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Papyrus Veltensis Ketelhohn

Verfasst: Sonntag 23. September 2012, 01:00
von Robert Ketelhohn
Achtung! Ich bitte um Hilfe.

In meinen Besitz ist (aus einer Quelle, die ich nicht preisgeben kann)
ein augenscheinlich recht altes Papyrusfragment gelangt, siehe bei-
gefügte Abbildung.

Wer kann mir helfen, das Stück zu entschlüsseln und einzuordnen?

Re: Papyrus Veltensis Ketelhohn

Verfasst: Sonntag 23. September 2012, 09:26
von Protasius
Das ist Gotisch, oder?

Re: Papyrus Veltensis Ketelhohn

Verfasst: Sonntag 23. September 2012, 09:49
von Robert Ketelhohn
Ah! ja, da magst du recht haben! Kannst du das übersetzen?

Re: Papyrus Veltensis Ketelhohn

Verfasst: Sonntag 23. September 2012, 10:11
von Gamaliel
Joh 6, 5-7:
Paruh ushof augona lesus jah gaumida þamniei manageins
filu iddja du imma, qaþuh du Filippau: hwaþro bugjam hlaibans, ei matjaina þai?

Patuh þan qaþ fraisands ina; iþ silba wissa þatei habaidataujan.

Andhof imma Filippus: twaim hundam skatt'e hlaibos ni ganohai sind þaim, þei nimai hwarjizuh leitil.
:blinker:

Re: Papyrus Veltensis Ketelhohn

Verfasst: Sonntag 23. September 2012, 10:14
von Protasius
Robert Ketelhohn hat geschrieben:Ah! ja, da magst du recht haben! Kannst du das übersetzen?
Mangels Gotischkenntnissen leider nicht, aber ich erkenne eine Menge an Schriften, auch wenn ich die Sprache nicht beherrsche. Ich kann es ggf. in die lateinische Schrift transkribieren, aber mehr auch nicht.

EDIT: Ah, Gamaliel hat anscheinend schon mit der Wulfilabibel abgeglichen.

Re: Papyrus Veltensis Ketelhohn

Verfasst: Sonntag 23. September 2012, 10:28
von Robert Ketelhohn
Gamaliel hat geschrieben:Joh 6, 5-7:
Þaruh ushof augona lesus jah gaumida þammei manageins
filu iddja du imma, qaþuh du Filippau: hwaþro bugjam hlaibans, ei matjaina þai?

Þatuh þan qaþ fraisands ina; iþ silba wissa þatei habaida taujan.

Andhof imma Filippus: twaim hundam skatte hlaibos ni ganohai sind þaim, þei nimai hwarjizuh leitil.
:blinker:
Danke, Gamaliel! Aber es scheint Abweichungen zu geben. Hier meine Transkription:
ushof augona ïesus jah gaumida
þammei manageins filu ïddja du
ïmma, qaþuh du filippai qenai
seinai: hwaþro bugjam hlaibans,
ei matjaina þai; þatuh þan qaþ
[f]raisands ïja. ïþ silba wissa þat
[__] habaida taujan: andhof ïmma
[_____]pa qens seina. twaim hundam
[_______] hlaibos ni ganohai sind
[__________n]imai hwarjizuh leitil:

Re: Papyrus Veltensis Ketelhohn

Verfasst: Sonntag 23. September 2012, 11:45
von Senensis
[Punkt] Das ist ja spannend...

Re: Papyrus Veltensis Ketelhohn

Verfasst: Sonntag 23. September 2012, 12:24
von lifestylekatholik
Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Gamaliel hat geschrieben:Joh 6, 5-7:
Þaruh ushof augona lesus jah gaumida þammei manageins
filu iddja du imma, qaþuh du Filippau: hwaþro bugjam hlaibans, ei matjaina þai?

Þatuh þan qaþ fraisands ina; iþ silba wissa þatei habaida taujan.

