Katastrophe in Japan

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Torsten
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Re: Katastrophe in Japan

Beitrag von Torsten » Mittwoch 13. Juni 2012, 15:01

Der "beste" Kommentar zum Endlager - ich glaube es ging um die Asse - kam von irgendeinem Bergbauingenieur, den sie in den 60ern oder 70ern interviewt hatten. Ich hatte das mal in einer Doku gesehen.
Er meinte jedenfalls, dass die Salzstöcke sicher wären, weil sie sich seit Jahrmillionen nicht verändert hätten. Der komplette Berg wurde ausgehöhlt, aber seit Jahrmillionen hat sich ja nichts verändert. Nun tropft das Wasser in die Hohlräume ..
Zuletzt geändert von Torsten am Mittwoch 13. Juni 2012, 15:04, insgesamt 1-mal geändert.

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Juergen
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Re: Katastrophe in Japan

Beitrag von Juergen » Mittwoch 13. Juni 2012, 15:02

Torsten hat geschrieben: Nun tropft das Wasser in die Hohlräume ..
Daran ist aber nicht die Kernenergie schuld.
Gruß
Jürgen

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lifestylekatholik
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Re: Katastrophe in Japan

Beitrag von lifestylekatholik » Mittwoch 13. Juni 2012, 15:09

Raphael hat geschrieben:Die Techniker hätten das schon auf natürliche Weise sicher gemacht!
Nee, das geht prinzipiell nicht, weil es sich um nicht beherrschbare Zeiträume handelt.
Raphael hat geschrieben:Es gibt übrigens auch natürliche Kernreaktoren: Naturreaktor Oklo
Kernspaltung ist also kein Teufelszeug ...............
Es gibt auch natürliche Erdbeben, Vulkanausbrüche, Sturmfluten. Davon wird’s aber nicht besser. Außerdem solltest du mal die zeitlichen und stofflichen Dimensionen in Oklo mit denen der jetzigen Kernreaktoren vergleichen. Vielleicht hilft’s ja.
»Was muß man denn in der Kirche ›machen‹? In den Gottesdienſt gehen und beten reicht doch.«

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Raphael
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Re: Katastrophe in Japan

Beitrag von Raphael » Mittwoch 13. Juni 2012, 15:27

lifestylekatholik hat geschrieben:
Raphael hat geschrieben:Die Techniker hätten das schon auf natürliche Weise sicher gemacht!
Nee, das geht prinzipiell nicht, weil es sich um nicht beherrschbare Zeiträume handelt.
Wieso? :achselzuck:

Darüber hinaus: Hast Du meinen Hinweis auf die Transmutation gelesen? :hmm:
Dadurch würde der radioaktive Abfall sowohl von der Menge als auch von der Strahlungsintensität her radikal vermindert ......
lifestylekatholik hat geschrieben:
Raphael hat geschrieben:Es gibt übrigens auch natürliche Kernreaktoren: Naturreaktor Oklo
Kernspaltung ist also kein Teufelszeug ...............
Es gibt auch natürliche Erdbeben, Vulkanausbrüche, Sturmfluten. Davon wird’s aber nicht besser. Außerdem solltest du mal die zeitlichen und stofflichen Dimensionen in Oklo mit denen der jetzigen Kernreaktoren vergleichen. Vielleicht hilft’s ja.
Vulkangebiete kann man geothermisch nutzen, wie dies bspw. in Island schon weitgehend geschieht.
Gezeitenkraftwerke sind sinnvoll in den Gebieten, wo es einen starken Tidenhub gibt!
Die Welt kann man nur verstehen, wenn man vor dem Kreuz von Golgatha kniet!

