Hallo.
Ist zwar auch 'ne Frage, aber passt hier gut hin, vielleicht weiß es ja jemand:
Welche Gebetstraditionen jenseits des Herzensgebetes gibt es in der Ostkirche? Wie und mit welchen Texten bspw. gestalten die Mönche die Gebetszeiten, ihr "Stundengebet"? Gibt es dort Ähnlichkeiten zum westlichen Brevier?
Und wie sieht's mit dem Rosenkranz aus? Das Herzensgebet wird ja im Westen (berechtigterweise) populärer, wie ist die Sicht des Gottesvolkes der Ostkirche zum Rosenkranz?
Gebet der Ostkirche
- Robert Ketelhohn
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Orthodoxes Stundengebet gibt es natürlich auch, aber aus dem Handgelenk kann ich jetzt nichts Näheres dazu sagen.
Das Herzensgebet, das ja wesentlich Jesusgebet ist, gibt es in verschiedenen textlichen Fassungen, teils gekürzt, teils erweitert. Insbesondere ist nicht selten der Einschub »durch die Gebete der Gottesgebärerin«, also insgesamt: »Herr Jesus Christus, Sohn Gottes, durch die Gebete der Gottesgebärerin erbarme dich meiner, des Sünders.« So etwa überliefert vom hl. Seraphim von Sarow.
Auch einen orthodoxen „Rosenkranz“ kennt man (den auch derselbe Seraphim empfahl). Er ist freilich nicht so verbreitet wie im Westen oder das Jesusgebet im Osten. Über die genaue Form bin ich mir nicht ganz klar, es gibt aber jedenfalls den Brauch, hundertfünfzigmal je zehn Ave Maria zu beten (was ungefähr zehn Rosenkränzen unseres Brauch ohne Geheimnisse entspricht).
Die russisch-kirchenslawische Fassung des Ave Maria lautet so:
Богородице Дево, радуйся,
Благодатная Марие, Господь с Тобою;
благословена Ты в женах
и благословен плод чрева Твоего,
яко Спаса родила еси душ наших.
Gottesgebärerin Jungfrau, freue Dich,
Begnadete Maria, der Herr ‹ist› mit Dir;
gebenedeit ‹bist› Du unter den Frauen
und gebenedeit ‹ist› die Frucht Deines Leibes,
denn du hast den Heiland geboren unserer Seelen.
Jenes „радуйся“ („freue dich“) gibt dabei wörtlich den griechischen Gruß „χαῖρε“ wieder, wofür das Lateinische „ave“ sagt.
Das Herzensgebet, das ja wesentlich Jesusgebet ist, gibt es in verschiedenen textlichen Fassungen, teils gekürzt, teils erweitert. Insbesondere ist nicht selten der Einschub »durch die Gebete der Gottesgebärerin«, also insgesamt: »Herr Jesus Christus, Sohn Gottes, durch die Gebete der Gottesgebärerin erbarme dich meiner, des Sünders.« So etwa überliefert vom hl. Seraphim von Sarow.
Auch einen orthodoxen „Rosenkranz“ kennt man (den auch derselbe Seraphim empfahl). Er ist freilich nicht so verbreitet wie im Westen oder das Jesusgebet im Osten. Über die genaue Form bin ich mir nicht ganz klar, es gibt aber jedenfalls den Brauch, hundertfünfzigmal je zehn Ave Maria zu beten (was ungefähr zehn Rosenkränzen unseres Brauch ohne Geheimnisse entspricht).
Die russisch-kirchenslawische Fassung des Ave Maria lautet so:
Богородице Дево, радуйся,
Благодатная Марие, Господь с Тобою;
благословена Ты в женах
и благословен плод чрева Твоего,
яко Спаса родила еси душ наших.
Gottesgebärerin Jungfrau, freue Dich,
Begnadete Maria, der Herr ‹ist› mit Dir;
gebenedeit ‹bist› Du unter den Frauen
und gebenedeit ‹ist› die Frucht Deines Leibes,
denn du hast den Heiland geboren unserer Seelen.
