Warum hat Gott die Welt erschaffen?
Verfasst: Freitag 20. November 2009, 14:12
Wissen wir etwas darüber, hat ER uns darüber etwas verraten?
Der katholische Treffpunkt im Internet.
https://www.kreuzgang.org/
Das wird er sich selber vermutlich auch manchmal fragen, wenn er uns hier so zuschaut ...Marion hat geschrieben:Warum hat Gott die Welt erschaffen?
Wie heisst es so treffend:pierre10 hat geschrieben:Wenn er gewusst hätte, was daraus wird, was der Mensch, seine Schöpfung daraus macht.............?
Pierre
Hast du ne Meinung dazu?Nassos hat geschrieben:Hallo Marion,
fragst Du nach unserer eigenen Meinung oder ist hierzu etwas offenbart?
Gruß,
Nassos
Pit hat geschrieben:Wie heisst es so treffend:pierre10 hat geschrieben:Wenn er gewusst hätte, was daraus wird, was der Mensch, seine Schöpfung daraus macht.............?
Pierre
Hat Gott Humor?
Ja, hätte er sonst den Menschen erschaffen?
Lieber Overcott, grundsätzlich meinen Dank für Deine Worte, die ich immer gerne lese, sie meist auch verstehe. Heute finde ich Dich ausgesprochen gut, auch wenn ich die Schöpfung, wenn es sie denn gab, nicht so idealistisch sehe. Mensch (ein angeblich wesentlicher Teil der Schöpfung) zerstört mehr als er denn aufbaut.overkott hat geschrieben:Gott ist Logos und Liebe. Prinzip und Zweck von Erschaffung und Erschöpfung ist Gott selbst. Der hl. Augustinus hat es auf den Punkt gebracht: Fecisti nos ad te et inquietum est cor nostrum, donec requiescat in te.
Die Erschaffung ist also ein kommunikativer Prozess zwischen Vater und Sohn im Hl. Geist: Hervorgebrachtes Wort, wahrgewordenes Wort, gehauchtes Wort.
Gott hat sich also seinem Wesen als Logos und Liebe entsprechend in der Schöpfung ausgesprochen, verwirklicht und offenbart.
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Lieber Perre, ich glaube, dass uns viel verbindet und sich unsere Unterschiede ergänzen. Viele Gedanken hab ich Bonaventura entnommen und weitergedacht. Er empfiehlt Mäßigkeit. Und daher sehe ich die Schöpfung mit guten Gründen nicht nur idealistisch. Aber wo der Mensch unsensibel für die Schöpfung ist, hat das wohl auch was mit seinem Geist zu tun.pierre10 hat geschrieben:Lieber Overcott, grundsätzlich meinen Dank für Deine Worte, die ich immer gerne lese, sie meist auch verstehe. Heute finde ich Dich ausgesprochen gut, auch wenn ich die Schöpfung, wenn es sie denn gab, nicht so idealistisch sehe. Mensch (ein angeblich wesentlicher Teil der Schöpfung) zerstört mehr als er denn aufbaut.overkott hat geschrieben:Gott ist Logos und Liebe. Prinzip und Zweck von Erschaffung und Erschöpfung ist Gott selbst. Der hl. Augustinus hat es auf den Punkt gebracht: Fecisti nos ad te et inquietum est cor nostrum, donec requiescat in te.
Die Erschaffung ist also ein kommunikativer Prozess zwischen Vater und Sohn im Hl. Geist: Hervorgebrachtes Wort, wahrgewordenes Wort, gehauchtes Wort.
Gott hat sich also seinem Wesen als Logos und Liebe entsprechend in der Schöpfung ausgesprochen, verwirklicht und offenbart.
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Pierre
Christ86 hat geschrieben:Hiess es in der Tradition nicht, dass die Welt geschaffen wurde, damit Gottes Herrlichkeit für alle Zeit gepriesen werde?
Entspricht es schlicht und einfach Gottes Liebe, die Welt zu erschaffen? Das ist der einzige Ansatzpunkt, den ich gerade sehe.Nassos hat geschrieben:Und in der Schöpfung steckte bestimmt unermessliche Liebe.
Messbuch von 1975, Präfation für Wochentage 4 hat geschrieben:In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, allmächtiger Vater,
zu danken und deine Größe zu preisen.
Du bedarfst nicht unseres Lobes,
es ist ein Geschenk deiner Gnade,
daß wir dir danken.
Unser Lobpreis kann
deine Größe nicht mehren,
doch uns bringt er Segen und Heil
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Durch ihn rühmen wir jetzt
und in Ewigkeit dein Erbarmen und
singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
Daran habe ich beim Schreiben auch gedacht.Niels hat geschrieben:Dein Beitrag hat mich gerade an folgende Präfation erinnert:Messbuch von 1975, Präfation für Wochentage 4 hat geschrieben:In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, allmächtiger Vater,
zu danken und deine Größe zu preisen.
Du bedarfst nicht unseres Lobes,
es ist ein Geschenk deiner Gnade,
daß wir dir danken.
Unser Lobpreis kann
deine Größe nicht mehren,
doch uns bringt er Segen und Heil
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Durch ihn rühmen wir jetzt
und in Ewigkeit dein Erbarmen und
singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
Das mag sein, aber ein bißchen spekulieren kann man doch wohl, solange man dabei nicht überheblich wird.ad_hoc hat geschrieben:Es gibt Fragen, deren Antworten sich dem Menschen grundsätzlich entziehen. Die Frage im Titel dieses Threads gehört dazu. Bleibt also die Feststellung: Der Mensch sollte nicht versuchen, alles ergründen zu wollen. Die Feststellung, dass Gott die Welt erschaffen hat, genügt,
Gruß, ad_hoc
Vatikanum I, DH 3025 hat geschrieben:Wer leugnet, daß die Welt zur Ehre Gottes geschaffen ist, der sei mit dem Anathema belegt.