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Protasius
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Re: Katastrophe in Japan

Beitrag von Protasius » Mittwoch 13. Juni 2012, 18:10

Raphael hat geschrieben:
lifestylekatholik hat geschrieben:
Raphael hat geschrieben:Die Techniker hätten das schon auf natürliche Weise sicher gemacht!
Nee, das geht prinzipiell nicht, weil es sich um nicht beherrschbare Zeiträume handelt.
Wieso? :achselzuck:

Darüber hinaus: Hast Du meinen Hinweis auf die Transmutation gelesen? :hmm:
Dadurch würde der radioaktive Abfall sowohl von der Menge als auch von der Strahlungsintensität her radikal vermindert
Ich verstehe auch nicht, wieso es ein Problem sein sollte, ein Kernkraftwerk mit einem Teilchenbeschleuniger auszurüsten, wenn es die mittlerweile schon in größeren Krankenhäusern gibt. Meines Erachtens hätte Transmutation praktisch nur Vorteile: die Vorräte für Kernbrennstoff halten länger, die Mengen an Kernschrott werden geringer, der Kernschrott muß weniger lang gelagert werden. Klar, es gibt dann ein weiteres System, aber Teilchenbeschleuniger sind für Physiker ein wohlbekanntes Gerät, dessen Ausfall den Betrieb des Kernkraftwerks zudem nicht sonderlich beeinträchtigen würde.
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009

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lifestylekatholik
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Re: Katastrophe in Japan

Beitrag von lifestylekatholik » Mittwoch 13. Juni 2012, 18:31

Raphael hat geschrieben:Hast Du meinen Hinweis auf die Transmutation gelesen?
Nee, da steht ja nichts Neuen.

Transmutation ist natürlich per se sehr interessant. Die Technik ist aber noch ganz im Versuchsstadium. Derzeit einsetzbare Lösungen gibt es nicht. Sollte sie irgendwann mal tatsächlich in großem Maßstab anwendbar sein, schüfe das natürlich neue Voraussetzungen, unter denen man wieder über die Nutzung der Kernspaltung nachdenken könnte.
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Pit
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Re: Katastrophe in Japan

Beitrag von Pit » Mittwoch 13. Juni 2012, 18:35

Raphael hat geschrieben: ...
Es gibt übrigens auch natürliche Kernreaktoren: Naturreaktor Oklo
Kernspaltung ist also kein Teufelszeug ...............
Das behauptet auch niemand, nur durch die natürlicheRadioaktivität fällt kein radioaktiver Müll an.
carpe diem - Nutze den Tag !

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Raphael
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Re: Katastrophe in Japan

Beitrag von Raphael » Donnerstag 5. Juli 2012, 07:47

In Japan kehrt wieder Vernunft ein:
Japan steigt wieder in den Atomstrom ein
Die Welt kann man nur verstehen, wenn man vor dem Kreuz von Golgatha kniet!

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Torsten
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Re: Katastrophe in Japan

Beitrag von Torsten » Donnerstag 5. Juli 2012, 13:54

http://www.spiegel.de/wissenschaft/tech ... 42713.html

Die Katastrophe von Fukushima war das Ergebnis von Kungeleien zwischen Regierung, Atomaufsicht und der Betreiberfirma Tepco. Zu diesem Urteil kommt ein Untersuchungsausschuss des japanischen Parlaments. Gleichzeitig fährt das Land den ersten Atommeiler wieder hoch.
Wenn die Atommeiler nur halb so sicher wären, wie Kungeleien zwischen Regierung, Atomaufsicht und Betreiberfirma zur Gewinnoptimierung und Grundversorgung von um die Atomkraft verdienter Politiker und Beamter, wir würden frühestens alle 50 Jahre einen GAU erleben, und nicht alle 25.

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Re: Katastrophe in Japan

Beitrag von bogolismus » Donnerstag 5. Juli 2012, 14:18

Juergen hat geschrieben:
Torsten hat geschrieben: Nun tropft das Wasser in die Hohlräume ..
Daran ist aber nicht die Kernenergie schuld.
Nö. Aber die Leute, die behauptet haben, die Asse sei ein sicheres Endlager, haben sich bis auf die Knochen blamiert. Und lassen Zweifel erwachsen, ob die Endlagerproblematik mit dem nötigen Sachverstand und Ernst angegangen wird.

