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Fallen Familienväter demnächst für Aktienkurse?

Verfasst: Dienstag 9. November 2010, 14:45
von overkott
Dürfen Ehemänner und Familienväter, die in der Bundeswehr ihren Dienst angetreten haben, um das Recht und die Freiheit der Bundesrepublik tapfer zu verteidigen, bald ihr Leben für Aktienkurse lassen? Ist deutsche Sicherheitspolitik 66 Jahre nach Kriegsende wieder die Verlängerung der Wirtschaftspolitik mit anderen Mitteln? Karl-Theodorf zu Guttenberg scheut jedenfalls nicht, auf den Grund für den Rücktritt von Bundespräsident Köhler noch eins draufzusetzen. Guttenberg könnte sein Nachfolger werden.

Re: Fallen Familienväter demächst für Aktienkurse?

Verfasst: Dienstag 9. November 2010, 14:51
von taddeo
Ich dachte zuerst, Du hättest Dich verschrieben. Daß die Aktien für Familienväter ständig fallen, wäre ja nichts Neues.
Aber auch Deine Version hat tatsächlich einen traurigen wahren Kern.

Ob ein Familienvater allerdings für "Ehre und Vaterland" fällt oder für Aktienkurse, bleibt sich gleich.
Das eine ist genauso ein zweifelhafter "Wert" wie das andere.
In Zukunft wird man diese Frage allerdings so nicht mehr stellen, wenn es nämlich keine Wehrpflicht mehr gibt.
Wer sich künftig beim Bund verpflichtet, wird von Beginn an wissen, daß er womöglich auch in Kampfeinsätze geschickt wird,
deren Hintergrund wirtschaftspolitischer Natur ist, und in denen er zu Tode kommen kann.
Kein Familienvater, der dies scheut, wird gezwungen sein, Berufssoldat zu werden.

Re: Fallen Familienväter demächst für Aktienkurse?

Verfasst: Dienstag 9. November 2010, 14:56
von Marion
taddeo hat geschrieben:Ob ein Familienvater allerdings für "Ehre und Vaterland" fällt oder für Aktienkurse, bleibt sich gleich.
Das finde ich nicht. Für den Mammon sich in Todesgefahr begeben ist schon was ganz was anderes als gegen Angreifer auf Familie und Volk loszuziehen.

Re: Fallen Familienväter demnächst für Aktienkurse?

Verfasst: Dienstag 9. November 2010, 14:58
von taddeo
Für den Gefallenen macht es keinen Unterschied, würde ich meinen.
Zumal die moderne Kriegsführung den Begriff der "Landesverteidigung" eigentlich seines Sinnes beraubt.
Siehe etwa den Spruch "Deutschland wird auch am Hindukusch verteidigt". :vogel:

Re: Fallen Familienväter demnächst für Aktienkurse?

Verfasst: Dienstag 9. November 2010, 15:07
von Marion
taddeo hat geschrieben:Für den Gefallenen macht es keinen Unterschied, würde ich meinen.
Doch, sie sind zwar beide gleich tot. Aber der eine hat für etwas ehrenhaftes gekämpft und der andere für etwas unehrenhaftes.
taddeo hat geschrieben:Zumal die moderne Kriegsführung den Begriff der "Landesverteidigung" eigentlich seines Sinnes beraubt.
Siehe etwa den Spruch "Deutschland wird auch am Hindukusch verteidigt". :vogel:
Das stimmt wohl leider.

Re: Fallen Familienväter demnächst für Aktienkurse?

Verfasst: Dienstag 9. November 2010, 15:24
von overkott
Dass sich Guttenberg so ethisch anspruchslos präsentiert, hätte ich nicht gedacht. Für einen Karrieristen, der auf alles oder nichts pokert, ist das verständlich. Aber ein christlich-sozialer Politiker weiß, dass eine Bundeswehr ohne ethische Legitimation nichts anderes wäre als eine Räuberbande.

Re: Fallen Familienväter demnächst für Aktienkurse?

