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Überraschendes zur Geistlichen Kommunion bei Thomas von Aquin

Verfasst: Sonntag 26. April 2020, 09:47
von Herr v. Liliencron

Re: Überraschendes zur Geistlichen Kommunion bei Thomas von Aquin

Verfasst: Sonntag 26. April 2020, 10:41
von Juergen
Ist doch ähnlich wie es auch das Konzil v. Trient lehrt und es sich im Anschluß daran im Katechismus findet:
Catechismus Romanus hat geschrieben:
II,53 Doch leh­re man auch, wer all die eben er­wähn­ten un­end­lich gro­ßen Früch­te der hei­li­gen Eu­cha­ris­tie sich an­zu­eig­nen ver­mag. In die­sem Zu­sam­men­hang spre­che man da­von, dass es meh­re­re Ar­ten zu kom­mu­ni­zie­ren gibt, da­mit das gläu­bi­ge Volk ler­ne, »sich um die bes­sern Ga­ben zu be­müh­en« (1 Kor 12, 31). Schon die Vor­zeit hat, wie wir im Tri­en­ter Kon­zil le­sen (Conc. Trid. XIII de euch, cp 8), ganz rich­tig und ent­spre­chend drei Ar­ten un­ter­schie­den, das hei­ligs­te Sa­kra­ment zu emp­fan­gen.

Die ei­nen emp­fan­gen nur das Sa­kra­ment; so die Sün­d­er, die oh­ne Scheu die hei­li­gen Ge­heim­nis­se in ih­ren un­rei­nen Mund und Herz auf­zu­neh­men wa­gen und von de­nen der Apo­s­tel sagt, »sie es­sen und trin­ken den Leib des Herrn un­wür­dig« (1 Kor 11, 29). Von die­sen schreibt der hl. Au­gus­tin: »Wer nicht in Chris­tus bleibt und in wem Chris­tus nicht bleibt, der isst sein Fleisch zwei­fel­los nicht in geis­ti­ger Wei­se, mag er auch leib­li­cher­wei­se und dem Au­gen­schein nach die sa­kra­men­ta­len Ge­stal­ten des Lei­bes und Blu­tes im Mund ha­ben« (Aug. in Jo tract. 26, 18). Wer in sol­cher Her­zens­ver­fas­sung die hei­li­gen Ge­heim­nis­se emp­fängt, der zieht nicht nur kei­ne Frucht dar­aus, er isst und trinkt sich nach dem Wort des Apo­s­tels selbst das Ge­richt (1 Kor 11, 29).

An­de­re emp­fan­gen die Eu­cha­ris­tie nur geis­ti­ger­wei­se, wie man sagt. Es sind das je­ne, die im Wunsch und Ver­lan­gen je­nes Him­mels­brot ge­nie­ßen, be­seelt von le­ben­di­gem »Glau­ben, der in der Lie­be wirk­sam ist« (Gal 5, 6). Durch sol­che geis­ti­ge Kom­mu­ni­on si­chern sie sich, wenn auch nicht al­le, so doch sehr be­deu­ten­de Gna­den­früch­te.

An­de­re end­lich emp­fan­gen die hei­li­ge Eu­cha­ris­tie im Sa­kra­ment und im Geist. Sie ha­ben sich nach des Apo­s­tels Vor­schrift zu­erst ge­prüft (1 Kor 11, 28) und so tre­ten sie mit hoch­zeit­li­chem Ge­wand an­ge­tan zu die­sem gött­li­chen Tisch, und ma­chen sich all je­ne über­rei­chen Früch­te zu ei­gen, von de­nen oben die Re­de war.
Mi­t­hin be­rau­ben sich, wie leicht er­sicht­lich, je­ne der größt­en über­na­tür­li­chen Güt­er, die sich da­mit be­gnü­g­en, die hei­li­ge Kom­mu­ni­on nur geis­ti­ger­wei­se zu emp­fan­gen, wie­wohl sie ge­nü­g­end vor­be­rei­tet wär­en, den Leib des Herrn auch im Sa­kra­ment zu emp­fan­gen.

Re: Überraschendes zur Geistlichen Kommunion bei Thomas von Aquin

Verfasst: Sonntag 26. April 2020, 13:35
von Herr v. Liliencron
Richtig. Überraschend ist vielleicht eher, dass sich eine fast entgegengesetzte Vorstellung und Praxis von geistlicher Kommunion etabliert hat.