Caviteño
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Re: Katastrophe in Japan

Beitrag von Caviteño » Donnerstag 5. Juli 2012, 16:56

Raphael hat geschrieben:In Japan kehrt wieder Vernunft ein:
Japan steigt wieder in den Atomstrom ein
Die Kanzlerin liebt wohl den risikoreichen Kurs: Egal ob Energiewende oder "Euro-Rettung" - ich habe den Eindruck, sie balanciert immer ganz, ganz nah am Abgrund.

Wer sich einen Eindruck verschaffen will, wie sich ein längerer Stromausfall im Winter auswirkt, sollte das gut recherchierte Buch Blackout lesen. Dort beruht der Stromausfall zwar nicht auf der Energiewende sondern auf einem "Cyber-Terroranschlag". Die Auswirkungen auf das gesellschaftliche Leben ohne Strom sind aber eindrucksvoll dargestellt.

http://www.handelsblatt.com/unternehmen ... 25576.html

Ich hoffe für D., daß im Winter keine längere Nebelperiode mit Windstille eintritt.....

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Torsten
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Re: Katastrophe in Japan

Beitrag von Torsten » Donnerstag 5. Juli 2012, 19:25

Wer mit Atomkraftgegnern diskutiert, sollte keine Horrorszenarien an die Wand malen.

Caviteño ..

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Marcus
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Re: Katastrophe in Japan

Beitrag von Marcus » Sonntag 15. Juli 2012, 16:38

Jesus spricht: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.“ (Joh. 14,6)

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Torsten
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Re: Katastrophe in Japan

Beitrag von Torsten » Sonntag 22. Juli 2012, 15:37

tagesschau hat geschrieben:Messgeräte in Fukushima offenbar manipuliert

Bei den Aufräumarbeiten im havarierten japanischen Atomkraftwerk Fukushima hat es offenbar Vertuschungen über die tatsächliche Höhe der Strahlenwerte gegeben.
Der Präsident der Firma Build-Up, eines Subunternehmens der Betreibergesellschaft Tepco, räumte ein, dass ein Vorgesetzter die neun Arbeiter angewiesen habe, die Messgeräte mit Bleiplatten abzudecken, damit eine geringere Strahlung angezeigt werde. So konnten die Arbeiter länger in dem verstrahlten Kraftwerk eingesetzt werden.
Knallharte Kostenkalkulation selbst noch im im Kampf gegen die Folgen Katastrophe. Der zerstörte Lebensraum und die Gesundheit der Menschen sind ja sowieso unbezahlbar, also fangen wir da schon mal gleich gar nicht an, darüber nachzudenken oder Rücksicht zu nehmen. Denn sonst geriete alles ins Wanken: Der Gehorsam und das stillschweigende Dulden der Unzumutbarkeiten einer subjektlosen Herrschaft und eines desaströsen Produktionsverhältnisses.

Und bei den Banken ist es genau dasselbe. Da ist es eben nur statt der unkontrollierbaren nuklearen Kettenreaktion ein unkontrollierbares Schneeballsystem.

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Juergen
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Re: Katastrophe in Japan

Beitrag von Juergen » Sonnabend 1. Dezember 2012, 16:50

http://www.welt.de/wissenschaft/article ... usion.html

Der Traum von endloser Energie aus Kernfusion
Energie nach dem Vorbild der Sonne: Im südfranzösischen Ort Cadarache wird der größte Fusionsforschungsreaktor der Welt gebaut. Ist die Energieerzeugung durch Kernfusion eine Hoffnung für die Zukunft?…
Gruß
Jürgen

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ziphen
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Re: Katastrophe in Japan

Beitrag von ziphen » Sonnabend 9. März 2013, 16:33

In diesen Tagen jährt sich der Unfall in Fukushima zum zweiten Mal.