Verfasst: Dienstag 9. November 2010, 16:55
von taddeo
overkott hat geschrieben:Dass sich Guttenberg so ethisch anspruchslos präsentiert, hätte ich nicht gedacht. Für einen Karrieristen, der auf alles oder nichts pokert, ist das verständlich. Aber ein christlich-sozialer Politiker weiß, dass eine Bundeswehr ohne ethische Legitimation nichts anderes wäre als eine Räuberbande.
Die Bundeswehr bezieht zumindest in Deutschland ihre Legitimation ausschließlich vom Parlament.
Wenn aber das Parlament - nach der Definition Augustinus' - nichts anderes mehr ist als eine gut organisierte Räuberbande,
dann kann die Bundeswehr selbst zunächst mal nichts dafür. Sie wird also nicht aus sich selbst heraus zur Räuberbande,
aber womöglich zum Erfüllungsgehilfen einer solchen.

Re: Fallen Familienväter demnächst für Aktienkurse?

Verfasst: Dienstag 9. November 2010, 17:01
von overkott
taddeo hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:Dass sich Guttenberg so ethisch anspruchslos präsentiert, hätte ich nicht gedacht. Für einen Karrieristen, der auf alles oder nichts pokert, ist das verständlich. Aber ein christlich-sozialer Politiker weiß, dass eine Bundeswehr ohne ethische Legitimation nichts anderes wäre als eine Räuberbande.
Die Bundeswehr bezieht zumindest in Deutschland ihre Legitimation ausschließlich vom Parlament.
Wenn aber das Parlament - nach der Definition Augustinus' - nichts anderes mehr ist als eine gut organisierte Räuberbande,
dann kann die Bundeswehr selbst zunächst mal nichts dafür. Sie wird also nicht aus sich selbst heraus zur Räuberbande,
aber womöglich zum Erfüllungsgehilfen einer solchen.
Das ist zwar etwas falsch, aber gutt gemeintzt.

Re: Fallen Familienväter demnächst für Aktienkurse?

Verfasst: Mittwoch 10. November 2010, 15:46
von Torsten
Neue christliche Leitkultur: Wirtschaftskriege

Die neue christliche Leitkultur in diesem Lande, besonders verfochten von Unions-Christen samt Nachwuchs, nimmt immer mehr Konturen an. Das Kleinbürgertum und seine Vorbilder hetzen gegen Menschen, die der deutschen Christennorm nicht entsprechen. Die Hemmschwelle, sich in der Nähe von Rassisten zu positionieren, wird in Europa immer geringer. Innerhalb unserer Grenzen kommuniziert die Politik ihre Entscheidungen zugunsten mächtiger Wirtschaftsinteressen durch Polizeigewalt (Beteiligungen des Militärs laufen als Amtshilfe).

Angriffskriege und die Rehabilitation von Folter durch das mächtigste christliche Land, gezielte Drohnenmorde mit "Kollateralschäden" als Alltagsgeschäft, Kriegsverbrechen ohne Strafverfolgung … dergleichen scheint der christlich-abendländischen Kultur keinen Abbruch zu tun.
Im Abendland tobt der Antichrist und überzieht die Welt mit Krieg?

Re: Fallen Familienväter demnächst für Aktienkurse?

Verfasst: Mittwoch 10. November 2010, 16:22
von overkott
Torsten hat geschrieben:
Neue christliche Leitkultur: Wirtschaftskriege

Die neue christliche Leitkultur in diesem Lande, besonders verfochten von Unions-Christen samt Nachwuchs, nimmt immer mehr Konturen an. Das Kleinbürgertum und seine Vorbilder hetzen gegen Menschen, die der deutschen Christennorm nicht entsprechen. Die Hemmschwelle, sich in der Nähe von Rassisten zu positionieren, wird in Europa immer geringer. Innerhalb unserer Grenzen kommuniziert die Politik ihre Entscheidungen zugunsten mächtiger Wirtschaftsinteressen durch Polizeigewalt (Beteiligungen des Militärs laufen als Amtshilfe).

Angriffskriege und die Rehabilitation von Folter durch das mächtigste christliche Land, gezielte Drohnenmorde mit "Kollateralschäden" als Alltagsgeschäft, Kriegsverbrechen ohne Strafverfolgung … dergleichen scheint der christlich-abendländischen Kultur keinen Abbruch zu tun.
Im Abendland tobt der Antichrist und überzieht die Welt mit Krieg?
Bürger schlägt die Christsozialen und meint den Esel. So geht es aber nicht.