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Zum Ursprung der lateinischen Liturgiesprache

Verfasst: Montag 7. Februar 2011, 15:26
von cantus planus
Da das Thema "Liturgiesprache" ja immer wieder auftaucht, und offenbar selbst viele Katholiken davon ausgehen, dass ursprünglich Latein gesprochen wurde, weil "man" damals in Italien ja Latein sprach, erlaube ich mir einmal, diesen grundsätzlichen, kurzen Vortrag von Uwe Michael Lang hier als Einzelstrang hervorzuheben.
Zum Ursprung der lateinischen Liturgiesprache.
Vortrag von Uwe Michael Lang (Brompton Oratory, London)

http://www.zenit.org/article-13685?l=german

Re: Zum Ursprung der lateinischen Liturgiesprache

Verfasst: Montag 7. Februar 2011, 20:28
von Nassos
Vielen Dank für diesen hochinteressanten Artikel. Ich werde mich nachher in die Lektüre vertiefen, aber das mit dem "salvator" hat mich sehr begeistert. Ich bin mal gespannt, ob redemptor auch vorkommen wird.

Kurz eine Frage: was ist "ephpheta"?

Nochmals danke!

Re: Zum Ursprung der lateinischen Liturgiesprache

Verfasst: Montag 7. Februar 2011, 20:36
von Clemens
Ich habe den Link nicht geklickt, aber Effata ist aramäisch und das hat Jesus zu den Ohren des Taubstummen gesagt. "Geht auf"/"tut euch auf!"

Re: Zum Ursprung der lateinischen Liturgiesprache

Verfasst: Montag 7. Februar 2011, 20:50
von Nassos
In dem Artikel wird das als griechisches Wort genannt, das aus dem Hebräischen übernommen ist
die entweder durch die Vermittlung des Griechischen aus dem Hebräischen stammten (amen, alleluia, osanna, ephpheta)
Ich kenne alle - bis auf letztes. Eine google-Suche auf griechisch hat nichts gebracht... :irritiert:

Re: Zum Ursprung der lateinischen Liturgiesprache

Verfasst: Montag 7. Februar 2011, 21:28
von Irmgard
Danke für den Link. Wieder etwas gelernt!

Re: Zum Ursprung der lateinischen Liturgiesprache

Verfasst: Montag 7. Februar 2011, 21:41
von Clemens
Nassos hat geschrieben:In dem Artikel wird das als griechisches Wort genannt, das aus dem Hebräischen übernommen ist
die entweder durch die Vermittlung des Griechischen aus dem Hebräischen stammten (amen, alleluia, osanna, ephpheta)
Ich kenne alle - bis auf letztes. Eine google-Suche auf griechisch hat nichts gebracht... :irritiert:
Ich hab´s dir doch schon gesagt:
http://de.wikipedia.org/wiki/Effata

Jetzt brauchst du nur noch deine griechische Bibel an dieser Stelle aufzuschlagen...

Re: Zum Ursprung der lateinischen Liturgiesprache

Verfasst: Montag 7. Februar 2011, 22:08
von Nassos
Im Griechischen heißt es εφφαθά. Daher konnte ich es nicht finden (ähnlich wie bei σαβαχθανί, sabachtani/sabachthani)

Re: Zum Ursprung der lateinischen Liturgiesprache

Verfasst: Montag 7. Februar 2011, 22:19
von lifestylekatholik
Nassos hat geschrieben:Im Griechischen heißt es εφφαθά. Daher konnte ich es nicht finden (ähnlich wie bei σαβαχθανί, sabachtani/sabachthani)
Ja, aber das hast du weiter oben doch schon gesagt. Wo ist das Problem? Theta wird mit th transkribiert, das t ausgesprochen wird, daher teilweise auch Schreibung t. Phi wird mit ph transkribiert, das f ausgesprochen wird, daher teilweise auch Schreibung f. :achselzuck:

Das Russische hat das Theta mit dem Lautwert f als Fita übernommen. Deshalb heißt bei denen z. B. der Mythos »Mif« und der Theodor »Fjodor«. Aber bei uns ist theta immer t.

