Seite 1 von 1

Beispiele für Rezeption

Verfasst: Samstag 25. Februar 2012, 17:28
von christian12
Hallo,

ich habe da ein etwas spezielleres Anliegen. Zum Kontext: Ich arbeite gerad an der Frage, ob die Formulierung "sündige Kirche" in römischen Dokumenten vorkommen könnte. Explizit habe ich sie nur in neueren Dokumenten der DBK entdeckt, aber implizit mag diese Idee wohl schon im Vat 2 und bei der Vergebungsbitte von JP2 vorausgesetzt gewesen sein. Ich möchte jetzt prüfen, ob man so argumentieren könnte, dass die Verwendung von "sündig" zur Bezeichnung der Kirche eigentlich die nächste Stufe der gesamtkirchlichen Lehrentwicklung sein könnte/müsste. So, jetzt meine Frage: Gibt es dafür, dass sich gewisse Formulierungen zuerst in teilkirchlichen und dann (evt. mit Bezug auf sie) in gesamtkirchlichen Dokumenten finden, Beispiele? Also, hat sozusagen schonmal eine Teilkirche den theologischen Vorreiter für die Gesamtkirche gespielt? Das muss doch bestimmt schonmal der Fall gewesen sein, aber mir fällt da nichts ein. :hae?: Würdet ihr mir da ein paar Tipps geben?

Lieben Gruß
Christian

Re: Beispiele für Rezeption

Verfasst: Samstag 25. Februar 2012, 18:25
von Protasius
Mir fallen da das Fronleichnams- und Dreifaltigkeitsfest ein, die beide zuerst in Teilkirchen gefeiert wurden und später zu universalen Festen wurden. Aber die haben nur einem weitestgehend unbestrittenen Aspekt der Theologie einen eigenen Festtag eingeräumt.

Re: Beispiele für Rezeption

Verfasst: Samstag 25. Februar 2012, 19:44
von taddeo
christian12 hat geschrieben:Gibt es dafür, dass sich gewisse Formulierungen zuerst in teilkirchlichen und dann (evt. mit Bezug auf sie) in gesamtkirchlichen Dokumenten finden, Beispiele? Also, hat sozusagen schonmal eine Teilkirche den theologischen Vorreiter für die Gesamtkirche gespielt? Das muss doch bestimmt schonmal der Fall gewesen sein, aber mir fällt da nichts ein. :hae?: Würdet ihr mir da ein paar Tipps geben?

Lieben Gruß
Christian
Prominentestes Beispiel: Das "filioque".
Von Karl dem Großen 809 für das Frankenreich verbindlich eingeführt gegen die ausdrückliche Ablehnung Papst Leos III., zur Polemik gegen die Kirche und Kaiser in Konstantinopel benutzt, dogmatisiert (nur im Westen) erst 1215 auf dem 4. Laterankonzil.