Jenes „радуйся“ („freue dich“) gibt dabei wörtlich den griechischen Gruß „χαῖρε“ wieder, wofür das Lateinische „ave“ sagt.
Propter Sion non tacebo, | ſed ruinas Romę flebo, | quouſque juſtitia
rurſus nobis oriatur | et ut lampas accendatur | juſtus in eccleſia.
rurſus nobis oriatur | et ut lampas accendatur | juſtus in eccleſia.
- Erich_D
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Ralf,
es gibt vom Benziger Verlag, Reihe "Klassiker der Meditation", eine Ausgabe der "Kleinen Philokalie", ich weiss nicht, ob Du das Buch kennst? Es enthält einige Auszüge aus der eigentlichen "Philokalie", der "Liebe zur Schönheit" (im Sinne der Tugend bzw. geistigen Schönheit). Wird nicht in den "Aufrichtigen Erzählungen ..." von der "Tugendliebe" gesprochen? Das ist die Philokalie. Die Philokalie hatte (hat?) auf die Gebetstradition der Ostkirche einen enormen Einfluss. Nach dem, was ich in der "Kleinen Philokalie" las, geniesst etwa das Psalmengebet eine etwas geringere Wertschätzung als in der lateinischen Kirche:
Lieber Bruder, höre mir genau zu. Was nützt das mündliche Gebet, wenn der Geist umherschweift? ... Diejenigen, die wenig den Psalmengesang pflegen, haben nach meiner Ansicht dafür einen Grund. Sie beobachten hier eine rechte Einteilung und zeigen eine Maßhaltung, deren ausserordentliche Bedeutung uns die Weisen lehren. Sie erschöpfen ihre Kraft nicht im tätigen Tugendleben, damit der Geist nicht nachlässig wird für das Gebet und er seine Begeisterung für dasselbe nicht einbüßt. Sie singen wenig Psalmen und widmen dafür den größeren Teil ihrer Zeit dem inneren Gebet. Wenn der Geist durch die langgeübten Gebetsrufe und die unbewegliche Blickrichtung ermüdet wird, findet er eine Unterbrechung im Psalmengebet von jener starken seelischen Bindung in der Gottesversenkung. ... Wenn du allein die Psalmen singst, so spreche zuerst das Dreimalheilig, das Gebet des Herrn und laß deinen Geist über dein Gemüt wachen. Wenn dich trotzdem Überdruß niederdrückt, bete noch zwei oder drei Psalmen, die Bußlieder, aber ohne zu singen. Der hl. Basilius sagt, man müsse jeden Tag mit den Psalmen abwechseln zur Erweckung der Entschlossenheit, damit der Geist nicht durch das Beten derselben Psalmen den Geschmack verliert, und ihm eine gewisse Freiheit geben, um seine Kampfbereitschaft zu erhalten. ... (Kleine Philokalie: Gregor der Sinait, Unterschiede in der Übung des Psalmengebets).