Andhof imma Filippus: twaim hundam skatte hlaibos ni ganohai sind þaim, þei nimai hwarjizuh leitil.
:blinker:
Danke, Gamaliel! Aber es scheint Abweichungen zu geben. Hier meine Transkription:
Ich markiere die Abweichungen mal:
ushof augona ïesus jah gaumida
þammei manageins filu ïddja du
ïmma, qaþuh du filippai qenai
seinai
: hwaþro bugjam hlaibans,
ei matjaina þai; þatuh þan qaþ
[f]raisands ïja. ïþ silba wissa þat
[__] habaida taujan: andhof ïmma
[_____]pa qens seina. twaim hundam
[_______] hlaibos ni ganohai sind
[__________n]imai hwarjizuh leitil:
Im Fund spricht Jesus also im Gegensatz zur bekannten Stelle nicht zu einem männlichen »Philipp«, sondern zu einer weiblichen »Philippa«, die auch noch explizit als »seine Frau« bezeichnet wird. Wieso sich ein gotischer Fund auf einem Papyrus findet, ist mir nicht bekannt.

Re: Papyrus Veltensis Ketelhohn

Verfasst: Sonntag 23. September 2012, 12:43
von Peregrin
lifestylekatholik hat geschrieben:Im Fund spricht Jesus also im Gegensatz zur bekannten Stelle nicht zu einem männlichen »Philipp«, sondern zu einer weiblichen »Philippa«, die auch noch explizit als »seine Frau« bezeichnet wird. Wieso sich ein gotischer Fund auf einem Papyrus findet, ist mir nicht bekannt.
Ich würde das einer Zeitung zuspielen, die bringen das sicher.

Re: Papyrus Veltensis Ketelhohn

Verfasst: Sonntag 23. September 2012, 12:53
von taddeo
Wahrscheinlich geht es gar nicht um eine Philippa, sondern um eine Philippika, die Jesus von seiner Frau gehalten bekommt. :hmm: :pfeif:

Re: Papyrus Veltensis Ketelhohn

Verfasst: Sonntag 23. September 2012, 13:01
von Robert Ketelhohn
lifestylekatholik hat geschrieben:
Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Gamaliel hat geschrieben:Joh 6, 5-7:
Þaruh ushof augona lesus jah gaumida þammei manageins
filu iddja du imma, qaþuh du Filippau: hwaþro bugjam hlaibans, ei matjaina þai?

Þatuh þan qaþ fraisands ina; iþ silba wissa þatei habaida taujan.

Andhof imma Filippus: twaim hundam skatte hlaibos ni ganohai sind þaim, þei nimai hwarjizuh leitil.
:blinker:
Danke, Gamaliel! Aber es scheint Abweichungen zu geben. Hier meine Transkription:
Ich markiere die Abweichungen mal:
ushof augona ïesus jah gaumida
þammei manageins filu ïddja du
ïmma, qaþuh du filippai qenai
seinai
: hwaþro bugjam hlaibans,
ei matjaina þai; þatuh þan qaþ
[f]raisands ïja. ïþ silba wissa þat
[__] habaida taujan: andhof ïmma
[_____]pa qens seina. twaim hundam
[_______] hlaibos ni ganohai sind
[__________n]imai hwarjizuh leitil:
Im Fund spricht Jesus also im Gegensatz zur bekannten Stelle nicht zu einem männlichen »Philipp«, sondern zu einer weiblichen »Philippa«, die auch noch explizit als »seine Frau« bezeichnet wird. Wieso sich ein gotischer Fund auf einem Papyrus findet, ist mir nicht bekannt.
Ja, du hast es wohl gelöst!

