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Diakonat und "Omnium in mentem"
Verfasst: Mittwoch 31. Juli 2013, 16:06
von Protasius
Mit dem Motu proprio
Omnium in mentem hat Benedikt XVI. den CIC dahingehend abgeändert, daß Diakonen nicht mehr zugesprochen wird, daß sie
in persona Christi capitis handeln. Er bezieht sich dabei auf
Lumen gentium 29, wo dargelegt wird, daß der Diakon die Handauflegung "nicht zum Priestertum, sondern zur Dienstleistung" empfängt (unter Berufung auf altkirchliche Quellen).
Diese Änderung, die der sel. Johannes Paul II. bereits in den Katechismus einfügte, wurde von Seiten der Theologen und Diakone teils mit Befremden aufgenommen, z.B.
Peter Hünermann, Anmerkungen zum Motu proprio Omnium in mentem.
Re: Diakonat und "Omnium in mentem"
Verfasst: Mittwoch 31. Juli 2013, 18:26
von Maurus
Protasius hat geschrieben:Mit dem Motu proprio
Omnium in mentem hat Benedikt XVI. den CIC dahingehend abgeändert, daß Diakonen nicht mehr zugesprochen wird, daß sie
in persona Christi capitis handeln. Er bezieht sich dabei auf
Lumen gentium 29, wo dargelegt wird, daß der Diakon die Handauflegung "nicht zum Priestertum, sondern zur Dienstleistung" empfängt (unter Berufung auf altkirchliche Quellen).
Diese Änderung, die der sel. Johannes Paul II. bereits in den Katechismus einfügte, wurde von Seiten der Theologen und Diakone teils mit Befremden aufgenommen, z.B.
Peter Hünermann, Anmerkungen zum Motu proprio Omnium in mentem.
Ich rätsele da genauso wie Hünermann. Ratzinger ist ja eigentlich nicht dafür bekannt, einfach einen mittelalterlichen
point of view wieder herzustellen. Erklärungen irgendwelcher Art erfolgten nicht. Mir kam da eigentlich sofort in den Sinn, dass da eine Tür für einen nicht-sakramentalen Diakonat zumindest vorbereitet werden sollte. In irgendeinem Abschlussdokument einer Bischofssynode stand ja auch geschrieben, dass man das Amt des Lektoren, damit meine ich die ordentliche Beauftragung durch den Bischof, für Frauen öffnen solle. Das ist bislang noch nicht erfolgt, ist aber ein weiteres Zeichen.
Ich wusste bislang auch nicht, dass diese Änderung mit der Arbeit der Internationalen theologischen Kommission zusammenhängt. Das ist - wenn ich mich nicht irre - doch derselbe Club, der die Lehre vom limbus pueroum beerdigt hat. Ein erstaunlicher Einfluss.
Re: Diakonat und "Omnium in mentem"
Verfasst: Mittwoch 31. Juli 2013, 19:04
von overkott
Ist die Limbus-Lehre jetzt unfehlbar?
Re: Diakonat und "Omnium in mentem"
Verfasst: Mittwoch 31. Juli 2013, 19:25
von Raphael
Maurus hat geschrieben:Protasius hat geschrieben:Mit dem Motu proprio
Omnium in mentem hat Benedikt XVI. den CIC dahingehend abgeändert, daß Diakonen nicht mehr zugesprochen wird, daß sie
in persona Christi capitis handeln. Er bezieht sich dabei auf
Lumen gentium 29, wo dargelegt wird, daß der Diakon die Handauflegung "nicht zum Priestertum, sondern zur Dienstleistung" empfängt (unter Berufung auf altkirchliche Quellen).
Diese Änderung, die der sel. Johannes Paul II. bereits in den Katechismus einfügte, wurde von Seiten der Theologen und Diakone teils mit Befremden aufgenommen, z.B.
Peter Hünermann, Anmerkungen zum Motu proprio Omnium in mentem.
