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Bücher der ersten Christen?
Verfasst: Freitag 1. April 2011, 12:34
von HeGe
Hatten wir das schon irgendwo?
Archäologie: Bücher der ersten Christen entdeckt?
Wie üblich: Deutscher Professor skeptisch.
Deutscher Neutestamentler rät zur Zurückhaltung[...]
Einer der wenigen bisher übersetzten Fragmente solle mit einem Satz aus der Offenbarung des Johannes identisch sein: „Ich werde aufrecht gehen.“ Sollte sich diese Deutung bewahrheiten, dann stammten die Funde allerdings eher aus dem zweiten als aus dem ersten Jahrhundert nach Christi Geburt, kommentierte Radio Vatikan.
Mal abgesehen von der Frage, wann die Offenbarung zeitlich verfasst wurde: wieso müsste der Satz "Ich werde aufrecht gehen." unbedingt aus der Offenbarung genommen sein? Es könnte sich ja um eine allgemein übliche Aussage zu der Zeit gehandelt haben. Außerdem scheint mir die Aussage auch nicht so individuell, dass sie zwingend von Johannes erstmals niedergeschrieben worden sein muss.
Re: Nachrichten aus der Weltkirche II
Verfasst: Freitag 1. April 2011, 19:56
von Robert Ketelhohn
Wo steht der Satz eigentlich in der Apokalypse?
Abgesehen davon hat Riesner natürlich recht, daß man den Fund erst mal ganz ruhig untersuchen muß. Die bisherigen Informationen gehen ja gegen Null. In welcher Sprache sind die Fragmente überhaupt verfaßt?
Abgesehen davon können kleinste Textfragmente durchaus einen Text sicher zu identifizieren erlauben, vgl. die Diskussion um die Qumran-Fragmente aus Höhle 7. Oder nimm zwei willkürlich gewählte Wörter aus einem meiner Beiträge und such nach ihnen bei Google: http://www.google.de/search?hl=de&lr=&a ... =&aql=&oq=
Re: Nachrichten aus der Weltkirche II
Verfasst: Freitag 1. April 2011, 20:32
von Gamaliel
Zweifel an der Echtheit:
HEBREW-INSCRIBED-METAL-CODICES WATCH: A FAKE.
(Der Blog wird von
Prof. Jim Davila,
University of St. Andrews, Schottland, geführt.)
Siehe auch da:
Metal Plates in Dire Straits
Daraus:
As more scholars gain access to photos of the plates and are beginning to be able to evaluate the inscriptions and images, there are some who are quite certain that they are forgeries. I think it will still be some time before we can know that conclusively, but that is the growing suspicion.
Re: Nachrichten aus der Weltkirche II
Verfasst: Freitag 1. April 2011, 20:44
von ifugao
Re: Nachrichten aus der Weltkirche II
Verfasst: Freitag 1. April 2011, 22:53
von Robert Ketelhohn
Danke dir. Das können wir wohl abhaken.
Re: Bücher der ersten Christen?
Verfasst: Freitag 1. April 2011, 23:41
von Clemens
HeGe hat geschrieben:
Wie üblich: Deutscher Professor skeptisch.
Mein Lehrer Rainer Riesner ist sicherlich einer der gläubigsten und fachkundigsten Theologen der Gegenwart.
Er hat deine abschätzige Bemerkung über die deutschen Professoren nicht verdient und - wie sich inzwischen zeigte - wohl sogar mit seiner Ferndiagnose recht gehabt.
Re: Bücher der ersten Christen?
Verfasst: Samstag 2. April 2011, 00:19
von HeGe
Clemens hat geschrieben:HeGe hat geschrieben:
Wie üblich: Deutscher Professor skeptisch.
Mein Lehrer Rainer Riesner ist sicherlich einer der gläubigsten und fachkundigsten Theologen der Gegenwart.
Er hat deine abschätzige Bemerkung über die deutschen Professoren nicht verdient und - wie sich inzwischen zeigte - wohl sogar mit seiner Ferndiagnose recht gehabt.
Wieso abschätzig? Ob eine skeptische Sichtweise gut oder schlecht ist, ist doch eher Ansichtssache.
Ich habe ja auch nicht behauptet, dass man die Sache nicht genauer untersuchen muss. Nur erschlossen sich für mich die Zweifel mit dieser konkreten Argumentation nicht.
Re: Bücher der ersten Christen?
Verfasst: Samstag 2. April 2011, 09:54
von Clemens
Na gut!

