Tacitus hat geschrieben:Du lebst in einer romantischen Scheinwelt, die mit der Realität
nichts zu tun hat. Das teilst Du aber mit den meisten Deutschen
und damit auch mit den meisten Schreibern hier im Forum. Wenn
die Wirklichkeit Dich packt, wirds zu spät sein, Du Rehlein auf
der Au.
Ob der Vorwurf im konkreten Fall zutrifft – was man mit Grund bezwei-
feln könnte – stehe dahin. Oft ist der Vorwurf berechtigt. Auch gegenüber
dem Vorgänger des derzeitigen Papstes zum Beispiel, gegenüber den süß-
lich-schwülstig-optimistischen Texten des Vaticanum II und der bei-
den Päpste seiner Zeit. Ja auch gegenüber Pius XII. teilweise schon, um
ehrlich zu sein.
Ich möchte diesen Vorwurf aber – sollte er auch auf mich gemünzt sein
oder nicht – für meine Person prophylaktisch zurückweisen. Ich lehne,
ganz der kirchlichen Tradition und Lehre gemäß, das rächende Schwert
der Obrigkeit keineswegs ab. Ich verkläre es allerdings auch nicht und
bete es nicht an.
Es scheint ein grausames Übel dem, den es trifft, wie dem, der es führt,
wenn er menschlich fühlt. Dennoch ist es als Folge der Sünde notwendig,
ja wenn es entsprechend dem Zweck geführt wird, zu welchem der Herr
es den Gewalthabern anvertraut hat, ist es sogar ein Gut und kein Übel.
Aufgrund unserer gefallenen Natur aber ist es tatsächlich fast immer ein
Elend. Darüber mache ich mir keine Illusionen. Ebensowenig hindert die
Erkenntnis dieses Elends mich daran, der Obrigkeit den Gebrauch ihres
Schwerts als berechtigt anzuerkennen.
Andererseits behalte ich mir das Recht vor, vor jenen Obrigkeiten zu war-
nen, die ihrem Wesen nach zutiefst bösartig sind. Darum geht es. Es gibt
keine bösartigere Obrigkeit als jene, die heute die Vereinigten Staaten von
Amerika in ihren Krallen hat. Und du wirst mir zustimmen, lieber Tacitus,
jetzt oder einst.
Tacitus hat geschrieben:Friede ist in dieser Welt bestenfalls Abwesenheit von Krieg. Alles
andere ist Unsinn!
Volle Zustimmung. Dies ist auch ganz und gar katholisch. Aber du hast
noch nicht verstanden, daß du dich auf die Seite eines absolut bösen Ré-
gimes stellst.