40 Stunden in der Woche arbeiten

Aktuelle Themen aus Politik, Gesellschaft, Weltgeschehen.
Cicero
Beiträge: 979
Registriert: Donnerstag 2. Oktober 2003, 09:26

Beitrag von Cicero »

Kordian hat geschrieben:... müßte man die Arbeit gerecht verteilen, jeder geht halt jeden 3. Tag zur Arbeit, damit alle mal bischen Geld verdienen können.
ökonomsich gesehen: Blödsinn ---

--- aber es wäre ja soooooo schön.
Träum weiter, auch Dich wird die Wirklichkeit noch einholen.

Jede Verkürzung der Arbeitszeit hebt die Arbeitskosten und macht damit Arbeit unwirtschaftlich(er).
Und die These von der gerechten Verteilung der Arbeit ist auch so ein romatisches Phantsieprodukt.

Benutzeravatar
Knecht Ruprecht
Beiträge: 4553
Registriert: Sonntag 5. Oktober 2003, 21:08
Wohnort: Zurück in OWL

Beitrag von Knecht Ruprecht »

Cicero hat geschrieben:
Kordian hat geschrieben:... müßte man die Arbeit gerecht verteilen, jeder geht halt jeden 3. Tag zur Arbeit, damit alle mal bischen Geld verdienen können.
ökonomsich gesehen: Blödsinn ---

--- aber es wäre ja soooooo schön.
Träum weiter, auch Dich wird die Wirklichkeit noch einholen.

Jede Verkürzung der Arbeitszeit hebt die Arbeitskosten und macht damit Arbeit unwirtschaftlich(er).
Und die These von der gerechten Verteilung der Arbeit ist auch so ein romatisches Phantsieprodukt.

Ich träume nicht. Ich habe nur den einzigen Lösungsweg beschrieben. Das dieser nicht funktionieren kann, ist klar, weil wer verzichtet schon auf 2/3 seines Lohns, weil er nur noch jeden 3. Tag zur Arbeit gehen darf. Allein schon, dass man in manche Firmen ausschließlich durch Familie reinkommt, ist schon ein Beleg dafür, dass niemand seine Arbeit abgibt, damit jemand anders mal arbeiten darf.

Benutzeravatar
Angelika
Beiträge: 1948
Registriert: Sonntag 5. Oktober 2003, 12:23
Wohnort: Berlin

Beitrag von Angelika »

Kordian hat geschrieben:Sprich, wenn jeder arbeitsfähige eine Möglichkeit auf Arbeit haben sollte, müßte man die Arbeit gerecht verteilen, jeder geht halt jeden 3. Tag zur Arbeit, damit alle mal bischen Geld verdienen können.
Es würde wohl schon ausreichen, wenn jeder Arbeitende einige Stunden weniger arbeiten würde. Die allermeisten Arbeitnehmer würden in einem solchen Fall auch mit dem geringeren Lohn auskommen.

Cicero hat geschrieben:Jede Verkürzung der Arbeitszeit hebt die Arbeitskosten und macht damit Arbeit unwirtschaftlich(er).
Arbeitszeitverkürzung ohne Lohnausgleich hebt die Arbeitskosten nicht oder nur unwesentlich (höherer Personalverwaltungsaufwand). Darüberhinaus würden sinkende Arbeitslosenzahlen zu sinkenden Sozialabgaben führen und die Arbeitskosten reduzieren.

Gruß
Angelika

Edith
Beiträge: 2544
Registriert: Sonntag 5. Oktober 2003, 20:38

Beitrag von Edith »

Angelika hat geschrieben: Es würde wohl schon ausreichen, wenn jeder Arbeitende einige Stunden weniger arbeiten würde. Die allermeisten Arbeitnehmer würden in einem solchen Fall auch mit dem geringeren Lohn auskommen.
wenn ich nur die 40 Std arbeiten müsste, die ich bezahlt bekomme, wäre das überhaupt kein Problem. Wenn meine 10 Kollegen ebenfalls nur die Std arbeiten würden, die man ihnen bezahlt (nämlich 40)... könnten wir problemlos eine Vollzeitkraft einstellen..... die müsste dann sogar noch einige Überstunden machen... :roll:

Andi
Beiträge: 240
Registriert: Donnerstag 24. Juni 2004, 13:35

Beitrag von Andi »

Bei kleinenren Betrieben klappt das aber nicht. da müssen die Arbeitnehmer schon mal flexibel sein und überstunden machen, oder manchmal halt nicht.
Dadurch daß die dann weniger arbeiten, kann ein kleinerer Betrieb eben keinen neue Kraft einstellen, das rentiert sich nicht.

