Auferstehungsmorgen

Schriftexegese. Theologische & philosophische Disputationen. Die etwas spezielleren Fragen.
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overkott
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Auferstehungsmorgen

Beitrag von overkott »

Wie sollte man den Sonnenaufgang am Ostersonntag in Jerusalem treffend übersetzen: mit Morgengrauen oder mit Morgenröte? Was sagen die Wetterhistoriker? War der Himmel bei der Auferstehung bewölkt? Wie würdet ihr die Szene malen?

Raimund J.
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Re: Morgengrauen oder Morgenröte?

Beitrag von Raimund J. »

Aus dem Exsultet:

"O wahrhaft selige Nacht,
dir allein war es vergönnt, die Stunde zu kennen,
in der Christus erstand von den Toten."

Deshalb findet ja die Auferstehungsfeier auch in der Nacht statt.

N A C H T
Der Herr ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln.
Nec laudibus, nec timore

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overkott
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Re: Morgengrauen oder Morgenröte?

Beitrag von overkott »

Müsste in christlicher temperantia nicht eher mit Morgendämmerung übersetzt werden?

Oder kann man das einer frommen Seele nicht zumuten?

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overkott
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Re: Morgengrauen oder Morgenröte?

Beitrag von overkott »

Sind Überlegungen zu Übersetzungen in katholischen Texten sinnfrei?

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cantus planus
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Re: Morgengrauen oder Morgenröte?

Beitrag von cantus planus »

Nein. Aber darum geht es hier schon seit deinem Eröffnungsposting nicht mehr. Würdest du einen Gedankengang nachvollziehbar ausführen und dann eine konkrete Frage dazu stellen, könnte man dir folgen und in die Diskussion einsteigen. So wirkst du gelegentlich wie im Fieberwahne delierend, und das ist über Jahre hinweg ja auch nicht gesund.
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Raimund J.
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Re: Morgengrauen oder Morgenröte?

Beitrag von Raimund J. »

Overkott ist halt weiterhin auf Stoffsuche für seinen Feldzug gegen die Feier der Osternacht in der Nacht.
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overkott
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Re: Morgengrauen oder Morgenröte?

Beitrag von overkott »

Man kann natürlich auch mit Tagesanbruch übersetzen. Die Evangelisten haben diesen Zeitpunkt für die Beschreibung des Auferstehungsgeschehens nicht zufällig gewählt. Auch später wird Johannes in seiner Geheimen Offenbarung schreiben, dass es keine Nacht mehr geben wird. Die Apostel kannten die Herzen und Seelen ihrer Zuhörer. Sie wussten, dass Kinder Angst haben, in den Keller zu gehen, und sich auch Erwachsene im Dunkeln fürchten. Mit ihren frohmachenden Geschichten haben sie ihnen die Angst genommen. Das hat auch etwas mit Nächstenliebe zu tun.

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Juergen
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Re: Morgengrauen oder Morgenröte?

Beitrag von Juergen »

Mir ist nicht ganz klar, auf welchen Text O. überhaupt hinaus will.

In Mt 28,1 wird vom hellwerdenden Tag gesprochen
Mk 16,2 spricht nur davon, daß es sehr früh war
LK 24,1 spricht von der tiefen Morgenfrühe
Joh 20,1 spricht von der Frühe als noch Dunkelheit war
Gruß Jürgen

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cantus planus
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Re: Morgengrauen oder Morgenröte?

Beitrag von cantus planus »

Wir haben ja noch nicht einmal geklärt, aus welcher Sprache resp. Ausgabe überhaupt übersetzt werden soll. Außerdem wäre dann noch ein Wetterhysteriker... pardon: -historiker aufzutreiben.
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overkott
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Re: Morgengrauen oder Morgenröte?

Beitrag von overkott »

Der Papst hat Ostersonntag Morgengrauen mit Frühling kombiniert. Das fand ich auch mal eine bemerkenswerte Variante.