es gibt vom Benziger Verlag, Reihe "Klassiker der Meditation", eine Ausgabe der "Kleinen Philokalie", ich weiss nicht, ob Du das Buch kennst? Es enthält einige Auszüge aus der eigentlichen "Philokalie", der "Liebe zur Schönheit" (im Sinne der Tugend bzw. geistigen Schönheit). Wird nicht in den "Aufrichtigen Erzählungen ..." von der "Tugendliebe" gesprochen? Das ist die Philokalie. Die Philokalie hatte (hat?) auf die Gebetstradition der Ostkirche einen enormen Einfluss. Nach dem, was ich in der "Kleinen Philokalie" las, geniesst etwa das Psalmengebet eine etwas geringere Wertschätzung als in der lateinischen Kirche:
Lieber Bruder, höre mir genau zu. Was nützt das mündliche Gebet, wenn der Geist umherschweift? ... Diejenigen, die wenig den Psalmengesang pflegen, haben nach meiner Ansicht dafür einen Grund. Sie beobachten hier eine rechte Einteilung und zeigen eine Maßhaltung, deren ausserordentliche Bedeutung uns die Weisen lehren. Sie erschöpfen ihre Kraft nicht im tätigen Tugendleben, damit der Geist nicht nachlässig wird für das Gebet und er seine Begeisterung für dasselbe nicht einbüßt. Sie singen wenig Psalmen und widmen dafür den größeren Teil ihrer Zeit dem inneren Gebet. Wenn der Geist durch die langgeübten Gebetsrufe und die unbewegliche Blickrichtung ermüdet wird, findet er eine Unterbrechung im Psalmengebet von jener starken seelischen Bindung in der Gottesversenkung. ... Wenn du allein die Psalmen singst, so spreche zuerst das Dreimalheilig, das Gebet des Herrn und laß deinen Geist über dein Gemüt wachen. Wenn dich trotzdem Überdruß niederdrückt, bete noch zwei oder drei Psalmen, die Bußlieder, aber ohne zu singen. Der hl. Basilius sagt, man müsse jeden Tag mit den Psalmen abwechseln zur Erweckung der Entschlossenheit, damit der Geist nicht durch das Beten derselben Psalmen den Geschmack verliert, und ihm eine gewisse Freiheit geben, um seine Kampfbereitschaft zu erhalten. ... (Kleine Philokalie: Gregor der Sinait, Unterschiede in der Übung des Psalmengebets).
"Spiel nicht mit den Schmuddelkindern sing nicht ihre Lieder. Geh doch in die Oberstadt mach´s wie deine Brüder", so sprach die Mutter, sprach der Vater, lehrte der Pastor."
-
Ralf
Nun, die Philokaleia habe ich gelesen, diese handelt aber fast ausschließlich, wenn es um Gebetsformen geht, um das Herzensgebet bzw. Jesusgebet. Und dass die Psalmen weniger gebetet werden, wäre mir neu, ich denke eher das Gegenteil, da die Psalmen das Gebet der frühen Mönche waren, und die Orthodoxie ist ja nach wie vor sehr mönchisch geprägt.
- Erich_D
- Beiträge: 1098
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Nur scheint es so zu sein, als würde das mündliche Psalmengebet in der Tradition der Ostkirche als geringer erachtet werden als das innerliche (Herzens-)Gebet. In unserer Tradition gilt ja in Nachfolge des Heiligen Benedikt "Dem Gottesdienst soll nichts vorgezogen werden." - Regel, Kapitel 43 (3)). Dahinter scheint mir ein prinzipiell anderes Verständnis zu stehen, Gebet als Dienst in der Kirche in unserer Tradition, zumindest im Bereich des mönchischen Lebens.
"Spiel nicht mit den Schmuddelkindern sing nicht ihre Lieder. Geh doch in die Oberstadt mach´s wie deine Brüder", so sprach die Mutter, sprach der Vater, lehrte der Pastor."
Hier kommt der "orthodoxe Rosenkranz", auch bekannt als "Gebetsregel der Heiligen Gottesgebärerin":
1. Die Geburt Mariens.
2. Die Aufopferung Mariens im Tempel.
3. Die Verkündigung an Maria.
4. Mariens Besuch bei Elisabeth.
5. Die Geburt Jesu.
6. Die Aufopferung Jesu im Tempel.
7. Die Flucht nach Ägypten.
8. Die Wiedeauffindung Jesu im Tempel.
9. Das Wunder auf der Hochzeit zu Kana.
10. Der Tod Jesu.
11. Die Auferstehung Jesu.
12. Die Himmelfahrt Jesu.
13. Die Sendung des Heiligen Geistes.
14. Die Entschlafung Mariens.
15. Die Veherrlichung Mariens.
Jeder einzelne Abschnitt wird eingeleitet mit einem Vaterunser, es folgt 10 Mal das Avemaria (bzw. das oben von Robert zitierte Gebet) und einmal dieses Gebet
Öffne uns das Tor der Barmherzigkeit, gepriesene Gottesgebärerin, auf daß wir, die wir auf dich hoffen, nicht verlorengehen, sondern durch dich von jeglichem Elend befreit werden, denn du bist das Heil der Christenheit.
