hoc hat geschrieben:So ist es auch richtig.Bei jeder Liturgie wird nicht nur das Abendmahl, sondern auch das Opfer Christi auf Golgatha vergegenwärtigt:
»Der König der Könige und der Herr der Herren wurde geschlachtet und das geschlachtete Lamm den Gläubigen als Speise dargeboten«
Gruß, ad_hoc
Man sollte aber hier noch etwas ergänzen. Die erneute Gegenwärtigsetzung des einen Opfers in jeder Liturgie, führt dazu, daß erneut auch die Früchte des Sühneopfers zugewendet werden. Das geschieht vor allem in der Intention, mit der die Hl. Messe zelebriert wird. Man kann also zusammenfassend sagen, daß jede erneute Gegenwärtigsetzung des einen Opfers eine eigene Wirkung hat.
So isoliert zitiert wäre der Satz ketzerisch, da es nur ein (!) Opfer auf Golgatha gab.Marcus hat geschrieben: ...Wenn man das so isoliert und unkommentiert dastehen lassen oder gar in einem evangelikalen Bibelforum als röm.-kath. Messopferlehre präsentieren würde, wüsste ich schon, wie sich die Diskussion entwickelt.Bei jeder Liturgie wird nicht nur das Abendmahl, sondern auch das Opfer Christi auf Golgatha neu dargebracht:
»Der König der Könige und der Herr der Herren wird geschlachtet und den Gläubigen als Speise dargeboten« - so in der Liturgie des Karsamstags.
Quelle: http://www.orthodoxfrat.de/s2a.htm#EUCH
...
Gruß,Pit
carpe diem - Nutze den Tag !
Wie funktioniert das genau? Der Priester bringt in persona Christi das zuvor nach der Konsekration vergegenwärtigte geschlachtete Lamm Gott als makelloses Opfer dar und bittet Ihn darum, dass Er dieses Opfer annehme zum Heil der Welt, zur Vergebung der Sünden für die Lebenden und Verstorbenen sowie zum Nachlass zeitlicher Strafen im Fegefeuer. D. h. nach der Annahme des Opfers treten diese Wirkungen ein? Wie partizipiert man jetzt z. B. als Lebender daran? Durch die Teilnahme an der Messe, durch den Empfang der Kommunion...? Nach meinem Kenntnisstand bewirkt der würdige Kommunionsempfang nur den Nachlass von lässlichen Sünden. Nehmen wir mal an, es würde kein Messopfer mehr gefeiert. Würde sich das auch auf die Gültigkeit anderer Sakramente auswirken, die Sündenvergebung bewirken?ar26 hat geschrieben:Man sollte aber hier noch etwas ergänzen. Die erneute Gegenwärtigsetzung des einen Opfers in jeder Liturgie, führt dazu, daß erneut auch die Früchte des Sühneopfers zugewendet werden. Das geschieht vor allem in der Intention, mit der die Hl. Messe zelebriert wird. Man kann also zusammenfassend sagen, daß jede erneute Gegenwärtigsetzung des einen Opfers eine eigene Wirkung hat.
Bischof Hilarion, Jahrgang 66, weiß, dass der Satz selbst so isoliert relativ betrachtet werden kann.Pit hat geschrieben:So isoliert zitiert wäre der Satz ketzerisch, da es nur ein (!) Opfer auf Golgatha gab.Marcus hat geschrieben: ...Wenn man das so isoliert und unkommentiert dastehen lassen oder gar in einem evangelikalen Bibelforum als röm.-kath. Messopferlehre präsentieren würde, wüsste ich schon, wie sich die Diskussion entwickelt.Bei jeder Liturgie wird nicht nur das Abendmahl, sondern auch das Opfer Christi auf Golgatha neu dargebracht:
»Der König der Könige und der Herr der Herren wird geschlachtet und den Gläubigen als Speise dargeboten« - so in der Liturgie des Karsamstags.
Quelle: http://www.orthodoxfrat.de/s2a.htm#EUCH
...
Gruß,Pit
(Restl. Beitrag nach Beanstandung zensiert. cp, Mod.)
Zunächst möchte ich anheim stellen, daß ich als einfacher, formal nicht theologisch gebildeter Katholik schreibe. Wer es besser weiß, nur zu.Marcus hat geschrieben: Wie funktioniert das genau? Der Priester bringt in persona Christi das zuvor nach der Konsekration vergegenwärtigte geschlachtete Lamm Gott als makelloses Opfer dar und bittet Ihn darum, dass Er dieses Opfer annehme zum Heil der Welt, zur Vergebung der Sünden für die Lebenden und Verstorbenen sowie zum Nachlass zeitlicher Strafen im Fegefeuer. D. h. nach der Annahme des Opfers treten diese Wirkungen ein? Wie partizipiert man jetzt z. B. als Lebender daran? Durch die Teilnahme an der Messe, durch den Empfang der Kommunion...? Nach meinem Kenntnisstand bewirkt der würdige Kommunionsempfang nur den Nachlass von lässlichen Sünden. Nehmen wir mal an, es würde kein Messopfer mehr gefeiert. Würde sich das auch auf die Gültigkeit anderer Sakramente auswirken, die Sündenvergebung bewirken?
Vielleicht wäre es von Vorteil, wenn Du Dir einmal in einem alten Schott den Kanon der Messe vollständig anschaust. Dort sind viele Punkte explizit genannt. Dort betet der Priester explizit auch, daß das Opfer für die Umstehenden dargebracht wird. Natürlich partizipiert man durch gläubige Anwesenheit an der Messfeier auch an deren Früchten, ein Gang zur Kommunion ist für die Zuwendung der Messgnade nicht zwingend notwendig. Früher gingen die Menschen sehr selten zur Kommunion. Die Kommunion hilft vor allem auch die Beichtgnade zu erhalten.
Zur letzten Frage fällt mir nur ein: Wie soll ein Priester eine korrekte Intention hinsichtlich der anderen Sakramente haben, wenn er kein Messopfer mehr feiert? Auf Dauer lässt sich das schwer vorstellen.