Re: Bücher der ersten Christen?
Verfasst: Donnerstag 7. April 2011, 11:31
von Friedricus
Daß die ersten Christen irgendwelche Bücher schrieben ist wirklich mehr als zweifelhaft. Die glaubten doch an das baldige Weltende. Da liegt doch auch der Grund, warum die Evangelien erst zwischen 150 und 300 Jahren nach Jesu Tod niedergeschrieben wurden. Als man allmählich einsah, daß sich die Sache mit dem Reich Gottes wohl noch ein bißchen hinziehen würde...
Wer den Weltuntergang erwartet, schreibt keine Bücher. Wozu denn das?
Nur Martin Luther würde noch ein Apfelbäumchen pflanzen. Aber der war ja kein guter Katholik...
Re: Bücher der ersten Christen?
Verfasst: Donnerstag 7. April 2011, 11:36
von lifestylekatholik
Friedricus hat geschrieben:die Evangelien [wurden] erst zwischen 150 und 300 Jahren nach Jesu Tod niedergeschrieben
Steile These.

Re: Bücher der ersten Christen?
Verfasst: Donnerstag 7. April 2011, 11:47
von Gamaliel
Friedricus hat geschrieben:Da liegt doch auch der Grund, warum die Evangelien erst zwischen 150 und 300 Jahren nach Jesu Tod niedergeschrieben wurden.
Wer bietet mehr? --- Höre ich 400? --- Bietet jemand 400?

Re: Bücher der ersten Christen?
Verfasst: Donnerstag 7. April 2011, 12:40
von Clemens
Fridericus, wo hast du denn das her? "Wissenschaftliche" Thesen, die in diese Richtung gingen, sind schon seit Jahrzehnten völlig überholt.
Allgemeine ([Punkt]) Standard ist heute:
Mk, Mt, Lk (in dieser Reihenfolge): 70-90
Joh: 90-120
Etwa aus dem Jahr 125 datiert der älteste Beleg für das Johannesevangelium (Ryland-Papyrus).
Re: Bücher der ersten Christen?
Verfasst: Donnerstag 7. April 2011, 12:47
von HeGe
Clemens hat geschrieben:Fridericus, wo hast du denn das her? "Wissenschaftliche" Thesen, die in diese Richtung gingen, sind schon seit Jahrzehnten völlig überholt.
Wissenschaftliche Thesen, du stellst aber Anforderungen.

Dass die Evangelien erst Jahrhunderte später geschrieben wurden, steht doch genauso fest, wie dass die Kirche kritische Evangelien verbieten ließ, die Inquisition im Mittelalter Millionen von Frauen als Hexen verbrannt hat und dass die Kirche Galilei verfolgen ließ, weil er behauptete, die Erde sei rund. Solche Dinge weiß doch jeder. Und da kommst du mit "Wissenschaft"...

