Daraus folgt, dass die von allen Seiten geforderten weiteren Griechenland-bail-outs mit dem Solidariätsgedanken gerade nichts zu tun haben. Denn Solidarität müsste gerade mit den Ärmsten geleistet werden, und das sind in der EU bzw im Euro-Klub NICHT die Griechen. Ganz abgesehen davon, dass bail-outs gegen den Maastricht-Vertrag verstoßen.Maurus hat geschrieben:Das mag sein. Perfekte Systeme sind den Menschen eben noch nicht gelungen. So what?ElizaDoolittle hat geschrieben:In Wirklichkeit wirkt sich gerade die Fehlkonstruktion des Euro, wie sich am Beispiel der Slowakei zeigt, scharf antieuropäisch und unsolidarisch gegen ärmere Euro-Länder aus, die nun dafür bestraft werden, wenn sie zum Unterschied von der PIIGS-Gruppe vernünftig gewirtschaftet haben.
Alle Zahlungen an Griechenland haben Griechenlands Gläubigern geholfen; dem einfachen Griechen gar nicht oder höchstens in letzter Linie.
Nun geht es mit Griechenland aber weiter bergab. Es kann bei einem Schuldenstand von 174% seines Bruttosozialprodukts schlechterdings auf keinen grünen Zweig kommen.
Was erforderlich wäre, das wäre eine mindestens 4-%-ige Senkung seiner Preise und Löhne, wenn es zB hinsichtlich seiner Tourismus-Industrie mit seinem nächsten Nachbarn, der Türkei, wieder konkurrenzfähig werden wollte.
Das kann ohne Bürgerkrieg unter dem Euro niemals durchgesetzt werden. Die Preise für griechische Produkte sind derzeit so gewaltig, dass sogar Agraprodukte nach Griechenland eingeführt werden müssen.
Die Griechen kaufen Tomaten aus Holland, weil die griechischen zu teuer sind, und die die griechischen Oliven werden nicht geerntet, weil die Pflückerlöhne zu hoch sind!
Das Einzige was diesem Land helfen würde, wäre eine Abwertung seiner Währung, was aber nicht möglich ist, solange es im Euro-Verbund auf Gedeih und Verderb festgehalten wird. 49% der Griechen waren denn auch schon Ende 212 für den Euro-Austritt; aber dazu müssten die Euro-Verträge geändert werden, die keinen Austritt vorsehen.
Solche Realitäten sollte man sich einmal vor Augen halten, bevor man die vernünftigen Vorschläge der AfD betreffend eine gewisse Um-Organiseirung der Euro-Zone mit ideologischen Phrasen verteufelt.
Näheres in dem hoch aufschlussreichen Interview von Prof. Sinn (der nicht einmal AfD-Mitglied ist: im Grunde genommen vermittelt er lediglich das, was der wirtschaftliche Menschenverstand jedermann sagen sollte).
Hier zu deiner Information: http://www.youtube.com/watch?v=csT-teUUxDY