Benutzeravatar
Werner001
Beiträge: 522
Registriert: Freitag 27. Februar 2004, 16:07
Wohnort: Reutlingen

Beitrag von Werner001 »

Bei kleinenren Betrieben klappt das aber nicht. da müssen die Arbeitnehmer schon mal flexibel sein und überstunden machen, oder manchmal halt nicht.
Dadurch daß die dann weniger arbeiten, kann ein kleinerer Betrieb eben keinen neue Kraft einstellen, das rentiert sich nicht.
Daß Flexibilität nötig ist, ist klar.

Wenn daraus allerdings Gewohnheit wird (was bei Edith ja der Fall zu sein scheint, wie sie es schildert) dann halte ich es für sehr fraglich.

Ich kenne auch einen mittelständischen Betrieb, wo es zum "guten Ton" gehört, seine 50 bis 60 Stunden in der Woche zu arbeiten, Montag bis (freiwillig) Samstag, und zwar immer, nicht nur saisonbedingt.

Die Firma bezahlt auch schön brav jede "Überstunde".

Wenn ich bedenke, wieviele Arbeitsplätze da nicht besetzt werden, halte ich das schon fast für assozial (das meine ich jetzt aber nicht zu Ediths Fall, ich kenne ihre Firma nicht!)

Werner

Edith
Beiträge: 2544
Registriert: Sonntag 5. Oktober 2003, 20:38

Beitrag von Edith »

Andi hat geschrieben:Bei kleinenren Betrieben klappt das aber nicht. da müssen die Arbeitnehmer schon mal flexibel sein und überstunden machen, oder manchmal halt nicht.
unser Arbeitszeitmodel ist da nur in eine Richtung flexibel..... :roll:

Laura

Beitrag von Laura »

Juergen hat geschrieben:
Micha hat geschrieben:Bei einem "fertigen" Lehrer geht's schneller mit dem Vorbereiten, dafür kommen Zeiten dazu für Korrekturen (die armen Deutschlehrer in der Oberstufe), Elterngespräche, Klassenfahrten (bändigt mal eine Horde 7.klässler...), Prüfungen (Abi, zentrale Klassenarbeiten), Konferenzen uvm.
Insgesamt ist das Lehrergehalt wohl eher ein Schmerzensgeld---
Wenn's so weiter geht falle ich in Kürze lachend tot vom Stuhl.
Tja Jürgen, geh mal ins Referendariat. Da habe ich gelernt, wie viel man arbeiten kann ... das Studium war dagegen ein Kinderspiel...

Und danach:
Ganz einfach:
-> 25 Unterrichtsstunden à 45 plus 5 Minuten (Raumwechsel)
-> ca 5 Hohlstunden in der Woche, die ich in der Regel für Schulorganisatorisches (Kopieren, Absprachen) etc. nutze
-> ca 1 Konferenz, Fachkonferenz, Kommissionssitzung, längeres Elterngespräch, Schülerberatung Elternabend etc. pro Woche (man sollte es nicht glauben, aber es kommt hin!) von 3 Zeitstunden
-> Pausenaufsichten, Busaufsicht, Vertretungsstunden etc -> 2 Stunden pro Woche
--> das sind schon über 30 Stunden pro Woche
Es bleiben rein rechnerisch ca 10 Stunden für die Unterrichtsvorbereitung und Korrekturen, ein echter Witz, das ist nicht schaffbar.
Dazu kommen:
-> Abitur, Abiturfeier, Beratung der Abiturienten vor der Prüfung
-> Exkursionen am Nachmittag (außerhalb der Unterrichtszeit), Theater- und Kinobesuche (bei didaktisch wertvollen Filmen)
-> gruppendynamisch sinnvolle Klassenfeste mit den Eltern ...
-> Vorbereitung von Schulgottesdiensten, Schulfesten ...
-> Präsenz z.B. beim Stadtfest, Weihnachtsmarkt ("Tag der Schulen"), Kontakttreffen mit den Pfarrern (bei Religion)
-> plötzlich ein netter Brief im Fach "Erstellen Sie bitte eine Abituraufgabe für 2006!"
-> Vorher-Erkundigen von Zielen von Wandertagen und Ausflügen (schon mal mit 30 Schülern den Weg gesucht?)
... das könnte noch Stunden so weitergehen

