Juergen hat geschrieben:Micha hat geschrieben:Bei einem "fertigen" Lehrer geht's schneller mit dem Vorbereiten, dafür kommen Zeiten dazu für Korrekturen (die armen Deutschlehrer in der Oberstufe), Elterngespräche, Klassenfahrten (bändigt mal eine Horde 7.klässler...), Prüfungen (Abi, zentrale Klassenarbeiten), Konferenzen uvm.
Insgesamt ist das Lehrergehalt wohl eher ein Schmerzensgeld---
Wenn's so weiter geht falle ich in Kürze lachend tot vom Stuhl.
Tja Jürgen, geh mal ins Referendariat. Da habe ich gelernt, wie viel man arbeiten kann ... das Studium war dagegen ein Kinderspiel...
Und danach:
Ganz einfach:
-> 25 Unterrichtsstunden à 45 plus 5 Minuten (Raumwechsel)
-> ca 5 Hohlstunden in der Woche, die ich in der Regel für Schulorganisatorisches (Kopieren, Absprachen) etc. nutze
-> ca 1 Konferenz, Fachkonferenz, Kommissionssitzung, längeres Elterngespräch, Schülerberatung Elternabend etc. pro Woche (man sollte es nicht glauben, aber es kommt hin!) von 3 Zeitstunden
-> Pausenaufsichten, Busaufsicht, Vertretungsstunden etc -> 2 Stunden pro Woche
--> das sind schon über 30 Stunden pro Woche
Es bleiben rein rechnerisch ca 10 Stunden für die Unterrichtsvorbereitung und Korrekturen, ein echter Witz, das ist nicht schaffbar.
Dazu kommen:
-> Abitur, Abiturfeier, Beratung der Abiturienten vor der Prüfung
-> Exkursionen am Nachmittag (außerhalb der Unterrichtszeit), Theater- und Kinobesuche (bei didaktisch wertvollen Filmen)
-> gruppendynamisch sinnvolle Klassenfeste mit den Eltern ...
-> Vorbereitung von Schulgottesdiensten, Schulfesten ...
-> Präsenz z.B. beim Stadtfest, Weihnachtsmarkt ("Tag der Schulen"), Kontakttreffen mit den Pfarrern (bei Religion)
-> plötzlich ein netter Brief im Fach "Erstellen Sie bitte eine Abituraufgabe für 2006!"
-> Vorher-Erkundigen von Zielen von Wandertagen und Ausflügen (schon mal mit 30 Schülern den Weg gesucht?)
... das könnte noch Stunden so weitergehen
Ach ja, die vielen Ferientage?
-> eine Woche Schullandheim mit Klasse 8 = 14 Arbeitsstunden täglich (das ist noch knapp gerechnet), = 71 Überstunden, d.h. ca 9 freie Tage als Ausgleich
-> eine Woche Studienfahrt mit Klasse 12?
-> Besinnungstage, Exkursionen etc
-> nicht gerechnet die Korrekturzeit und die Vorbereitungen in den Ferien ...
Im Kalenderjahr 2003 hatte ich 25 freie Tage, also weniger als die meisten anderen, oder?
Ich mag meinen Job sehr gerne und behaupte auch sicher nicht, unterbezahlt zu sein... Aber unterbeschäftigt sind wir sicher auch nicht ...
und mich kotzt es in der Zwischenzeit an, mich immer für meinen Beamtenstatus rechtfertigen zu müssen - ich leiste viel (auch am Wochenende!), habe mein Studium und mein Referendariat als eine der Landesbesten abgeschlossen, war landesweit verfügbar - in der Wirtschaft würde ich hierfür wohl deutlich mehr [Punkt]
Und jetzt muss ich Schluss machen - heute abend ist noch eine Konferenz! Vorher muss ich noch Unterricht vorbereiten und eine Korrektur fertig machen ...
Laura