In weitem Umkreis um das Atomkraftwerk Grohnde in Niedersachsen denken sich deshalb heute angeblich 2. Menschen, sie könnten einfach Mal so tun, als hätte es einen schweren Unfall im AKW Grohnde gegeben.

http://www.ndr.de/regional/niedersachse ... de239.html
Wenn böse Zungen stechen, / mir Glimpf und Namen brechen, / so will ich zähmen mich; /
das Unrecht will ich dulden, / dem Nächsten seine Schulden / verzeihen gern und williglich.

Paul Gerhardt: O Welt, sieh hier dein Leben

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Niels
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Re: Katastrophe in Japan

Beitrag von Niels » Sonnabend 9. März 2013, 17:17

ziphen hat geschrieben:In weitem Umkreis um das Atomkraftwerk Grohnde in Niedersachsen denken sich deshalb heute angeblich 2. Menschen, sie könnten einfach Mal so tun, als hätte es einen schweren Unfall im AKW Grohnde gegeben.

http://www.ndr.de/regional/niedersachse ... de239.html
Haben die Langeweile, oder was ist los?
Bild

Hauptsache, die sind "klimaneutral" angereist...
:fieselschweif:
Resurrexit, sicut dixit, alleluia

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Torsten
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Re: Katastrophe in Japan

Beitrag von Torsten » Montag 11. März 2013, 17:30

achgut hat geschrieben:Besser als das RMVP: unser Demokratieabgabefunk

“Mit einer Schweigeminute hat Japan dem GAU in Fukushima und den fast 19.000 Toten der Katastrophe gedacht.” (Deutschlandradio Kultur, 11. März 2013)
Selbstverständlich sollten die 19.000 Toten zuerst genannt werden. Aber der GAU ist eben noch höchst lebendig. Für mindestens die nächsten 19.000 Jahre ..

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Torsten
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Re: Katastrophe in Japan

Beitrag von Torsten » Montag 11. März 2013, 18:50

Früher am Tag:
achgut hat geschrieben:Todesrate pro Energiequelle

Tote je Billion Kilowattstunden (kWh):

Kohle: 100 000
Öl: 36 000
Biotreibstoffe, Biomasse: 24 000
Erdgas: 4000
Wasserkraft: 1400
Solar: 440
Wind: 150
Atomkraft: 90

Aus dem heutigen FOCUS (Nr. 11/13)

Was meint ihr, wo wird die Sterberate am höchsten sein, was die Energiegewinnung angeht? Ich tippe mal auf das Öl. Hunderttausende Kriegstote sind der Beweis.
Und was die Atomkraft angeht: Die wird wohl hinter den fossilen Energieträgern rangieren. Aber in der Umgebung eines Wasserkraftwerkes ist wohl kaum ein Kind unerklärlicherweise an Leukämie gestorben.

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Quasinix
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Re: Katastrophe in Japan

Beitrag von Quasinix » Mittwoch 13. März 2013, 00:55

Das ging mal daneben:

http://www.welt.de/politik/deutschland/ ... shima.html
Die Parteivorsitzende der Grünen hat sich durch ein unüberlegtes Posting bei Facebook scharfe Kritik eingehandelt, die sich kaum auf das soziale Online-Netzwerk begrenzen lassen dürfte: Zum Jahrestag des schweren Tsunamis in Japan, der zum einen gut 16.000 Menschenleben forderte und zum anderen die Kernkraftwerke von Fukushima zerstörte, führte Claudia Roth jetzt in einem betont betroffenen Tonfall die Todesopfer unberechtigterweise auf die "Atom-Katastrophe" zurück.