Ach ja, die vielen Ferientage?
-> eine Woche Schullandheim mit Klasse 8 = 14 Arbeitsstunden täglich (das ist noch knapp gerechnet), = 71 Überstunden, d.h. ca 9 freie Tage als Ausgleich
-> eine Woche Studienfahrt mit Klasse 12?
-> Besinnungstage, Exkursionen etc
-> nicht gerechnet die Korrekturzeit und die Vorbereitungen in den Ferien ...
Im Kalenderjahr 2003 hatte ich 25 freie Tage, also weniger als die meisten anderen, oder?

Ich mag meinen Job sehr gerne und behaupte auch sicher nicht, unterbezahlt zu sein... Aber unterbeschäftigt sind wir sicher auch nicht ...
und mich kotzt es in der Zwischenzeit an, mich immer für meinen Beamtenstatus rechtfertigen zu müssen - ich leiste viel (auch am Wochenende!), habe mein Studium und mein Referendariat als eine der Landesbesten abgeschlossen, war landesweit verfügbar - in der Wirtschaft würde ich hierfür wohl deutlich mehr [Punkt]
Und jetzt muss ich Schluss machen - heute abend ist noch eine Konferenz! Vorher muss ich noch Unterricht vorbereiten und eine Korrektur fertig machen ...

Laura

Ralf

Beitrag von Ralf »

Was bei Euch alles zur Arbeit zählt... vielleicht haben Jürgen und u.a. ich nur eine unterschiedliche Auffassung von diesem Begriff als bspw. Thierry und Du.

Benutzeravatar
Knecht Ruprecht
Beiträge: 4553
Registriert: Sonntag 5. Oktober 2003, 21:08
Wohnort: Zurück in OWL

Beitrag von Knecht Ruprecht »

Mir sind sogar fälle bekannt, wo die Eltern oder auch nur die Einzahl, ihren Job aufgaben und den Rest der Zeit bis zur Rente in Arbeitslosigkeit leben, damit deren Kinder oder auch hier nur die Einzahl, deren Job bekommen. Sprich, jetzt wird schon so gedreht und gewendet, damit der Arbeitsplatz zumindest in der Familie bleibt, wenn schon nicht genügt Arbeitsplätze für jeden da sind.

Stefan

Beitrag von Stefan »

Es kommt wohl darauf an, wieviel Arbeit man sich als Pauker macht. Wer es darauf anlegt, kommt ungeschoren als fauler Lehrer durch (wie mein Chemielehrer, der die Ausgeburt an Faulheit war); vielleicht wäre es eine gute Idee, den Beamtenstatus abzuerkennen und eine Kündbarkeit bei Schlechtleistung zu ermöglichen. Dagegen dürften Gutleister nix haben. Ich kenne aber auch fleißige Lehrer, die den Kindern zum Nutzen sind - und die Faulheit der Eltern auffangen.
Naja, und daß die Parlamente in allen föderalen Ebenen reichlich mit Lehrern besetzt sind, deutet auch nicht unbedingt auf eine Auslastung bis zum Zusammenbruch hin.

Manchmal erkennt man übrigens fleißige Lehrer auch daran, daß sie gar nicht leugnen, Freiräume zu haben, die andere nicht haben...

Laura

Beitrag von Laura »

Stefan hat geschrieben: Manchmal erkennt man übrigens fleißige Lehrer auch daran, daß sie gar nicht leugnen, Freiräume zu haben, die andere nicht haben...
Das ist übrigens unter anderem auch das, was ich an meinem Beruf liebe: Dass es meine Entscheidung ist, ob ich die ganzen Ferien wegfahre und in der ersten Woche nach den Ferien jeden Abend bis 23 Uhr am Schreibtisch sitze oder ob ich in den Ferien jeden Tag vormittags arbeite und dann in der ersten Woche danach auch mal nachmittags eine lange Siesta halten oder mit dem Fahrrad unterwegs sein kann. Diese "halbfreie" Zeiteinteilung kommt mir sehr entgegen, aber weniger Arbeit ist es deswegen sicher nicht.