Re: Bücher der ersten Christen?
Verfasst: Donnerstag 7. April 2011, 13:02
von taddeo
Clemens hat geschrieben:Fridericus, wo hast du denn das her? "Wissenschaftliche" Thesen, die in diese Richtung gingen, sind schon seit Jahrzehnten völlig überholt.
Allgemeine ([Punkt]) Standard ist heute:
Mk, Mt, Lk (in dieser Reihenfolge): 70-90
Joh: 90-120
Etwa aus dem Jahr 125 datiert der älteste Beleg für das Johannesevangelium (Ryland-Papyrus).
Und selbst das sind schon die Thesen, die ziemlich spät ansetzen.
Es gibt daneben genauso ernstzunehmende, die die Evangelien jeweils fast 30 Jahre früher datieren.
Dazu kommt noch, daß die ältesten Paulusbriefe m. W. schon um ca. 45 anzusetzen sind.
Re: Bücher der ersten Christen?
Verfasst: Donnerstag 7. April 2011, 13:04
von Gamaliel
Clemens hat geschrieben:Allgemeine ([Punkt]) Standard ist heute:
Mk, Mt, Lk (in dieser Reihenfolge): 70-90
Joh: 90-120
Etwa aus dem Jahr 125 datiert der älteste Beleg für das Johannesevangelium (Ryland-Papyrus).
Interview mit Carsten Peter Thiede
Daraus:
GN: Wenn man von der Papyrologie absieht, welche weiteren Argumente sprechen dafür, daß das Matthäusevangelium vor dem Sturz Jerusalems im Jahre 70 n. Chr. geschrieben wurde?
CPT: Der Sturz Jerusalems mit der Vernichtung des Tempels im Jahre 70 n. Chr. markiert in der Tat eine Wasserscheide der Geschichte. Es ist aber anzunehmen, daß die Urgemeinde bereits im Jahre 66 n. Chr. die Stadt verlassen hatte. Der Leiter der Jerusalemer Gemeinde, Jakobus, Bruder des Herrn, war sogar schon im Jahre 62 n. Chr. zu Tode gesteinigt worden.
Jeder Historiker würde gelten lassen, daß die Apostelgeschichte des Lukas vor 62 n. Chr. geschrieben wurde. Denn diese Datierung beruht auf ganz einfacher geschichtlicher Logik. Warum sie aber bei manchen Theologen auf Widerspruch stößt, ist für mich unbegreiflich. Ein Faden, der sich durch die Apostelgeschichte zieht, ist das Märtyrertum und die Bereitschaft von Menschen, für den Herrn zu sterben, zuerst Jesus selbst, dann Stephanus, der im Jahre 35 hingerichtet wurde.
Ein weiteres Ereignis, das die Urgemeinde zutiefst erschütterte, war die Steinigung des Jakobus im Jahre 62. Um diesen Vorfall und seine Datierung wissen wir durch den jüdischen Historiker Josephus, der insofern in diesem Punkt völlig glaubwürdig ist, als er das Christentum nicht mit aller Macht als richtig bestätigen wollte. Etwas später, vermutlich um 64-65 und spätestens im Jahre 67, wurden Petrus und Paulus hingerichtet. Das geschah nach dem Großbrand in der Stadt Rom.
Nun, keiner dieser gewaltsamen Todesfälle von Jakobus, Petrus oder Paulus wird in der Apostelgeschichte auch nur mit einem Wort erwähnt. Für den Historiker liegt die Erklärung auf der Hand: Die Apostelgeschichte muß vor 62 geschrieben worden sein. Wenn das aber schon einmal feststeht, dann muß das Lukasevangelium noch früheren Datums sein. Und da Lukas sowohl das Markus- als auch das Matthäusevangelium als Vorlage für seine Jesusgeschichte benutzte, müssen diese beiden Evangelien noch früher entstanden sein. Diese chronologische Argumentation ergibt sich zwangsläufig aus der Apostelgeschichte selbst.
Ich gebe Ihnen noch ein Beispiel, diesmal aus dem Johannesevangelium, das gemeinhin als das späteste der vier Evangelien gilt. Die herrschende Meinung datiert dieses Evangelium auf das Ende des ersten Jahrhunderts. Lassen Sie uns die archäologischen Tatsachen hinzuziehen, die uns heute zur Verfügung stehen. Wenn Johannes (Johannes 5,1-18) die Heilung eines Gelähmten am Teich Betesda beschreibt, benutzt er durchweg die Vergangenheitsform, außer in Vers 2, wo er sagt: „Es ist aber in Jerusalem beim Schaftor ein Teich, der heißt auf hebräisch Betesda. Dort sind fünf Hallen.“ Das ist ungefähr so, als würde er dem Leser sagen: „Wenn du den Ort sehen willst, wo Jesus dieses Wunder wirkte, geh mal hin zum Teich Betesda, denn er ist noch vorhanden und sieht so und so aus.“
Dieser Teich wurde am Anfang unseres Jahrhunderts von Archäologen wiederentdeckt und entsprach genau der Beschreibung des Johannes. Da die Anlage im Jahre 70 n. Chr. von den Römern vernichtet wurde, muß Johannes vor dieser Zeit geschrieben haben und sein Text muß mindestens bis dahin unverändert geblieben sein. Nach dem Jahre 70 hätte niemand behaupten können, „Es ist ... in Jerusalem ... ein Teich ... Betesda“. Die Archäologie beweist also, daß das Johannesevangelium vor dem Jahre 70 verfaßt wurde, und es ließen sich zahlreiche weitere Beispiele anführen, die Ähnliches beweisen.
Re: Bücher der ersten Christen?
Verfasst: Donnerstag 7. April 2011, 13:06
von taddeo
Danke, Gamaliel, genau sowas meinte ich.