Seit ihrem Facebook-Eintrag am späten Montagnachmittag liefen bis Dienstagmittag dort weit mehr als 1300 Kommentare ein, fast ausschließlich in scharf kritischen Tonfall. Insbesondere Zynismus, Pietätlosigkeit und die Funktionalisierung von 16.000 Toten für die eigenen politischen Ziele warf man ihr vor.
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Torsten
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Re: Katastrophe in Japan

Beitrag von Torsten » Mittwoch 13. März 2013, 13:45

Man muss wirklich aufpassen, was man wie über die Atomkraft sagt. Ein falsches Wort, eine falsche Assoziation, schon eine falsche Reihenfolge hält die Befürworter der Atomkraft zu lautstarkem Protest an. Man traut sich ja schon gar nicht danach zu fragen, was denn z.B. aus den mehr als hunderttausend Liquidatoren in Tschernobyl geworden ist. Die evangelische Gemeinde bei mir vor Ort lädt jedes Jahr Kinder aus Weißrussland für 2 Wochen zum Urlaub ein. Bis heute. Aus propagandistischen Gründen?

http://www.welt.de/vermischtes/weltgesc ... inder.html

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Re: Katastrophe in Japan

Beitrag von Wenzel » Mittwoch 13. März 2013, 13:52

Torsten hat geschrieben:. Die evangelische Gemeinde bei mir vor Ort lädt jedes Jahr Kinder aus Weißrussland für 2 Wochen zum Urlaub ein. Bis heute. Aus propagandistischen Gründen?
:achselzuck:
möglich ist alles ....... bei manchen Gutmenschinnen geht humanitäre Hilfe gerne in Propaganda und Agitation über .....
:ikb_shutup:
Pange, lingua, gloriosi corporis mysterium (Thomas von Aquin)
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Reinhard
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Re: Katastrophe in Japan

Beitrag von Reinhard » Mittwoch 13. März 2013, 14:50

Wenzel hat geschrieben:
Torsten hat geschrieben:. Die evangelische Gemeinde bei mir vor Ort lädt jedes Jahr Kinder aus Weißrussland für 2 Wochen zum Urlaub ein. Bis heute. Aus propagandistischen Gründen?
:achselzuck:
möglich ist alles ....... bei manchen Gutmenschinnen geht humanitäre Hilfe gerne in Propaganda und Agitation über .....
Auch bei uns sind jedes Jahr eine ganze Anzahl der Tschernobyl-Kinder zur Genesungsaufenthalt da. So gut man ihnen helfen kann eben, ganz still und leise.

Vermutlich alles auch nur "aus propagandistischen Gründen" ... :roll: :vogel:

Ich weiß nicht, iwie hat bei einigen Leuten die Propaganda ganze Arbeit geleistet ...

Tritonus
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Re: Katastrophe in Japan

Beitrag von Tritonus » Mittwoch 13. März 2013, 15:09

Reinhard hat geschrieben:
Wenzel hat geschrieben:
Torsten hat geschrieben:. Die evangelische Gemeinde bei mir vor Ort lädt jedes Jahr Kinder aus Weißrussland für 2 Wochen zum Urlaub ein. Bis heute. Aus propagandistischen Gründen?
:achselzuck:
möglich ist alles ....... bei manchen Gutmenschinnen geht humanitäre Hilfe gerne in Propaganda und Agitation über .....
Auch bei uns sind jedes Jahr eine ganze Anzahl der Tschernobyl-Kinder zur Genesungsaufenthalt da. So gut man ihnen helfen kann eben, ganz still und leise.

Vermutlich alles auch nur "aus propagandistischen Gründen" ... :roll: :vogel:

Ich weiß nicht, iwie hat bei einigen Leuten die Propaganda ganze Arbeit geleistet ...
Bei uns (im katholischen Kirchenchor) ist auch einer, der jedes Jahr in den Sommerferien für ein paar Wochen ein erholungsbedürftiges, strahlengeschädigtes Kind aus Weißrussland aufnimmt. Meine Frau übersetzt manchmal Briefe von und nach Weißrussland für ihn.