Laura

Laura

Beitrag von Laura »

Ralf hat geschrieben:Was bei Euch alles zur Arbeit zählt... vielleicht haben Jürgen und u.a. ich nur eine unterschiedliche Auffassung von diesem Begriff als bspw. Thierry und Du.
Ich würde hier bei vielem die Frage stellen: Kann ich auch wegbleiben? In dem Moment, wo es dienstlich nicht möglich ist, würde ich es als Arbeit bezeichnen.
In der Tat lässt sich die Arbeit nur schwer bemessen und sind die Grenzen zur Freizeit fließend.
Zum Beispiel: Ist die Anwesenheit auf der Abifeier Arbeitszeit? Natürlich. Nur bis wann? Bis Mitternacht? Bis morgens? Wie ist es mit dem Lehrer, der sich verpflichtet hat, bis zum Schluss da zu bleiben?
Natürlich kann ich auf dem Schulfest nach 2 Stunden wieder gehen, aber das Bierchen-trinken mit den Eltern ist hoch sinnvoll, da es eine informelle Gesprächsmöglichkeit eröffnet, ebenso der Stammtisch nach der Elternversammlung... Arbeit oder Freizeit?
Ähnliche Frage: Hat der Pfarrer beim Pommes-Essen auf dem Pfarrfest Dienstzeit oder Freizeit? Ist der Smalltalk nach der Pfarrgemeinderatssitzung Arbeit oder Freizeit?

Und gerade weil bei der Lehrerarbeitszeit die Grauzone so immens ist und gerade diese Grauzone Schule attraktiv macht (Was ist ein Schulfest ohne Lehrer?), bin ich so strikt gegen Lehrerarbeitszeitmodelle, die wie in Hamburg versuchen, die Minuten zu erfassen.

Laura

Benutzeravatar
cathol01
Beiträge: 1562
Registriert: Mittwoch 17. Dezember 2003, 14:38
Wohnort: Archidioecesis Luxemburgensis
Kontaktdaten:

Beitrag von cathol01 »

Micha hat geschrieben:
cathol01 hat geschrieben:Ich arbeite 60 Stunden pro Woche. Werde allerdings auch gut bezahlt (3.300 € pro Monat).
Habe gerade nachgeschaut:
Im Referendariat bekam ich 1893,36 - aber D-Mark, gell!
Ich verdiene heute nach Verbeamtung und fast 5 Dienstjahren noch nicht annähernd so viel wie du im Referendariat.
Aber Luxemburg hat ja auch das höchste Prokopfeinkommen der Erde.
Die Luxemburger Lehrer sind die bestbezahlten Lehrer der Welt. Ich denke, dass ich als Referendar nun schon fast mehr verdiene als meine Uniprofessoren aus Belgien oder Trier. Man muss allerdings auch sagen, dass das Leben in Luxemburg - sieht man mal vom Benzin, dem Kaffee und dem Tabak ab - ein gutes Stück teurer ist als in Deutschland. Das beginnt schon im Supermarkt, aber auffällig ist es vor allem in der Immobilienbranche. Viele Deutsche, die hier arbeiten, bleiben in Deutschland wohnen, und es gibt auch mittlerweile nicht wenige Luxemburger, die in Deutschland, Belgien oder Frankreich ein Haus bauen, weil es hier eben so teuer ist. Wenn du in Luxemburg-Stadt mieten gehst, dann bist du dein hohes Gehalt los.
"Das Wahre ist nicht sicherer als das Wahrscheinliche."
(Diogenes Laërcius)

Benutzeravatar
Juergen
Beiträge: 27029
Registriert: Mittwoch 1. Oktober 2003, 21:43

Beitrag von Juergen »

Die im Jahre 1999 von "Mummert + Partner" im Auftrage des Landes NRW durchgeführte Untersuchung zur Lehrerarbeitszeit, zeigt deutlich, wie unterschiedlich diese sein können:

jährliche Arbeitszeit in Stunden

Schulform    Durchsch.    Min    Max    Standard-
             Stunden                    Abweich.
Grundsch.      1750      1289   2478     205
Hauptsch.      1791      1166   2635     225
Realsch.       1769       949   2443     245
Gymnasien      1900       930   3562     309
Gesamtsch.     1976      1207   3152     295
Berufbild.     1839       606   3000     283
Kollegs        1798       923   3133     335
Sondersch      1828       948   2612     242
2. Bildung-    1864       973   2772     327
weg