Ich rätsele da genauso wie Hünermann. Ratzinger ist ja eigentlich nicht dafür bekannt, einfach einen mittelalterlichen
point of view wieder herzustellen. Erklärungen irgendwelcher Art erfolgten nicht. Mir kam da eigentlich sofort in den Sinn, dass da eine Tür für einen nicht-sakramentalen Diakonat zumindest vorbereitet werden sollte. In irgendeinem Abschlussdokument einer Bischofssynode stand ja auch geschrieben, dass man das Amt des Lektoren, damit meine ich die ordentliche Beauftragung durch den Bischof, für Frauen öffnen solle. Das ist bislang noch nicht erfolgt, ist aber ein weiteres Zeichen.
Ich wusste bislang auch nicht, dass diese Änderung mit der Arbeit der Internationalen theologischen Kommission zusammenhängt. Das ist - wenn ich mich nicht irre - doch derselbe Club, der die Lehre vom limbus pueroum beerdigt hat. Ein erstaunlicher Einfluss.
Nun, irgendwie muß man doch DAS Hintertürchen aufbekommen, damit die Frauen ihre Hoffnungen auf die Diakonninen- respektive Priesterinnenweihe nicht begraben müssen!

Re: Diakonat und "Omnium in mentem"
Verfasst: Mittwoch 31. Juli 2013, 23:37
von Maurus
overkott hat geschrieben:Ist die Limbus-Lehre jetzt unfehlbar?
Na klar.
Re: Diakonat und "Omnium in mentem"
Verfasst: Mittwoch 31. Juli 2013, 23:41
von Maurus
Raphael hat geschrieben:Maurus hat geschrieben:Protasius hat geschrieben:Mit dem Motu proprio
Omnium in mentem hat Benedikt XVI. den CIC dahingehend abgeändert, daß Diakonen nicht mehr zugesprochen wird, daß sie
in persona Christi capitis handeln. Er bezieht sich dabei auf
Lumen gentium 29, wo dargelegt wird, daß der Diakon die Handauflegung "nicht zum Priestertum, sondern zur Dienstleistung" empfängt (unter Berufung auf altkirchliche Quellen).
Diese Änderung, die der sel. Johannes Paul II. bereits in den Katechismus einfügte, wurde von Seiten der Theologen und Diakone teils mit Befremden aufgenommen, z.B.
Peter Hünermann, Anmerkungen zum Motu proprio Omnium in mentem.
Ich rätsele da genauso wie Hünermann. Ratzinger ist ja eigentlich nicht dafür bekannt, einfach einen mittelalterlichen
point of view wieder herzustellen. Erklärungen irgendwelcher Art erfolgten nicht. Mir kam da eigentlich sofort in den Sinn, dass da eine Tür für einen nicht-sakramentalen Diakonat zumindest vorbereitet werden sollte. In irgendeinem Abschlussdokument einer Bischofssynode stand ja auch geschrieben, dass man das Amt des Lektoren, damit meine ich die ordentliche Beauftragung durch den Bischof, für Frauen öffnen solle. Das ist bislang noch nicht erfolgt, ist aber ein weiteres Zeichen.
Ich wusste bislang auch nicht, dass diese Änderung mit der Arbeit der Internationalen theologischen Kommission zusammenhängt. Das ist - wenn ich mich nicht irre - doch derselbe Club, der die Lehre vom limbus pueroum beerdigt hat. Ein erstaunlicher Einfluss.
Nun, irgendwie muß man doch DAS Hintertürchen aufbekommen, damit die Frauen ihre Hoffnungen auf die Diakonninen- respektive Priesterinnenweihe nicht begraben müssen!

Nee, die Priesterin ist damit ja endgültig passé. Die Diakonin aber nicht, jedenfalls eine nichtsakramentale. Aber das entspricht eigentlich nicht Ratzingers Vorstellungen, wenn ich das recht sehe. Einen nichtsakramentalen Frauendiakonat hat es ja im Prinzip gegeben, vielleicht ist das auch die Reaktion darauf. Die Konstruktion erlaubt sozusagen eine diachrone Einordnung früherer Formen des Diakonats.