Re: Zum Ursprung der lateinischen Liturgiesprache

Verfasst: Montag 7. Februar 2011, 23:50
von Nassos
lifestylekatholik hat geschrieben:Ja, aber das hast du weiter oben doch schon gesagt.
Wo?

Re: Zum Ursprung der lateinischen Liturgiesprache

Verfasst: Mittwoch 1. Juni 2011, 20:42
von Niels
Noch ein Artikel von Uwe Michael Lang: "Sakralsprache als Hinführung zur Transzendenz"

Re: Zum Ursprung der lateinischen Liturgiesprache

Verfasst: Mittwoch 1. Juni 2011, 20:49
von cantus planus
Niels hat geschrieben:Noch ein Artikel von Uwe Michael Lang: "Sakralsprache als Hinführung zur Transzendenz"
:daumen-rauf:

Re: Zum Ursprung der lateinischen Liturgiesprache

Verfasst: Mittwoch 8. Juni 2011, 22:29
von Robert Ketelhohn
cantus planus hat geschrieben:Da das Thema "Liturgiesprache" ja immer wieder auftaucht, und offenbar selbst viele Katholiken davon ausgehen, dass ursprünglich Latein gesprochen wurde, weil "man" damals in Italien ja Latein sprach, erlaube ich mir einmal, diesen grundsätzlichen, kurzen Vortrag von Uwe Michael Lang hier als Einzelstrang hervorzuheben.
Zum Ursprung der lateinischen Liturgiesprache.
Vortrag von Uwe Michael Lang (Brompton Oratory, London)

http://www.zenit.org/article-13685?l=german
Ich kann P. Uwe da nicht folgen. Die lateinische Liturgiesprache ist im Anfang
keineswegs eine dem Volk unverständliche Kunstsprache, ganz im Gegenteil.
Sie ist vielmehr weitaus stärker vom volgare ihrer Zeit geprägt als die längst da-
von entfernte, sich immer noch an der klassischen Latinität orientierende Litte-
ratursprache.

Fürs Griechische gilt ähnliches, auch für den Beginn des Kirchenslawischen.

Kurz gesagt, was er schreibt, ist schlicht verkehrt.

Re: Zum Ursprung der lateinischen Liturgiesprache

Verfasst: Mittwoch 8. Juni 2011, 23:44
von Protasius
Es geht ihm ja auch nicht um eine dem Volk unverständliche Sprache, sondern um eine sich von der Alltagssprache abhebende Sakralsprache; das kannst du auch im deutschsprachigen Gottesdienst beobachten, die Sprache wirkt anders als das Alltagsdeutsch, eben kirchlich, was m. E. besonders für die Orationen gilt.

Und du kannst (vgl. die Ambrosiuszitate) nicht bestreiten, daß sich das Kirchenlatein im Kanon doch recht hochsprachlich ausnimmt, was er ja auch im Einzelfall darlegt (ratam, adscriptam, rationabilem u.dgl.).

Re: Zum Ursprung der lateinischen Liturgiesprache

Verfasst: Donnerstag 9. Juni 2011, 00:00
von ChrisCross
Hochsprachlich bedeutet noch lange nicht unverständlich. Auch Goethe kann man verstehen, und neben seinem Faust erscheint das meiste Gebete sprachlich wie aus Kindermund. Noch Gregor der Große predigte auf Latein für das Volk. Zweifellos war das kirchliche Latein eher an das klassische angelehnt, wie es die Wortendungen, die im Laufe der Zeit im Vulgärlatein entfiehlen, nach überwiegend klassischen Formen belegen. Bei den Wörtern selbst finden sich allerdings auch schon in der Vulgata recht volkstümliche Bezeichnungen, wie es auch schon der Name verrät. Somit ist das kirchliche latein als Sakralsprache zunächst eigentlich nur eine gehobene Alltagssprache. Unverständlich geht anders.