Quelle

Da könnte man vermuten: es kommt immer d'rauf an, wieviel Arbeit man sich macht :roll:
Gruß Jürgen

Dieser Beitrag kann unter Umständen Spuren von Satire, Ironie und ähnlich schwer Verdaulichem enthalten. Er ist nicht für jedermann geeignet, insbesondere nicht für Humorallergiker. Das Lesen erfolgt auf eigene Gefahr.
- Offline -

Ralf

Beitrag von Ralf »

Laura hat geschrieben:Zum Beispiel: Ist die Anwesenheit auf der Abifeier Arbeitszeit? Natürlich.
Das sehe ich komplett anders. Seit wann sind Gespräche beim Bierchen Arbeitszeit?

Micha

Beitrag von Micha »

leer
Zuletzt geändert von Micha am Donnerstag 3. Februar 2005, 02:34, insgesamt 1-mal geändert.

Benutzeravatar
Knecht Ruprecht
Beiträge: 4553
Registriert: Sonntag 5. Oktober 2003, 21:08
Wohnort: Zurück in OWL

Beitrag von Knecht Ruprecht »

Ich habe schon mal erwähnt, das Beamte aussen vor sind, weil die bis zum Tod vom Staat finanziert werden. Im Gegensatz dazu bekommen Arbeiter nur so lange Geld, so lange die in Akkordarbeit ihre Leistung bringen, wobei die erbrachte Leistung jedes mal kontrolliert wird.

Benutzeravatar
Knecht Ruprecht
Beiträge: 4553
Registriert: Sonntag 5. Oktober 2003, 21:08
Wohnort: Zurück in OWL

Beitrag von Knecht Ruprecht »

Auch sonst sollte man Arbeiter Arbeit und Manager Arbeit von einander trennen. Oft heißt es ja Manager haben 12 Stunden oder mehr Arbeitstage. Nur sind davon viele Studen im Büro sitzen, mit Kunden essen gehen etc. wohingegen der Arbeiter die ganzen Tag über schwere Paletten hin und her tregen muss, und dann noch weniger Geld verdient als der Manager, der ja einen 12 und mehr Stundentag hat.

Benutzeravatar
cathol01
Beiträge: 1562
Registriert: Mittwoch 17. Dezember 2003, 14:38
Wohnort: Archidioecesis Luxemburgensis
Kontaktdaten:

Beitrag von cathol01 »

Kordian hat geschrieben:Auch sonst sollte man Arbeiter Arbeit und Manager Arbeit von einander trennen. Oft heißt es ja Manager haben 12 Stunden oder mehr Arbeitstage. Nur sind davon viele Studen im Büro sitzen, mit Kunden essen gehen etc. wohingegen der Arbeiter die ganzen Tag über schwere Paletten hin und her tregen muss, und dann noch weniger Geld verdient als der Manager, der ja einen 12 und mehr Stundentag hat.
Ich finde, ein Beruf, der viel mit Sitzen, Denkarbeit und Menschen zu tun hat, ist viel stressiger als ein Beruf, wo man körperlich gefordert ist.
"Das Wahre ist nicht sicherer als das Wahrscheinliche."
(Diogenes Laërcius)

Benutzeravatar
Knecht Ruprecht
Beiträge: 4553
Registriert: Sonntag 5. Oktober 2003, 21:08
Wohnort: Zurück in OWL

Beitrag von Knecht Ruprecht »

cathol01 hat geschrieben:
Kordian hat geschrieben:Auch sonst sollte man Arbeiter Arbeit und Manager Arbeit von einander trennen. Oft heißt es ja Manager haben 12 Stunden oder mehr Arbeitstage. Nur sind davon viele Studen im Büro sitzen, mit Kunden essen gehen etc. wohingegen der Arbeiter die ganzen Tag über schwere Paletten hin und her tregen muss, und dann noch weniger Geld verdient als der Manager, der ja einen 12 und mehr Stundentag hat.
Ich finde, ein Beruf, der viel mit Sitzen, Denkarbeit und Menschen zu tun hat, ist viel stressiger als ein Beruf, wo man körperlich gefordert ist.
Warum kommen diese Menschen dann, die mit ihrer Denkarbeit mehr Stress haben als körperlich arbeitende Menschen, nie verschwitzt aus der Arbeit raus, sondern als hätten die sich grade umgezogen um auf Party zu gehen? Schachspieler verschwitzen 5 Kg pro Schachspiel und ich bezweifel, dass diese so viel Kopfarbeit machen müssen bis sie ins schwitzen kommen, weil die dümmer sind als die denkarbeitenden Manager.