Re: Bücher der ersten Christen?
Verfasst: Donnerstag 7. April 2011, 14:46
von Clemens
Das ist - aus den selben Gründen - auch meine persönliche Meinung. Aber der in Deutschland allgemein gültige (kritische "wissenschaftliche") Konsens ist eben leider immer noch der von mir zitierte Zeitrahmen.
Re: Bücher der ersten Christen?
Verfasst: Donnerstag 7. April 2011, 15:26
von Juergen
Gamaliel hat geschrieben:Interview mit Carsten Peter Thiede
Daraus:
...Die Archäologie beweist also, daß das Johannesevangelium vor dem Jahre 70 verfaßt wurde, und es ließen sich zahlreiche weitere Beispiele anführen, die Ähnliches beweisen.
So ist der Satz falsch.
Richtig müßte es etwa so heißen:
Meine Interpretation einzelner Verse in Verbindung mit archäologischen Funden, läßt mich zu dem Schluß kommen, daß das Johannesevangelium vor dem Jahre 70 verfasst wurde.
Re: Bücher der ersten Christen?
Verfasst: Freitag 8. April 2011, 08:51
von Robert Ketelhohn
Diesem Schluß kann ich allerdings nicht folgen. Erstens behauptet die
Aussage keineswegs so bestimmt die Existenz jenes Tors noch zur Zeit
ihrer Abfassung. Zweitens war Johannes längst ferne von Palästina, über
solche Details also jedenfalls mit einiger Wahrscheinlichkeit gar nicht
orientiert.
Es ist daher keineswegs mit Notwendigkeit zu schließen, ja es spricht
noch nicht einmal eine auch nur geringfügig erhöhte Wahrscheinlichkeit
dafür, Johannes habe sein Evangelium vor dem Jahre 70 niedergeschrie-
ben.
Demgegenüber setzt die älteste kirchliche Tradition dessen Abfassung
ans Ende des ersten Jht.s. Mangels stichhaltiger Gegenargumente ist an
dieser an sich schon glaubwürdigen Tradition festzuhalten.
Re: Bücher der ersten Christen?
Verfasst: Freitag 8. April 2011, 10:11
von overkott
Als Zeuge der Tradition gilt Irenäus von Lyon. Er ging davon aus, dass Johannes sein Evangelium in Ephesus geschrieben hat:
http://www.unifr.ch/bkv/kapitel649.htm-ephesus
Aber auch Irenäus hat trefflich spekuliert und kann als ein Vorläufer historisch-kritischer Exegese gelten, wenn er auch zu überraschenden Ergebnissen kam: Jesus lebte zwanzig Jahre länger. Damit ist keineswegs ein Nachleben nach der Auferstehung gemeint. Tatsächlich geht Irenäus von einer 2-jährigen Lehrtätigkeit Jesus aus. Dabei argumentiert Irenäus am Text orientiert und keineswegs unverünftiger als Thiede:
http://www.unifr.ch/bkv/kapitel634-4.htm
Demnach starb Jesus etwa im Jahr 51 n.Chr. Die zeitliche Nähe zur Datierung der Paulusbriefe würde sich dramatisch verkürzen. Die Paulusbriefe würden eine enorme Frische erhalten.
Jetzt sage mir mal einer, warum das nicht stimmen kann.
Re: Bücher der ersten Christen?
Verfasst: Freitag 8. April 2011, 10:54
von taddeo
Die Paulusbriefe wären demnach teilweise noch zu Lebzeiten Jesu geschrieben worden?
Schon etwas seltsam.
Re: Bücher der ersten Christen?
Verfasst: Freitag 8. April 2011, 11:04
von overkott
Es käme, je nach Grundlage der Spekulation über die Paulusbriefe, zu einer geringfügigen Überlappung. Geht man von einer historisch-kritischen Unschärferelation aus, wäre Irenäus These von der langen Lehrtätigkeit Jesus immer noch attraktiv. Schließlich ließe sich damit nicht nur die Frische der Paulusbriefe begründen, sondern auch Aufenthalte an Orten in weiter Entfernung.
Re: Bücher der ersten Christen?
Verfasst: Freitag 8. April 2011, 11:46
von Juergen
overkott hat geschrieben:Demnach starb Jesus etwa im Jahr 51 n.Chr. Die zeitliche Nähe zur Datierung der Paulusbriefe würde sich dramatisch verkürzen. Die Paulusbriefe würden eine enorme Frische erhalten.
Jetzt sage mir mal einer, warum das nicht stimmen kann.
Lk 3,1-2
1. Es war im fünfzehnten Jahr der Regierung des Kaisers Tiberius; Pontius Pilatus war Statthalter von Judäa, Herodes Tetrarch von Galiläa, sein Bruder Philippus Tetrarch von Ituräa und Trachonitis, Lysanias Tetrarch von Abilene;
2 Hohepriester waren Hannas und Kajaphas. Da erging in der Wüste das Wort Gottes an Johannes, den Sohn des Zacharias.
Zudem:
Als Stephanus gesteinigt wurde, war Paulus ein junger Mann. Später schreibt Paulus selbst, daß er ein alter Mann ist. Wenn er Anfang der 50er Jahre jung war und Ende der 60er Jahre als alter Mann starb, muß er wohl an einer Krankheit gelitten haben, die ihn sehr sehr schnell altern lies.