Die Lacuna wird also folgendermaßen zu ergänzen sein:
ushof augona ïesus jah gaumida
þammei manageins filu ïddja du
ïmma, qaþuh du Filippai qenai
seinai. hwaþro bugjam hlaibans,
ei matjaina þai; þatuh þan qaþ
[f]raisands ïja. ïþ silba wissa þat
[ei] habaida taujan: andhof ïmma
[filip]pa qens seina. twaim hundam
[skatte] hlaibos ni ganohai sind
[þaim, þei n]imai hwarjizuh leitil:
Dann heißt das ganze Wort für Wort übersetzt:
Erhob Augen Jesus und gewahrte
daß Menge viel ging zu
ihm; und sprach zu Philippa Gattin
seiner: Woher kaufen ‹wir› Brote,
daß essen diese? Das aber sprach ‹er›
versuchend sie; denn ‹er› selbst wußte,
was ‹er› hatte ‹zu› tun. Erwiderte ihm
Philippa Gattin seine: ‹Für› zwei Hundert
‹an› Denaren Brote nicht genug sind
ihnen, daß nehme ein jeder weniges.
Sensationell!

Re: Papyrus Veltensis Ketelhohn

Verfasst: Sonntag 23. September 2012, 13:10
von Robert Ketelhohn
Hat einer mal die Anschrift von Stephen King?

Re: Papyrus Veltensis Ketelhohn

Verfasst: Sonntag 23. September 2012, 13:11
von Robert Ketelhohn
Äh nee, Verzeihung, ich meine: Karen King!

Re: Papyrus Veltensis Ketelhohn

Verfasst: Sonntag 23. September 2012, 13:14
von taddeo
Robert Ketelhohn hat geschrieben:Äh nee, Verzeihung, ich meine: Karen King!
Probier's mal bei regensburg-digital.de, für deren Nivea wär das grad recht.

Re: Papyrus Veltensis Ketelhohn

Verfasst: Sonntag 23. September 2012, 13:33
von civilisation
In der Benediktinerinnenabtei in Eibingen gibt es eine Schwester Philippa - eine "Braut Christi":

Bild

:doktor: :blinker:

Re: Papyrus Veltensis Ketelhohn

Verfasst: Sonntag 23. September 2012, 13:59
von Robert Ketelhohn
Ist die so alt? :hae?:

Re: Papyrus Veltensis Ketelhohn

Verfasst: Sonntag 23. September 2012, 15:48
von Juergen
Eine entsprechende Diskussion gibt es auch schon im Gesichtsbuch:
https://www.facebook.com/photo.php?fbid ... ly&theater


Bevor mir jemand meine geklaute Idee klaut, melde ich schonmal Ideenschutz an: :maske:
Juergen hat geschrieben: Ich hatte schon immer mal vor einen Roman zu schreiben… wie wäre es mit einem Kriminalroman?
Überqualifizierte junge Frau und Hobbydetektivin (abgebrochene Studien in Theologie, Linguistik, Kernphysik, Karate und Kabbala) findet beim Wellnessurlaub in einem schottischen Kloster einen in einer Latrine schwimmenden, verschlossenen Krug mit eben diesem Fragment… Kirche ist böse… Opus Dei kommt… Vertuschung… Verschwörung… Mord und Totschlag… Am Ende verbrennt das Fragment und alles bleibt beim alten.
ie junge Frau heiratet einen Templer und lebt mit ihm glücklich bis sie erneut was für den Fortsetzungsroman findet.

Re: Papyrus Veltensis Ketelhohn

Verfasst: Sonntag 23. September 2012, 15:59
von Robert Ketelhohn
Also, mach mir ein Angebot für das Fragment! ;D :freude:

Re: Papyrus Veltensis Ketelhohn

Verfasst: Montag 24. September 2012, 10:34
von Robert Ketelhohn
Bekomme ich kein Angebot mehr? :aergerlich:

Re: Papyrus Veltensis Ketelhohn

Verfasst: Montag 24. September 2012, 11:07
von Niels
Hier hast Du die Mailadresse von Frau König:

Karen L. King
Hollis Professor of Divinity
Contact Information
kking@hds.harvard.edu
:koenig:

