Memento mori
Verfasst: Mittwoch 24. Juni 2009, 11:03
Gewöhnlich wird Memento mori mit Gedenke zu sterben oder ähnlich übersetzt.
Der Zusammenhang mit mos, moris = die Sitte, wird oft gesehen.
Auf jeden Fall dürfte es sich um ein Wortspiel handeln, ähnlich wie bei corrumpere, das verderben bedeutet, aber oft auch als verwesen übersetzt wird.
Immer wieder sehen wir hier den Zusammenhang von Weisheit und Tugend, Theologie als Weg zum Leben.
Fortunae donis parvum tribuisse memento:
non opibus bona fama datur, sed moribus ipsis.
Denk daran, dass an den Gaben des Glücks nicht so viel liegt; nicht für Reichtum gewinnt man einen guten Ruf, sondern für seinen guten Charakter.
4.1.2 Memento Mori
Der Ausdruck Memento mori stammt aus dem Lateinischen und bedeutet "gedenke zu
sterben" [dass du sterben musst]; häufig als "gedenke des Todes" übersetzt, was
jedoch nicht sehr exakt ist, da mori als Substantiv lediglich Dativ Singular von
mos, moris (f. = Sitte, Brauch) und nicht Dativ Singular ("morti") von mors = Tod
sein kann (der Genitiv, also "des Todes" lautet mortis, liegt also noch ferner); ein
der o-Deklination entsprechender Genitiv auf -i ist inhaltlich aufgrund der in Frage
kommenden Worte auszuschließen; mori ist also der Infinitiv des Deponens morior =
sterben) bedeutet: Etwas, das uns an unsere Vergänglichkeit erinnert, z. B. eine
Ruine oder das laute Ticken einer Uhr.
Memento mori ist ein Mahnruf, der bereits in der Antike gebräuchlich war. Hinter dem
siegreichen Feldherrn im alten Rom, dem ein Triumphzug gewährt worden war, stand ein
Sklave, hielt ihm einen Lorbeerkranz oder die Jupiter-Tempel-Krone über den Kopf und
mahnte den Triumphator ununterbrochen mit den Worten:
Memento mori
Bedenke, dass du sterben musst.
Memento te hominem esse
Bedenke, dass du ein Mensch bist.
Respice post te, hominem te esse memento
Sieh dich um; denke daran, dass auch du nur ein Mensch bist.
Im (vermutlich) mittelalterlichen Mönchslatein wurde das Sprichwort Memento
moriendum esse, wörtlich: Sei eingedenk, dass zu sterben ist, durch Memento mori
verkürzt.
Ein frühe literarische Fundstelle dieses alten Mahnrufs ist ein alemannisches
Gedicht aus dem 12. Jahrhundert; es hat die lateinische Form als Überschrift. Der
Verfasser könnte ein Cluniazenser gewesen sein.
Die fernere Herkunft ist zwar ungeklärt, doch spricht einiges dafür, dass die antike
delphische "Anthropologie" Pate stand: der Mensch als "der Sterbliche".
Noch Anfang des letzten Jahrhunderts war es üblich, dass manche Männer in ihren
Hosentaschen oder an der Uhrkette einen kleinen Gegenstand mit sich herumtrugen, der
sie an ihre eigene Sterblichkeit erinnern sollte. Im Museum für Sepukralkultur in
Kassel kann man sich einige dieser Memento Moris noch heute ansehen. Es handelt sich
zum Beispiel um kleine Eieruhren, in denen die Lebenszeit wie Sand verrinnt, kleine
Nachbildungen von Totenmasken, und häufig sogar ein kleiner offener Sarg, in dem
meist sehr deftig der Verfall des menschlichen Körpers dargestellt wurde.
Cursum perficio
Cursum perficio.
Verbum sapienti:
quo plus habent,
eo plus cupiunt.
Post nubila, Phoebus
Iternum
Vergleichbar mit pax Deorum ist dieses Lied mit einem ähnlich knappen Text: Über den Begriff cursum schlägt der Text auch hier das Thema Schicksal, Lebensweg an, das Thema wird im Refrain ständig wiederholt, in einem ähnlich gleichförmigen Rhythmus wie in pax Deorum, wenn auch hier die Musik durch Klavier und Streicher weniger schwer wirkt. Auch dieser Text jedoch mündet in eine Art Orakel: Der Dativ von sapienti wirkt eigenartig, man würde sich eher einen Genitiv erwarten. Der Orakelcharakter wird auch die Nennung von Phoebus unterstrichen. Das letzte Wort gibt es in dieser Form nicht, die Bedeutung von „ewig“ ist aus dem Kontext nahe liegend, vielleicht ist es die phonetische Schreibweise eines englisch ausgesprochenen aeternum, vielleicht eine Kontraktion aus aeternum und iterum. Iterum könnte eine Rolle spielen, wenn man die letzten zwei Verse ohne Beistrich liest. In den Kommentaren auf der Enya-homepage findet sich eine weitere Interpretation: Iternum means "journey". It is related to "iter" (to journey), and the form seems to be in the genitive plural, which actually should be "itinerum", not "iternum" as written. This should be translated as journey" or perhaps "of the journeys" since the notes state that this song was inspired by an inscription found in the portico of Marilyn Monroe's last home, "My journey ends here"1.
http://29.85.129.132/search?q=cache:kE ... =firefox-a
Der Zusammenhang mit mos, moris = die Sitte, wird oft gesehen.