Ich muss ihn mal fragen, ob er mit solchen Aktionen Propaganda machen will. (Ja, und manchmal fasse ich mir hier an den Kopf.)
:auweia:

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Quasinix
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Re: Katastrophe in Japan

Beitrag von Quasinix » Donnerstag 14. März 2013, 01:04

Torsten hat geschrieben:Man muss wirklich aufpassen, was man wie über die Atomkraft sagt. Ein falsches Wort, eine falsche Assoziation, schon eine falsche Reihenfolge hält die Befürworter der Atomkraft zu lautstarkem Protest an. Man traut sich ja schon gar nicht danach zu fragen, was denn z.B. aus den mehr als hunderttausend Liquidatoren in Tschernobyl geworden ist.
Ja, bei einem Verhältnis von ca. 1:100 sind die militanten Atomkraftbefürworter eine permanente Gefahr für die Minderheit der AKW-Gegner - wenn dann erst mal wieder ein Windmühlenflügeltransport zum Bauplatz von militanten Atomisten blockiert wird, sind Leib und Leben in Gefahr! Noch schlimmer wäre wohl nur, in Stuttgart einem S21-Befürworter in die Hände zu geraten.

Man kann ja mal versuchsweise je ein Auto mit Aufkleber "Atomkraft nein danke" und "Atomkraft ja bitte" in einer beliebigen deutschen Großstadt abstellen und dann schauen, was nach 48 Stunden jeweils noch davon übrig ist...
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Re: Katastrophe in Japan

Beitrag von Tritonus » Donnerstag 14. März 2013, 02:48

Quasinix hat geschrieben:...
Man kann ja mal versuchsweise je ein Auto mit Aufkleber "Atomkraft nein danke" und "Atomkraft ja bitte" in einer beliebigen deutschen Großstadt abstellen und dann schauen, was nach 48 Stunden jeweils noch davon übrig ist...
Experimente mit den Aufklebern "Atomkraft nein danke!" bzw. "Atomkraft: Gott behüte!" nebst einigen weiteren habe ich schon in den 70ern durchgeführt. (Wir erinnern uns: Damals waren Atomkraftgegner in der Bundesrepublik eine verschwindend kleine Minderheit, die ständig beschuldigt wurde, im Auftrag der DDR zu arbeiten, um die hiesige Industrie zu schwächen.) Meistens waren nach den von Dir genannten 48 Stunden mindestens die Aufkleber teilweise abgerissen und mehrmals war auch das Auto beschädigt, verkratzt ("Linke Sau") bzw. einmal mit Edding verziert ("Atonkraft ja bite"). Die Einfahrt mit dem Auto in die Kaserne -- ich hatte damals eine Einladung von denen, die ich unmöglich ablehnen konnte -- wurde mir wegen des Aufklebers konstant verweigert. Später, nach dem Studium, nötigte mich mein Chef (bei einem großen deutschen Elektrokonzern übrigens) freundlich, aber sehr bestimmt, sofort den subversiven Aufkleber von meinem Auto zu entfernen. Und was tut man nicht alles, wenn man Familie hat ...

Tja, ich will gar nicht ausschließen, dass heutzutage so mancher Atomkraftgegner von damals gelegentlich in nostalgischen Erinnerungen an erlittene Sachbeschädigungen schwelgen könnte und mit 30 bis 40 Jahren Verspätung auch mal eben an der Karre von so einem Atomzombie möglicherweise ganz spontan eine kleine Privatkernspaltung durchführen könnte -- im Gegenzug sozusagen: Rache ist Blutwurst, sagen manche. Und klar: Äähm ... *räusper* ... Selbstverständlich verurteile ich alle Sachbeschädigungen, auch wenn diese als Vergeltungsmaßnahmen gedacht sind, aufs Schärfste.

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Re: Katastrophe in Japan

Beitrag von Quasinix » Donnerstag 14. März 2013, 21:58

Klar, so wie sich heute die militanten Homos nur ein wenig für all das in den letzten Jahrtausenden erlittene Unrecht revanchieren...