Re: Papyrus Veltensis Ketelhohn

Verfasst: Montag 24. September 2012, 11:27
von Niels
Robert Ketelhohn hat geschrieben:Also, mach mir ein Angebot für das Fragment! ;D :freude:
Ich habe im Keller noch eine Unmenge an Ostraka und Tontafeln herumliegen. :maske: Natürlich sind auch welche mit gotischen Textfragmenten dabei. :D Zufälligerweise sind da überall Damen mit im Spiel. Da heiratet ein gewisser "Xristus" einmal eine gewisse Phoebe. Ach ja, und in einem anderen Text eine gewisse Junia. :umkuck:
Gebote? :anton:

Re: Papyrus Veltensis Ketelhohn

Verfasst: Montag 24. September 2012, 11:39
von civilisation
Zufälligerweise sind da überall Damen mit im Spiel.
Ist ja auch logisch. Wird vermutlich Kochgeschirr (und Küchenrezepte) sein. Damals standen die Damen doch noch (im Gegensatz zu vielen emanzipierten Geschlechtsgenossinnen von heute) ausschließlich im Kochzelt oder Küchentrakt, kümmerten sich um Kind und Küche und brauten Bier, Met oder ähnliche Dinge, damit die Männer was zum Trinken hatten.

:doktor:

Re: Papyrus Veltensis Ketelhohn

Verfasst: Montag 24. September 2012, 12:00
von Linus
Robert Ketelhohn hat geschrieben:Bekomme ich kein Angebot mehr? :aergerlich:
Zwei Vater unser in deinen Anliegen.

Re: Papyrus Veltensis Ketelhohn

Verfasst: Montag 24. September 2012, 12:07
von Robert Ketelhohn
Dafür bekommst du aber kein Papyrusfragment, höchstens meine Photoshop-Datei! :motz:

;D ;D ;D

Re: Papyrus Veltensis Ketelhohn

Verfasst: Dienstag 25. September 2012, 17:01
von Juergen
Niels hat geschrieben:Ich habe im Keller noch eine Unmenge an Ostraka und Tontafeln herumliegen. :maske:
Ich hab noch nepis potus colonia. :tuete:

Re: Papyrus Veltensis Ketelhohn

Verfasst: Dienstag 25. September 2012, 17:09
von Linus
Robert Ketelhohn hat geschrieben:Dafür bekommst du aber kein Papyrusfragment, höchstens meine Photoshop-Datei! :motz:

;D ;D ;D
uh ich seh schon, die Katechesenwirkung über den reichen Jüngling lässt nach. :blinker: :blinker: Schnöder Mammon.

Wenn du willst biete ich noch ein Meßstipendium in deinen Anliegen.

Linus, gern mal Wetten mit dem Einsatz von Rosenkran(teilen) zur Verwunderung des Wettpartners eingehend.

Re: Papyrus Veltensis Ketelhohn

Verfasst: Dienstag 25. September 2012, 18:37
von Niels
Juergen hat geschrieben:
Niels hat geschrieben:Ich habe im Keller noch eine Unmenge an Ostraka und Tontafeln herumliegen. :maske:
Ich hab noch nepis potus colonia. :tuete:
Dreisprachig? Den "Stein von Closette"?


Re: Papyrus Veltensis Ketelhohn

Verfasst: Sonntag 28. Oktober 2012, 00:40
von ChrisCross
pius.info hat geschrieben:Der folgende Beitrag ist eine ausführliche Untersuchung über den am 18. September veröffentlichten, angeblich historischen Papyrus über Jesus und Maria Magdalena. Der koptische Text des kleinen Papierstückes belege – so der Ruf unseriöser Medien – dass Jesus mit Maria Magdalena verheiratet gewesen sein.

Frau Dr. Angelika Seibel, Papyrologin, hat für pius.info die Geschichte auf ihren Wahrheitsgehalt untersucht.