Vatikanum I, vgl. DH 3002 hat geschrieben:Dieser alleinige, wahre Gott hat in seiner Güte und allmächtigen Kraft, jedoch zugleich aus völlig freiem Entschluss, am Beginn der Zeit das Doppelreich der Schöpfung aus dem Nichts hervorgebracht, das geistige und das körperliche, die Engel nämlich und das Weltall; und zuletzt hat Er den Menschen aus Geist und Leib gebildet, der daher beiden (Reichen der Schöpfung) angehört. Gott schuf dies nicht zur Erhöhung seiner eigenen Glückseligkeit, auch nicht um dadurch erst seine Vollkommenheit zu erlangen, sondern um sie zu offenbaren durch all das Gute, das Er den Geschöpfen verleiht.
Zeit ist eine Kategorie der Schöpfung, sie definiert aber nicht ihren Beginn. Oder sehe ich das falsch? Es ist eine abstrakte und damit unvollkommene Sichtweise, die zu Widersprüchen führt. Meiner Meinung nach.Gamaliel hat geschrieben:Vatikanum I, vgl. DH 3002 hat geschrieben:am Beginn der Zeit das Doppelreich der Schöpfung aus dem Nichts hervorgebracht
Sag so etwas nicht!Torsten hat geschrieben:Zeit ist eine Kategorie der Schöpfung, sie definiert aber nicht ihren Beginn. Oder sehe ich das falsch? Es ist eine abstrakte und damit unvollkommene Sichtweise, die zu Widersprüchen führt. Meiner Meinung nach.Gamaliel hat geschrieben:Vatikanum I, vgl. DH 3002 hat geschrieben:am Beginn der Zeit das Doppelreich der Schöpfung aus dem Nichts hervorgebracht
Ja.Torsten hat geschrieben:Liegt es daran, daß es wahr ist?
Durchaus!Vulpius Herbipolensis hat geschrieben:Ich hoffe, daß meine Fragen berechtigt sind;
Darf ich Dich vorerst auf die Lektüre von 3 Seiten verweisen (§68 Der Zweck der Schöpfung), wo Du eine kleine Zusammenfassung und Erklärung der kirchlichen Lehre zu Deinen Fragen findest. Was dann noch unklar ist, können wir anschließend evtl. noch im Forum zu klären versuchen.Vulpius Herbipolensis hat geschrieben:Gott hat die Welt also geschaffen, um seine Herrlichkeit und Vollkommenheit zu offenbaren. Aber zu welchem Zweck?
Richtig.Vulpius Herbipolensis hat geschrieben:Wenn es keine Geschöpfe gäbe, würde sie niemandem offenbart, aber das würde sie doch nicht schmälern, oder?
Es kommt darauf an, welchen Blickwinkel Du einnehmen willst.ad_hoc hat geschrieben:Es gibt Fragen, deren Antworten sich dem Menschen grundsätzlich entziehen. Die Frage im Titel dieses Threads gehört dazu. Bleibt also die Feststellung: Der Mensch sollte nicht versuchen, alles ergründen zu wollen. Die Feststellung, dass Gott die Welt erschaffen hat, genügt,
Gruß, ad_hoc
Was soll denn das, bitteschön, heißen?Staubkorn hat geschrieben:Wenn Du allein den christlichen einnimmst, wird sich sicher Dir die Antwort entziehen.
Gamaliel hat geschrieben:Was soll denn das, bitteschön, heißen?Staubkorn hat geschrieben:Wenn Du allein den christlichen einnimmst, wird sich sicher Dir die Antwort entziehen.
Nein, nein... quod scripsistis, scripsistisClementine hat geschrieben:Könnte nicht einer der Moderatoren einfach Gamaliels Frage löschen? Er weiß sicher einfach nicht, was er tut...
Satz. Der subjektive Zweck [finis operantis] der Schöpfung liegt allein in Gottes freier Güte. De fide.
(Ansonsten ist auch St. Thomas in der "Summe" (I, q. 44, a. 4) ganz interessant:)Satz. Der objektive Zweck [finis operis] der Schöpfung ist die Verherrlichung Gottes De fide.
[/size]Respondeo dicendum quod omne agens agit propter finem, alioquin ex actione agentis non magis sequeretur hoc quam illud, nisi a casu. Est autem idem finis agentis et patientis, inquantum huiusmodi, sed aliter et aliter, unum enim et idem est quod agens intendit imprimere, et quod patiens intendit recipere. Sunt autem quaedam quae simul agunt et patiuntur, quae sunt agentia imperfecta, et his convenit quod etiam in agendo intendant aliquid acquirere. Sed primo agenti, qui est agens tantum, non convenit agere propter acquisitionem alicuius finis; sed intendit solum communicare suam perfectionem, quae est eius bonitas. Et unaquaeque creatura intendit consequi suam perfectionem, quae est similitudo perfectionis et bonitatis divinae. Sic ergo divina bonitas est finis rerum omnium.
Das soll heißen, daß das Staubkörnchen die Wahrheit™ - oder zumindest wichtige Teile davon - außerhalb der christlichen Religion zu finden meint .................Gamaliel hat geschrieben:Was soll denn das, bitteschön, heißen?Staubkorn hat geschrieben:Wenn Du allein den christlichen einnimmst, wird sich sicher Dir die Antwort entziehen.