Der hl. Seraphim von Sarow, der diese Gebetsregel praktizierte (sie geht aber auf den hl. Seraphim, den Märtyrer zurürck) bestand darauf, daß das letztere Gebet sehr wichtig sei.
1. Die Geburt Mariens.
2. Die Aufopferung Mariens im Tempel.
3. Die Verkündigung an Maria.
4. Mariens Besuch bei Elisabeth.
5. Die Geburt Jesu.
6. Die Aufopferung Jesu im Tempel.
7. Die Flucht nach Ägypten.
8. Die Wiedeauffindung Jesu im Tempel.
9. Das Wunder auf der Hochzeit zu Kana.
10. Der Tod Jesu.
11. Die Auferstehung Jesu.
12. Die Himmelfahrt Jesu.
13. Die Sendung des Heiligen Geistes.
14. Die Entschlafung Mariens.
15. Die Veherrlichung Mariens.
Jeder einzelne Abschnitt wird eingeleitet mit einem Vaterunser, es folgt 10 Mal das Avemaria (bzw. das oben von Robert zitierte Gebet) und einmal dieses Gebet
Öffne uns das Tor der Barmherzigkeit, gepriesene Gottesgebärerin, auf daß wir, die wir auf dich hoffen, nicht verlorengehen, sondern durch dich von jeglichem Elend befreit werden, denn du bist das Heil der Christenheit.
Der hl. Seraphim von Sarow, der diese Gebetsregel praktizierte (sie geht aber auf den hl. Seraphim, den Märtyrer zurürck) bestand darauf, daß das letztere Gebet sehr wichtig sei.
Hi an alle,
Angefangen mit den Morgen- und Abendgebeten in ziemlich feststehender Form, je nachdem bei welcher Landeskirchen gerade (Russisch, Griechisch, etc.); dann gibt es Akathiste - Lobpreisungen für den Herrn, die Gottesmutter und viele Heilige sowie auch Kanon-Gebete wiederum zu Ehren der Mutter Gottes, der Engel und vieler Heiliger.
Ganz wichtig und unerlässlich für jeden, der zur Heiligen Kommunion möchte sind die Kommuniongebete am Abend zuvor, am darauffolgenden Morgen und nach dem Enpfang derselben.
Vieles gibt es inzwischen auch auf Deutsch.
Die Gläubigen sind auch sehr dazu angehalten den Psalter zu beten; zu diesem Zweck gibt in allen Kirchen das Psalterium zu kaufen welcher in zwanzig Abschnitte eingeteilt ist - jeder hat einleitende und abschließende Gebete, sodass man jeden Teil zu einer privaten Andacht verwenden kann.
Überhaupt kann man sagen, dass bei den orthodoxen Gläubigen sich viel mehr an persönlichen Gebetstraditionen erhalten hat als vielleicht in unseren Breiten, was sicher darauf zurückzuführen ist, dass in der Orthodoxie kirchliches und monastisches Leben eng miteinander verbunden sind.
Es setzt sich zusammen aus Hymnen, Psalmen, Wechseltexte zu den Heiligengedenktagen, Herrenfesten, Muttergottesfesten und Jahreszeiten (Fastenzeiten).
Der Aufbau des Stundengebetes ist sehr umfangreich und ist, wenn vollständig ausgeführt, nicht ohne gute Kenntnis deselben richtig zu verrichten. Man braucht immer mehre Bücher gleichzeitig.
Bis auf die Psalmenabschnitte kann alles auch gesungen werden.
Das geschieht dann besonders an Festtagen.
Es gibt im orthodoxen Kirchengesang acht Töne, ähnlich dem gregorianischen Choral, sodass bei bei fast allen Teilen des Stundengebetes genau festgelegt ist, in welchem Ton das gesungen werden muss.
Jedem orthodoxen Gläubigen sind mindesten die Teile des Stundengebetes bekannt, die jeder Göttlichen Liturgie vorangehen.
Allerdings ist es eher unüblich das Gläubige das Brevier, wie manchmal bei uns gerne, zu Hause beten, da das östliche Stundengebet einfach zu umfangreich ist und deshalb wirklich in erster Linie von Nonnen und Mönchen vollzogen werden soll.