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Robert Ketelhohn
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Re: Auferstehungsmorgen

Beitrag von Robert Ketelhohn »

Hierzu paßt, was ich vor Jahren mal anderswo schrieb:
Robert Ketelhohn hat geschrieben:
»War es bei der Aufsuchung des Grabs hell oder dunkel? Beides, auch ein Widerspruch in der Geschichte (Markus 16:2: Sonnenaufgang - "Und sie kommen sehr früh am ersten Wochentag zu der Gruft, als die Sonne aufgegangen war.", Matthäus 28:1: Dämmerung "Aber spät am Sabbat, in der Dämmerung des ersten Wochentages, kam Maria Magdalena und die andere Maria, um das Grab zu besehen.", Lukas: sehr früh am Tage - "An dem ersten Wochentag aber, ganz in der Frühe, kamen sie zu der Gruft und brachten die wohlriechenden Öle, die sie bereitet hatten.", Johannes 20:1: als es noch sehr dunkel war - "An dem ersten Wochentag aber kommt Maria Magdalena früh, als es noch finster war, zur Gruft und sieht den Stein von der Gruft weggenommen.". Es steht 3:2, dass es sehr finster war, Markus, Matthäus und Lukas sind dafür, dass es hell war, Johannes und Robert Ketelhohn dafür, dass es finster war.«
Wie lange noch will der Kerl hier seine Erbärmlichkeit ausbreiten? – Tatsächlich beschreiben die genannten Quellen recht anschaulich – gerade in der Zusammenschau der unterschiedlichen Blickrichtungen –, was sich da abspielte. Die Frauen kamen am Sonntag früh, als der Tag eben dämmerte, ans Grabmal. Bei Marcus (16,2) steht übrigens nicht: »als die Sonne aufgegangen war«, sondert in korrekter Übersetzung: »als die Sonne eben aufging«; ein typischer Anfängerfehler – auch wenn hier von der im allgemeinen recht guten Elberfelder begangen –, das participium aoristi durch Vorzeitigkeit wiederzugeben.

Also in der Dämmerung, beim Morgengrauen; und zwar Sonntag früh, denn der erste Tag der Woche ist der Sonntag (dies Solis), der auf den letzten Tag, den Sabbat, folgt. Dazu stimmt Mt 28,1: »Spät am Sabbat« ist allerdings wieder unsauber übersetzt. Nimmt man die Stelle für sich, ist die Übersetzung zwar nicht direkt falsch; es könnte aber ebensogut »längst nach dem Sabbat« heißen wie »spät am Sabbat«. Doch zeigt der Kontext, was gemeint ist: »als der erste Tag der Woche dämmerte«, das heißt: in der Morgendämmerung des nächsten Tags, des Sonntags, mithin auch: »nach dem Sabbat«.

Dasselbe sagt Lucas, dasselbe auch Johannes (20,1): »am ersten Wochentag aber, ganz in der Frühe«. Ein Problem, daß Johannes von Dunkelheit spricht? Wohl kaum. Das ist wie mit dem Glas, daß halb voll oder halb leer ist. Johannes ist in Gedanken bei den Ereignissen des Tages, wie er sie selber miterlebt hat. Von da aus ist die Dämmerung noch dunkel. Von der Nacht aus gesehen ist die Dämmerung umgekehrt hell. Allerdings sagt das keiner der Evangelisten. Sie reden recht objektiv davon, daß es dämmerte – bis auf Johannes, der seinen subjektiven Eindruck mit hineinbringt.

Wo soll da das Problem liegen? Wohl nur bei dem, der sowieso von all dem gar nichts begreifen will. Das gilt auch für das, was er im weiteren noch über Verfasserschaften und Datierungsfragen erbricht. Ich erspare mit weitere Kommentare.
Das Argumentationsziel war damals zwar ein anderes, aber die oben gestellte Frage, scheint mir, wird auch beantwortet.
Propter Sion non tacebo, | ſed ruinas Romę flebo, | quouſque juſtitia
rurſus nobis oriatur | et ut lampas accendatur | juſtus in eccleſia.

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