Seite 1 von 1
Joh 14, 6: Ich bin die Wahrheit
Verfasst: Mittwoch 9. Juni 2004, 09:36
von Marlene
Jesus sagt nach Joh. 14, 6 von sich: Ich bin die Wahrheit.
Was meint ihr, was bedeutet Wahrheit hier?
(Was steht denn da im Griech.?)
Was kann Wahrheit überhaupt sein?
Ich verstehe diese Aussage immer auf die Radikalität seines Lebens hin. Er sagt, er liebt uns - und dies tut er mit allen Konsequenzen bis zu seinem Tod. Diese bedingungslose Liebe ist für mich der Inbegriff der Wahrheit seiner Botschaft.
Wie seht ihr das?
Re: Joh 14, 6: Ich bin die Wahrheit
Verfasst: Mittwoch 9. Juni 2004, 10:10
von Juergen
Marlene hat geschrieben:(Was steht denn da im Griech.?)
...ἐγώ εἰμι ἡ ὁδὸς καὶ ἡ ἀλήϑεια καὶ ἡ ζωή
...ich bin der Weg,und die Wahrheit und das Leben...
ἀλήϑεια = Wahrheit
Verfasst: Mittwoch 9. Juni 2004, 10:17
von Edith
DER Weg
DIE Wahrheit
DAS Leben....
nicht ein Weg, eine Wahrheit, ein Leben... das finde ich schon sehr absolut.
es gibt eine absolute Wahrheit - nämlich Gott selbst.
So seh ich das...

Verfasst: Mittwoch 9. Juni 2004, 10:24
von anselm
Edith hat geschrieben:DER Weg
DIE Wahrheit
DAS Leben....
nicht ein Weg, eine Wahrheit, ein Leben... das finde ich schon sehr absolut.
es gibt eine absolute Wahrheit - nämlich Gott selbst.
So seh ich das...

Ich bin relativ pragmatisch eingestellt und versuche mir immer, abstrakte Aussagen auch konkret vorzustellen.
Bei Wahrheit assoziiere ich z.B.: Wahrheit
über etwas, also eine wahre Aussage.
Aber was soll den DIE WAHRHEIT losgelöst von solchen Bezügen sein?
Kommt das nicht aus dem alten Platonismus mit der Lehre von den Ideen, die für sich bestehen/existieren? Dann wäre DIE WAHRHEIT die übergeordnete Idee, die alle anderen (konkreten) Wahrheiten (bzw. wahre Aussagen) enthält.
Aber nicht einfach als die Menge aller wahren Aussagen sondern als der Urquell aller einzelnen wahren Aussagen.
Verfasst: Mittwoch 9. Juni 2004, 10:26
von Geronimo
Du bist der Sache ziemlich nahe, dennoch:
Beachte den Satzbau: ICH bin die Wahrheit. Nicht, ich weiß die Wahrheit oder ich erkenne die Wahrheit. ICH bin ...
Das ist das Ausschlaggebende.
Es geht um die Einheit von Person und Logos.
Geronimo
Verfasst: Mittwoch 9. Juni 2004, 10:28
von Edith
anselm hat geschrieben:
Ich bin relativ pragmatisch eingestellt und versuche mir immer, abstrakte Aussagen auch konkret vorzustellen.
Das ist löblich... aber es ist nicht so ganz einfach, sich Gott "konkret vorzustellen". Das ist es ja.

Verfasst: Mittwoch 9. Juni 2004, 11:30
von Marlene
Geronimo hat geschrieben:Es geht um die Einheit von Person und Logos.
Das ist der Punkt, den ich meine. Jesus Christus verkörpert die Wahrhaft, ist die personifizierte Wahrheit.
Und was ist nun WAHRHEIT ?
Verfasst: Mittwoch 9. Juni 2004, 11:37
von Ralf
Nicht was, wer!
Ich denke, dass mit dieser Aussage eben die Fragestellung "was ist Wahrheit" als falsch deklariert wurde.
Christus ist die Wahrheit. Fertig.
Verfasst: Mittwoch 9. Juni 2004, 12:01
von Marlene
Ralf hat geschrieben:Christus ist die Wahrheit. Fertig.
Christus = Wahrheit
Wahrheit = Christus
Und wie erkläre ich das nun jemandem, der Christus nicht kennt?