Benutzeravatar
cathol01
Beiträge: 1562
Registriert: Mittwoch 17. Dezember 2003, 14:38
Wohnort: Archidioecesis Luxemburgensis
Kontaktdaten:

Beitrag von cathol01 »

Kordian hat geschrieben:Warum kommen diese Menschen dann, die mit ihrer Denkarbeit mehr Stress haben als körperlich arbeitende Menschen, nie verschwitzt aus der Arbeit raus, sondern als hätten die sich grade umgezogen um auf Party zu gehen?
Du wirst doch nicht der Grad des Schwitzens als einzigen Massstab nehmen? Wo gibt es mehr psychische Krankheiten (Burnouts, Depressionen, ...), unter den Managern oder unter den Arbeitern?
"Das Wahre ist nicht sicherer als das Wahrscheinliche."
(Diogenes Laërcius)

Benutzeravatar
Knecht Ruprecht
Beiträge: 4553
Registriert: Sonntag 5. Oktober 2003, 21:08
Wohnort: Zurück in OWL

Beitrag von Knecht Ruprecht »

cathol01 hat geschrieben:
Kordian hat geschrieben:Warum kommen diese Menschen dann, die mit ihrer Denkarbeit mehr Stress haben als körperlich arbeitende Menschen, nie verschwitzt aus der Arbeit raus, sondern als hätten die sich grade umgezogen um auf Party zu gehen?
Du wirst doch nicht der Grad des Schwitzens als einzigen Massstab nehmen? Wo gibt es mehr psychische Krankheiten (Burnouts, Depressionen, ...), unter den Managern oder unter den Arbeitern?
Schweis ist nun mal ein Zeichen für Anstrengung. Marathonläufer und -innen kommen halt vollgeschwitzt ans Ziel und nicht etwa nicht vollgeschwitzt aber dafür mit erigierten Geschlechtsorgan.

Sicherlich kennen Lehrer früher in Rente als Bauarbeiter, dass liegt aber allein daran, weil Beamte bis zum Tod von Staat finanziert werden. Daggen bekommt der Arbeiter nur so lange, so langer der die Betonpaletten hin- und herträgt. Das Selbe gilt für Manager. Wenn die ihren Posten aufgeben, kriegen die monatliche Gelder, für die die Arbeiter 4 Monate Holzpaletten hin- und hertragen müssen.

Zu deinen erwähnten Krankheiten kann ich nichts sagen. Ich kann mich nur an die Worte des schweizers Wettervorhersagers erinnern, der hier in Deutschland Karriere gemacht hat, dass es Biowetter nur in Deutschland gibt, halt. Sprich einen geht es schlecht weil die Sonne scheint oder der Wind vom Westen weht. In der restlichen Welt gibt es so einen Wirtschaftszweig für die Industrie gar nicht.

Edith
Beiträge: 2544
Registriert: Sonntag 5. Oktober 2003, 20:38

Beitrag von Edith »

Kordian hat geschrieben: Auch sonst sollte man Arbeiter Arbeit und Manager Arbeit von einander trennen.
keine Sorge, da achten die manager schon drauf... :roll:
Kordian hat geschrieben: Oft heißt es ja Manager haben 12 Stunden oder mehr Arbeitstage.
ja.... der war wieder gut. Kordian, ich lese Deine Beiträge immer mit großer Freude. :mrgreen:

Übrigens.... werden die armen Manager üblicherweise ausreichend kompensiert.... (oder kennst Du einen, der seine Handyrechnung nicht bezahlen kann und deshalb eine Pfändung laufen hat?)

Laura

Beitrag von Laura »

Ralf hat geschrieben:
Laura hat geschrieben:Zum Beispiel: Ist die Anwesenheit auf der Abifeier Arbeitszeit? Natürlich.
Das sehe ich komplett anders. Seit wann sind Gespräche beim Bierchen Arbeitszeit?
Stell Dir bitte das Geschrei vor, wenn alle Lehrer am Abend der Abifeier ihr Bier lieber auf dem heimischen Balkon trinken würden ...