Sie beten ja stellvertretend für uns alle.
Besonders dann, wenn uns Anfechtungen widerfahren oder in schwirigen Zeiten ist dieses kurze Gebet eine gute Hilfe.
LG Songul
Es gibt eine Menge.Welche Gebetstraditionen jenseits des Herzensgebetes gibt es in der Ostkirche?
Angefangen mit den Morgen- und Abendgebeten in ziemlich feststehender Form, je nachdem bei welcher Landeskirchen gerade (Russisch, Griechisch, etc.); dann gibt es Akathiste - Lobpreisungen für den Herrn, die Gottesmutter und viele Heilige sowie auch Kanon-Gebete wiederum zu Ehren der Mutter Gottes, der Engel und vieler Heiliger.
Ganz wichtig und unerlässlich für jeden, der zur Heiligen Kommunion möchte sind die Kommuniongebete am Abend zuvor, am darauffolgenden Morgen und nach dem Enpfang derselben.
Vieles gibt es inzwischen auch auf Deutsch.
Die Gläubigen sind auch sehr dazu angehalten den Psalter zu beten; zu diesem Zweck gibt in allen Kirchen das Psalterium zu kaufen welcher in zwanzig Abschnitte eingeteilt ist - jeder hat einleitende und abschließende Gebete, sodass man jeden Teil zu einer privaten Andacht verwenden kann.
Überhaupt kann man sagen, dass bei den orthodoxen Gläubigen sich viel mehr an persönlichen Gebetstraditionen erhalten hat als vielleicht in unseren Breiten, was sicher darauf zurückzuführen ist, dass in der Orthodoxie kirchliches und monastisches Leben eng miteinander verbunden sind.
Das östliche Stundengebet ist genau wie das westliche in sieben Tagzeiten eingeteilt.Wie und mit welchen Texten bspw. gestalten die Mönche die Gebetszeiten, ihr "Stundengebet"? Gibt es dort Ähnlichkeiten zum westlichen Brevier?
Es setzt sich zusammen aus Hymnen, Psalmen, Wechseltexte zu den Heiligengedenktagen, Herrenfesten, Muttergottesfesten und Jahreszeiten (Fastenzeiten).
Der Aufbau des Stundengebetes ist sehr umfangreich und ist, wenn vollständig ausgeführt, nicht ohne gute Kenntnis deselben richtig zu verrichten. Man braucht immer mehre Bücher gleichzeitig.
Bis auf die Psalmenabschnitte kann alles auch gesungen werden.
Das geschieht dann besonders an Festtagen.
Es gibt im orthodoxen Kirchengesang acht Töne, ähnlich dem gregorianischen Choral, sodass bei bei fast allen Teilen des Stundengebetes genau festgelegt ist, in welchem Ton das gesungen werden muss.
Jedem orthodoxen Gläubigen sind mindesten die Teile des Stundengebetes bekannt, die jeder Göttlichen Liturgie vorangehen.
Allerdings ist es eher unüblich das Gläubige das Brevier, wie manchmal bei uns gerne, zu Hause beten, da das östliche Stundengebet einfach zu umfangreich ist und deshalb wirklich in erster Linie von Nonnen und Mönchen vollzogen werden soll.
Sie beten ja stellvertretend für uns alle.
Der Rosenkranz, wie in der lateinischen Kirche gebetet, wird meines Wissens nicht gepflegt, ausser wohl bei unierten Kirchen; man hat davon Kenntnis aber es hat sich nicht so eingeführt wie etwa das Jesusgebet hier im Westen.Und wie sieht's mit dem Rosenkranz aus?
Das Jesusgebet ist dafür da, jederzeit und unablässig um das Erbarmen des Herrn zu bitten.könnte mal jemand orthodoxer was zum sog. "Jesusgebet" sagen?
Tät mich interessieren.
Besonders dann, wenn uns Anfechtungen widerfahren oder in schwirigen Zeiten ist dieses kurze Gebet eine gute Hilfe.
LG Songul