Verfasst: Mittwoch 9. Juni 2004, 12:03
von Ralf
Dass es eben ein wenig dauert (ca. ein Leben), bis man das versteht.
Verfasst: Mittwoch 9. Juni 2004, 12:05
von Edith
Marlene hat geschrieben:Ralf hat geschrieben:Christus ist die Wahrheit. Fertig.
Christus = Wahrheit
Wahrheit = Christus
Und wie erkläre ich das nun jemandem, der Christus nicht kennt?

Gar nicht. Das hieße doch, wer Christus nicht kennt, kennt die Wahrheit nicht. Aber so ein Anspruch kommt extrem unpopulär.... sei gewarnt.
Man müßte also "Christus erkennen" um die Wahheit zu finden.

Verfasst: Mittwoch 9. Juni 2004, 12:39
von Nietenolaf
Ralf hat geschrieben:Nicht was, wer!
Ralf beantwortet die Pilatus-Frage, die Marlene stellt. Das reicht doch, oder?

Verfasst: Freitag 18. Juni 2004, 22:17
von Es-Ergo-Cogito
Wahrheit ist eine bestimmte Person mit einem bestimmten Namen,
so weit - so gut,
aber
wie erkläre ich das jemandem, der sich im philosophischen "Kreis" dreht?
Wie schafft man da das "Interface" zum Glauben?
Verfasst: Freitag 18. Juni 2004, 22:22
von Ralf
"Man" schafft das gar nicht. Da kann "man" von außen nur auf ein-Sich-Öffnen des Betroffenen hoffen und den Rest dem Hl. Geist überlassen.
Verfasst: Freitag 18. Juni 2004, 22:26
von Es-Ergo-Cogito
hm... klingt so'n bisschen nach missionarischem Desinteresse :-|
Verfasst: Freitag 18. Juni 2004, 22:39
von Ralf
Nö, ganz und gar nicht (da kennste mich schlecht). Ist eher Arbeitsteilung zwischen den Menschen und dem Herrn. Man sollte seine Grenzen kennen.
Und konkret: es gibt Menschen, die ihr gesamtes Leben der Suche nach dem Herrn widmen, derer nicht wenige, die ihr Leben der Suche nach der Wahrheit mit allen Konseqeunzen widmen.
Und da sollen wir fordern dürfen, dass man das uns einfach mal eben so als 5-Minuten-Terrine wohlfeil darbietet? Pah!
Verfasst: Freitag 18. Juni 2004, 22:43
von Es-Ergo-Cogito
Jesus tat jedenfalls gut daran auf die Pilatusfrage zu schweigen... ansonsten hätte sich Pilatus wahrscheinlich an die Stirn getippt...
(irgendwie verständlich)
Verfasst: Freitag 18. Juni 2004, 22:45
von Es-Ergo-Cogito
...oder die gesamte Geschichte wäre etwa total anders verlaufen???
Verfasst: Freitag 18. Juni 2004, 22:46
von Petra
OFF-TOPIC ON
Hallo Es Ergo Cogito,
willkommen im kreuzgang
Leider sprengen die Striche unter deinen Beiträgen meinen Bildschirm, ginge das eventuell auch anders, bitte?
Lieben Gruß
Petra
OFF-TOPIC OFF
Verfasst: Freitag 18. Juni 2004, 22:48
von Es-Ergo-Cogito
uuups... ist's so besser?
Verfasst: Freitag 18. Juni 2004, 22:48
von Petra
Danke, ja das ist vieeel besser

Verfasst: Freitag 18. Juni 2004, 22:59
von Es-Ergo-Cogito
Der Frage nach der Wahrheit geht man ja tendentiell aus dem Weg, ganz einfach deshalb, weil man (ich mit eingeschlossen) damit dem Absoluten ins Auge blickt (scheu scheu), die Wahrheit fordert Konsequenzen!