Auf jeden Fall dürfte es sich um ein Wortspiel handeln, ähnlich wie bei corrumpere, das verderben bedeutet, aber oft auch als verwesen übersetzt wird.
Immer wieder sehen wir hier den Zusammenhang von Weisheit und Tugend, Theologie als Weg zum Leben.
Fortunae donis parvum tribuisse memento:
non opibus bona fama datur, sed moribus ipsis.
Denk daran, dass an den Gaben des Glücks nicht so viel liegt; nicht für Reichtum gewinnt man einen guten Ruf, sondern für seinen guten Charakter.
4.1.2 Memento Mori
Der Ausdruck Memento mori stammt aus dem Lateinischen und bedeutet "gedenke zu
sterben" [dass du sterben musst]; häufig als "gedenke des Todes" übersetzt, was
jedoch nicht sehr exakt ist, da mori als Substantiv lediglich Dativ Singular von
mos, moris (f. = Sitte, Brauch) und nicht Dativ Singular ("morti") von mors = Tod
sein kann (der Genitiv, also "des Todes" lautet mortis, liegt also noch ferner); ein
der o-Deklination entsprechender Genitiv auf -i ist inhaltlich aufgrund der in Frage
kommenden Worte auszuschließen; mori ist also der Infinitiv des Deponens morior =
sterben) bedeutet: Etwas, das uns an unsere Vergänglichkeit erinnert, z. B. eine
Ruine oder das laute Ticken einer Uhr.
Memento mori ist ein Mahnruf, der bereits in der Antike gebräuchlich war. Hinter dem
siegreichen Feldherrn im alten Rom, dem ein Triumphzug gewährt worden war, stand ein
Sklave, hielt ihm einen Lorbeerkranz oder die Jupiter-Tempel-Krone über den Kopf und
mahnte den Triumphator ununterbrochen mit den Worten:
Memento mori
Bedenke, dass du sterben musst.
Memento te hominem esse
Bedenke, dass du ein Mensch bist.
Respice post te, hominem te esse memento
Sieh dich um; denke daran, dass auch du nur ein Mensch bist.
Im (vermutlich) mittelalterlichen Mönchslatein wurde das Sprichwort Memento
moriendum esse, wörtlich: Sei eingedenk, dass zu sterben ist, durch Memento mori
verkürzt.
Ein frühe literarische Fundstelle dieses alten Mahnrufs ist ein alemannisches
Gedicht aus dem 12. Jahrhundert; es hat die lateinische Form als Überschrift. Der
Verfasser könnte ein Cluniazenser gewesen sein.
Die fernere Herkunft ist zwar ungeklärt, doch spricht einiges dafür, dass die antike
delphische "Anthropologie" Pate stand: der Mensch als "der Sterbliche".
Noch Anfang des letzten Jahrhunderts war es üblich, dass manche Männer in ihren
Hosentaschen oder an der Uhrkette einen kleinen Gegenstand mit sich herumtrugen, der
sie an ihre eigene Sterblichkeit erinnern sollte. Im Museum für Sepukralkultur in
Kassel kann man sich einige dieser Memento Moris noch heute ansehen. Es handelt sich
zum Beispiel um kleine Eieruhren, in denen die Lebenszeit wie Sand verrinnt, kleine
Nachbildungen von Totenmasken, und häufig sogar ein kleiner offener Sarg, in dem
meist sehr deftig der Verfall des menschlichen Körpers dargestellt wurde.
Cursum perficio
Cursum perficio.
Verbum sapienti:
quo plus habent,
eo plus cupiunt.
Post nubila, Phoebus
Iternum
Vergleichbar mit pax Deorum ist dieses Lied mit einem ähnlich knappen Text: Über den Begriff cursum schlägt der Text auch hier das Thema Schicksal, Lebensweg an, das Thema wird im Refrain ständig wiederholt, in einem ähnlich gleichförmigen Rhythmus wie in pax Deorum, wenn auch hier die Musik durch Klavier und Streicher weniger schwer wirkt. Auch dieser Text jedoch mündet in eine Art Orakel: Der Dativ von sapienti wirkt eigenartig, man würde sich eher einen Genitiv erwarten. Der Orakelcharakter wird auch die Nennung von Phoebus unterstrichen. Das letzte Wort gibt es in dieser Form nicht, die Bedeutung von „ewig“ ist aus dem Kontext nahe liegend, vielleicht ist es die phonetische Schreibweise eines englisch ausgesprochenen aeternum, vielleicht eine Kontraktion aus aeternum und iterum. Iterum könnte eine Rolle spielen, wenn man die letzten zwei Verse ohne Beistrich liest. In den Kommentaren auf der Enya-homepage findet sich eine weitere Interpretation: Iternum means "journey". It is related to "iter" (to journey), and the form seems to be in the genitive plural, which actually should be "itinerum", not "iternum" as written. This should be translated as journey" or perhaps "of the journeys" since the notes state that this song was inspired by an inscription found in the portico of Marilyn Monroe's last home, "My journey ends here"1.
http://29.85.129.132/search?q=cache:kE ... =firefox-a