Hat eigentlich schon mal jemand die armen Chinesen zum Genesungsaufenthalt eingeladen, die bei der Gewinnung der für die ach so umweltfreundliche Solartechnik nötigen Seltenen Erden elendiglich verrecken? Aber klar, das sind ja keine Opfer, die man instrumentalisieren kann, genauso wenig wie die 20.000 Badetoten pro Jahr in Europa... Apropos China: Allein dort sterben jährlich durchschnittlich 6.000 Menschen durch Unglücke im Kohlebergbau...

Was ist seit der Weltzeitenwende Fukushima noch so passiert? Ach ja, es sind ein paar Menschen gestorben, davon durch:

Abtreibung: ca. 80 Mio.
Hunger: 17,6 Mio, hauptsächlich Kinder
Herzinfarkt: 14,4 Mio.
Schlaganfall: 11,4 Mio.
Atemwegserkrankungen (Pneumonien): 7,8 Mio., vor allem Kinder
AIDS: 5,8 Mio.
Durchfallerkrankungen (Cholera, Typhus, Ruhr): 4,2 Mio., hauptsächlich Kinder
Tuberkulose: 3,2 Mio.
Malaria: 2 Mio.
Tetanus, Keuchhusten, Hepatitis C, Meningitis: ca. 2 Mio.
Masern: 1,6 Mio.
Schlafkrankheit: 1 Mio.

Wieviele davon hätte man mit einem Bruchteil des Geldes retten können, das die Atompanik in die Taschen der wirklich von alldem Profitierenden spült?
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Re: Katastrophe in Japan

Beitrag von Torsten » Donnerstag 14. März 2013, 23:01

Quasinix hat geschrieben:Man kann ja mal versuchsweise je ein Auto mit Aufkleber "Atomkraft nein danke" und "Atomkraft ja bitte" in einer beliebigen deutschen Großstadt abstellen und dann schauen, was nach 48 Stunden jeweils noch davon übrig ist...
Was nach 27 Jahren übrig ist

Brumm brumm ..

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Re: Katastrophe in Japan

Beitrag von Quasinix » Freitag 15. März 2013, 01:00

:D :D :D
Haltet die Welt an, ich will aussteigen!

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Re: Katastrophe in Japan

Beitrag von Tritonus » Freitag 15. März 2013, 02:04

Quasinix hat geschrieben:Aber klar, das sind ja keine Opfer, die man instrumentalisieren kann, ...
Jetzt reicht's aber.

Wenn ich alles richtig mitbekommen habe, dann haben hier ein paar Mitforanten Beispiele dafür gebracht, dass mehrere Kirchengemeinden und Einzelpersonen Kinder aus der Umgebung von Tschernobyl aus humanitären Gründen seit vielen Jahren regelmäßig zu Gast aufnehmen. (Kinder übrigens inzwischen, die zur Zeit des Reaktorunglücks nicht einmal geboren waren, und die trotzdem an den Folgen leiden.) Ich kann anhand der genannten Beispiele nicht erkennen, für welche Zwecke diese Opfer von den Kirchengemeinden/Einzelpersonen "instrumentalisiert" werden.

Oder ist es Dir nur peinlich, dass diese Opfer überhaupt existieren, weil sie Dein idyllisches Weltbild erschüttern könnten?

Ich habe wirklich nichts dagegen, wenn Du demnächst einige Chinesen zum Erholungsaufenthalt einlädtst, die Opfer des Bergbaus nach Seltenen Erden (unentbehrlich für Computer, Handys, Solartechnik ...) geworden sind, anstatt hier nur rumzugeifern und überall Zersetzung zu wittern wie damals die Hardliner im Kalten Krieg. Das wäre dann eine gute Sache, die ich, anstatt rumzudröhnen, dass Du "Opfer instrumentalisierst", ausdrücklich begrüßen würde. Und vielleicht würde Dich dann der eine oder andere auch ein bisschen ernst nehmen und möglicherweise gibst Du sogar anderen ein Beispiel. Mit Deinem Avatar aus den 70ern und den passenden Sprüchen aus den frühen 80ern hingegen löst Du bei den Älteren hier im Forum -- bei mir jedenfalls -- höchstens nostalgische und gleichzeitig befremdliche Gefühle aus wie beim Anblick sehr alter Gruppenfotos: "Mann, sahen wir damals bescheuert aus!"