Laura

Stefan

Beitrag von Stefan »

Laura hat geschrieben:
Ralf hat geschrieben:
Laura hat geschrieben:Zum Beispiel: Ist die Anwesenheit auf der Abifeier Arbeitszeit? Natürlich.
Das sehe ich komplett anders. Seit wann sind Gespräche beim Bierchen Arbeitszeit?
Stell Dir bitte das Geschrei vor, wenn alle Lehrer am Abend der Abifeier ihr Bier lieber auf dem heimischen Balkon trinken würden ...
Nana, Laura. :roll:
Jedes ordentliche Unternehmen erwartet (!) von seinen Mitabreitern, daß "social events" wahrgenommen werden. Sich ihnen zu entziehen wäre fatal. Ebenso erwartet (!) jedes ordentliche Unternehmen von seinen Mitarbeitern permanente Weiterbildung, und zwar privat und auf eigene Kosten. Flexibilität wird ebenso erwartet wie Bereitschaft zu Mehrarbeit. Man muß eben etwas dafür tun, um seinen Arbeitsplatz zu erhalten. Wenns nur um das Geschrei ginge...damit kann man gut leben.

Laura

Beitrag von Laura »

Damit hast du sicher Recht, Stefan ...
Trotzdem bleibt der Anteil der "social events" nicht in jedem Beruf gleich. Der Fließbandarbeiter wird relativ wenige davon haben, der Pfarrer oder der Schulleiter könnte jede Woche auf einer anderen Veranstaltung zum Repräsentieren sein. Und daher - das war einer der Eingangspunkte der Diskussion - ist es auch nur sinnvoll, in manchen Berufen die Arbeitszeit nicht in Minuten zu erfassen ... weil es eben diese immense Grauzone gibt zwischen Arbeit, Halbfreizeit, Freizeit ... Und ein Erfassen würde hier nur Unmut schaffen ... :nein: :nein:

Und was die Weiterbildung betrifft: Uns Lehrern wird zwar ein Minimum an Fortbildung vom Staat kostenlos angeboten (übrigens anders als die meisten Leute zu denken pflegen zu einem recht großen Prozentsatz in der unterrichtsfreien Zeit! - in diesem Schuljahr waren es bisher 6 Wochenendtage!), aber die fachliche und didaktische Weiterbildung ist größtenteils Privatsache - sowohl finanziell als auch inhaltlich ... d.h. Bücher kaufen (und lesen...). :sleep:


Was den ach so schönen Beamtenstatus betrifft, möchte ich den nun wirklich nicht "kleinreden", nur vorsichtig darauf hinweisen, dass die Arbeitsplatzsicherheit auch einige Kehrseiten hat, z.B. die Tatsache, dass es bei uns keinen Tarifvertrag gibt und der Staat z.B. in Fragen der Arbeitszeit machen kann, was er will - in BaWü eine Erhöhung um 3 Stunden in 7 Jahren bei gleichzeitiger Kürzung der Bezüge, oder die Tatsache, dass Versetzungen aus persönlichen Gründen sehr schwierig sind, d.h. ggf. eben über Jahre eine Distanzbeziehung, auch bei Kindern...
Wie gesagt - die Arbeitsplatzsicherheit ist Gold wert aber es ist auch nicht alles Gold, was glänzt.

Laura

Stefan

Beitrag von Stefan »

Laura hat geschrieben:in BaWü eine Erhöhung um 3 Stunden in 7 Jahren bei gleichzeitiger Kürzung der Bezüge, oder die Tatsache, dass Versetzungen aus persönlichen Gründen sehr schwierig sind, d.h. ggf. eben über Jahre eine Distanzbeziehung, auch bei Kindern...
Wie gesagt - die Arbeitsplatzsicherheit ist Gold wert aber es ist auch nicht alles Gold, was glänzt.
Ach - Baden-Würtemberg... da habe ich gehört, daß es dort noch etwas straffer zugeht als z.B. in NRW. Vielleicht ist das auch eine regionale Frage.

Aber sag mal: Wärst Du denn für die Abschaffung des Lehrerbeamtentums (ich weiß, das ist jetzt recht zeitgeistig) :?:

Jojo
Beiträge: 251
Registriert: Dienstag 11. November 2003, 19:12

Beitrag von Jojo »

Laura hat geschrieben:
Ralf hat geschrieben:
Laura hat geschrieben:Zum Beispiel: Ist die Anwesenheit auf der Abifeier Arbeitszeit? Natürlich.
Das sehe ich komplett anders. Seit wann sind Gespräche beim Bierchen Arbeitszeit?
Stell Dir bitte das Geschrei vor, wenn alle Lehrer am Abend der Abifeier ihr Bier lieber auf dem heimischen Balkon trinken würden ...

