Was einem Atheisten antworten, der beweisen will...:

Schriftexegese. Theologische & philosophische Disputationen. Die etwas spezielleren Fragen.
josef
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Was einem Atheisten antworten, der beweisen will...:

Beitrag von josef »

Hallo Theologen,

Was soll ich einem Atheisten auf den folgenden Gedankengang antworten?
Mir fällt noch ein Grund ein warum ich kein Christ bin. Und zwar deswegen, weil Jesus selbst das beste Argument gegen das Christentum ist.

"Als sich Jesus wieder auf den Weg machte, lief ein Mann auf ihn zu, fiel vor ihm auf die Knie und fragte ihn: Guter Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu gewinnen? Jesus antwortete: Warum nennst du mich gut? Niemand ist gut außer Gott, dem Einen." (Mk 10,18 Einh.)

Jesus glaubte also selbst nicht an das, was die Kirche später glaubte, nämlich dass Jesus Gott in Menschengestalt und ohne Sünde war! Das passt auch zu der Tatsache, dass Jesus sich taufen ließ, wobei die Taufe des Johannes eine Buß- und Sühnetaufe war, die die Menschen von ihren Sünden reinigen sollte:

"In jenen Tagen kam Jesus aus Nazareth in Galiläa und ließ sich von Johannes im Jordan taufen." (Mk 1,9 Einh.)

Laut Markusevangelium kam erst danach der Geist Gottes auf Jesus. Erst danach wurde er zum Sohn Gottes:

"Und als er aus dem Wasser stieg, sah er, dass der Himmel sich öffnete und der Geist wie eine Taube auf ihn herabkam." (Mk 1,10 Einh.)

Jesus glaubte nicht an ein Heil im Jenseits, sondern an das Kommen des Gottesreiches noch zu seinen Lebzeiten. Er sah seine Generation als letzte an:

"Und er sagte zu ihnen: Amen, ich sage euch: Von denen, die hier stehen, werden einige den Tod nicht erleiden, bis sie gesehen haben, dass das Reich Gottes in (seiner ganzen) Macht gekommen ist." (Mk 9,1 Einh.)

"Amen, ich sage euch: Diese Generation wird nicht vergehen, bis das alles eintrifft." (Mk 13,30)

Außerdem glaubte Jesus selbst nicht an die Notwendigkeit seines Kreuztodes:

"Vater, alles ist dir möglich. Nimm diesen Kelch von mir" (Mk 14,36 Einh.)

Gruß
josef

Tacitus
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Registriert: Montag 20. Juni 2005, 18:50

Re: Was einem Atheisten antworten, der beweisen will...:

Beitrag von Tacitus »

josef hat geschrieben:
"Als sich Jesus wieder auf den Weg machte, lief ein Mann auf ihn zu, fiel vor ihm auf die Knie und fragte ihn: Guter Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu gewinnen? Jesus antwortete: Warum nennst du mich gut? Niemand ist gut außer Gott, dem Einen." (Mk 10,18 Einh.)

Jesus glaubte also selbst nicht an das, was die Kirche später glaubte, nämlich dass Jesus Gott in Menschengestalt ... war!
Jesus - Jo 10,30 - hat geschrieben:Ich und der Vater sind eins.
josef hat geschrieben:
Jesus glaubte also selbst nicht an das, was die Kirche später glaubte, nämlich dass Jesus ... ohne Sünde war.
Das passt auch zu der Tatsache, dass Jesus sich taufen ließ, wobei die Taufe des Johannes eine Buß- und Sühnetaufe war, die die Menschen von ihren Sünden reinigen sollte:

"In jenen Tagen kam Jesus aus Nazareth in Galiläa und ließ sich von Johannes im Jordan taufen." (Mk 1,9 Einh.)
Matthäus 3,13-15 hat geschrieben:Zu der Zeit kam Jesus aus Galiläa an den Jordan zu Johannes, daß er sich von ihm taufen ließe. Aber Johannes wehrte ihm und sprach: Ich bedarf dessen, daß ich von dir getauft werde, und du kommst zu mir? Jesus aber antwortete und sprach zu ihm: Laß es jetzt geschehen! Denn so gebührt es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen. Da ließ er's geschehen.
josef hat geschrieben:
Laut Markusevangelium kam erst danach der Geist Gottes auf Jesus. Erst danach wurde er zum Sohn Gottes:

"Und als er aus dem Wasser stieg, sah er, dass der Himmel sich öffnete und der Geist wie eine Taube auf ihn herabkam." (Mk 1,10 Einh.)
Matthäus 3,17 hat geschrieben:Und siehe, eine Stimme vom Himmel herab sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.
josef hat geschrieben:
Jesus glaubte nicht an ein Heil im Jenseits, sondern an das Kommen des Gottesreiches noch zu seinen Lebzeiten. Er sah seine Generation als letzte an:

"Und er sagte zu ihnen: Amen, ich sage euch: Von denen, die hier stehen, werden einige den Tod nicht erleiden, bis sie gesehen haben, dass das Reich Gottes in (seiner ganzen) Macht gekommen ist." (Mk 9,1 Einh.)
Johannes 1,14 hat geschrieben:Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.
josef hat geschrieben:
Außerdem glaubte Jesus selbst nicht an die Notwendigkeit seines Kreuztodes:

"Vater, alles ist dir möglich. Nimm diesen Kelch von mir" (Mk 14,36 Einh.)
Lukas 24,25f. hat geschrieben:Und Jesus sprach zu ihnen: O ihr Toren, zu trägen Herzens, all dem zu glauben, was die Propheten geredet haben! Mußte nicht Christus dies erleiden und in seine Herrlichkeit eingehen? Und er fing an bei Mose und allen Propheten und legte ihnen aus, was in der ganzen Schrift von ihm gesagt war.

Petra
Beiträge: 6157
Registriert: Samstag 4. Oktober 2003, 19:30

Beitrag von Petra »

Hallo Josef,

Wiki scheint bei dem Thema ganz brauchbar zu sein, aber vielleicht sollte ein Theologe (Tacitus?) das noch mal checken: http://de.wikipedia.org/wiki/Trinit%C3%A4t (Stichpunkt 6.1.)

jakob
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Registriert: Sonntag 14. November 2004, 21:14

Beitrag von jakob »

Apg 8,26ff hat geschrieben: Der Kämmerer aus Äthiopien
Aber der Engel des Herrn redete zu Philippus und sprach: Steh auf und geh nach Süden auf die Straße, die von Jerusalem nach Gaza hinabführt und öde ist. Und er stand auf und ging hin. Und siehe, ein Mann aus Äthiopien, ein Kämmerer und Mächtiger am Hof der Kandake, der Königin von Äthiopien, welcher ihren ganzen Schatz verwaltete, der war nach Jerusalem gekommen, um anzubeten. Nun zog er wieder heim und saß auf seinem Wagen und las den Propheten Jesaja. Der Geist aber sprach zu Philippus: Geh hin und halte dich zu diesem Wagen! Da lief Philippus hin und hörte, daß er den Propheten Jesaja las, und fragte: Verstehst du auch, was du liest? Er aber sprach: Wie kann ich, wenn mich nicht jemand anleitet? Und er bat Philippus, aufzusteigen und sich zu ihm zu setzen. Der Inhalt aber der Schrift, die er las, war dieser (Jesaja 53,7-8): «Wie ein Schaf, das zur Schlachtung geführt wird, und wie ein Lamm, das vor seinem Scherer verstummt, so tut er seinen Mund nicht auf. In seiner Erniedrigung wurde sein Urteil aufgehoben. Wer kann seine Nachkommen aufzählen? Denn sein Leben wird von der Erde weggenommen.» Da antwortete der Kämmerer dem Philippus und sprach: Ich bitte dich, von wem redet der Prophet das, von sich selber oder von jemand anderem? Philippus aber tat seinen Mund auf und fing mit diesem Wort der Schrift an und predigte ihm das Evangelium von Jesus. Und als sie auf der Straße dahinfuhren, kamen sie an ein Wasser. Da sprach der Kämmerer: Siehe, da ist Wasser; was hindert's, daß ich mich taufen lasse? Und er ließ den Wagen halten, und beide stiegen in das Wasser hinab, Philippus und der Kämmerer, und er taufte ihn. Als sie aber aus dem Wasser heraufstiegen, entrückte der Geist des Herrn den Philippus, und der Kämmerer sah ihn nicht mehr; er zog aber seine Straße fröhlich. Philippus aber fand sich in Aschdod wieder und zog umher und predigte in allen Städten das Evangelium, bis er nach Cäsarea kam.

josef
Beiträge: 317
Registriert: Montag 6. Oktober 2003, 09:20

Beitrag von josef »

Danke Tacitus, Petra,

Ihr seid mir ein Hilfe.
Will's gleich einbringen.


Gruß
josef

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