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Jesus und der Pelikan?
Verfasst: Freitag 17. Juli 2009, 19:49
von azs
Hallo,
immer wieder lese ich in verschiedensten Gebeten, dass Jesus symbolisch als Pelikan bezeichnet wird. Auch auf Kelchen oder über Kirchenpforten habe ich diese Darstellung schon gesehen. Weiß irgendjemand, was es damit auf sich hat? Was hat Jesus mit nem Pelikan zu tun?
lg
Re: Jesus und der Pelikan?
Verfasst: Freitag 17. Juli 2009, 19:57
von anneke6
Einer Fabel nach erweckt der Pelikan seine Jungen wieder zum Leben indem er ihnen sein eigenes Blut zu trinken gibt.
Re: Jesus und der Pelikan?
Verfasst: Freitag 17. Juli 2009, 20:22
von Niels
Daher seit dem 2. Jahrhundert (schon in den Katakomben) der Pelikan als Symbol der Aufopferung und Hingabe:
[quote="Der hl. Thomas in "Adoro te devote""]Pie pellicane, Iesu Domine,
Me immundum munda tuo sanguine.
Cuius una stilla salvum facere
Totum mundum quit ab omni scelere[/quote]
Gleich dem Pelikane starbst Du, Jesu mein,
Wasch in Deinem Blute mich von Sünden rein.
Schon ein kleiner Tropfen sühnet alle Schuld,
Bringt der ganzen Erde Gottes Heil und Huld.
Re: Jesus und der Pelikan?
Verfasst: Freitag 17. Juli 2009, 21:30
von taddeo
Hier findet man, woher diese Allegorie stammt:
http://de.wikipedia.org/wiki/Physiologus
Re: Jesus und der Pelikan?
Verfasst: Freitag 17. Juli 2009, 21:31
von azs
anneke6 hat geschrieben:Einer Fabel nach erweckt der Pelikan seine Jungen wieder zum Leben indem er ihnen sein eigenes Blut zu trinken gibt.
Und was für eine Fabel ist das?
Re: Jesus und der Pelikan?
Verfasst: Freitag 17. Juli 2009, 21:31
von azs
Da warst du ein paar Sekunden schneller

Re: Jesus und der Pelikan?
Verfasst: Sonntag 19. Juli 2009, 00:17
von Nassos
Ich habe diese Geschichte mit einem Storch (oder sonst einem Vogel, der des Fliegens mächtig ist) in Erinnerung (damals - in meinem katholischen Kindergarten)
Re: Jesus und der Pelikan?
Verfasst: Sonntag 19. Juli 2009, 00:25
von cantus planus
Das waren Modernisten.

Re: Jesus und der Pelikan?
Verfasst: Sonntag 19. Juli 2009, 00:57
von civilisation
„Vom Pelikan. Der selige David sagt in seinem Psalter: Ich bin gleich einem Pelikan in der Wüste. Der Physiologus hat von dem Pelikan gesagt, er gehe völlig auf in der Liebe zu seinen Kindern. Wenn er die Jungen hervorgebracht hat, dann picken diese, sobald sie nur ein wenig zunehmen, ihren Eltern ins Gesicht. Die Eltern aber hacken zurück und töten sie. Nachher jedoch tut es ihnen leid. Drei Tage lang trauern sie dann um die Kinder, die sie getötet haben. Nach dem dritten Tag aber geht die Mutter hin und reißt sich selber die Flanke auf, und ihr Blut tropft auf die toten Leiber der Jungen und erweckt sie.
So auch spricht unser Herr im Buche des Propheten Jesaia: Ich habe Kinder aufgezogen und erhöht, und sie sind von mir abgefallen. Der Meister hat uns hervorgebracht und wir haben ihn geschlagen. Wir haben gedient der Schöpfung wider den Schöpfer. Er aber kam zur Erhöhung des Kreuzes, und aus seiner geöffneten Seite troff Blut und Wasser, zu Heil und eigenem Leben: das Blut darum, dass gesagt ist: Er nahm den Kelch und dankte; das Wasser aber um der Taufe willen zur Buße.“ (Übersetzung O. Seel)"
Quelle: Gerhard Kurz, Metapher, Allegorie, Symbol, Göttingen , 54.