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Re: Katastrophe in Japan

Beitrag von Caviteño » Freitag 15. März 2013, 03:57

Quasinix hat geschrieben:
Was ist seit der Weltzeitenwende Fukushima noch so passiert?
Häng es einfach ein bißchen tiefer, verweis nicht auf die Toten, sondern auf die Umweltauswirkungen.
Wie ich bereits genau vor einem Jahr hier geschildert habe, hat die Abschaltung der Atomkraftwerke in Japan Effekte, über die in D. nicht berichtet wird, weil sie das schöne Bild von einer Energiewirtschaft ohne Atomstrom empfindlich stören könnten - vor allem unter Umweltgesichtspunkten.

In 2012 ist der Gasimport in Japan um weitere 12,2% gestiegen. Das sich der Preisanstieg hier auf den PH in Grenzen hielt, ist nur auf den starken Peso zurückzuführen. Kochen mit Gas (dreimal täglich) bleibt aber weiterhin ein teures Vergnügen und da holzt man doch besser Bäume ab und/oder benutzt Holzkohle - das ist billiger.

Was soll's - Hauptsache unsere Umweltaktivisten können sich ein gutes Gewissen leisten - man gönnt sich ja sonst nichts.

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Re: Katastrophe in Japan

Beitrag von Quasinix » Freitag 15. März 2013, 17:48

Ich hätte keine Probleme damit, wenn sich die, die sich für die Tschernobylopfer einsetzen, auch genauso bzw. anteilig nach Opferzahlen auch für andere Opfer einsetzen. Oder wenn man auch mal der ausgeraubten und totgeschlagenen Einheimischen gedenken würde und nicht primär immer nur der zugereisten Opfer von Gewalttaten usw. usf.. Das meine ich mit der Instrumentalisierung bestimmter Opfer - wohlgemerkt ohne jedem einzelnen, der sich um bestimmte Opfer kümmert, das per se zu unterstellen. Es geht ja ums Gesamtbild.

Sonst ist das ein wenig wie bei "Amnesty International", die mit Vehemenz gegen die Todesstrafe auch für rechtskräftig verurteilte, geständige Mörder plädieren, aber gleichzeitig (!) das "Menschenrecht auf Kindermord" (vulgo Abtreibung) fordern. Oder wie bei denjenigen Tierrechtsaktivisten, denen krepierende Menschen egal sind und für die der Mensch der "schlimmste Virus ist, der je die Erde überzog".

Caviteño hat schon recht: Irgendwelchen heimischen Krötenarten wird 1000x mehr Aufmerksamkeit zuteil als der völlig ruinierten Umwelt in China bzw. komplett kippenden Ökosystemen - vor allem eben auch genau wieder dann, wenn man damit etwas per se Böses wie einen Flughafen o.ä. vor der eigenen Haustür verhindern kann (oder eine ökostromtransportierende Stromtrasse).

Den Vorwurf des Im-Gestern-Verhaftet-Seins kannst Du auch auf Dich anwenden - in diesem Thread sind vor ziemlich genau einem Jahr einige interessante Alternativen zu heutigen AKWs vorgestellt worden, die definitiv deutlich sicherer und restmüllärmer sind als ein altes AKW in Transsilvanien. Da sollte man also mal ein wenig die aktuellen Entwicklungen ins eigene Weltbild mit einbeziehen, statt am liebgewonnenen "AKW nee" als identitäts- und sinnstiftendem Religionsersatz (was ich Dir persönlich nicht unterstelle) festzuhalten.
Haltet die Welt an, ich will aussteigen!

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