Re: Bücher der ersten Christen?
Verfasst: Freitag 8. April 2011, 12:04
von overkott
Juergen hat geschrieben:overkott hat geschrieben:Demnach starb Jesus etwa im Jahr 51 n.Chr. Die zeitliche Nähe zur Datierung der Paulusbriefe würde sich dramatisch verkürzen. Die Paulusbriefe würden eine enorme Frische erhalten.
Jetzt sage mir mal einer, warum das nicht stimmen kann.
Lk 3,1-2
1. Es war im fünfzehnten Jahr der Regierung des Kaisers Tiberius; Pontius Pilatus war Statthalter von Judäa, Herodes Tetrarch von Galiläa, sein Bruder Philippus Tetrarch von Ituräa und Trachonitis, Lysanias Tetrarch von Abilene;
2 Hohepriester waren Hannas und Kajaphas. Da erging in der Wüste das Wort Gottes an Johannes, den Sohn des Zacharias.
Zudem:
Als Stephanus gesteinigt wurde, war Paulus ein junger Mann. Später schreibt Paulus selbst, daß er ein alter Mann ist. Wenn er Anfang der 50er Jahre jung war und Ende der 60er Jahre als alter Mann starb, muß er wohl an einer Krankheit gelitten haben, die ihn sehr sehr schnell altern lies.

Was folgerst du daraus im Hinblick auf die Dauer der Lehrtätigkeit Jesus?
Wenn Paulus 20 Jahre öffentlich wirkte, entspräche die Einschätzung von jung und alt Irenäus Überlegungen im Hinblick auf die Lehrtätigkeit Jesus.
Re: Bücher der ersten Christen?
Verfasst: Freitag 8. April 2011, 12:22
von Juergen
Pilatus war etwa bis 37 Stadthalter (nicht bis 51)
Herodes Antipas regierte bis 39 (nicht bis 51)
Kaiphas war Hoherpriester bis 36 (nicht bis 51)
Re: Bücher der ersten Christen?
Verfasst: Freitag 8. April 2011, 14:04
von overkott
Das klingt jetzt wieder so hammerhart gesichert wie das Schulbuchbildchen. Warum sind die 30-er Jahre für Historiker so interessant? Die Quellenlage über Pilatus soll äußert schlecht sein. Dass er existierte, belegt wohl erst der Fund einer Inschrift von 1961. Ansonsten gilt als Chronzeuge Flavius Josephus. Seine Geschichte über Jüdische Altertümer stammt allerdings wohl aus dem Jahr 96 n.Chr.. In seiner Geschichte orientiert er sich offenbar eng am Alten Testament. Warum sollten seine Angaben genauer sein als etwa das Johannesevangelium? Wie ist also die Quellenlage zu beurteilen?
Re: Bücher der ersten Christen?
Verfasst: Freitag 8. April 2011, 14:08
von Juergen
Liste bitte mal die Jahreszahlen auf, die im Johannesevangelium stehen.
Zu dem "Schulbuchbildchen" ist zu sagen, daß man einfältigen Menschen eben auch einfältige Bilder zeigen muß...

Re: Bücher der ersten Christen?
Verfasst: Freitag 8. April 2011, 14:11
von overkott
Relevant ist diese:
Joh 18,13 und führten ihn zuerst zu Hannas; er war nämlich der Schwiegervater des Kajaphas, der in jenem Jahr Hoherpriester war.
Re: Bücher der ersten Christen?
Verfasst: Freitag 8. April 2011, 14:12
von Juergen
Und was sagt Dir der Satz?
Re: Bücher der ersten Christen?
Verfasst: Freitag 8. April 2011, 14:14
von overkott
Dass wir wieder bei Flavius Josephus landen.