Laura
Ich stelle mir gerade das Geschrei vor, wenn Lehrer in ihrer Freizeit an Fortbildungen teilnehmen müssten, die sie auch selbst bezahlen müssten. Woanders durchaus üblich, z.B. auch in Ralfs Beruf.

Laura

Beitrag von Laura »

Stefan hat geschrieben: Aber sag mal: Wärst Du denn für die Abschaffung des Lehrerbeamtentums (ich weiß, das ist jetzt recht zeitgeistig) :?:

Stefan:
Jein ... ich bin mir da relativ unsicher. Vielleicht ein paar Gedankenfetzen...

-> für das Beamtentum spricht, dass ich Entscheidungen treffen muss, die das Leben von Kindern und Jugendlichen massiv beeinflussen. Letztes Jahr ist zum Beispiel ein Schüler wegen meiner Note durchs Abitur gefallen und hat die Schule verlassen. Bei solchen Entscheidungen halte ich es für sehr wichtig, dass ich wirklich nur aus dienstlichen Motiven entscheiden kann und persönlich nicht angreifbar bin. Sonst könnten z.B. Eltern mich "erpressen", indem sie z.B. bei der Schulleitung Beschwerden einreichten mit der Zielrichtung, ich sei "nicht mehr tragbar"... . Da die Beschwerdementalität zunimmt, bin ich sehr froh, dass ich meinen Beruf ungestört ausüben kann...
-> dagegen spricht, dass es einfach überhaupt keine Handhabe gegen faule Kollegen gibt und dass das schon Blüten treiben kann - wenn z.B. Kollegen meinen, dass Schulfeiern sie nicht betreffen und sie einfach gehen. Schlimmer ist es noch, dass es für Kollegen, die mit den Klassen einfach nicht (mehr) zurecht kommen, überhaupt keine Ausweichmöglichkeiten gibt - das führt zum Spießrutenlaufen ohne Ende... Die Verschärfung der Möglichkeiten zur Frühpensionierung tut das Ihrige dazu - schlechte, unfähige Lehrer sind fast nicht mehr aus dem Dienst zu entfernen, so dass sie bis 65 bleiben (müssen) und dann z.B. es in einer Schule einfach an der Tagesordnung ist, dass jede Klasse ein Jahr Matheunterricht einfach nur auf dem Papier hat, weil der Lehrer überhaupt nicht mehr unterrichten kann ...
-> dagegen spricht auch, dass das Beamtentum grob leistungsfeindlich ist. Bös gesprochen: ob ich meinen Dienst nach Vorschrift mache oder nebenbei noch 1000 Aktivitäten mit den Schülern anzettle, ist total egal - es macht keinen Cent aus und auf die Arbeitszeit wird es auch nicht angerechnet ... Das kann schon frustrierend sein ... und bringt auch Unfrieden in die Kollegien.

Jojo:
Was das Bezahlen der Fortbildungen betrifft, ist die Sache relativ einfach: Die Referenten erhalten auch keinen oder nur einen sehr geringen Lohn für die Fortbildungsarbeit, so dass dem Staat auch praktisch keine Kosten entstehen. Ein Beispiel: Für 4 Stunden gehaltene Fortbildung (für die ich ca 4 volle Ferientage vorbereitet habe), habe ich eine "Aufwandsentschädigung" von 25 Euro erhalten (kein Tippfehler!!) - fürstlich, oder?
Wenn ich dagegen sehe, was in der Wirtschaft für Fortbildungstätigkeit gezahlt wird ... ....

Laura

Micha

Beitrag von Micha »

leer
Zuletzt geändert von Micha am Donnerstag 3. Februar 2005, 02:33, insgesamt 1-mal geändert.

Laura

Beitrag von Laura »

Bei uns werden immer im Dezember wie verrückt Unterrichtsmaterialien für die Lehrerbücherei gekauft, weil das Geld im neuen Jahr verfällt und der Etat evtl. gekürzt wird, wenn er im Vorjahr nicht ausgeschöpft wurde ... also lieber ausgeben als verfallen lassen ...
Auch sinnlos, oder?

Laura

Antworten Vorheriges ThemaNächstes Thema